Was hilft gegen Verstopfung? Alltagstipps für Betroffene

Hilfsmittel gegen Verstopfung

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Gegen eine akute Verstopfung helfen meist einmalig eingesetzte Abführmittel. Liegt allerdings eine chronische Obstipation vor, sind diese nicht empfehlenswert, denn sie schaden auf Dauer mehr als sie nutzen. Was Sie aber selbst tun können und was wirklich gegen chronische Verstopfung hilft, zeigt der folgende Artikel.

Kann ich regelmäßig Abführmittel verwenden?

Was hilft gegen Verstopfung? Natürlich Abführmittel! Aber die Sache hat einen Haken. Denn Abführmittel sollten grundsätzlich stets nur dann eingesetzt werden, wenn der Arzt sie verordnet hat. Zwar helfen sie meist sehr zuverlässig gegen eine Verstopfung, können aber auf Dauer den Elektrolythaushalt des Körpers stören, die Darmwand beschädigen und die Beschwerden sogar verschlimmern. Wer an einer chronischen Verstopfung leidet, benötigt also Alternativen.

Merke

Merke: Chemische Abführmittel sind Einmalhilfen und eignen sich nicht zur Dauerbehandlung!

Wie finde ich die Ursache meiner Beschwerden heraus?

Die Verstopfung selbst ist mehr Symptom als Krankheit, ihre Ursachen sind vielfältig. Um sie genauer einzugrenzen und letztlich herauszufinden, lohnt es sich daher, die Beschwerden zu dokumentieren. Halten Sie gemeinsam mit Ihrem Angehörigen schriftlich fest, wann die Beschwerden auftreten und welche Symptome  er beobachtet. Möglicherweise erkennen Sie so bereits ein erstes Muster. Diese Aufzeichnungen helfen auch dem Arzt dabei, eine genaue Diagnose zu stellen.

Hausmittel gegen Verstopfung und natürliche Hilfen

Was hilft gegen Verstopfung, wenn chemische Abführmittel keine Dauerlösung sind? An diesem Punkt begeben sich Betroffene meist auf die Suche nach natürlichen Abführmitteln. Diese und weitere Maßnahmen, die Ihr betroffener Angehöriger ergreifen kann, möchten wir Ihnen gerne aufzeigen und die Frage „Was hilft gegen Verstopfung?“ so beantworten.

  • Ballaststoffreiche Kost: Natürliche Abführmittel müssen Sie nicht lange suchen, sondern finden Sie möglicherweise bereits im eigenen Obstkorb. Pflaumen, vor allem Dörrpflaumen, getrocknete Feigen, Birnen und Weintrauben beispielsweise sind solche Hausmittel gegen Verstopfung. Was hier hilft, ist vor allem der hohe Ballaststoffgehalt der Früchte, der die Darmtätigkeit ganz natürlich anregt. Auch Vollkornbrot, Chia-Samen und Haferflocken sind ballaststoffreiche Ersthelfer.
  • Viel trinken: Die wohl häufigste Antwort auf die Frage „Was hilft gegen Verstopfung?“ ist diese: Ausreichend trinken! Denn wenn der Darminhalt sehr fest ist und nur sehr langsam vorwärtsbewegt wird, kann mehr Flüssigkeit dabei helfen, diesen Prozess zu beschleunigen. Wer betroffen ist, sollte mindestens zwei Liter täglich trinken. Um lästige Blähungen zu vermeiden, empfehlen Ärzte hier vor allem stilles Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Warmes, gesalzenes Wasser: Ein ganz natürliches Hausmittel gegen Verstopfung hat wohl jeder zur Verfügung. Ein Glas lauwarmes Wasser mit etwas Salz verrührt auf nüchternen Magen getrunken kann den Entleerungsreiz des Darms auslösen und aktiv gegen die Verstopfung wirken.
  • Bewegung: Chronische Verstopfungen sind langwierige Begleiter, die eine ebenso langwierige Gegenmaßnahme erfolgen. Sich sportlich zu betätigen und ausreichend zu bewegen ist so eine Maßnahme, die Betroffene in ihren Alltag einbauen sollten. Denn die Bewegung regt die Darmtätigkeit an und fördert so aktiv die regelmäßige Darmentleerung.
  • Darmgymnastik: Bewegung allgemein ist gut, aktive Übungen gegen Verstopfung bzw. einen trägen Darm sind aber noch besser. Führen Sie mit Ihrem betroffenen Angehörigen einfache Gymnastikübungen aus, um die Darmtätigkeit anzuregen. Eine einfache Übung ist es, die Knie in Rückenlage in Richtung Brust anzuziehen und wieder auszustrecken. Regelmäßig wiederholt unterstützt diese Bewegung die natürliche Darmtätigkeit. Auch Atemübungen eignen sich hier gut. Leiten Sie Ihren Angehörigen an, den Oberkörper beim Einatmen bewusst aufzurichten und beim Ausatmen etwas zusammensacken zu lassen. Auch das ist eine aktive Unterstützung gegen einen trägen Darm.
  • Medikamente überprüfen: Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt können Sie sich die Medikamente, die Ihr Angehöriger regelmäßig einnimmt, genauer ansehen. Möglicherweise löst ein bestimmtes Präparat die chronische Verstopfung aus? In diesem Fall kann der Arzt überprüfen, ob es eine bessere Alternative gäbe.
Merke

Natürlich Hilfen gegen Verstopfung finden Sie vor allem in einer Änderung des Lebensstils. Arzt und Patient sollten hier eng zusammenarbeiten, um die Beschwerden zu lindern.

Über den Autor

Sonja Mahr ist freie Texterin und schreibt unter anderem zu Pflegebedürftigkeit und Pflegestärkungsgesetz.