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Corona-Hilfen

Corona-Krise: Akuthilfen für pflegende Angehörige verlängert

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06.04.2021 – Die Corona-Krise belastet Familien von Pflegebedürftigen immer noch schwer. Pflegende Angehörige benötigen weiterhin flexible Unterstützungsangebote und Entlastungen. Der Bund hat deshalb erneut seine Akuthilfen verlängert, diesmal bis 30. Juni 2021.

Das bedeutet im Detail:

Fortführung einer längeren Unterstützung in einer akuten Pflegesituation

Pflegeunterstützungsgeld und kurzzeitige Arbeitsverhinderung: Beschäftigte erhalten bis zu 20 Arbeitstage lang Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung (statt 10 Tage). Außerdem wird Pflegeunterstützungsgeld auch gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist – wenn die akute Pflegesituation aufgrund der COVID-19-Pandemie aufgetreten ist. Dafür können Beschäftige ebenfalls bis zu 20 Tage der Arbeit fernbleiben.

Familienpflegezeit und Pflegezeit weiterhin flexibler nutzen

Beschäftigte mit gleichzeitigen Pflegeaufgaben können die Familienpflegezeit und Pflegezeit weiterhin flexibler nutzen, wenn der Arbeitgeber zustimmt:

  • Wer die Höchstdauer einer Auszeit für pflegebedürftige nahe Angehörige bisher nicht ausgeschöpft hat, kann sich erneut von der Arbeit freistellen lassen. Während der Pandemie ist eine mehrfache Inanspruchnahme möglich und die Freistellungen müssen weiterhin nicht in unmittelbarem Anschluss genommen werden.
  • Es genügt, die Familienpflegezeit mind. 10 Tage vor dem Beginn schriftlich beim Arbeitgeber anzukündigen.
  • Die Ankündigung von Pflegezeit und Familienpflegezeit kann weiterhin in Textform statt in Schriftform erfolgen, eine Ankündigung per Mail reicht also aus.
  • Während einer Familienpflegezeit kann die Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden bis zu einen Monat lang unterschritten werden.
Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung

  • Flexiblere Nutzung des Entlastungsbetrags in Höhe von 125 Euro für notwendige Hilfen, z. B. durch Nachbarn. Gilt bei Pflegegrad 1 in häuslicher Pflege.
  • Nicht genutzte Entlastungsbeträge aus dem Vorjahr können bis 30. September 2021 verwendet werden und verfallen nicht, wie normalerweise, schon im Juni.
  • 60 Euro statt 40 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, wie Mundschutze und Desinfektionsmittel – diese Regelung gilt sogar bis 31. Dezember 2021.
  • Zur Abfederung von Einkommensausfällen während der Pflegezeit und Familienpflegezeit kann ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden. Pandemiebedingte Einkommensausfälle können auch weiterhin bei der Ermittlung der Darlehenshöhe auf Antrag unberücksichtigt bleiben. Pandemiebedingte Rückzahlungsschwierigkeiten können auf Antrag erleichtert werden.

Beratungsangebote

Weitere Informationen für pflegende Angehörige gibt es auf dem Portal “Wege zur Pflege”. Zudem können sich Betroffene unter der Rufnummer 030 20 179 131 oder per Mail (info@wege-zur-pflege.de) an das Pflegetelefon wenden.

Das Pflegetelefon bietet fachliche Informationen zu allen Leistungsansprüchen und Unterstützungsmöglichkeiten im Pflegekontext.

Des Weiteren bietet es Beratung und Hilfestellung insbesondere auch für Angehörige in belastenden und kritischen Situationen. Bei der Vermittlung zu Beratungsangeboten vor Ort nimmt das Pflegetelefon eine Lotsenfunktion ein.

Die Beratungsgespräche sind anonym und vertraulich. Das Pflegetelefon berät von Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.

Unterstützung für Kinder und Jugendliche

Besondere Hilfe und Unterstützung bietet das Projekt “Pausentaste” für Kinder und Jugendliche, die sich um Angehörige kümmern. Wenn sie Sorgen oder Probleme haben, können sie bei der “Nummer gegen Kummer” anrufen: 116 111. Dort helfen ihnen bundesweit von Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr Beraterinnen und Berater – anonym und kostenlos.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

Neues Gesetz: Verbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

Getty Images/Morsa Images

1.12.2020 – Ende November hat der Bundestag das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) verabschiedet. Das bringt Entlastungen sowohl für Pflegebedürftige als auch ihre Angehörigen mit sich.

Hilfsmittel leichter beantragen

So z. B. ist die Beantragung von Hilfsmitteln künftig leichter und verlängern sich die Corona-Akuthilfen für pflegende Angehörige.

Die bisher befristete Regelung, nach der im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel automatisch – auch ohne ärztliche Verordnung – als beantragt galten, soll ab 2021 dauerhaft gelten.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Finanzielle Unterstützung verlängert 

Das bereits seit Ende Mai geltende, erweiterte Pflegeunterstützungsgeld für Corona-bedingte Versorgungsengpässe gilt in dieser Form bis Ende März 2021.

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung für Angehörige, die vorübergehend gezwungen sind, die häusliche Pflege zu übernehmen.

Digitale Beratungsgespräche

Beratungsbesuche für Pflegegeldempfänger sollen ebenfalls bis Ende März 2021 nicht nur in der eigenen Häuslichkeit erfolgen, sondern auch telefonisch oder digital über Video.

Die Beratungsbesuche dienen insbesondere der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung von z. B. pflegenden Angehörigen und somit der langfristigen Sicherstellung der häuslichen Pflege.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegende Angehörige

Akuthilfen für pflegende Angehörige in der Corona-Krise verlängert

Pflegende Angehörige

Getty Images/Zero Creatives

03.09.2020 – Die Akuthilfen für pflegende Angehörige in der Corona-Pandemie, die zunächst bis zum 30. September 2020 gelten, werden bis Ende 2020 verlängert. Dies hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen.

„Pflegende Angehörige leisten in der Corona-Krise Enormes und springen ein, wenn die professionelle Pflege zum Beispiel wegen Schließungen von Tagespflegeeinrichtungen ausfällt. Sie haben unseren großen Dank, aber auch konkrete Unterstützung verdient“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).

So sollen die im Mai in Kraft getretenen Akuthilfen bis Jahresende verlängert werden. „Wer coronabedingt Angehörige pflegt und erwerbstätig ist, erhält durch die Verlängerung auch weiterhin bis zum 31.12.2020 das Recht, bis zu 20 Arbeitstage pro Akutfall der Arbeit fernzubleiben“, so die SPD-Politikerin. Zudem verlängerten sich das Pflegeunterstützungsgeld für diese Zeit sowie flexiblere Regelungen wie z. B. eine kürzere Ankündigungsfrist der Familienpflegezeit, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung des Bundesfamilienministeriums.

Aktuell pflegen dem Ministerium zufolge rund 4,8 Millionen Angehörige ein Familienmitglied. Etwa 2,5 Millionen von ihnen seien erwerbstätig.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

pflegende Angehoerige

Corona-Krise: Fachstellen unterstützen pflegende Angehörige

pflegende Angehoerige

Getty Images/Shestock

10.06.2020 – Die Corona-Pandemie ist für pflegende Angehörige besonders herausfordernd. In Bayern erhalten Betroffene Hilfe bei entsprechenden Fachstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Darauf wies die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml am vergangenen Wochenende hin.

Liste mit Fachstellen und Ansprechpartnern online aufrufbar

Die rund 110 Fachstellen, die dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zufolge vom Land mit 1,6 Millionen Euro im Jahr gefördert werden, sollen häuslich Pflegende mithilfe von Beratung und begleitender Unterstützung psychosozial entlasten. So gebe es z. B. eine telefonische Beratung und eine Beratung per E-Mail, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Zudem kontaktierten einzelne Fachstellen pflegende Angehörige auch proaktiv telefonisch, um sie aufzufangen. Eine Übersicht der Fachstellen, an die sich Betroffene wenden können, und Unterstützungsangebote stellt das Ministerium online zur Verfügung.

 

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Zweites Bevölkerungsschutzgesetz: Erleichterungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige

Weitere Entlastungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige – zunächst befristet bis Ende September – sieht das “Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite” vor. „So können etwa Angehörige, wenn pandemiebedingt eine Versorgungslücke bei der Pflege zu Hause entsteht und sie daher der Arbeit fernbleiben müssen, bis zu 20 Tage lang das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung bezahlt bekommen“, verdeutlichte Huml. „Sofern der Entlastungsbetrag aus dem Jahr 2019 für Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 noch nicht für Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch genommen wurde, ist er über den 30.06.2020 hinaus bis zum 30.09.2020 übertragbar“, heißt es in der Mitteilung weiter. 

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Angehoerige pflegen unterstützen

Familienministerin Giffey will pflegende Angehörige stärken

Angehoerige pflegen unterstützen

Getty Images/PeopleImages

7.05.2020 – Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will Bürgerinnen und Bürger, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, in der Corona-Krise stärker entlasten. Die SPD-Politikerin sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, das Pflegeunterstützungsgeld müsse länger als 10 Tage gewährt werden. Zudem müssten die Antragsfristen für die Familienpflegezeit verkürzt werden.

In der aktuellen Situation habe sich die Lage pflegender Angehöriger verschärft, weil Tagespflegeplätze geschlossen wurden seien und kaum ausländische Pflegekräfte eingesetzt werden könnten.

Pflegende Angehörige seien “der größte Pflegedienst Deutschlands”, betonte Giffey. Es handle sich um 2,5 Mio. Menschen, von denen 2 Mio. berufstätig seien.

Bisher können Beschäftigte eine 10-tägige Auszeit von der Arbeit nehmen, wenn sie die Pflege für einen nahen Angehörigen organisieren müssen. Wer eine längere Familienpflegezeit in Anspruch nehmen will, muss momentan noch 8 Wochen vor Beginn der Auszeit einen Antrag dafür stellen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Kritik an den Plänen kam am Mittwoch von den Grünen. “Mit der Pflegezeit und der Familienpflegezeit reitet die Ministerin gleich zwei tote Pferde”, sagte Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik nach Angaben der Nachrichtenagentur afp. Die Menschen nähmen diese Leistungen nicht in Anspruch, weil sie weder hilfreich noch gerecht seien.

Wer nach einer beruflichen Auszeit, in der er weniger verdient habe, auch noch ein Darlehen zurückzahlen müsse, sei “doppelt gestraft”. Menschen, die sich um andere kümmerten, sollten keine Armut riskieren, mahnte Schulz-Asche.

Die Grünen plädieren daher für ein Modell der Pflegezeit Plus mit Lohnersatzleistungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Sie regen zudem ein zentrales, digitales Register für Unterstützungsangebote sowie eine bundesweit einheitliche Notfall-Hotline an. Darüber sollen Menschen zügig passende Angebote finden können.

Erst in der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett mehr Hilfen für Pflegebedürftige im ambulanten Bereich.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegeunterstützungsgeld, Pflegezeit und Familienpflegezeit


Unterstzützung für berufstätige pflegende Angehörige: Pflegeunterstützungsgeld, Pflegezeit, Familienpflegezeit

(c) canva

In Deutschland werden mehr als 2 Millionen Menschen zu Hause gepflegt – zwei Drittel davon ausschließlich durch Angehörige. Mittlerweile gibt es verschiedene gesetzliche Hilfen, wie Pflegeunterstützungsgeld, Pflegezeit und Familienpflegezeit, um der Pflegesituation trotz Berufstätigkeit gerecht zu werden.

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