Weltfrauentag: Frauen, die arbeiten, pflegen öfter als Männer

Weltfrauentag: Frauen, die arbeiten, pflegen öfter als Männer

09.03.2021 – Bekanntlich übernehmen Frauen häufiger und in größerem Umfang die Pflege von Angehörigen. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) untersucht, ob das stärkere Engagement von Frauen darauf zurückgeht, dass sie im Vergleich zu Männern weniger stark am Arbeitsmarkt beteiligt sind.
Zwei Frauen küssen sich am Strand
Getty Images/Oliver Rossi

Je mehr Arbeitsstunden, desto weniger Stunden für die Pflege

Das bestätigte sich aber nicht: Auch wenn Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren in gleichem Umfang erwerbstätig seien und einen vergleichbaren beruflichen Status aufwiesen, übernähmen sie die Pflege von Angehörigen weiterhin mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als Männer, teilte das DZA in der Vorwoche mit.

Allerdings reduziere der Erwerbsumfang die Übernahme von Pflege und Unterstützung – das gelte geschlechterübergreifend. Je mehr Stunden Frauen oder Männer für ihre bezahlte Arbeit aufwendeten, desto seltener übernähmen sie Unterstützung und Pflege.

Frauen arbeiten durchschnittlich 20 Wochenstunden, Männer 31

Auch die berufliche Qualifikation spiele eine Rolle: Je höher der Berufsstatus sei, desto häufiger pflegten sowohl Frauen als auch Männer, jedoch wendeten sie dafür auch desto weniger Stunden auf.

Dennoch zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern nach Angaben des DZA.

So arbeiteten Frauen mit 20 Wochenstunden durchschnittlich deutlich weniger als Männer mit rd. 31 Wochenstunden.

Die Studie zeige aber auch: Selbst wenn Frauen im gleichen Umfang erwerbstätig seien und einen vergleichbaren beruflichen Status aufwiesen, übernähmen sie die Pflege von Angehörigen häufiger als Männer.

Auch bei gleichen Voraussetzungen übernehmen Frauen Pflege häufiger

Für 55-jährige Frauen betrage z. B. die Wahrscheinlichkeit, Pflegeaufgaben zu übernehmen, 22 % gegenüber 14 % für gleichaltrige Männer.

Ähnlich sehe es bei der investierten Zeit aus: Dass Frauen mehr Zeit für Unterstützung und Pflege aufwendeten als Männer, gehe nur zu einem kleinen Teil darauf zurück, dass sie sich weniger umfangreich am Arbeitsmarkt beteiligten. Über alle betrachteten Altersjahre liege der Unterschied bei durchschnittlich ca. 3 Wochenstunden.

Eine Frage der Sozialisation?

Das DZA-Autorenteam vermutet deshalb: Würden Frauen genauso häufig wie Männer in Vollzeit erwerbstätig sein, würden sie trotzdem mehr Pflege von Angehörigen leisten.

Vermutlich spielten eine geschlechtsspezifische Sozialisation sowie andere erwerbs- und familienbiografische Aspekte eine Rolle, so die DZA-Schlussfolgerung.