VdK fordert Rentenpunkte und Krankenversicherung für pflegende Angehörige

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12.01.2023 – Der Sozialverband VdK fordert, dass pflegende Angehörige krankenversichert werden und für ihre häusliche Pflegearbeit Rentenpunkte angerechnet bekommen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Verbands hervor. Zudem begrüßt der VdK die Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), pflegende Angehörige besserzustellen. Dafür sollen die Beitragssätze in der Pflegeversicherung erhöht und Steuermittel verwendet werden.

Dazu sagte die VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„Endlich hat Herr Lauterbach erkannt, dass pflegende Angehörige am Limit ihrer Belastung sind und sehr dringend mehr finanzielle Unterstützung brauchen. Pflegende Angehörige müssen jetzt im Mittelpunkt einer Reform stehen. Das Ziel muss sein, dass sie finanziell besser abgesichert werden und für ihre Arbeit einen Lohn erhalten.“

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Doch das geht dem VdK nicht weit genug. Bentele erklärte weiter: 

„Je länger die Pflegetätigkeit dauert, desto geringer ist die eigene Erwerbstätigkeit. Dadurch haben pflegende Angehörige nicht nur weniger Geld, sondern sie erhalten für die Pflegearbeit auch keine Rentenpunkte. Sie werden so im Alter noch einmal dafür bestraft, dass sie ihre Angehörigen gepflegt haben. Das ist ein Skandal. Deshalb fordert der VdK, dass pflegende Angehörige krankenversichert werden und für die häusliche Pflegearbeit Rentenpunkte angerechnet bekommen.“

Schon im Herbst vergangenen Jahres hatte Bentele darauf verwiesen, dass jeder fünfte pflegende Angehörige armutsgefährdet sei und hatte ihre Forderung nach einer Entlohung deutlich gemacht.

Über die Autorin

Britta Waldmann ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.