„Beunruhigende Trends“ in der zahnmedizinischen Behandlung von älteren Personen

Zahngesundheit

Getty Images/Luis Alvarez

25.08.2020 – Mit Sorge beobachtet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), dass laut Beratungserfahrung hochbetagten Patientinnen und Patienten teure Implantate an Stelle von Prothesen bei der Versorgung des zahnlosen Kiefers angeboten werden.

Im jüngst veröffentlichten „Monitor Patientenberatung“ wird dieser Trend von der UPD als Beispiel für Probleme im Gesundheitssystem beschrieben. Er sei als Indikator für eine Fehl- oder Überversorgung und als Gefahr für die Patientensicherheit anzusehen.

 

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Empfehlungen gehen zu teuren Implantaten statt günstigeren Prothesen 

Immer wieder berichteten insbesondere ältere Menschen oder deren Angehörige davon, dass Zahnärztinnen oder Zahnärzte von einer konventionellen Zahnprothese von vornherein abrieten und stattdessen deutlich teurere Implantate empfehlen.

„Viele Ratsuchende können die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Versorgungsformen nicht einschätzen. Gleichzeitig fürchten sie die hohen Kosten von Implantaten. Würde die im Patientenrechtegesetz klar geregelte Aufklärungspflicht der Zahnärzte in der Praxis durchgängig beherzigt, könnten die Patienten besser beurteilen, ob ein Implantat mit Blick auf Lebensqualität und Aufwand des Eingriffs für sie die beste Wahl ist. Eine Überversorgung der Patienten könnte wahrscheinlich häufig vermieden werden“, sagt UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede.

In der individuellen Beratung könne die UPD Aufklärung leisten, auf die Möglichkeit der Zweitmeinung hinweisen und erläutern, wo und wie diese eingeholt werden könne.

Grundlegend verbessern könne sich die Situation allerdings nur, wenn die Hinweise der UPD auf derlei Probleme von den Akteuren des Gesundheitssystems aufgegriffen würden.

 

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Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.