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Pflegereform

Pflegereform: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bekommen mehr Geld

Pflegereform

Getty Images/Luis Alvarez

19.11.2020 – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Eckpunkte für eine Pflegereform im kommenden Jahr ausgearbeitet. In dem 5-seitigen Konzept sind u. a. Entlastungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige vorgesehen.

Mehr Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Um die häusliche Pflege zu stärken und die gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre auszugleichen, sollen die ambulante Pflegesachleistung, das Pflegegeld sowie die Tagespflege zum 1. Juli 2021 um 5 % und ab 2023 regelhaft jährlich in Höhe der Inflationsrate angehoben werden.

Pauschale für Pflegehilfsmittel erhöht sich auf 60 Euro

Für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind – z. B. Inkontinenzwindeln –, soll die Pauschale von 40 auf 60 Euro im Monat steigen.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege besser miteinander kombinieren

Mehr Flexibilität sollen Angehörige bei der Organisation der Pflege bekommen. Dafür sollen Kurzzeit- und Verhinderungspflege künftig smarter kombiniert werden können. Es soll zudem in der Entscheidung der Angehörigen liegen, ob sie bei Pflegediensten Leistungspakete oder Zeitkontingente buchen.

Im Gegenzug will die Regierung die Möglichkeiten der Kombination von betreutem Wohnen und Tagespflege einschränken.

Mehr Reha-Maßnahmen

Zur Vorbeugung vor Pflegebedürftigkeit plant Spahn, Reha-Maßnahmen für über 70-Jährige auszuweiten. Dies soll gelingen, indem die Pflegekassen verpflichtet werden, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Wenn die Krankenkassen nicht mehr die vollen Kosten tragen müssen, werden sie häufiger die Reha-Maßnahmen genehmigen – so die Hoffnung des Ministers.

Die Reformüberlegungen sind noch in einem frühen Stadium und die Ausführungen bislang lediglich Gegenstand von „koalitionsinternen Beratungen“.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Verhinderungspflege

Vergütungszuschlag für Verhinderungspflege

Verhinderungspflege

Getty Images/Hinterhaus Productions

6.10.2020 – Mit einem Maßnahmenkatalog wollen die 16 Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder die Kurzzeitpflege stärken. Dazu gehört u. a. die Verhinderungspflege mit einem Vergütungszuschlag zu fördern. Das hat die Gesundheitsministerkonferenz in der vergangenen Woche beschlossen.

Planungssicherheit geben

„Wenn pflegende Angehörige erkranken oder sich in wohlverdienten Urlaub begeben, übernimmt die Kurzzeit- beziehungsweise Verhinderungspflege. Die Betroffenen brauchen hier Planungssicherheit. Deshalb sollte der Zuschlag an die Verpflichtung gekoppelt werden, Verhinderungspflegeplätze dauerhaft zur Verfügung zu stellen. So können die Gäste schon frühzeitig einen Platz reservieren“, erläuterte Saarlands Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU).

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Entlastung für pflegende Angehörige

Zudem sollen in der Kurzzeitpflege mehr rehabilitative und therapeutische Leistungen erbracht werden. „Wir brauchen diese Maßnahmen dringend, um die Kurzzeitpflege in Deutschland auch für die Zukunft zu stabilisieren. Sie entlastet Krankenhäuser und Pflegeheime und hat deshalb unschätzbaren Wert für unser Gesundheits- und Pflegesystem. Das kommt nicht zuletzt allen Bürgerinnen und Bürgern zu Gute“, so die Ministerin.

Nach einem Krankenhausaufenthalt übernehme die Kurzzeitpflege eine enorm wichtige Rolle in der Übergangsphase zwischen der medizinischen und der pflegerischen Behandlung. Sie entlaste Patientinnen und Patienten, pflegende Angehörige und nicht zuletzt Krankenhäuser und Langzeitpflegeeinrichtungen. Dennoch nehme die Zahl der verfügbaren Kurzzeitpflegeplätze ab. Die beschlossenen Maßnahmen seien deshalb dringend nötig.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Lachender Mann in einem Rollstuhl macht ein Selfie

Urlaub mit Pflegebedürftigen – was beachten?

Lachender Mann in einem Rollstuhl macht ein Selfie im Urlaub

gettyimages / nullplus


Viele Menschen, die pflegebedürftig sind, wünschen sich ab und und zu einen Tapetenwechsel, möchten etwas Neues sehen, Kultur genießen oder schöne Landschaften. Pflegebedürftige müssen nicht auf Urlaub verzichten, brauchen aber spezielle Unterstützung, wenn sie unterwegs sind. Was Sie beachten sollten, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen verreisen möchten, lesen Sie in diesem Artikel.

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Überforderung in der Pflege: Vermeiden, erkennen, bewältigen

Überforderung in der Pflege: Vermeiden, erkennen und bewältigen

 

Überforderung in der Pflege: Vermeiden, erkennen und bewältigen

© iStock.com | Katarzyna Bialasiewicz

Wer einen anderen pflegt und diesen verantwortlich und mit Herz versorgen möchte, muss auch sich selbst gut pflegen. Sonst wirkt sich das schnell negativ auf die gesamte Pflege- und Lebenssituation aus, kann sogar großen Schaden anrichten. Fühlen Sie sich wie im Hamsterrad? Haben Sie das Gefühl, dass das eigene Leben zu kurz kommt? Haben Sie sich die Pflegesituation vielleicht leichter oder einfach anders vorgestellt? Wir zeigen Ihnen, welche Anzeichen Ihnen eine Überforderung spiegeln, wie Sie handeln können und wer Ihnen bei Bedarf aus dieser Situation wieder heraushilft.

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Die Verhinderungspflege – Wo greift sie und wie nutzt man sie?

Die Verhinderungspflege – Wo greift sie, wie nutzt man sie?

Die Verhinderungspflege – Wo greift sie und wie nutzt man sie?

© iStock.com | Highwaystarz-Photography

Jeder pflegende Angehörige ist einmal vorübergehend nicht in der Lage, die notwendige Pflege durchzuführen. Vielleicht gibt es beruflich ein eng getaktetes Projekt, das alle Ressourcen bindet, oder es gibt private oder gesundheitliche Gründe, die zu einem Engpass in der häuslichen Pflegesituation führen. Mit Hilfe der Verhinderungspflege wird es Ihnen gelingen, die Pflege Ihres Angehörigen für den betroffenen Zeitraum umzuorganisieren. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.

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Verhinderungspflege: Vorübergehende Vertretung für Angehörige

Verhinderungspflege: Vorübergehende Vertretung für Angehörige

 

Verhinderungspflege: Vorübergehende Vertretung für Angehörige

© iStock.com | Fred Froese

Auszeiten sind wichtig – auch für pflegende Angehörige. Die Pflegeversicherung zahlt deshalb Zuschüsse für eine Vertretung. Die Höhe hängt davon ab, ob eine Privatperson (Verwandte, Freunde) oder ein Profi (Pflegedienst) kommt. Insgesamt können Sie das Extrageld für die sogenannte Verhinderungspflege bis zu sechs Wochen pro Jahr erhalten.

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