Stiftung fordert: Pflegende Angehörige brauchen eine Lobby

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12.05.2020 – Anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden an diesem Dienstag hat die Münchener Organisation „Wir! Stiftung pflegender Angehöriger“ darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig die Arbeit pflegender Angehöriger ist. Gleichzeitig mahnte Stiftungsvorständin Brigitte Bührlen allerdings: „Pflegende Angehörige sind keine bis zur Erschöpfung benutzbare Ressource!“ Sie pflegten und sorgten teilweise jahrelang einen Angehörigen rund um die Uhr. Sie bekämen dafür aber keine leistungsgerechte Entlohnung.

„Wie sollen Angehörige Beruf und Pflege vereinbaren? Wovon sollen sie leben und wovon ihre Altersvorsorge betreiben? Angehörige müssen für ihre Sorgearbeit einen angemessenen finanziellen Leistungsausgleich bekommen“, forderte Bührlen.

Der Pflegeentlastungsbetrag müsse künftig in allen Pflegegraden frei einsetzbar sein. Nur dann könne das Geld situationsgerecht zur Entlastung verwendet werden.

Bührlen appellierte: „Es muss Schluss damit gemacht werden, dass vor allem ‚für‘ und ‚über‘ Angehörige gesprochen und entschieden wird. Sie brauchen eine eigene Stimme bei allen sie betreffenden Entscheidungen.“

Pflegende Angehörige müssten ermutigt werden, an ihren Wohnorten, in ihren Sozialräumen eine eigene Lobby für ihre Interessen zu bilden, v. a. seien sie auch an örtlichen Entscheidungsgremien zu beteiligen und von der Politik ernst zu nehmen.

„Ihre Erfahrungen müssen in alle die Pflege betreffenden Planungen vor Ort und darüber hinaus maßgeblich mit einfließen“, so die Stiftungsvorständin weiter.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.