Wie die Deutschen über das Sterben denken

Sterben

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28.11.2022 – Die Mehrheit der Menschen in Deutschland wünscht sich eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Sterben. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der repräsentativen Umfrage „Sterben in Deutschland – Wissen und Einstellungen zum Sterben“, welche der Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) in Auftrag gegeben hat. Mehr als 1000 Teilnehmende beantworteten Fragen wie bspw. an welchem Ort sie sterben möchten, welche Ängste sie beim Gedanken an das eigene Sterben beschäftigen, für wie sinnvoll sie eine Patientenverfügung erachten und ob sie wissen, was „Hospiz“ oder „Palliativ“ bedeute, teilte der Verband am Dienstag mit.

Demnach seien 60 % der Befragten der Meinung, dass sich unsere Gesellschaft zu wenig mit Sterben und Tod befasst.

Ein Indiz für den anhaltenden Wunsch nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit diesen existenziellen Themen sei die unverändert hohe Zahl der Menschen, die nach eigenen Angaben eine Patientenverfügung haben (2022: 45 %; 2017: 43 %; 2012: 26 %).

Wunsch nach Sterben im eigenen Zuhause

Befragt nach dem Ort, an dem sie sterben möchten, gab jede bzw. jeder 2. das eigene Zuhause an. Krankenhaus (3 %) oder Pflegeheim (1 %) kämen hingegen kaum als bevorzugter Sterbeort in Betracht.

DHPV Geschäftsführer Benno Bolze sagte:

„In der Realität sieht das ganz anders aus, da stirbt weit mehr als die Hälfte der Menschen in einer dieser beiden Institutionen.“

Beim Gedanken an das eigene Sterben sei die Angst vor Schmerzen und Apparatemedizin rückläufig, was im Zusammenhang mit der steigenden Zahl derer, die wissen, was Begriffe wie Hospiz und Palliativ bedeuten, stehen könne.

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Laut der Befragung wird das Sterben in einer Einrichtung der Sterbebegleitung als besonders würdevoll empfunden, 4 von 10 der Teilnehmenden gaben an, in einer solchen Einrichtung ihr Lebensende finden zu wollen. Fast jeden 3. hingegen treibe die Angst um, am Lebensende eine Last zu sein.

„Das muss uns als Gesellschaft zu denken geben, vor allem vor dem Hintergrund der anhaltenden gesellschaftlichen und politischen Diskussionen um die gesetzliche Neuregelung der Suizidbeihilfe“, so der Vorsitzende des DHPV, Winfried Hardinghaus.

Der Verband gab die Befragung nach 2012 und 2017 bereits zum 3. Mal in Auftrag.

Die zentralen Ergebnisse der Befragung ebenso wie eine ausführliche Version finden interessierte auf der DHPV-Website.

Über die Autorin

Britta Waldmann ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.