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Pflegeselbsthilfe

Pflegeselbsthilfe für pflegende Angehörige

Pflegeselbsthilfe

Getty Images/vgajic

1.10.2020 – Pflegende Angehörige erhalten in Nordrhein-Westfalen (NRW) Unterstützung von sog. „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ (KoPS). In den vergangenen 3 Jahren wurden 33 dieser KoPS aufgebaut. Ab 1. Oktober ist zusätzlich die neue Webseite der Pflegeselbsthilfe an den Start gegangen. Sie informiert über alle Angebote, wie Selbsthilfegruppen, Kurse für Yoga, Töpfern oder Singen, und unterstützt auch beim Aufbau neuer Gruppen.

Austausch und Unterstützung erhalten

Pflegenden Angehörigen seien aufgrund ihrer Aufgabe oftmals persönlich und gesellschaftlich isoliert, teilte das Kuratorium Deutsche Altershilfe am Mittwoch mit, das aktuell die Koordination der KoPS übernimmt. Oft kämen sie an ihre physischen und psychischen Grenzen. Pflegeselbsthilfegruppen seien dann eine Möglichkeit, während unterschiedlicher Aktivitäten in Austausch mit Betroffenen zu kommen und Unterstützung zu erhalten.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

„Pflegende Angehörige stehen unter hohen Belastungen. Pflegedienst, Haushaltshilfe oder Tagespflege entlasten die Pflegenden zwar enorm, aber vor allem hilft der Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen. Gemeinsame Gespräche, zum Beispiel bei einem Spaziergang, beim Malen oder beim Frühstückstreff tragen dazu bei, Kraft und Sicherheit zu gewinnen, die ihnen selbst und anderen Pflegenden zugutekommt“, beschreibt NRW-Gesundheitsminister, Karl-Josef Laumann (CDU), die Pflegeselbsthilfe.

Keine Zusatzbelastung, sondern Anker im Pflegealltag

Und der Leiter des Verbands der Ersatzkassen in NRW (vdek), Dirk Ruiss, sagt an pflegende Angehörige gerichtet: „Die Teilnahme an einer Gruppe soll für Sie keine Zusatzbelastung darstellen, sondern ein Anker im Pflegealltag sein. Scheuen Sie sich also nicht, sich Unterstützung bei den KoPS zu suchen, die schon lange Erfahrung in der Organisation von Pflegehilfegruppen haben.“

Das Landesnetz Pflegeselbsthilfe wird gefördert vom NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, den Landesverbänden der Pflegekassen und dem Verband der privaten Krankenversicherung.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

AOK_Familiencoach_Pflege

AOK startet „Familiencoach Pflege“ für pflegende Angehörige mit psychischen Belastungen

AOK_Familiencoach_Pflege

Getty Images/Dean Mitchell

25.06.2020 – Die AOK bietet ein neues Onlineprogramm zur Selbsthilfe für psychisch belastete pflegende Angehörige an. Der „Familiencoach Pflege“ sei ein kostenloses und für alle Interessierten anonym nutzbares Angebot, das die Psyche von pflegenden Angehörigen stärken und sie vor Überlastung schützen solle, teilte die Krankenkasse am Dienstag mit.

Mit Informationen, interaktiven Übungen, mehr als 40 Videos und 14 Audiodateien könnten Nutzer lernen, wie sie besser mit den seelischen Herausforderungen umgehen, sagte AOK-Bundesvorstandsvorsitzende, Martin Litsch. Ein Schwerpunkt liege dabei auf besonders schwierigen Pflegesituationen bei Menschen mit Demenz oder in der Begleitung von Sterbenden.

Das Angebot wurde von einem Expertenteam unter Beteiligung von pflegenden Angehörigen entwickelt.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Der „Familiencoach Pflege“ vermittelt u. a., wie wichtig es für pflegende Angehörige ist, sich nicht zu isolieren. „Auch in schwierigen Zeiten sollten sie persönliche Kontakte zu Freunden, Bekannten und Nachbarn aufrechterhalten“, sagte die Leiterin der Abteilung für klinisch-psychologische Intervention an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Gabriele Wilz. Das Programm zeige Nutzern Methoden und Wege auf, gut für sich zu sorgen und vor allem Zeit für sich zu finden. Auch der Umgang mit Trauer, Wut, Ekel oder Angst seien Thema.

Pflegesituation ist starke Belastung für Angehörige

Die AOK verweist auf eine repräsentative Onlinebefragung, nach der 43 % der pflegenden Angehörigen mittelschwer belastet sind. Angehörige, die Menschen mit Demenz versorgen, zeigten eine hohe Belastung. Das beträfe knapp 37 % der Befragten. Besonders belastet seien Angehörige, die Menschen mit „herausforderndem Verhalten“ betreuten. Hiervon seien fast 41 % betroffen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.