Weltdiabetestag findet 2021 erneut digital statt

Diabetes

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11.11.2021 – Zum Weltdiabetestag am Sonntag, 14. November 2021, bietet die Deutsche Diabetes-Hilfe unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums auch in diesem Jahr einen Informationstag an, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen und aufzuklären. Aufgrund der COVID-19-Pandemie findet die Veranstaltung, wie bereits 2020, digital statt.

In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto: „30 Jahre Weltdiabetestag, 100 Jahre Insulin“.

Die digitale Patientenveranstaltung bietet von 10 bis 14 Uhr zahlreiche Live-Vorträge zum Thema Diabetes sowie Fragerunden im Anschluss an die Vorträge.

Nach einem Grußwort von Gesundheitsminister Jens Spahn startet der Aktionstag mit dem Vortrag „Diabetes 2021: Was ist das Wichtigste? (Digitalisierung, neue Medikamente, Ernährung, politische Forderungen)“.

Diabetes oft zu spät oder gar nicht erkannt

Auch der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) meint in einer Mitteilung zum Weltdiabetestag, dass es „eine bessere Aufklärung und einen stärkeren Diskurs zur Entstehung, adäquaten Behandlung und Folgen des Diabetes sowie Folgeschäden“ braucht.

Im Rahmen der Nationalen Diabetesstrategie fordert der BVMed daher in einem 12-Punkte-Plan insbesondere interprofessionelle Netzwerke und eine qualitätsgesicherte Versorgung mit modernen Medizintechnologien.

Nationale Diabetesstrategie

Im Juli 2020 verabschiedete der Bundestag eine Nationale Diabetesstrategie nach einem Antrag von CDU/CSU und SPD. Diese beinhaltet u. a. die Prävention und Versorgungsforschung zu Adipositas und Diabetes mellitus deutlich voranzutreiben.

BVMed-Geschäftsführer Marc-Pierre Möll äußerte sich am Donnerstag:

„Obwohl es den Welt-Diabetes-Tag seit 30 Jahren gibt und sich Diabetes immer mehr ausbreitet, ist das Bewusstsein für Ursachen, Symptome und die Notwendigkeit einer Behandlung des Diabetes noch immer nicht ausreichend. Das muss sich ändern. Wir müssen Volkskrankheiten strategischer und interdisziplinärer angehen.“

Menschen mit Diabetes sterben früher

Auch wenn Diabetes weit verbreitet sei, sei laut BVMed der gesellschaftliche Diskurs und das individuelle Bewusstsein oftmals nicht ausreichend, um die Entstehung zu verhindern oder eine frühe Therapie sicherzustellen.

Die Folge sei meist eine zu späte oder fehlende Diagnose sowie Folgeerkrankungen, die selten mit Diabetes assoziiert und unterschätzt würden.

Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und frühen Diabetes-Screenings könne nach BVMed-Ansicht eine Erkrankung, Entgleisung oder Folgeerkrankungen verhindert werden.

Rd. 2 Mio. Menschen in Deutschland hätten Diabetes, ohne es zu wissen, heißt es auf der Webseite zum Weltdiabetestag.

Ein erhöhter Blutzucker tue zwar zunächst nicht weh, sei aber gefährlich. Menschen mit Diabetes stürben 5 bis 10 Jahre früher – aufgrund einer zu späten Diagnose.

1991 führten die Internationale Diabetes Federation und die Weltgesundheitsorganisation den Weltdiabetestag ein, um das Bewusstsein für die Erkrankung zu steigern.

Der 14. November ist der Geburtstag von Frederik G. Banting, der 1921 das lebenswichtige Hormon Insulin entdeckte.

In Deutschland organisiert die Deutsche Diabetes-Hilfe seit 2009 den Aktionstag.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.