Auszeit für pflegende Angehörige: Hilfreiche Kurberatung

Kurberatung

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15.10.2020 – In Nordrhein-Westfalen (NRW) erhalten Angehörige, die ihren Partner, Eltern oder Kinder zu Hause pflegen, einen besseren Zugang zu Kuren. Dazu stehen im Land über 100 qualifizierte Kurberaterinnen und Kurberater an 98 Standorten zur Verfügung. Sie unterstützen bei der Kurberatung.

„Pflegende Angehörige übernehmen tagein, tagaus bedingungslos die Verantwortung für ihre Angehörigen. Aufgrund dieser Belastung ist es besonders wichtig, dass sie in einer Kur zu neuer Kraft und Stärke finden. Mit dem neuen Landesprogramm fördern wir ein Projekt, welches mir persönlich ein großes Anliegen ist“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag.

Passgenaue Angebote für jede Situation

Die Kurberaterinnen und Kurberater kümmern sich um passgenaue Angebote. Sie wissen auch, wie die Versorgung von pflegebedürftigen Familienmitgliedern während der 3-wöchigen Kur gesichert werden kann.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Hierfür gibt es 3 Möglichkeiten:

Je nach Bedarf können Pflegebedürftige

  • mit in die Klinik fahren,
  • in einer nahegelegenen Einrichtung der Kurzzeitpflege oder
  • am Wohnort versorgt werden.

Das Land fördert das Landesprogramm „Zeit und Erholung für mich – Kurberatung für pflegende Angehörige“ mit insgesamt rd. 2 Mio. Euro über 3 Jahre.

„Die Corona-Pandemie hat viele pflegende Angehörige an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Grund war der zeitweise Wegfall von Einrichtungen der Tagespflege oder von Betreuungsgruppen. Doch bei aller Fürsorge darf die eigene Gesundheit nicht vergessen werden! Auch deswegen wird jeder, der in Kur geht, auf COVID-19 getestet – entweder zuvor beim Hausarzt oder bei Antritt der Kur in der Klinik“, so Laumann.

Rechtsanspruch auf Kur

Rechtsgrundlage für die Kur sind die §§ 23 und 40 SGB V. Danach können pflegende Angehörige eine 3-wöchige stationäre Vorsorge- oder Reha-Leistung beantragen, um die eigene Gesundheit zu stärken oder wiederherzustellen.

Umgesetzt wird das Projekt vom Caritasverband für das Erzbistum Paderborn in Kooperation mit der AW Kur und Erholungs GmbH, einer Tochtergesellschaft des AWO Bezirksverbands Westliches Westfalen. Auch die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege arbeitet mit. Dabei werden die vorhandenen Strukturen unter dem Dach des Müttergenesungswerks genutzt.

Das Programm des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales läuft bereits seit 2018.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.