Migräne: Symptome, Ursachen und Behandlung

Migräne: Symptome, Ursachen und Behandlung

Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in Deutschland. Rund 70 Prozent der Bevölkerung leiden zumindest gelegentlich darunter. Es gibt verschiedene Kopfschmerzformen. Am häufigsten treten Spannungskopfschmerzen auf, gefolgt von Migräne.In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick, wie sich Migräne von anderen Kopfschmerzen unterscheidet, welche Symptome auftreten können, welche Therapien es gibt und was Sie tun können, um Migräneanfällen vorzubeugen.

Eine Frau sitzt auf dem Sofa und hält sich den Kopf wegen ihrer Migräne-Symptome.
GettyImages/dragana991

In der Medizin unterscheidet man Kopfschmerzen in primäre und sekundäre Formen. Sekundäre Kopfschmerzen entstehen als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung, etwa im Rahmen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts. Primäre Kopfschmerzen hingegen sind eigenständige Krankheitsbilder – dazu zählen unter anderem Spannungskopfschmerzen oder Migräne. Unter den über 200 bekannten Kopfschmerzarten kommen diese beiden am häufigsten vor und weisen bestimmte Symptome auf.

So unterscheiden Sie Kopfschmerzen und Migräne

Nicht immer ist ganz klar, ob es sich um Migräne oder eine andere Kopfschmerzform handelt. Einige Symptome können jedoch den Verdacht auf Migräne erhärten:

Typisch für Migräne

  • Seh- oder Empfindungsstörungen
  • Einseitige, starke pulsierende Schmerzen im Kopf
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Licht- und Lärmempfindlichkeit
  • Anfallsdauer von 4 bis zu 72 Stunden möglich.
  • Beschwerden verschlimmern sich bei körperlicher Aktivität.
  • Herkömmliche Schmerzmittel schlagen nicht an.

Anzeichen für Spannungskopfschmerzen

  • Drückende Schmerzen, die den gesamten Kopf betreffen.
  • Die Symptome werden durch frische Luft und Bewegung gelindert.
  • Die Schmerzen im Kopf treten vor allem in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf, z. B. bei einer Erkältung.
  • Der Alltag kann trotz der Schmerzen häufig weitergeführt werden.
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol helfen.

Welche Symptome treten bei Migräne auf?

Migräne bedeutet viel mehr als nur starke Kopfschmerzen. Es ist eine neurologische Ganzkörpererkrankung, dementsprechend spüren die meisten Patientinnen und Patienten weitere Beschwerden. Diese können auch schon vor dem Einsetzen der Kopfschmerzen vorhanden sein und die Attacke somit ankündigen.

Häufige Symptome bei Migräne:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsschwäche
  • Gereiztheit und Unruhe
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Schwindel
  • Gliederschmerzen
  • Heißhunger auf Süßes oder Salziges

Was ist eine Migräne mit Aura?

Migräne mit Aura ist eine Form der Migräne, bei der bestimmte neurologische Symptome der eigentlichen Kopfschmerzphase vorausgehen oder sie begleiten. Bis zu 15 Prozent der Menschen mit Migräne sind davon betroffen. Die Aura tritt meist 10 bis 60 Minuten vor dem Kopfschmerz auf und bildet sich in der Regel mit dem Einsetzen der Schmerzen zurück.

So kann sich eine Migräne-Aura äußern:

  • Sehstörungen: Flimmern, Lichtblitze, optische Halluzinationen wie Flecken oder „Körnchen“, Sehfeldeinschränkungen
  • Sensibilitätsstörungen: Kribbeln oder Taubheitsgefühle, häufig an den Händen und Armen, aber auch im Gesicht
  • Sprachstörungen: Schwierigkeiten beim Finden oder Aussprechen von Worten oder Zusammenfügen von Sätzen
  • Motorische Ausfälle: Schwäche oder Lähmungsgefühle in Armen oder Beinen

Welche Ursachen und Trigger gibt es für Migräne?

Mittlerweile weiß man: Es gibt bei den meisten Menschen mit Migräne nicht „den einen“ Migräneauslöser, auch Trigger genannt. Vielmehr kommen mehrere individuelle Faktoren zusammen, die dann zu einem Migräneanfall führen. Einige davon kann man nur schwer überhaupt identifizieren und wenig bis gar nicht vermeiden. Dazu gehören körperliche Vorgänge wie hormonelle Umstellungen, psychische Reaktionen wie Trauer oder Wut, aber auch äußerliche Einflüsse wie bestimmte Wetterlagen und die Zeitumstellung.

Insgesamt profitieren Menschen mit Migräne von einem regelmäßigen, möglichst ruhigen Alltag. Denn Stress, Zeitdruck und psychische sowie körperliche Belastungen vertragen viele Migräne-Patientinnen und -patienten nur schlecht. Sie benötigen häufiger Pausen – sowohl im Alltag als auch im Wochen-, Monats- und Jahresrhythmus.

Diese Trigger begünstigen bei vielen Personen die Entstehung von Migräneattacken:

  • Schlafmangel
  • Unregelmäßige Essenszeiten
  • Unzureichende Trinkmenge
  • Sensorische Reize wie grelles Licht, laute Geräuschkulisse
  • Sportarten wie anspruchsvolles Kardio-Training, Trampolin-Springen, Joggen
  • Lange Bildschirmarbeit

Wie wird Migräne diagnostiziert?

Wenn der Verdacht auf eine Migräne besteht, ist die richtige Anlaufstelle eine neurologische Praxis. Es gibt keinen bestimmten Labortest oder bildgebenden Nachweis, um eine Migräne zu bestätigen. Erfahrene Fachärzte können jedoch häufig schon aufgrund des Anamnesegesprächs das charakteristische Krankheitsbild der Migräne erkennen. Trotzdem wird in der Regel versucht, andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen, wie z. B. tumoröse Veränderungen am Gehirn oder Gefäßerkrankungen.

Daher werden oftmals diese Untersuchungen durchgeführt:

  • Neurologische Untersuchung zur Überprüfung der Reflexe, Motorik und Sensibilität
  • EEG (Elektroenzephalografie) zur Messung der Gehirnaktivität
  • Bildgebende Verfahren wie MRT (Magnetresonanztherapie) oder CT (Computertomographie)
  • Blutuntersuchungen (bei Verdacht auf entzündliche Ursachen oder Nährstoffmangel)

Eine Hilfe bei der Diagnose kann ein Migränetagebuch sein, in dem die Patientin oder der Patient Häufigkeit, Symptome, Schwere und Dauer der Beschwerden notiert.

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Wie wird Migräne behandelt?

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Migräne zwischen der akuten und der prophylaktischen Behandlung. Die Akutbehandlung soll bereits einsetzende Beschwerden lindern und bestenfalls unterdrücken.

Bei stärker Betroffenen kann es sinnvoll sein, dauerhaft Medikamente einzunehmen, die die Häufigkeit und Schwere der Migräneanfälle senken. Das kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn aufgrund der hohen Frequenz zu viele Schmerzmittel eingenommen werden müssen. Hier gilt: Schmerzmittel sollten an höchstens 10 Tagen pro Monat eingenommen werden. Ansonsten könnte ein sogenannter Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) entstehen.

Akutmedikamente bei Migräne

Triptane: Diese Schmerzmittel wurden speziell gegen Migräne entwickelt. Sie wirken daher ausschließlich bei migränebedingten Kopfschmerzen und den dazugehörigen Begleit-Symptomen. Sie dürfen erst nach einer eventuell bestehenden Aura eingenommen werden. Es gibt sie in Tablettenform, aber auch als Nasenspray oder Fertigspritze.

Herkömmliche Schmerzmittel: Präparate wie Ibuprofen oder Aspirin wirken oft nicht gegen Migränebeschwerden. Sie können im Bedarfsfall jedoch als Unterstützung der Triptane eingenommen werden.

Antiemetika: Diese Medikamente helfen gegen Übelkeit und Erbrechen.

Prophylaxe-Medikamente bei Migräne

Viele Medikamente zur Migräneprophylaxe werden ursprünglich für andere Erkrankungen eingesetzt. Die Wahl des richtigen Medikaments hängt von vielen Faktoren ab – darunter Begleiterkrankungen, Alter, Geschlecht, Lebenssituation und Verträglichkeit.

Betablocker: Sie wirken auf die Migräne, indem sie die neuronale Erregbarkeit stabilisieren.

Sartane: Sind Blutdrucksenker die u. a. die Reizweiterleitung im Gehirn beeinflussen.

Antidepressiva: Trizyklische Antidepressiva (TCA) beeinflussen u. a. das körpereigene Schmerzverarbeitungssytem und sorgen für tieferen Schlaf.

Antiepileptika: Diese Medikamente beeinflussen u. a. die neuronale Erregbarkeit im Gehirn.

Botox: Durch die Lähmung kleiner Muskelgruppen in Kopf, Nacken und Schultern wird die Schmerzübertragung verringert.

CGRP-Antikörper: Sie hemmen den Botenstoff CGRP, der während einer Migräneattacke verstärkt ausgeschüttet wird.

Gepante: Sie sind die neueste Wirkstoffgruppe zur Migräne-Prophylaxe und wirken ebenfalls auf den Botenstoff CGRP.

So beugen Sie Migräne vor

Mit unseren 6 Tipps für den Alltag können Sie Migräneattacken aktiv entgegenwirken.

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Wie können Sie Migräne vorbeugen und Betroffene unterstützen?

Neben einer guten Versorgung mit wirksamer Akut- und Prophylaxe-Medikation, kann auch ein achtsamer Lebensstil dabei helfen, Migräneattacken vorzubeugen. Wichtig: Die Grunderkrankung kann dadurch nicht geheilt werden. Doch die Häufigkeit und Intensität der Migräneafälle kann man oftmals positiv beeinflussen.

Als Angehöriger können Sie Ihr Familienmitglied dabei unterstützen, indem sie Symptome und Trigger (er)kennen und zeitweise bestimmte Arbeiten im Haushalt übernehmen, an Pausen erinnern und vor allem Verständnis zeigen, wenn ein Migräneanfall doch mal die Pläne durcheinanderwirft.

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