Gesunde Nieren: Was Sie tun können und worauf Sie achten sollten

Gesunde Nieren: Was Sie tun können und worauf Sie achten sollten

Gesunde Nieren entgiften das Blut und regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt. Im Alter können die Nieren jedoch anfälliger und sukzessive weniger leistungsfähig werden, was eine Reihe gesundheitlicher Probleme verursachen oder verstärken kann. Gerade bei älteren oder vorerkrankten und pflegebedürftigen Menschen ist es deshalb wichtig, Risikofaktoren zu kennen – und die Nieren möglichst lange gesund und leistungsfähig zu halten.

Zwei gesunde Nieren, die von schützenden Händen einer Frau gehalten werden.
GettyImages/SvetaZi
Inhaltsverzeichnis
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    Die Nieren spielen eine bedeutende Rolle in unserem Körper, denn sie sind für die Entgiftung des Blutes und die Regulierung des Wasser- und Elektrolythaushalts verantwortlich. Pro Tag fließt das gesamte Blutvolumen des Menschen, was rund fünf bis sechs Litern entspricht, etwa dreihundert Mal durch die beiden Nieren, die jeder Mensch natürlicherweise besitzt. Das entspricht einer Menge von etwa 1.700 Litern Blut, die von Abfallstoffen gereinigt werden muss – eine buchstäblich lebenswichtige Aufgabe, die gesunde Nieren im Stillen und ohne große Beachtung leisten.

    Im Alter aber können die Nieren – schlimmstenfalls auch im Stillen und ohne große Beachtung – an Leistung einbüßen und zudem anfälliger für Erkrankungen werden. Hinzu kommt, dass die Nierengesundheit stark von anderen Faktoren beeinflusst wird, wie etwa Wechselwirkungen mit anderen Organen. Ein prominentes Beispiel ist das Herz: Erkrankungen am Herzen können (auch gesunde) Nieren belasten. Gleichzeitig können sich Nierenerkrankungen negativ auf die Herzgesundheit auswirken.

    Gesunde Nieren sind also generell wünschenswert, aber gerade bei älteren, bereits vorerkrankten und insbesondere pflegebedürftigen Menschen ist es wichtig, die Risikofaktoren zu kennen und darauf zu achten, die Nieren so gut es geht und solange wie möglich gesund zu halten.

    Spezifische Risikofaktoren für die Nierengesundheit im Alter

    Betrachten wir zunächst einige Risikofaktoren für die Nierengesundheit, die übrigens nicht nur, aber besonders im höheren Alter eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören:

    • Dehydratation: Ältere Menschen neigen dazu, weniger Flüssigkeit zu sich zu nehmen, was zu einer Dehydrierung führen kann. Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr ist jedoch entscheidend, um die Funktion der Nieren aufrechtzuerhalten und die Organe richtig „durchzuspülen“. Nur so kann das Blut richtig gereinigt werden. Merke: Gesunde Nieren brauchen ausreichend Flüssigkeit.
    • Medikamente: Manche Medikamente können die Funktion der Nieren beeinträchtigen. Vor allem Schmerzmittel aus der Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sowie einige Blutdruckmedikamente sind bekannt dafür, die Nieren zu belasten. Stellen Sie sicher, dass die verschriebenen Medikamente regelmäßig überprüft werden und die Dosierung angemessen ist.
    • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Veranlagung zu Nierenerkrankungen kann das Risiko für Schädigungen erhöhen. An diesem Fakt kann man leider nichts ändern, umso wichtiger sind im Wissen darum dann aber die übrigen Maßnahmen, um die Nieren möglichst lange gesund oder so leistungsstark wie eben möglich zu erhalten.
    • Nierensteine: Nierensteine bilden sich durch die Ansammlung von mineral- und proteinhaltigen Kristallen, die sich allmählich zu festen Ablagerungen entwickeln. Sie können die Harnwege blockieren und zu Stauungen führen, die dann die Nieren belasten und in ihrer Funktion beeinträchtigen können. Auch hier sind vor allem eine ausreichend Flüssigkeitszufuhr sowie eine gesunde und kalziumreiche Ernährung wichtig, um dem Auftreten von Nierensteinen vorzubeugen.
    • Infektionen: Schwere und unbehandelte Harnwegsinfektionen können zu Nierenschäden führen. Deswegen bei entsprechendem Verdacht immer rechtzeitig zum Arzt gehen.
    • Autoimmunerkrankungen: Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes und IgA-Nephropathie können das Immunsystem dazu veranlassen, die Nieren anzugreifen und sie zu schädigen. Bei entsprechendem Verdacht sollte auch hier eine ärztliche Abklärung und Betreuung erfolgen.
    • Erkrankungen der Blutgefäße: Zustände, die die Blutgefäße beeinflussen, wie Vaskulitis, können die Durchblutung der Nieren beeinträchtigen und Nierenschäden verursachen. Hier kann eine rechtzeitige Therapie die Nieren schützen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

    Risikofaktoren gibt es also einige. Zu den bedeutsamsten mit Blick auf möglichst gesunde Nieren gehören – gerade im Alter – jedoch Herzerkrankungen, Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Da sich diese drei aber auch besonders effektiv behandeln lassen, werden sie nun eingehender erläutert.

    Die Nieren und das Herz: Eine enge Verbindung

    Die Herz- und Nierengesundheit sind eng miteinander verbunden. Ein gesundes Herz gewährleistet eine gute Durchblutung der Nieren, was zugleich auch für die einwandfreie Funktion des Herzens entscheidend ist. Herzerkrankungen wiederum können sich negativ auf die Nierengesundheit auswirken. Und auch der umgekehrte Fall ist bekannt: Angegriffene oder nicht gesunde Nieren können das Herz beeinträchtigen, denn die Nieren spielen – wie erwähnt – eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutdrucks und des Elektrolythaushalts.

    Es ist daher wichtig, dass Pflegebedürftige mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch ihre Nierengesundheit im Auge behalten.

    Tipps für ein gesundes Herz:

    • Gesunde, möglichst fettarme Ernährung
    • Regelmäßige Bewegung, sofern möglich
    • Sportliche Aktivitäten sind eine sinnvolle Ergänzung
    • Verzicht auf Tabak
    • Alkohol nur in Maßen
    • Vermeidung von allzu viel Stress
    • Entspannungsübungen
    • Regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente

    Sollte bereits eine Herzerkrankung bestehen, ist es sehr wichtig, etwaige sportliche Aktivitäten vorher mit dem behandelnden Arzt abzustimmen.

    Diabetes mellitus: Hoher Blutzucker schädigt das Nierengewebe

    Hohe Blutzuckerspiegel können die Blutgefäße in den Nieren schädigen und damit die Nierengesundheit beeinträchtigen. Als Angehöriger ist es wichtig, darauf zu achten, dass die an Diabetes mellitus erkrankten Pflegebedürftigen ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, den Blutzuckerspiegel überwachen und sich entsprechend ernähren. Auch regelmäßige Kontrollbesuche beim Arzt sind sehr wichtig, um die Nieren auch aus diabetologischer Sicht im Auge zu behalten und möglichst gesund zu halten.

    Regelmäßige Bewegung ist auch für Diabetiker gut, denn sie regt den Stoffwechsel an und führt dazu, dass mehr Kalorien bzw. Glukose verbrannt werden. Dabei ist erwähnenswert, dass es sich keineswegs um intensives Training handeln muss. Bereits ein Spaziergang kann, sofern möglich, die Gesundheit und das Wohlbefinden unterstützen. Animieren Sie Ihre pflegebedürftigen Angehörigen im Idealfall täglich zu einer kleinen Runde an der frischen Luft. Sollte dies aus Gründen der Pflegebedürftigkeit nicht möglich sein, achten Sie gemeinsam noch etwas mehr auf die Ernährung.

    Bluthochdruck und Niere vertragen sich sehr schlecht

    Chronisch erhöhter Blutdruck kann im Laufe der Zeit ebenfalls die Blutgefäße in den Nieren schädigen. Folge kann eine verminderte Nierenfunktion sein, die langfristig oft in eine manifeste Niereninsuffizienz mündet. Achten Sie als Angehörige darauf, dass etwaige blutdrucksenkende Medikamente von Ihren pflegebedürftigen Familienmitgliedern regelmäßig eingenommen werden. Sofern von Ihrem Arzt so empfohlen, sind auch heimische Blutdruckmessungen empfehlenswert. Das Gleiche gilt für regelmäßige (Langzeit-)Blutdruckkontrollen durch die Hausarztpraxis.

    Gesunde Nieren: Maßnahmen auf einen Blick

    Es gibt also verschiedene Maßnahmen, die Pflegebedürftige und Sie als Angehörige ergreifen können, um die Nieren gesund zu erhalten:

    • Regelmäßige ärztliche Untersuchungen: Pflegebedürftige sollten regelmäßig ihre Nierenfunktion von einem Arzt überprüfen lassen, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
    • Ausreichend Flüssigkeit: Achten Sie darauf, dass Ihre Liebsten ausreichend Flüssigkeit trinken, um eine Dehydratation zu vermeiden. Wasser ist hier die beste Wahl.
    • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß kann die Nierengesundheit unterstützen.
    • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, den Blutdruck zu senken und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.
    • Medikamente: Stellen Sie sicher, dass die verschriebenen Medikamente regelmäßig eingenommen werden und die Dosierung korrekt eingehalten wird

    Je früher Sie damit beginnen, desto besser. Denn leistungsstarke und gesunde Nieren bis ins hohe Alter sind ein guter Schutz gegen manche Komplikation und Wechselwirkung.

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