Darmspiegelung: eine Vorsorge-Untersuchung mit großer Wirkung

Darmspiegelung: eine Vorsorge-Untersuchung mit großer Wirkung

Viele Menschen schrecken vor der Vorstellung einer Darmspiegelung zurück. Doch gerade hier gilt: Keine Scheu! Die Vorsorge-Untersuchung bietet eine wirksame Möglichkeit, Ihr persönliches Krebsrisiko zu senken, denn Krebsvorstufen können auf diese Weise oftmals frühzeitig erkannt und behandelt werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wann der richtige Zeitpunkt für eine Darmspiegelung ist, wie sie abläuft und welche Vorbereitungen dafür notwendig sind.

Eine Kalendernotiz mit den Worten "Darmspiegelung" und "Vorsorge"
GettyImages/filmfoto
Inhaltsverzeichnis
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    Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen hierzulande. Jährlich erhalten mehr als 50.000 Menschen diese Diagnose. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Entstehung von Darmkrebs verläuft meist langsam. Im Durchschnitt vergehen 5 bis 10 Jahre, bis sich aus ersten Gewebeveränderungen Krebs entwickelt.

    Sogenannte Darmpolypen sind potenzielle Krebsvorstufen, die im Laufe der Zeit entarten können. Werden sie frühzeitig erkannt und entfernt, stellen sie kein Krebsrisiko mehr dar. Die effektivste Methode zur Erkennung von Polypen ist die Darmspiegelung (medizinisch: Koloskopie). Bei dieser Vorsorge-Untersuchung wird die Darmwand mithilfe einer kleinen Kamera begutachtet.

    Leseempfehlung

    Unser Artikel „Darmkrebs verstehen: Symptome, Ursachen und Prävention“ bietet Ihnen zusätzliches Hintergrundwissen zum Thema Darmkrebs.

    Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste Darmspiegelung zur Krebs-Vorsorge?

    In Deutschland wird die erste Darmspiegelung für Männer ab einem Alter von 50 Jahren und für Frauen ab einem Alter von 55 Jahren empfohlen. Vielleicht fragen Sie sich, weshalb es hier einen Unterschied gibt? Das liegt daran, dass Männer im Schnitt ein höheres Risiko haben, im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs zu erkranken. Darüber hinaus ist das eigene Darmkrebsrisiko grundsätzlich erhöht, wenn bereits nahe Verwandte wie Eltern oder Geschwister betroffen sind oder waren. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob die erste Darmspiegelung zur Vorsorge bereits in jüngeren Jahren stattfinden sollte.

    Wo werden Darmspiegelungen durchgeführt?

    Darmspiegelungen werden von Fachärzten der Gastroenterologie durchgeführt, die sich auf Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes spezialisiert haben. Koloskopien finden sowohl in gastroenterologischen Praxen, sogenannten Endoskopie-Zentren als auch in Kliniken statt. Eine Überweisung für die Darmspiegelung erhalten Sie in der Regel von Ihrem Hausarzt.

    Wie häufig sollten Sie eine Darmspiegelung vornehmen?

    Bei einem unauffälligen Befund ist es laut deutscher Leitlinie ausreichend, die Untersuchung nach 10 Jahren zu wiederholen. Wenn jedoch während Ihrer ersten Darmspiegelung Polypen gefunden und entfernt wurden, kann eine Kontrolle in kleineren Zeitabständen, wie beispielsweise nach 3 bis 5 Jahren, sinnvoll sein. Ihr behandelnder Arzt wird Sie hierzu anhand Ihrer Untersuchungsergebnisse aufklären.

    FAQ

    Häufig gestellte Fragen zur Darmspiegelung und deren Antworten auf einen Blick.

    „Mit Auswahl von ‚Download anfordern‘ erhalten Sie die Übersicht als Download an die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

    Wie können Sie sich auf die Darmspiegelung vorbereiten?

    Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Darmspiegelung. Für die Untersuchung ist es entscheidend, dass der Darm vollständig entleert und gereinigt ist. Auf diese Weise hat der behandelnde Arzt eine optimale Sicht und kann auch kleine Veränderungen leichter erkennen. Im Aufklärungsgespräch erfahren Sie alle wichtigen Details zur Vorbereitung. Grundsätzlich gilt:

    • Essen und Trinken: Bereits in den Tagen vor der Darmspiegelung sollten Sie auf schwer verdauliche Nahrung wie Vollkornprodukte, fettreiches Fleisch oder Hülsenfrüchte verzichten, da diese lange im Darm verbleiben. Ab dem Abend vor der Koloskopie gilt es dann, komplett auf Nahrung zu verzichten.
    • Abführen: Mithilfe spezieller Trinklösungen reinigen Sie Ihren Darm am Tag vor der Vorsorge-Untersuchung. Da Abführmittel je nach Dosierung schnell und stark wirken können, sollten Sie nach der Einnahme für einige Zeit in der Nähe einer Toilette bleiben. Den Zeitpunkt, an dem der Darm vollständig von Verdauungsresten befreit ist, erkennen Sie daran, dass nur noch klare Flüssigkeit ausgeschieden wird.
    Darmentleerung: unangenehm – aber unverzichtbar!

    Auch wenn die Darmentleerung mit Abführmitteln kein angenehmer Teil der Vorbereitung ist, sollten Sie diese unbedingt gewissenhaft durchführen. Verdauungsreste können die Qualität dieser Vorsorge-Methode stark beeinflussen und machen es manchmal notwendig, die Darmspiegelung zu einem anderen Zeitpunkt zu wiederholen.

    Wie läuft eine Darmspiegelung ab?

    Vor der Darmspiegelung bekommen die meisten Patienten ein leichtes Schlafmittel. Anders als bei einer Narkose ist dessen Wirkung jedoch sehr gering. Es sorgt lediglich für einen „Dämmerschlaf“, bei dem Sie entspannt sind und die Darmspiegelung kaum oder gar nicht wahrnehmen.

    Eine Darmspiegelung beginnt mit dem Einführen des sogenannten Endoskops über den After. Das Endoskop ist ein biegsamer, etwa ein Zentimeter dicker Schlauch mit einer kleinen integrierten Kamera an der Spitze. Zunächst navigiert der behandelnde Arzt das Endoskop durch den gesamten Dickdarm. Hat er den Übergang von Dick- zu Dünndarm erreicht, wird das Endoskop sehr langsam zurückgezogen. Dabei begutachtet der Arzt die Darmwand auf einem Bildschirm. Mithilfe moderner Technologie können heutzutage auch kleinste Veränderungen entdeckt werden.

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    Was bedeuten die Befunde?

    Im besten Falle ist die Oberfläche über die gesamte Länge des Dickdarms gleichmäßig und unauffällig. Nicht selten zeigen sich bei einer Darmspiegelung aber auch Veränderungen der Darmwand. Diese können unterschiedlicher Natur sein und sind meist kein Grund zur Sorge.

    • Polypen: Zu den häufigsten Befunden bei dieser Vorsorge zählen Darmpolypen. Diese Gewebewucherungen sind oftmals gutartig und zunächst harmlos. Es besteht jedoch immer ein gewisses Risiko, dass sie im Laufe des Lebens zu Darmkrebs entarten. Aus diesem Grund werden Polypen während einer Darmspiegelung in der Regel an Ort und Stelle entfernt. Hierzu kann der behandelnde Arzt verschiedene Instrumente wie beispielsweise kleine Drahtschlingen oder Zangen durch das Endoskop zur betroffenen Stelle schieben. Das entfernte Gewebe wird anschließend pathologisch untersucht
    • Krebsverdächtige Gewebeveränderungen: Wenn der Arzt bei der Darmspiegelung krebsverdächtige Veränderungen entdeckt, wird eine kleine Gewebeprobe entnommen. Ein Pathologe untersucht das Gewebe anschließend im Labor, um festzustellen, ob tatsächlich Krebszellen vorhanden sind. Handelt es sich um Darmkrebs, so hängt die weitere Behandlung vom Stadium des Tumors ab.
    Gut zu wissen

    Die überwiegende Mehrheit der Patienten erhält bei einer Darmspiegelung zur Krebs-Vorsorge einen völlig harmlosen Befund. Darmkrebs wird bei nur rund 1 Prozent dieser Untersuchungen entdeckt. Darüber hinaus handelt es sich in diesen Fällen oft um frühe Erkrankungsstadien, die gute Heilungschancen bieten.

    Die Darmspiegelung bietet Ihnen eine wirksame Möglichkeit, Ihr persönliches Risiko für Darmkrebs zu senken. Bei dieser Vorsorge-Untersuchung können in vielen Fällen Krebsvorstufen erkannt und frühzeitig entfernt werden, bevor sich Krebs entwickeln kann. Für Sie als Patient ist die Untersuchung in der Regel unkompliziert und schmerzfrei. Tun Sie Ihrer Gesundheit etwas Gutes und scheuen Sie sich nicht vor der ersten Darmspiegelung.

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