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Sepsis erkennen heißt Leben retten – bundesweite Kampagne gestartet

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Getty Images/KATERYNA KON/SCIENCE PHOTO LIBRARY

18.02.2021 – Alle 7 Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland an einer Sepsis, der sog. Blutvergiftung. Damit ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, nach Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und Krebserkrankungen.

Bundesweite Kampagne gestartet

Betroffene, die eine Sepsis überstehen, leiden oft an schweren Folgeschäden. Dabei wären 15.000 bis 20.000 Todesfälle im Jahr sowie viele Folgeschäden vermeidbar, wenn u. a. die Bevölkerung besser über die Erkrankung Bescheid wüsste.

Diese Aufklärungsarbeit will die neue Kampagne „Deutschland erkennt Sepsis“ vorantreiben, die am Dienstag gestartet ist. Initiatorin ist Ruth Hecker, Anästhesistin, Beauftragte für Patientensicherheit an der Universitätsmedizin Essen und Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS).

 

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Auch COVID-19 kann eine Blutvergiftung auslösen

„Die Sepsis ist ein Notfall, frühzeitiges Erkennen und Behandeln rettet Leben“, betont Hecker.

Auch COVID-19 könne eine Sepsis auslösen:

„Viele Patienten, die sich mit einer scheinbar unkomplizierten COVID-19-Erkrankung zu Hause kurieren wollen, erkennen nicht rechtzeitig, wenn diese in eine Sepsis übergeht. Ein plötzliches extremes Krankheitsgefühl, hoher Puls, Fieber, Verwirrtheit oder Schüttelfrost sind ein Fall für das Krankenhaus oder den Notarzt.“

Eine Blutvergiftung schädigt die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion das eigene Gewebe und die eigenen Organe.

Jeden kann es treffen

Oft seien es Alltagssituationen, wie eine verdreckte Schürfwunde oder eine verschleppte Grippe, die unbehandelt eine Sepsis hervorriefen.

Die Symptome einer Sepsis sollten deshalb Heckers Ansicht nach in der breiten Bevölkerung ebenso gut bekannt werden, wie die Warnzeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Anzeichen erkennen

Beim Vorliegen oder Verdacht auf eine Infektion muss beim Auftreten eines der folgenden Symptome dringend eine ärztliche Abklärung erfolgen:

  • Verwirrtheit, Desorientiertheit
  • Kurzatmigkeit, schnelle Atmung
  • schneller Puls, Herzrasen
  • Fieber, Schüttelfrost
  • feuchte Haut, Schwitzen, Schwäche
  • Schmerzen, starkes Unwohlsein

Was Sie außerdem über Sepsis wissen sollten, fasst diese kostenfreie APS-Broschüre übersichtlich zusammen.

Weitere Partnerorganisationen der Kampagne sind die Sepsis-Stiftung, die Deutsche Sepsis-Hilfe und der Sepsis-Dialog der Universität Greifswald.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

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Sepsis: Ursachen, Symptome und Prävention

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Getty Images/Sopone Nawoot

21.07.2020 – Rund 15.000 bis 20.000 aufgrund einer Sepsis bedingte Todesfälle pro Jahr hierzulande gelten dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) zufolge als vermeidbar. Um über Ursachen, Symptome und Präventionsmöglichkeiten aufzuklären, hat das APS eine Patienteninformation veröffentlicht. Denn noch immer gebe es „das falsche Bild der Blutvergiftung mit dem roten Strich, der Richtung Herz wandert“, sagte Ruth Hecker, Vorsitzende im APS. „Das muss sich endlich ändern, damit weniger Patienten an Sepsis sterben oder schwere Langzeitfolgen erleiden“, so Hecker.

Warnhinweise

Eine Sepsis sei „immer ein Notfall und muss als solcher behandelt werden, wie ein akuter Herzinfarkt oder akuter Schlaganfall“, verdeutlicht Rainer Petzina vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und einer der Hauptautoren der Patienteninformation.

Zudem entstehen dem APS zufolge viele der Sepsis-Fälle nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause.  „Auch wenn Sepsis manchmal schwer von anderen Erkrankungen wie einem grippalen Infekt zu unterscheiden ist, gibt es doch bestimmte Warnhinweise“, unterstreicht Antje Erler von der Sepsis-Stiftung. Dazu zählten z. B. Fieber und Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Herzrasen, extremes Krankheitsgefühl und Verwirrtheit. „Wenn mindestens zwei dieser Symptome vorhanden sind, sollten Betroffene und Angehörige an eine Sepsis denken.“

 

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Risikogruppen und Prävention

Die Patienteninformation zeigt auch auf, wer zur Risikogruppe gehört, darunter bspw. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Erkrankte, ältere Menschen über 60 Jahre und Kinder unter 1 Jahr. In der Information finden Interessierte zudem Angaben darüber, wie einer Sepsis am besten vorzubeugen ist – etwa mit allgemeinen Hygienemaßnahmen und Impfungen, die vor Infektionen schützten, wie die Pneumokokken-Impfung, die Grippe-Impfung sowie alle weiteren von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut empfohlenen Impfungen.

 

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Eine Sepsis liegt dann vor, wenn die körpereigenen Abwehrmechanismen eine zunächst lokal begrenzte Infektion nicht mehr eindämmen können. Es kommt im Körper zu einer Kettenreaktion, die die körpereigenen Organe und Gewebe schädigt.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.