Corona-Impfung auch bei immungeschwächten Personen sinnvoll

Impfung

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23.02.2021 – Für chronisch kranke Menschen mit einer Therapie, die das Immunsystem unterdrückt, kann dennoch eine Corona-Impfung sinnvoll sein. Wichtig sei dabei, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung vornähmen, die alle Befunde und die erkrankte Person genau kennen. Darauf weist die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hin.

Wichtig: individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung

Personen, deren Immunsystem mittels bestimmter Medikamente – sog. Immunsuppressiva – unterdrückt wird, hätten häufig Ängste, bei einer Infektion einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung zu erleiden. Mit einer Impfung verbänden sie einerseits die erhoffte Schutzwirkung, seien andererseits jedoch oft verunsichert, ob die Impfung ein besonderes Risiko für sie darstelle.

Die aktuell zugelassenen Impfstoffe Comirnaty, COVID-19 Vaccine Moderna und COVID-19 Vaccine AstraZeneca seien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit bislang zwar nicht an Patientinnen und Patienten untersucht worden, die Immunsuppressiva einnehmen müssen.

Die über viele Jahrzehnte gesammelten wissenschaftlichen Erfahrungen mit verschiedenen Impfstoffen ließen jedoch Annahmen zu.

 

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Wirksamkeit der Impfstoffe kann geringer ausfallen, aber keine höheren Risiken

So verweist die UPD etwa auf die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut – eine aus der Wissenschaft hochkarätig besetzte Expertenkommission. Diese nimmt an, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe bei Betroffenen geringer ausfallen kann. Dies ist abhängig von Art und Ausmaß der Einschränkung des Immunsystems. Gleichzeitig geht die STIKO aber nicht davon aus, dass die Impfstoffe für immunsupprimierte Menschen mit höheren Risiken oder Nebenwirkungen verbunden sind.

Autoimmunerkrankungen keine grundsätzliche Kontraindikation für Schutzimpfungen

Die Fragen zu Wirksamkeit und Sicherheit stellen sich für immunsupprimierte Menschen auch bei anderen Impfungen. Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose stellten keine grundsätzliche Kontraindikation für Schutzimpfungen dar, so die UPD.

Für viele Erkrankungen oder Therapien, die mit einer Beeinflussung des Immunsystems einhergehen, lägen detaillierte Empfehlungen vor, welche Impfung in welcher Form vorgenommen werden könnten. Wichtig sei dabei immer die individuelle ärztliche Einschätzung.

Dabei seien

  • der Allgemeinzustand der Person,
  • die Art der Therapie und die Dosis,
  • die Therapiedauer sowie
  • weitere Grunderkrankungen

zu berücksichtigen.

Art des Impfstoffs entscheidend 

Besonders relevant für die Entscheidung sei die Art des Impfstoffs – ob also ein Tot- oder ein Lebendimpfstoff in Betracht kommt. Totimpfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Viren und sind in der Regel gut verträglich für Patientinnen und Patienten mit immunologischen Störungen.

Lebendimpfstoffe dagegen enthalten abgeschwächte vermehrungsfähige Viren und sind bei immungeschwächten Menschen häufig nicht einsetzbar.

Alle aktuell zugelassenen Corona-Impfstoffe gehören nicht zu den Lebendimpfstoffen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.