Partnerschaft und Demenz: Ratgeber gibt Tipps

Demenz

GettyImages/ Wavebreakmedia

03.11.2022 – Eine Demenz-Diagnose betrifft häufig nicht nur eine Person, sondern die gesamte Familie und damit auch eine Partnerin oder einen Partner. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) gibt in einem neuen Ratgeber v. a. Tipps zur Alltags- und Beziehungsgestaltung, vermittelt aber auch Basiswissen zur Erkrankung in einfacher Sprache und Therapieansätze.

Pflegeexpertin und ZQP-Geschäftsleiterin Daniela Sulmann sagte am Montag:

„Mit unserem Angebot möchten wir Angehörigen von Menschen mit Demenz – insbesondere Partnerinnen und Partnern – helfen, Bedürfnisse des Gegenübers sowie auch die eigenen besser zu erkennen, um gemeinsame Alltagsherausforderungen möglichst gut zu bewältigen.“

Diagnose ist wichtig für eine bessere Bewältigung

Wichtig sei zunächst, dass die oder der Betroffene sich fachärztlichen Rat einholt, wenn ein Verdacht auf Demenz besteht. Eine ärztliche Diagnose stelle laut ZQP die Grundlage für eine positive Unterstützung dar. Sie biete die Chance, besser mit der Erkrankung zurechtzukommen.

„Sehr bedeutsam für einen guten Umgang sind Verständnis, Akzeptanz und Geduld gegenüber der demenzkranken Partnerin bzw. dem Partner“, so Sulmann weiter.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Dabei helfe, gut über die Krankheit informiert zu sein. Zudem sollte die Partnerin oder der Partner die Bedürfnisse verstehen, um auf sie eingehen zu können.

Verhalten, Körpersprache und Tonfall der erkrankten Person gäben bei genauer Beobachtung möglicherweise Aufschluss.

Unruhe oder Aggressivität könnten etwa durch Harndrang, Angst oder Schmerzen verursacht werden.

Eine angepasste Art der Kommunikation könne das Zusammenleben erleichtern.

Sulmann dazu:

„Es wird nötig, die Sprache anzupassen, in einfachen und kurzen Sätzen zu sprechen. Viele Paare verstehen sich zwar oft auch ohne Erklärungen. Dennoch geht die vertraute Kommunikation immer mehr verloren. Darum sind neue Wege zur Verständigung gefragt, etwa über Mimik, Gestik und Berührungen, denn Worte verlieren an Bedeutung.“

Der Ratgeber gäbe zudem Hinweise, wie die Selbstständigkeit der demenzerkrankten Partnerin oder des demenzerkrankten Partners gefördert werden könne, bspw. mithilfe gezielter Bewegungsübungen oder die Einbindung in gewohnte Alltagsaufgaben.

Laut ZQP sei nicht zuletzt wichtig, als Partnerin oder Partner eines an Demenz erkrankten Menschen eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, auf die eigene Gesundheit zu achten und deswegen auch regelmäßig für Entlastung zu sorgen.

Interessierte können den Ratgeber kostenlos auf der ZQP-Website bestellen oder als PDF-Datei herunterladen.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.