Hygiene im Haushalt: Wäsche und Hilfsmittel

Hygiene im Haushalt: Wäsche und Hilfsmittel

Pflegende Angehörige leisten Tag für Tag Enormes – nicht nur emotional, sondern auch körperlich. Dazu zählt zu einem großen Teil die Reinigung von Kleidung, Bettwäsche, Handtüchern und Hilfsmitteln. Wir möchten Sie unterstützen, den Alltag in der häuslichen Pflege hygienisch und so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

Eine Frau befüllt die Waschmaschine mit Wäsche. Das steht für Hygiene im Haushalt.
GettyImages/Eva-Katalin

Pflegebedürftige Menschen verbringen oft viel Zeit im Bett oder auf Sitzmöbeln, schwitzen schneller und können unter Umständen Ausscheidungen nicht vollständig kontrollieren. Kleidung, Bettwäsche und Handtücher müssen daher häufiger gewaschen werden. Dabei gilt: Sauberkeit ist wichtig – aber sie muss weder „aggressiv“ noch umweltschädlich sein.

Verunreinigte Wäsche korrekt waschen

Die Wahl des richtigen Waschmittels

Setzen Sie nach Möglichkeit auf natürliche, umweltfreundliche Waschmittel, die frei von synthetischen Duftstoffen, optischen Aufhellern und Mikroplastik sind. Diese schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch empfindliche Haut, und nicht vergessen: Viele Biowaschmittel reinigen heute genauso effektiv wie konventionelle Produkte.

  • Vollwaschmittel (Pulver oder flüssig): für weiße Wäsche, stark verschmutzte Kleidung, Bettwäsche, Handtücher. Es enthält oft Bleichmittel, das Bakterien reduziert.
  • Colorwaschmittel: für bunte Kleidung. Es verzichtet auf Bleichmittel, damit die Farben länger leuchten.
  • Feinwaschmittel: für empfindliche Stoffe wie Wolle oder Seide; diese Mittel sind besonders mild zur Haut und zum Gewebe.

Achtung: Hygienespüler oder Desinfektionswaschmittel wiederum sind zwar bei vielen sehr beliebt, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät jedoch privaten Haushalten sehr deutlich von der Verwendung von Wäschedesinfektionsmitteln ab: Damit sei „kein hygienischer Nutzen verbunden“, und dies gelte „insbesondere für Haushaltsreiniger und Waschmittel mit nachweislich antimikrobieller Wirkung“. Diese Stellungnahme beruht unter anderem auf einer Untersuchung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, in der keine Wirksamkeit dieser Produkte nachgewiesen werden konnte. Gleichzeitig können Wäschedesinfektionsmittel mit gesundheitlichen Problemen wie einer Allergiebildung sowie mit einer erhöhten Resistenz von krankheitserregenden Keimen verbunden sein. Das Fazit lautet hier also: Besser, man verzichtet darauf.

Auch bei einer Infektionserkrankung wie etwa einem Magen-Darm-Infekt oder einer Pilzinfektion ist es demnach ausreichend, die Wäsche der erkrankten Personen bei 60 °C mit einem Voll- oder Universalwaschmittel zu waschen. Das bayerische Kompetenzzentrum Hauswirtschaft hat dazu noch einen Extratipp: möglichst viele Spülgänge einsetzen, denn dadurch werden die schädlichen Organismen mechanisch weggespült. Und: Sollte Wäsche aus Seide oder Wolle betroffen sein, die nicht für eine 60-Grad-Wäsche geeignet ist, können Sie auf sogenannte Oxy-Produkte auf Basis von Wasserstoffperoxid zurückgreifen – diese sind wirksamer und weniger umweltbelastend als Hygienespüler.

Die richtige Dosierung und Nachhaltigkeit

Gerade bei groben Verschmutzungen ist die Neigung (verständlicherweise) groß, viel Waschmittel zu verwenden. Das schadet jedoch nicht nur der Umwelt, sondern auch der Kleidung und der Waschmaschine. Am besten ist es, den Angaben auf der Verpackung zu folgen und die Wasserhärte der jeweiligen Wohnregion zu berücksichtigen; so sparen Sie Geld und schonen das Grundwasser.

Die Verpackung ist ein weiterer Umweltaspekt: Nachfüllpacks oder große Vorratsbehälter verursachen weniger Plastikmüll, und Flüssigwaschmittel in Kartonverpackungen oder Pulver in Pappboxen sind nachhaltiger als Einwegplastikflaschen.

Und wie sieht es mit dem Wasser- und Energieverbrauch aus? Es stimmt: Moderne Waschmaschinen sind sparsam – aber das gilt nur, wenn sie richtig genutzt werden. Zu den Empfehlungen zählen, die Waschmaschine gut zu befüllen, aber nicht zu überladen; wenn möglich Energiesparprogramme zu nutzen (solange keine groben Verschmutzungen vorliegen) und auf Vorwäsche zu verzichten (lieber gezielt etwaige Flecken vorbehandeln). Trockner sind zugegeben sehr praktisch, Lufttrocknen hingegen spart Energie und schont die Textilien.

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Was tun bei Urin, Kot oder Blut?

Bei pflegebedürftigen Personen kann häufig Wäsche anfallen, die mit Urin, Stuhl, Erbrochenem oder Blut in Kontakt gekommen ist. Hier ist eine hygienische Reinigung gefragt.

Allgemeine Grundregeln:

  • Stark verschmutzte Textilien wenn möglich sofort getrennt aufbewahren, z. B. in einem Eimer oder Wäschebehälter mit Deckel.
  • Wenn möglich Vorspülen oder Einweichen in kaltem Wasser, um grobe Rückstände zu lösen.

Blut

Blutflecken müssen immer mit kaltem Wasser behandelt werden, da warmes Wasser das Eiweiß im Blut gerinnen lässt – der Fleck setzt sich dann dauerhaft fest. Lieber direkt mit kaltem Wasser ausspülen und bei Bedarf Gallseife oder ein enzymatisches Fleckenmittel auftragen; gut einwirken lassen und anschließend normal waschen. Bei älteren Flecken kann Soda (Natriumcarbonat) im Einweichwasser helfen.

Urin

Wäsche mit Urinflecken zunächst in kaltem Wasser ausspülen, danach in Essigwasser (1 Teil Essigessenz auf 5 Teile Wasser) einweichen. Der Essig neutralisiert den Geruch und löst Kalkablagerungen, die den Geruch binden. Anschließend wie gewohnt mit Waschmittel waschen.

Kot

Kotflecken sind besonders keimbelastet. Grobe Rückstände sollten vorsichtig mit Einmalhandschuhen und Einmaltüchern entfernt werden, danach auch hier den Stoff in kaltem Wasser vorwaschen oder einweichen; danach sollte der Waschgang mit Vollwaschmittel bei mindestens 60 °C erfolgen.

Erbrochenes

Erbrochenes enthält Eiweiß, Magensäure und oft Speisereste, ist also bekanntermaßen ein idealer Nährboden für Gerüche. Das Vorgehen: Mit kaltem Wasser spülen, danach gegebenenfalls den Fleck mit Gallseife einreiben. Bei besonders unangenehmem Geruch können die Textilien auch kurz in Wasser mit Natron oder Soda eingeweicht werden; danach bei mindestens 60 °C waschen.

Sputum (Auswurf)

Sputum kann infektiös sein, besonders bei Atemwegserkrankungen. Der Tipp: Die Textilien separat sammeln und nach Möglichkeit mit Vollwaschmittel bei 60 °C waschen.

Welche natürlichen Hausmittel und Fleckenentferner gibt es?

Es muss übrigens nicht immer ein teures Produkt aus dem Drogerie- oder Supermarkt sein: Viele Flecken lassen sich mit einfacheren Mitteln behandeln:

  • Gallseife: Klassiker bei Blut, Fett, Eiweiß, Obst oder Gras.
  • Natron oder Soda: neutralisiert Gerüche, löst Fett und Schweiß.
  • Essig oder Zitronensäure: entkalkt, desinfiziert mild, entfernt Uringeruch.
  • Backpulver: hilft bei Verfärbungen und Gerüchen in Baumwolle.
  • Salz: kann frische Rotweinflecken oder Blut binden (immer kalt anwenden).

Achten Sie aber darauf, Hausmittel nicht auf empfindlichen Stoffen wie Seide, Wolle oder Funktionskleidung zu verwenden, da sie Fasern angreifen können.

Und noch ein Wort zu konventionellen Weichspülern: Sie duften zwar frisch, enthalten aber oft Silikone und Duftstoffe, die Allergien oder Hautreizungen auslösen können.

Eine mögliche natürliche Alternative ist Essig; ein bis zwei Esslöffel im Weichspülerfach machen die Wäsche weich, reduzieren Kalk und neutralisieren Gerüche (die Kleidung riecht nachher nicht nach Essig).

Auch an die Reinigung der Waschmaschine denken

Übrigens nutzt die beste Wäschepflege nichts, wenn die Waschmaschine selbst nicht hygienisch ist. Die Empfehlungen lauten:

  • Nach jedem Waschgang Tür und Waschmittelschublade offen lassen, damit alles trocknen kann und kein Schimmel entsteht.
  • Einmal im Monat – oder nach Waschen von besonders stark verschmutzter beziehungsweise riechender Wäsche – einen Leerlauf bei 90 °C mit etwas Essig, Natron oder Maschinenreiniger durchführen.
  • Gummidichtungen und Trommel regelmäßig mit einem feuchten Tuch abwischen.
  • Regelmäßig das Flusensieb reinigen, denn dort sammeln sich oft Haare oder Textilfasern, die Geruch verursachen können.
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Hygiene zu Hause
Hygiene spielt eine bedeutsame Rolle in der häuslichen Pflege: Sie schützt vor Krankheiten und schafft ein Umfeld, in dem sich alle Beteiligten wohlfühlen. Dazu gehört mehr als Körperpflege. Auch Sauberkeit im Wohnbereich und ein sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln sind essenziell. Ein gepflegtes Zuhause trägt zur Lebensqualität bei – für pflegende Angehörige wie für pflegebedürftige Menschen.

Hilfsmittel richtig reinigen: Aber wie?

Hilfsmittel wie Messgeräte für Blutdruck oder Blutzucker sind im ständigen Kontakt mit Haut, Schweiß oder Körperflüssigkeiten. Eine regelmäßige, schonende Reinigung verlängert die Lebensdauer und senkt das Risiko, dass damit Krankheitserreger übertragen werden.

Blutdruckmessgerät

  • Gerät mit einem feuchten, mild seifigen Tuch abwischen.
  • Keine aggressiven Reiniger oder Alkohol verwenden.
  • Die Manschette kann meist getrennt werden, das Stoffteil (sofern vorgesehen) mit mildem Waschmittel reinigen und gut trocknen lassen.
  • Achtung: Elektronische Teile nie unter Wasser tauchen.

Blutzuckermessgerät

  • Sensoren und Messflächen mit weichem, leicht feuchtem Tuch abwischen.
  • Keine scharfen Desinfektionsmittel benutzen, sie können die Elektronik beschädigen.
  • Teststreifen immer trocken lagern.

Peak-Flow-Meter und Pulsoximeter

  • Kunststoffteile mit mildem Spülmittel und warmem Wasser reinigen, danach klar abspülen.
  • Mundstücke oder Clips gut trocknen lassen, bevor sie wieder benutzt werden.
  •  Regelmäßig desinfizieren.

Medikamentendispenser

  • Vor jedem Auffüllen kurz ausspülen oder auswischen.
  • Wichtig: Immer vollständig trocknen lassen, sonst können sich Medikamente lösen oder verkleben.

Duschhocker, Toilettenaufsatz, Haltegriffe

  • Häufig reicht die Reinigung mit warmem Wasser und Essigreiniger oder Zitronensäure.
  • Bei gröberer Verschmutzung ein stärkeres Reinigungsmittel verwenden.
  • Gut abspülen, trocknen und auf rutschfeste Gummifüße achten.

Welche Tücher und Lappen verwenden?

Für die Reinigung verschiedener Bereiche ist es hilfreich, Tücher und Lappen farblich zu trennen – zum Beispiel blaue Tücher für das Bad, weiße für die Küche und rosa für Hilfsmittel. So lässt sich eine ungewollte Keimverschleppung vermeiden. Tücher, die mit infektiösem Material in Kontakt waren, sollten grundsätzlich nur einmal verwendet und anschließend bei mindestens 60 °C gewaschen oder entsorgt werden.

Auch an die eigene Gesundheit denken

Nach jeder Reinigungsarbeit ist gründliches Händewaschen besonders wichtig. Eine anschließende Hautpflege mit einer schützenden Creme hilft, die Haut geschmeidig zu halten und Rissen vorzubeugen.

Und bei allen Reinigungsarbeiten sollte auch an die eigene Gesundheit gedacht werden: Einmalhandschuhe schützen die Haut vor dem Austrocknen und vor dem Risiko von Infektionen. Auch die Kleidung, die Sie bei der Pflege tragen, sollten Sie regelmäßig wechseln und möglichst bei 60 °C waschen, um Keime zuverlässig zu entfernen.

Fazit

Gute Hygienemaßnahmen schützen nicht nur Ihren pflegebedürftigen Angehörigen, sondern auch Sie selbst. Die Einhaltung von Hygieneregeln trägt wesentlich dazu bei, das Risiko ansteckender Krankheiten so weit wie möglich zu senken – und sich in der häuslichen Umgebung wohlzufühlen.

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