Medikamente aufbewahren: 4 Tipps, wie Sie Ihre Arzneimittel richtig lagern

Medikamente aufbewahren: 4 Tipps, wie Sie Ihre Arzneimittel richtig lagern

Viele von uns sind sich unsicher, wie sie ihre Medikamente korrekt aufbewahren. Dabei spielen nicht nur Temperatur und Feuchtigkeit eine wichtige Rolle. Worauf es sonst noch bei der richtigen Lagerung Ihrer Medikamente ankommt, erklärt Apotheker Thomas Preis vom Apothekerverband Nordrhein.

Medikamente, die in einem Kühlschrank aufbewahrt werden.
GettyImages/PhotoAlto/Laurence Mouton
Inhaltsverzeichnis
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    Ich nehme viele verschiedene Medikamente ein. Kann ich sie alle am selben Ort aufbewahren, zum Beispiel im Badezimmer, oder gibt es Unterschiede bei der Aufbewahrung? Wenn ich das Medikament einmal geöffnet habe, wie lange kann ich es dann noch verwenden oder aufbewahren? Außerdem interessiert mich, wo ich Informationen zur Lagerung finde und was ich mache, wenn ich diese nicht verstehe?

     

    Arzneimittel sind Waren besonderer Art. Ein sensibler Umgang und die richtige Aufbewahrung von Medikamenten sind entscheidend, damit sie bis zum Ablauf ihres Verfallsdatums, das heißt bis zu dem vom Hersteller festgelegten Datum der Verwendbarkeit, sicher und wirksam bleiben. Vor allem durch Feuchtigkeit, Hitze, Kälte oder Licht können Medikamente gar nicht, nicht ausreichend, zu stark wirken oder sogar die Gesundheit gefährden.

    Medikamente aufbewahren Tipp 1: Vor Licht, Feuchtigkeit und Kindern schützen

    Die wichtigen Angaben zur Aufbewahrung von Arzneimitteln finden Sie auf der Verpackung und in der Packungsbeilage (Beipackzettel). Da der Beipackzettel noch weitere wesentliche Angaben zur Lagerung, Dosierung, zu Nebenwirkungen und zur Haltbarkeit enthält, sollten Sie Medikamente stets in der Originalverpackung zusammen mit dem Beipackzettel aufbewahren.

    Auch wenn die Originalverpackung vor Licht schützt, ist es ratsam, Medikamente zusätzlich an einem dunklen Ort aufzubewahren – bestenfalls in einem hoch angebrachten und abschließbaren Medikamentenschrank, sodass Kinder keinen Zugriff auf die aufbewahrten Medikamente haben. Der Schrank sollte sich nicht im Badezimmer oder in der Küche befinden. Dort herrscht oft eine hohe Luftfeuchtigkeit, die Temperaturen schwanken und sind häufig auch zu hoch. Geeignet sind beispielsweise der Flur oder das Schlafzimmer.

    Ihr Experte

    Thomas Preis ist Vorsitzender des Vorstandes Apothekerverband Nordrhein e.V. Er ist am 22. Januar 1959 geboren und studierte Pharmazie in Düsseldorf. Seit 1990 leitet er die Alpha-Apotheke OHG in Köln. Berufsständisch ist er seit 1995 engagiert, und dabei seit 1999 Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. Er ist auch Mitglied im Gesamtvorstand der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), darüber hinaus stv. Vorsitzender des Verbandes Freie Berufe im Lande Nordrhein-Westfalen (VFB NW) und Aufsichtsratsvorsitzender des standeseigenen Rechenzentrums, der ARZ Haan AG.

    Medikamente aufbewahren Tipp 2: Auf die richtige Temperatur bei Lagerung und Anwendung achten

    Die meisten Medikamente können Sie unproblematisch bei Raumtemperatur aufbewahren. Bestimmte Arzneimittel wie Insuline, bestimmte Augen- oder Asthmamedikamente müssen hingegen kühl gelagert werden. Nur so bleiben sie wirksam. Es kann auch sein, dass Medikamente, die kühl gelagert werden, bei der Anwendung Raumtemperatur haben sollten. Das ist bei vielen kühlgelagerten Augentropfen so. Dann wird das Fläschchen, das angebrochen wurde und dann regelmäßig angewendet wird, außerhalb des Kühlschranks gelagert. Die Augentropfen sind dann meist nur 4 Wochen anwendbar.

    Raum- und Kühlschranktemperatur
    • Raumtemperatur: 15 bis 25 Grad Celsius
    • Kühlschranktemperatur: 2 bis 9 Grad Celsius

    Medikamente, die im Kühlschrank aufbewahrt werden, dürfen aber auf keinen Fall ein-frieren. Sonst besteht die Gefahr, dass sie unwirksam werden. Werden Arzneimittel nicht im vorgeschriebenen Temperaturbereich gelagert, können sie ihre Wirkung verlieren. Im Sommer sollten sie daher auch nicht im Auto vergessen werden. Cremes, Salben und Gele, Zäpfchen aus Hartfett, Gelatinekapseln oder Arzneipflaster zählen zu den besonders hitzeempfindlichen Arzneiformen.

    Medikamente aufbewahren Tipp 3: Haltbarkeit unbedingt beachten

    Vor allem Medikamente mit hohem Anteil an Wasser, wie Augentropfen, Arzneisäfte, Arzneitropfen und im Apothekenlabor hergestellte Salben, sind nur begrenzt haltbar. Denn nach dem Öffnen der Verpackung haben die Medikamente Kontakt mit der Luft, die Keime hat. Diese können sich in flüssigen Arzneimitteln schnell vermehren. Deshalb sollten Sie nach deren Öffnen im Beipackzettel die Haltbarkeit des Medikaments nachlesen oder sich in der Apotheke beraten lassen. Um das Öffnungsdatum nachhalten zu können, notieren Sie dieses am besten auf der Verpackung. Besonders wichtig ist, nach der Entnahme einer Arzneidosis das Behältnis sofort wieder gut zu schließen. Nach Ablauf des Verfallsdatums sollen Arzneimittel nicht mehr angewendet werden.

    Es gibt aber auch weitere eindeutige Hinweise darauf, wann Sie Medikamente nicht mehr verwenden sollten:

    • Verflüssigung oder Verfärbung von Gelen, Cremes, Salben und Zäpfchen;
    • Verfärbungen oder Risse bei Tabletten;
    • Aufgeblähte Verpackungen;
    • Geruchsentwicklung;
    • Ausflockung oder Trübung von Bestandteilen einer Flüssigkeit, insbesondere bei Präparaten, die injiziert werden sollen.

    In all diesen Fällen dürfen Sie das Arzneimittel auf keinen Fall mehr anwenden. Sollten diese Probleme innerhalb der Haltbarkeit auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihre Apotheke. Dort wird man eine Meldung an den zuständigen Hersteller des Medikaments machen, damit in Zukunft solche Probleme nicht mehr auftreten können. Aufbewahrung und Haltbarkeit von Medikamenten sind zwei wichtige Themen: Haben Sie Fragen hierzu, sind die Apotheken und ihre Teams stets die richtigen Ansprechpartner für Sie.

    Medikamente aufbewahren Tipp 4: Die Hausapotheke regelmäßig überprüfen

    Die eigene Hausapotheke sollten Sie mindestens einmal jährlich checken. Alle Medikamente, die nicht mehr verwendbar sind oder deren Haltbarkeit überschritten ist, müssen dann aussortiert und gegebenenfalls durch neue Arzneimittel mit ausreichender Haltbarkeit ersetzt werden. Ihre Apotheke vor Ort berät Sie gern persönlich und stimmt die Auswahl für Ihre individuell richtige Hausapotheke mit Ihnen ab. So gehen Sie auf Nummer sicher, damit Sie im Falle eines Falles immer wirksame Medikamente zur Hand haben.

    Mit besten Wünschen für Ihre Gesundheit

    Ihr
    Apotheker
    Thomas Preis

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