Ratgeber Wunde: MRSA-Symptome und Erkennungszeichen

 

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Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus ist den wenigsten Menschen ein Begriff. Der als Krankenhauskeim bekannte Erreger MRSA aber durchaus. Beides bezeichnet die selben Bakterien, die gar nicht so selten sind. Wenn sie aber eine Wundinfektion auslösen, können sie gefährlich werden, denn die im Namen enthaltene Resistenz bezieht sich leider auf die Mehrheit der gängigen Antibiotika. Was MRSA ist, welche MRSA-Symptome es gibt, und woran Sie konkret erkennen können, ob eine Infektion vorliegt, erklären wir Ihnen gerne.

Was ist MRSA?

MRSA selbst ist zunächst nicht gefährlich. Schätzungen zufolge sind etwa ein bis zwei Prozent der deutschen Bevölkerung Träger dieses Bakteriums. Die Träger alleine sind dabei nicht automatisch krank. Gefährlich kann der Keim aber dann werden, wenn er auf verletzte Hautstellen trifft. Gelangen multiresistente Keime wie MRSA in eine Wunde und infiziert sich diese, ist die Behandlung erschwert, da die MRSA-Keime nicht nur gegen das namensgebende Methicillin resistent sind, sondern auch gegen einen Großteil der gängigen Antibiotika. Unbehandelt können solche Infektionen gravierende Folgen wie lebensbedrohliche Entzündungen oder gar eine Sepsis (im Volksmund als „Blutvergiftung“ bekannt) haben.

Merke

Erst im Kontakt mit offenen Wunden kann der MRSA-Keim gefährlich werden. Die Inkubationszeit zwischen Eindringen in den Körper und Ausbruch der Infektion beträgt drei bis zehn Tage.

Wer ist besonders gefährdet?

Wenn Sie die unterschiedlichen Risikogruppenkennen, können Sie das persönliche Risiko Ihres Angehörigen besser einschätzen. Die drei größten Risikogruppen sind:

  • Patienten im Krankenhaus: MRSA ist nicht grundlos als Krankenhauskeim bekannt. Der Großteil der Infektionen erfolgt tatsächlich in Kliniken, denn hier sind die Bedingungen für den multiresistenten Keim besonders gut. Immungeschwächte Patienten und durch die permanenten Einsätze von Antibiotika quasi trainierte Keime treffen hier aufeinander.
  • Pflegebedürftige: Pflegebedürftige Menschen bieten den Erregern häufig vermehrt Wege, in den Körper einzudringen und dort Infektionen hervorzurufen. Dies kann zum Beispiel über Wunden, Katheter, Sonden, oder ähnliches geschehen.
  • Chronisch Kranke: Dialysepflichtige, immungeschwächte Personen und solche mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, an MRSA zu erkranken.
  • Kontakt zu Nutztieren: Haben Menschen regelmäßig Kontakt zu Nutztieren, wie es beispielsweise bei Landwirten oder Tierärzten der Fall ist, sind sie deutlich öfter MRSA-Träger.
  • Medizinisches Fachpersonal: Auch medizinisches Fachpersonal kommt vermehrt mit den Keimen in Kontakt und hat daher ein erhöhtes Risiko. Hier gilt: Der Keim alleine macht noch nicht krank.

Auf welche MRSA-Symptome kann ich achten?

Leider ist es als medizinischer Laie sehr schwer, MRSA-Symptome zu erkennen und richtig einzuordnen. Erst ein Abstrich der Nasen- und Rachenregion bringt Klarheit darüber, ob der multiresistente Keim vorliegt. Ein einfacher und gleichzeitig zuverlässiger MRSA-Test für zu Hause existiert leider nicht. Ob Ihr Angehöriger eine MRSA-Infektion hat oder nicht, wird daher nur der Arzt feststellen können. Sie als pflegender Angehöriger können aber dabei helfen, fragwürdige Wunden rechtzeitig untersuchen zu lassen, um schnell mit der Behandlung zu beginnen. Achten Sie vor allem auf:

  • Wundinfektionen: Leidet Ihr Angehöriger an einer Wunde, die zum Beispiel eitert oder stark geschwollen ist, öffnen Sie diese keinesfalls selbst, sondern lassen Sie den Arzt einen Blick darauf werfen.
  • Schlechte Wundheilung: Falls Ihr Angehöriger eine Wunde hat, die sich sehr schlecht schließt und zwischen den einzelnen Verbandswechseln nur wenig Reduktion zeigt, kann dies ein Hinweis auf eine MRSA-Besiedelung sein. Sprechen Sie das Fachpersonal an.
  • Hautausschläge: Entwickelt Ihr Angehöriger einen Hautausschlag, kann auch dies zu den ersten MRSA-Symptomen zählen. Besonders wenn die Ausschläge nach einem Krankenhausaufenthalt auftreten, sollten Sie diese unbedingt abklären lassen.
  • Harnwegsinfekte: Nicht nur oberflächliche Wunden, auch Harnwegsinfekte können MRSA-Symptome sein, insbesondere wenn diese wenige Tage nach einer Operation oder einem Krankenhausaufenthalt auftreten und sich nach einer Therapie mit anderen Antibiotika nicht bessern.

 

Merke

MRSA-Infektionen können Sie zu Hause nicht alleine feststellen. Fragen Sie bei ersten MRSA-Symptomen den Arzt um Rat.

Worauf muss ich achten, wenn ich MRSA-Anzeichen beobachte?

Der Gang zum Arzt ist die beste Entscheidung, da nur der ausgebildete Mediziner eine klare Diagnose stellen kann. Liegt eine Infektion vor, sind aber auch Sie als Pflegeperson besonders gefragt.

Über den Autor

Sonja Mahr ist freie Texterin und schreibt unter anderem zu Pflegebedürftigkeit und Pflegestärkungsgesetz.