Osteoporose vorbeugen: Mit Muskeln Knochen stärken

Osteoporose

Getty Images/Peter Dazeley

13.10.2022 – Eine aktive Lebensweise hilft in jedem Alter, Knochen zu festigen, spätere Altersbrüche zu vermeiden und damit Osteoporose vorzubeugen. Eine lebenslange gesunde Ernährung mit viel Calcium und Vitamin D sowie ausreichend Bewegung seien einfache Maßnahmen mit großem Effekt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) anlässlich des Welt-Osteoporose-Tags am 20. Oktober hin.

Der stellvertretende DGOU-Präsident Andreas Halder beschrieb am Donnerstag:

“Muskeln und Knochen müssen täglich belastet werden. Der Knochen passt sich den Anforderungen an, sodass eine größere Belastung auch zu einer Stabilisierung und Festigung des Knochens führt.”

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Tipps zur Knochenstärkung

Je nach Alter seien unterschiedliche Aktivitäten zur Knochenstärkung sinnvoll:

  • Für Kinder und Jugendliche: Fußball, Handball, Volleyball, Leichtathletik
  • Ab 40 Jahren: Joggen, Pilates, Yoga, Fahrradfahren, Schwimmen
  • Ab 60 Jahren: Spaziergänge, Gymnastik, Walking, Kraft- und Balancetraining

Osteoporose – oder Knochenschwund im Volksmund – beeinträchtige häufig die Stabilität des Knochens v. a. älterer Menschen, da die Stoffwechselkrankheit den Knochen porös werden lasse.

Die gute Nachricht: Eine aktive Lebensweise kann dem entgegenwirken. Denn Knochen verändern sich lebenslang und sind kein unveränderliches oder totes Material. Regelmäßige gezielte Belastung bzw. sportliche Betätigung festigten die Knochen und regten den Knochenstoffwechsel an, teilte die DGOU weiter mit.

Dies geschehe durch die Muskeln, die am Knochen zögen. Sie gäben das Signal, mehr Calcium in das Skelettsystem zu transportieren und einzulagern. Nebenbei werde die Muskulatur gestärkt, die immer auch für die Entlastung der gefährdeten Knochen und für mehr Stabilität sorge.

–> Lesen Sie hier, wie ein persönlicher Vorsorgeplan helfen kann.

Osteoporose: frühe Diagnose entscheidend

Ist der Knochen allerdings erst einmal abgebaut und porös, sei er nur teilweise wieder aufzubauen. Deshalb sei bei Osteoporose eine möglichst frühe Diagnose entscheidend, um dann gezielt gegenzusteuern.

Das Besondere an den osteoporotischen Knochenbrüchen sei, dass sie auch völlig ohne Sturz oder auch nach nur leichten Stürzen auftreten können. Am häufigsten seien Wirbelsäule, Schulter, Handgelenk und Hüfte betroffen. Brüche an der Wirbelsäule könnten in vielen Fällen ohne Operation behandelt werden. Anders bei Hüftfrakturen: In diesen Fällen sei meist ein chirurgischer Eingriff nötig.

Um osteoporotische Brüche älterer Patientinnen und Patienten mit hoher und geprüfter Qualität versorgen zu können, seien viele Kliniken für Orthopädie und Unfallchirurgie als sog. Alterstraumazentren zertifiziert.

In solchen Zentren erfolge die Behandlung gemeinsam mit allen notwendigen Fachdisziplinen speziell an die Bedürfnisse älterer Patientinnen und Patienten angepasst.

Vorsorge nach Knochenbrüchen wichtig

Die Versorgung des Knochenbruchs stelle hierbei nur einen Teil der Behandlung dar, eine wichtige Rolle spiele auch die Vorsorge danach. Denn v. a. in den 2 Jahren nach dem ersten Knochenbruch sei das Risiko für weitere Knochenbrüche stark erhöht und nehme mit jedem Bruch nochmals zu. Daher sei insbesondere nach einem osteoporotischen Knochenbruch wichtig, die Schwere der Osteoporose abzuklären und möglichst schnell eine passende Behandlung einzuleiten.

Für Patientinnen und Patienten in einem Alterstraumazentrum gehöre diese Abklärung zu den dort festgelegten Abläufen.

Auch junge Patientinnen und Patienten können von Osteoporose betroffen sein, z. B. nach langjähriger Cortison-Einnahme oder anderen Erkrankungen. Auch für sie sei eine schnelle Nachbehandlung wichtig.

Betroffene, die noch nicht in ein Netzwerk aus Klinik und Praxis aufgenommen wurden, sollten sich nach einem Bruch bei Expertinnen oder Experten für Osteoporose vorstellen, rät die DGOU. Dort würden neben der Erfassung der Vorgeschichte und möglicher Risiken für eine Osteoporose wenn notwendig auch eine Laboruntersuchung und eine Knochendichtemessung vorgenommen.

Bestätige sich die Diagnose einer Osteoporose, könne ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden – unter Umständen auch mit medikamentöser Unterstützung.

Aktuelle Studien zeigten, dass aktuell verfügbare Osteoporose-Medikamente selbst bei schweren Erkrankungen eine wirksame Therapie sein könnten, um das Risiko für weitere Knochenbrüche zu senken.

Unverändert wichtig bleibe jedoch die eigene Mitarbeit – also Bewegung und gesunde Ernährung mit ausreichend Calcium, Vitamin D und Eiweiß.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.