Die Weihnachtszeit mit Pflegebedürftigen gestalten

Die Weihnachtszeit mit Pflegebedürftigen gestalten

In Bäckereien duftet es nach zimtigem Gebäck, Einkaufsläden spielen weihnachtliche Musik und die Stadt ist feierlich geschmückt – bereits in der Vorweihnachtszeit deutet vieles auf das Fest hin, das für Harmonie, Besinnlichkeit und Familie steht. Viele nutzen die Tage rund um das große Fest, um mehr mit ihren Liebsten zu unternehmen. Wir stellen Ihnen daher verschiedene Beschäftigungsideen vor, mit denen Sie die Sinne Ihres pflegebedürftigen Angehörigen anregen und die Weihnachtszeit gemeinsam gestalten können.

Die Weihnachtszeit lässt sich gut gemeinsam gestalten. Hier backen Oma und Enkeltochter Plätzchen.
GettyImages/ingwervanille
Inhaltsverzeichnis
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    Weihnachtliche Traditionen wie das Schmücken des Weihnachtsbaums, das gewohnte Weihnachtsessen und die feierliche Bescherung vermitteln vielen pflegebedürftigen Menschen Sicherheit – insbesondere für an Demenz erkrankte Personen ist das wichtig. Außerdem sind Traditionen eine gute Gelegenheit, freudige Erinnerungen wachzurufen. Doch dafür müssen Sie nicht bis zu den drei Haupt-Weihnachtsfeiertagen warten: Wie wäre es, wenn Sie auch die Weihnachtszeit vor dem 24. Dezember nutzen, um schöne Erlebnisse zu schaffen?

    Mit diesen 7 Beschäftigungsideen gestalten Sie die die Weihnachtszeit gemeinsam

    Vor allem der Dezember lädt mit seinen vier Adventssonntagen zu Aktivitäten in den eigenen vier Wänden ein. Außerdem können Sie mit einem gemeinsamen Spaziergang weihnachtliche Eindrücke in der Umgebung auffangen. Wir stellen Ihnen nun 7 Tipps vor, mit denen Sie die Weihnachtszeit optimal mit Ihrem Angehörigen gestalten können.

    1. Erstellen Sie gemeinsam ein weihnachtliches Fotobuch

    Mit Fotografien schwelgen wir in Erinnerungen – sie helfen uns dabei, an bestimmte Momente oder besondere Menschen zu denken. Gerade weihnachtliche Erinnerungen rufen oft positive Emotionen hervor. Indem Sie zusammen mit Ihrem Angehörigen ein Buch mit Fotografien der vergangenen Weihnachtsfeste anfertigen, können Sie gleich mehrere Vorteile nutzen. Neben den positiven Eindrücken erhält Ihr Familienmitglied ein großes Stück Orientierung – lassen Sie Ihren Angehörigen dafür, falls möglich, die Fotos chronologisch ordnen. Ihrer Kreativität sind übrigens keine Grenzen gesetzt, wenn Sie ein Fotobuch gestalten möchten – Sie können es klassisch mit Abzügen und einem gekauften Album oder auch online anfertigen.

    2. Gestalten Sie zusammen Dekoration für die Weihnachtszeit

    Material auswählen, schneiden, kleben und aufhängen – Basteln regt den Seh- sowie Tastsinn an und fördert die Feinmotorik. Die Bastelanleitung zu befolgen, erfordert zudem eine gewisse Aufmerksamkeit und eine strukturierte Herangehensweise. Arbeiten Sie hier zusammen, ganz so, wie Ihr Familienmitglied das möchte und kann. Wie wäre es, wenn Sie Fensterbilder basteln? Möchten Sie gerne Naturmaterialien verarbeiten, können Sie mit Tannenzweigen, Weihnachtsfiguren und Kerzen einen Weihnachtskranz gestalten – diese Aktivität eignet sich auch für Pflegebedürftige, die motorisch nicht so fit sind. Sie können Beschäftigungen miteinander verbinden und beispielsweise auf einem Spaziergang Tannenzapfen sammeln, die Sie anschließend zu einer Weihnachtsbaumdekoration verarbeiten. Apropos Christbaumschmuck: Auch das eigenhändige Bemalen von Weihnachtsbaumkugeln bringt viel Freude.

    3. Nutzen Sie die Magie der Musik

    Zur Weihnachtszeit erklingt überall Musik, und das aus gutem Grund, denn sie bringt uns erst richtig in Weihnachtsstimmung. Entsprechende Lieder unterstreichen die Atmosphäre, wenn Sie sich zusammen beschäftigen – lassen Sie diese leise im Hintergrund laufen. Sie können aber auch selbst aktiv werden und gemeinsam Weihnachtslieder singen, das fördert die soziale Interaktion und das Gedächtnis. Dazu können Sie altbewährte Weihnachtslieder anstimmen oder einen neuen Song einzustudieren. Vielen Personen macht das Musizieren große Freude. Keine Sorge, es gibt auch einfach zu bedienende Musikinstrumente, die Ihr Familienmitglied ohne Vorerfahrung nutzen kann, etwa eine Rassel oder eine Triangel. Motivieren Sie Ihren Pflegebedürftigen, das Musikinstrument zum Klang der Musik einzusetzen, das trainiert das Rhythmusgefühl.

    4. Gestalten Sie Weihnachtskarten

    Bekanntlich ist Weihnachten das Fest der Liebe und damit eine Zeit, in der man an andere denkt. Für Pflegebedürftige sind soziale Beziehungen sehr wichtig, denn Einsamkeit im Alter ist ein bedeutsames Thema. Anlässlich des großen Festes kann Ihr Angehöriger übrige Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte wertschätzen, indem er ihnen eine Weihnachtskarte zukommen lässt. Diese können Sie gemeinsam gestalten – hierfür gibt es Rohlinge in Form von Faltkarten, die Sie mit Ziersteinen bekleben oder mit ausgewählten Sprüchen, einem besinnlichen Gedicht oder einer Zeichnung beleben können. Auch hier ist es nötig, auf die individuellen Fähig- und Fertigkeiten der pflegebedürftigen Person zu achten – doch auch wenn das Basteln nicht mehr so gut klappt, gibt es viele gute Wege, sich dabei zu engagieren. Bitten Sie Ihre Angehörige beispielsweise um die Adressen der Empfänger, lassen Sie sie mitentscheiden, wenn Sie Weihnachtskarten gestalten, und bringen Sie diese zu zweit zur Post. Sie können auch einen kleinen Zettel beilegen, dass sich Ihr Familienmitglied um eine Rückantwort freut.

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    5. Führen Sie Achtsamkeitszeiten ein

    In der Weihnachtszeit soll es zwar besinnlich zugehen, oft übermannt aber Hektik den Alltag. Seien Sie achtsamer, fokussieren Sie sich dazu auf das Hier und Jetzt und erleben Sie den Moment aufmerksam. Dabei können Ihnen besinnliche Rituale helfen, die Sie in den Pflegealltag einführen können. Zünden Sie beispielsweise jeden Tag mit Ihren Angehörigen eine Kerze an und sprechen Sie dabei ein kurzes Gebet oder einen Motivationsspruch. Auch eine achtsame Teezeit kann eine Möglichkeit sein: Bitten Sie Ihre Angehörigen dabei, genau zu erspüren, wie der Tee sich im Mund anfühlt, wie er schmeckt und riecht. Eine weihnachtliche Fantasiereise ist ebenfalls eine gute Gelegenheit, dem Weihnachtsstress zu entgehen und die Weihnachtszeit sinnvoll zu gestalten.

    6. Backen oder kochen Sie in der Weihnachtszeit

    In der Küche können Sie die Vertrautheit zwischen Ihnen und Ihrer pflegebedürftigen Person stärken, die Sinne verwöhnen und die Kreativität anregen. Im Handel gibt es viele Magazine und Bücher mit weihnachtlichen Rezepten, und auch im Internet werden Sie schnell fündig. Fragen Sie aber auch unbedingt Ihren Angehörigen nach seinen Geheimtipps – er wird sich freuen, wenn er traditionelle Rezepte wiederbeleben kann. Bei der Zubereitung arbeiten Sie im wahrsten Sinne des Wortes Hand in Hand – Ihr Familienmitglied erhält so beim Backen und Kochen die Gewissheit, dass er oder sie in der Lage ist, bestimmte Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen, sie oder er also trotz seiner Beeinträchtigungen selbstwirksam ist, das ist eine wichtige Erkenntnis.

    Winterliche Waffeln mit Skyr

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    7. Planen Sie Unternehmungen an der frischen Luft

    Bewegung ist rund ums Jahr empfehlenswert, unter anderem, um den Kreislauf sowie die Verdauung anzuregen und um die Muskulatur aufrechtzuerhalten. In der Weihnachtszeit können Sie etwas Besonderes planen: Wenn es Ihrem Familienmitglied behagt, können Sie einen Weihnachtsmarkt besuchen. Wählen Sie aber unbedingt einen Tag aus, an dem es nicht zu voll ist, sodass Sie auch mit einer Gehhilfe problemlos unterwegs sein können. Es gibt Orte, die spezielle Erlebnisse ermöglichen: Einige Parks bieten beispielsweise Weihnachtsvorführungen an oder weihnachtliche Touren durch das Gelände. Mit etwas Glück hat ein Wildpark in Ihrer Nähe feste Zeiten für eine winterliche Tierfütterung, oder Sie können eine Kutschfahrt durch die Altstadt buchen. Auch der Besuch eines Adventskonzerts (im Freien) ist eine gute Möglichkeit, die Weihnachtszeit zu gestalten. Für Begeisterung sorgen zudem lebendige Krippen oder Krippenwege – fragen Sie dazu doch einmal in einem Freilichtmuseum nach.

    Behalten Sie gewohnte Pflegeroutinen in der Weihnachtszeit bei

    Die häusliche Pflege lebt von Routinen. Sie haben mit Sicherheit einen genauen Plan, wie die Körperpflege abläuft, wann es Mahlzeiten gibt oder Ihr Angehöriger zu Bett geht. Pflegen Sie diese Routinen auch in der Weihnachtszeit, denn Sie geben dem Alltag eine feste Struktur. Sehen Sie Weihnachtsaktivitäten als eine Ergänzung, die den Pflegealltag aber nicht auf den Kopf stellen sollten. Binden Sie die Beschäftigungen zwischen den Routinetätigkeiten ein.

    Wie Sie sehen, gibt es viele Optionen, Zeit miteinander zu verbringen und zu gestalten. Übrigens gilt, wie auch sonst im Pflegealltag: Überfordern Sie Ihre pflegebedürftige Person nicht – zu viele Eindrücke von außen oder zu viele Herausforderungen, die gleichzeitig gemeistert werden müssen, führen schnell zur Erschöpfung und Unachtsamkeit. Gerade in der besinnlichen Jahreszeit sollten Sie beide genügend Gelegenheiten haben, sich zu erholen – sich gegenseitig Weihnachtsgeschichten zu erzählen oder Gespräche darüber zu führen, wie man die feierlichen Tage als Kind empfunden hat, kann ebenfalls eine sinnvolle Beschäftigung sein. Im Sinne einer aktivierenden Pflege binden Sie Ihren Pflegebedürftigen am besten überall ein, wo es geht, so schaffen Sie Erinnerungen für die Zukunft. Wir wünschen Ihnen frohe Festtage mit Ihrer Familie!

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