Vor allem Männer ernähren sich ungesund

Ernährung

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16.06.2020 – Mehr als die Hälfte der Bundesbürger verfügt über eine problematische oder gar inadäquate Ernährungskompetenz. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Studie des AOK-Bundesverbands, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Für die von der Agentur „Facit Digital“ durchgeführte Erhebung wurden knapp 2.000 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahre online zu 8 Themenfeldern befragt (Gesund vergleichen, selbst zubereiten, Wahl der Vorräte, Mahlzeiten planen, gesund haushalten, gemeinsam essen, widerstehen können, smart snacken).

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während über die Hälfte der Frauen (53 %) eine ausreichende Ernährungskompetenz besitzt, sind es bei den Männern lediglich 38 %.

Nur jeder dritte junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren weiß, wie gesunde Ernährung funktioniert. Dagegen schätzen rund 60 % der 60- bis 69-Jährigen ihre Ernährungskompetenz als ausreichend oder exzellent ein.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Als Alternativen zu einer selbstständigen Zubereitung von Mahlzeiten aus Grundnahrungsmitteln werden häufig Fertigprodukte genutzt. Diese enthalten jedoch oft deutlich mehr Salze, gesättigte Fette und Zucker, als von Ernährungswissenschaftlern empfohlen.

Nach AOK-Angaben würden z. B. 80 % der Fertiglebensmittel in deutschen Supermärkten zugesetzten Zucker enthalten. Den Verbrauchern fehle es daher schon beim Einkauf an gesunden Optionen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich für ihre Amtszeit deshalb u. a. die Einführung eines erweiterten Nährwertkennzeichnungs-Modells für Fertignahrungsmitteln auf die Fahne geschrieben. Noch in diesem Jahr soll der Nutri-Score – zumindest national und auf freiwilliger Basis – auf Fertigprodukten eingeführt werden. Die entsprechende Verordnung liegt derzeit zur Notifizierung bei der Europäischen Kommission.

Was pflegende Angehörige tun können, wenn es zu schwierigen Ernährungssituationen mit ihren Angehörigen kommt, z. B. nach einem Schlaganfall oder nach schwerer Krankheit, lesen Sie im Artikel „Mangelernährung: Gesund zunehmen“.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.