Delir vermeiden: Angehörige spielen wichtige Rolle
„Ein Delir ist ein akuter Verwirrtheitszustand nach der Operation – und hält meist wenige Tage, mitunter aber auch Wochen bis Monate an. Rund jeder Dritte über 60-Jährige ist in Deutschland nach einer Operation davon betroffen, auch jüngere Menschen können ein Delir erleiden“, erklärt Patrick Friederich, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie der München Klinik Bogenhausen anlässlich des heutigen Welt-Delir-Tages. Das Problematische: Ein unerkanntes Delir könne das postoperative Sterblichkeitsrisiko oder das Risiko für Folgeerkrankungen wie eine Demenz erhöhen.
Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs
Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.
In einer Mitteilung der Klinik erläutert Friederich die Rolle der Angehörigen dabei: „Nach der OP spielen die Angehörigen eine entscheidende Rolle, denn sie sorgen mit ihrer Präsenz für einen vertrauten und beruhigenden Rahmen.“ Daher sei es wichtig, dass die Angehörigen in dem Erkennen eines möglichen Delirs geschult seien.
Diese Anzeichen können auf ein Delir hinweisen
Die Betroffene oder der Betroffene:
- erscheint aufgeregt oder auffallend ruhig
- sieht Dinge, die nicht da sind
- ist sich nicht sicher, wo er ist
- handelt anders als sonst üblich
- zittert
- ist sich über die Tageszeit nicht sicher.
Abhilfe können dann Zuwendung, eine Orientierung bietende Umgebung und ggf. Medikamente schaffen.
Mehr dazu, was sich hinter dem Verwirrtheitszustand verbirgt und wie Angehörige dazu beitragen können, die Entstehung eines Delirs zu vermeiden, lesen Sie im Beitrag „Delir: Zwischen Realität und Illusion“.



