Der Grüne Star: Wie er das Sehen beeinflusst

Der Grüne Star: Wie er das Sehen beeinflusst

Insgesamt fünf Sinne unterstützen unsere Orientierung im Alltag – einer der wichtigsten davon ist der Sehsinn. Doch mit dem Alter kann dieser getrübt sein, zum Beispiel dann, wenn Personen der Grüne Star ereilt. Pflegebedürftigen kann es nun schwerfallen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden oder einfache Tätigkeiten im Haushalt auszuführen. Auch zu Stürzen kann es häufiger kommen. Ein Überblick über die Erkrankung und mögliche Behandlungsoptionen.

Eine Augenärztin untersucht bei einer Patientin, ob der Grüne Star vorliegt.
GettyImages/YakobchukOlena
Inhaltsverzeichnis
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    Mit steigendem Lebensalter lässt die Sehkraft nach – das geschieht durch eine mangelnde Elastizität der Augenlinse und wahrscheinlich auch durch einen geschwächten Augenmuskel. Diese Entwicklung ist völlig normal und nicht behandlungsbedürftig. Dazu können aber auch Augenerkrankungen wie der Grüne Star kommen, der ernstzunehmende Beschwerden verursacht. Etwa 920.000 Menschen hierzulande leiden unter der Erkrankung.

    Was ist der Grüne Star und wie kommt es dazu?

    Der Grüne Star wird von Medizinern und Medizinerinnen auch als Glaukom bezeichnet. Dieser Begriff ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Augenerkrankungen, die zu einer Schädigung des Sehnervs führen. Häufig erkranken Menschen an einem Glaukom, weil der Augeninnendruck stark erhöht ist. Ein gewisser Druck existiert in jedem Auge und ist harmlos – er entsteht zwischen Hornhaut und Linse.

    Dazu müssen Sie wissen, dass die Augen eine Flüssigkeit produzieren, das Kammerwasser. Es nährt die Hornhaut, die Linse und die Regenbogenhaut. Das Kammerwasser ist Teil eines stetigen Kreislaufs – es fließt von der hinteren in die vordere Kammer des Auges und hier in einen Kanal. Es kann jedoch passieren, dass der Ablauf des Kammerwassers nicht funktioniert. Dadurch staut sich die Flüssigkeit im Auge und der Druck steigt an. Ist der Augeninnendruck über längere Zeit zu hoch, kann das den Sehnerv beeinträchtigen – der Grüne Star kann sich entwickeln. Allerdings ist nicht in jedem Fall ein erhöhter Augeninnendruck verantwortlich. Auch Entzündungen, Gefäßerkrankungen oder Verletzungen können begünstigen, dass ein Glaukom entsteht.

    Der Grüne Star: Welche Symptome deuten darauf hin?

    Der Grüne Star führt zu einer Einschränkung des Sehbereichs: Ihr Angehöriger kann sogenannte blinde Flecken wahrnehmen, die sich insbesondere um die Stelle des schärfsten Sehens und an den Rändern des Gesichtsfelds bilden. Da der zentrale Sehbereich zu Anfang nicht unmittelbar betroffen ist, fällt die Erkrankung meist nicht direkt auf. Stolpert Ihr Angehöriger oft über Stufen oder nimmt Ihr Familienmitglied neben ihm stehende Personen nicht wahr, kann auch das ein Hinweis auf ein Glaukom sein.

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    Der Grüne Star: Welche Arten gibt es?

    Mediziner und Medizinerinnen unterscheiden verschiedene Glaukomarten. Die häufigste Form ist das Offenwinkel-Glaukom, das zögerlich voranschreitet und erst vergleichsweise spät zu Sehbeeinträchtigungen führt.

    Das Engwinkel-Glaukom ist seltener und kann einen Glaukomanfall auslösen – dabei nimmt der Augeninnendruck schnell und stark zu, darauf weisen Beschwerden wie Sehstörungen und Augenschmerzen hin.

    Wie beugen Sie glaukombedingten Komplikationen bei Ihrem Angehörigen vor?

    Der Verlauf der Augenerkrankung hängt von der Form, aber auch vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Eine eingeleitete Behandlung kann das Fortschreiten des Glaukoms ausbremsen und die Krankheit sogar zum Stillstand bringen. Auch ein rechtzeitig erkannter Glaukomanfall ist behandelbar, die Heilungschancen stehen dann gut. Unbehandelt kann der Grüne Star im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.

    So beugen Sie Komplikationen beim Grünen Star vor:

    • Kennen Sie die Risikofaktoren: Diabetes, Bluthochdruck, Kurz- oder Weitsichtigkeit, eine Augenverletzung, eine Operation am Auge, die Anwendung von Cortison und ein Glaukom in der Familie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der Grüne Star auftritt.
    • Nehmen Sie Untersuchungen in Anspruch: Praxen für Augenheilkunde bieten eine gezielte Früherkennungsuntersuchung an. Dabei werden der Sehnerv und das Auge untersucht. Auch der der Augeninnendruck wird gemessen. Achtung: Die Kosten in Höhe von bis zu 140 Euro trägt Ihr Angehöriger selbst.
    • Achten Sie auf Symptome: Augenschmerzen, ein Druck hinter den Augen, Kopfschmerzen, eine verschlechterte Sicht, Übelkeit, rote Augen oder Lichthöfe rund um Lichtquellen können darauf hindeuten, dass der Grüne Star vorliegt.
    • Handeln Sie rechtzeitig: Verlieren Sie bei akuten Augenproblemen wie einer raschen Abnahme der Sehqualität keine Zeit und suchen Sie mit Ihrem Angehörigen umgehend eine Arztpraxis für Augenheilkunde auf.
    Gestalten Sie die Wohnumgebung bei Sehbeeinträchtigungen um

    Ist der Grüne Star vorangeschritten, hat Ihr Angehöriger womöglich Probleme bei der Orientierung. Bei einem deutlichen Sehverlust trägt eine Anpassung der Wohnumgebung zur Lebensqualität bei. Zusätzliche Lichtquellen, Stufenmarkierungen an der Treppe, das Beseitigen von Stolperquellen und eine kontrastreiche Gestaltung des Badezimmers sind Möglichkeiten. Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können Sie sich Unterstützung von der Pflegekasse holen – liegt ein Pflegegrad vor, erhält Ihr Familienmitglied bis zu 4.000 Euro für den Abbau von Barrieren in der häuslichen Umgebung.

    Wie wird der Grüne Star behandelt?

    Wurde bei Ihrem Angehörigen der Grüne Star diagnostiziert, ist es wichtig, den Augeninnendruck zu senken. Das trägt dazu bei, den Sehverlust zu verlangsamen oder gänzlich zu stoppen. Ein Glaukom ist jedoch nicht heilbar – bereits entstandene Schäden am Sehnerv bilden sich nicht zurück. Bei einem erhöhten Augeninnendruck erhält Ihr Angehöriger in der Regel Augentropfen, die er einmal oder mehrmals täglich anwenden muss. Außerdem werden regelmäßige Termine angesetzt, um den Verlauf der Erkrankung ärztlich zu kontrollieren.

    Neben Medikamenten kann ein Mediziner oder eine Medizinerin auch zu einer Lasertherapie oder einer Operation raten, um den Flüssigkeitsabfluss im Auge zu verbessern. Lassen Sie sich hier gut aufklären und holen Sie bei Bedarf eine ärztliche Zweitmeinung ein – das steht gesetzlich Versicherten zu. Übrigens: In vielen Städten gibt es Augenzentren, die auf Eingriffe bei Grünem Star spezialisiert sind.

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