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Finanzielle Last der Pflege

Mehrheit der jungen Menschen bereit für Angehörigenpflege

Finanzielle Last der Pflege

Getty Images/Oliver Rossi

14.10.2021 – Knapp 70 % der jungen Menschen zwischen 16 und 39 Jahren können sich vorstellen, einen Familienangehörigen zu pflegen. Unter denjenigen, die bereits pflegen oder gepflegt haben, sind dies sogar 84 %. Das hat eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für den DAK-Pflegereport 2021 ergeben.

Rund ein Drittel der jungen Menschen kann sich dem Report zufolge allerdings nicht vorstellen, Angehörige zu pflegen. Sie geben dafür verschiedene Gründe an: Ein Großteil traut sich Pflegetätigkeiten nicht zu (63 %). Für die Hälfte ist die Pflege nicht mit dem Beruf vereinbar (49 %) und 44 % fürchten seelische Belastungen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

DAK-Vorstandschef, Andreas Storm, sagte während der Vorstellung des Berichts am Dienstag in Hamburg:

“Die hohe Bereitschaft junger Menschen, sich bei der Pflege zu engagieren, ist bemerkenswert.”

Dem Bericht zufolge hat ein Viertel der jungen Menschen in Deutschland bereits Pflegeerfahrungen gesammelt. Bei mehr als der Hälfte von ihnen war die zu pflegende Person die Großmutter oder der Großvater.

Der wissenschaftliche Betreuer der Studie, Thomas Klie, von der Evangelischen Hochschule Freiburg erläuterte, dass die Pflege weniger als eine moralische Pflicht gesehen werde, sondern aus familiärer Verbundenheit geschehe.

Zwei Fünftel der für den Report Befragten wünschen sich die Pflege eines nahen Angehörigen zuhause durch die Familie gemeinsam mit einem Pflegedienst oder einer festen Pflegefachperson.

Ambulante Pflege stärker in Blick nehmen

Klie zufolge nehmen rd. 70 % der zuhause versorgten Menschen allerdings keine Beratungsangebote oder Unterstützung von einem ambulanten Pflegedienst in Anspruch. Er forderte deshalb von der kommenden Bundesregierung, die Pflege zu Hause stärker in Blick zu nehmen, und warnte:

“Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels werden wir bald an die Kapazitätsgrenzen in Pflegeheimen stoßen. Wir müssen sicherstellen, dass pflegende Angehörige umfassend unterstützt werden, um ihren wichtigen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen zu können. Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, wird die Situation der Pflege weiter eskalieren.”

DAK-Vorstandschef Storm forderte, pflegende Angehörige besser vor Armut zu schützen und von der Haushaltsarbeit zu entlasten.

Es sei nicht selbstverständlich, dass junge Menschen aufgrund der Pflege ihrer Angehörigen berufliche und finanzielle Nachteile in Kauf nähmen müssten.

“Wir müssen einen festen Rahmen schaffen, in dem es kein Entweder-Oder gibt.”

Pflegende Angehörige entlasten

Eine stärkere Unterstützung bei der Weiterführung des Haushalts und der Kinderbetreuung für jüngere pflegende Angehörige könne ein Ansatzpunkt sein; ebenso ein gesetzlicher Anspruch auf Zuschüsse zu Weiterbildungskosten und unterstützende Angebote, um einen Pflegemix von Angehörigenpflege und professioneller Fachpflege zu ermöglichen.

Es sei Aufgabe der kommenden Bundesregierung, eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu schaffen.

Für die Untersuchung befragte das Institut für Demoskopie Allensbach 1.310 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren. Darunter waren 443 Personen, die bereits Angehörige gepflegt haben.

Laut Statistischem Bundesamt wurden Ende 2019 von den 4,1 Mio. Menschen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhielten, 80 % zu Hause gepflegt.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Nachbarschaftshilfe

Nachbarschaftshilfe soll in Niedersachsen künftig anerkannt und bezahlt werden

Nachbarschaftshilfe

Bild: Gettyimages/Bojan89

07.10.2021 – Pflegebedürftigen Menschen in Niedersachsen soll bald ein breiteres Hilfsangebot zur Unterstützung im Alltag zur Verfügung stehen.

Wie die niedersächsische Landesregierung am Dienstag mitteilte, hat das Kabinett den Entwurf einer neuen Verordnung über „die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag für die Verbandsbeteiligung“ freigegeben.

Daraus geht hervor, dass gewerblich tätige Einzelpersonen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer ab 2022 als „unterstützende Personen“ anerkannt und bezahlt werden sollen.

Zusätzliche Unterstützung für pflegende Angehörige

Laut Sozialministerin Daniela Behrens brächte ein solches Angebot einige Vorteile mit sich:

„Im Alltag der häuslichen Pflege gibt es viel mehr zu tun als die reine Pflegeleistung selbst. Pflegebedürftige müssen betreut und beaufsichtigt, ihre Tage gestaltet werden.“

Pflegende Angehörige benötigten oft eine helfende Hand im Haushalt. Behrens sagte weiter:

„Hierfür braucht es vor allem Menschen mit Zeit und Empathie. Das können neben Anbieterinnen und Anbietern in der ambulanten Pflege auch Nachbarinnen oder Nachbarn, oder in Einzelunternehmung selbstständige Personen sein.“

Derzeit nicht genügend Angebote

Die Pflegekasse erstatte für haushaltsnahe Dienstleistungen den sog. Entlastungsbetrag von bis zu 125 € monatlich. Die Voraussetzung dafür sei, dass diese Leistungen von nach Landesrecht anerkannten Angeboten erbracht wurden.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Derzeit stünden nicht genügend Anbieterinnen und Anbieter für alle Pflegebedürftigen zur Verfügung.

Die Landesregierung rechne mit bis zu 5.000 zusätzlichen Anbieterinnen und Anbietern, wenn gewerblich tätige Einzelpersonen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer anerkannt würden.

Die Voraussetzungen für deren Anerkennung sollen angepasst werden, um dem niedrigschwelligen Charakter des Angebots gerecht zu werden und gleichzeitig die Qualität der Versorgung weiterhin zu sichern.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

pflegende Angehörige

DBfK fordert, das Potenzial der Pflege besser zu nutzen

Rentenpunkte

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05.10.2021 – Anlässlich des zweiten „Europäischen Tages der pflegenden Angehörigen“ am 6. Oktober 2021 fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), neue pflegerische Rollen in der Primärversorgung zu etablieren, um pflegende Angehörige zu stärken und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Der europaweite Aktionstag soll auf die Situation pflegender Angehöriger aufmerksam machen.

Rund 80 % der Menschen in Deutschland, die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung erhalten, würden zu Hause versorgt und mehr als die Hälfte von ihnen überwiegend von ihren Angehörigen.

Häufig seien diese auf sich allein gestellt, da es in Deutschland erhebliche Engpässe in der Primärversorgung vor Ort gebe.

Entlastung durch „Community Health Nursing”

Die Bundesgeschäftsführerin des DBfK, Bernadette Klapper sagt:

„Wir wissen, dass die Pflege von Angehörigen eine enorme Herausforderung ist und die Familien oft belastet und überfordert.“

Deswegen benötigten pflegende Angehörige bessere Beratung und Unterstützung seitens professionell Pflegender – auch wenn sie noch keinen Pflegedienst in Anspruch nähmen, so Klapper.

Damit verweist sie auf das Modell „Community Health Nursing“, das in Skandinavien, Großbritannien oder Kanada fest in der Primärversorgung verankert ist. Dazu Klapper:

„Speziell qualifizierte Pflegefachpersonen arbeiten eigenverantwortlich beispielsweise in einem Gesundheitszentrum oder im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Community Health Nurses koordinieren die Versorgung, beraten und erheben die besondere Bedarfslage vor Ort. Dies führt zu einer Entlastung und besseren Begleitung der pflegenden Angehörigen.“

Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern

Der DBfK fordert, ein solches Modell auch in Deutschland zu etablieren. Politisch hieße das in erster Linie, die pflegerische Rolle im Berufsrecht sowie im Leistungs- und Leistungserbringungsrecht zu verankern.

Laut DBfK liegt der neuen Bundesregierungdamit eine Möglichkeit vor, die Gesundheitsversorgung in Deutschland und damit die Situation der Menschen mit Pflegebedarf und ihrer Angehörigen deutlich und nachhaltig zu verbessern. Dazu gelte es, das vorhandene Potenzial der Pflege zu nutzen.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Häusliche Pflege

10 Jahre häusliche Pflege und ein würdiger Abschied: “Alleine ist das nicht zu schaffen”

Häusliche Pflege

Foto: Marcus Schlaf

Der Pflegekritiker Claus Fussek hat gemeinsam mit seiner Familie viele Jahre seine Mutter Gertraud Fussek in ihrem eigenen Zuhause versorgt. Ende Februar ist sie gestorben, von der Familie in ihrem Sterbeprozess begleitet. Wie schwer häusliche Pflege über lange Zeit ist und wie es trotzdem gelingen kann, erzählt Fussek aus der Perspektive des pflegenden Angehörigen.  Weiterlesen

Häusliche Pflege | Entlastung

Häusliche Pflege: Pflegebedürftige und Angehörige entlasten

Häusliche Pflege | Entlastung

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26.08.2021 – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat angesichts der laufenden vierten Welle der Corona-Pandemie an die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen erinnert. In der häuslichen Pflege dürften diese Personen nicht alleingelassen werden. Fehler der vergangenen Monate dürften sich jetzt nicht wiederholen.

“Pflegende Angehörige waren durch die Reduzierung und Schließung von Betreuungsangeboten häufig auf sich allein gestellt und mussten in der Pandemie ohne professionelle Unterstützung große Herausforderungen meistern.”

Jetzt müssten die richtigen Schlüsse gezogen werden. In einem 3-seitigen Positionspapier fasst der Pflegebevollmächtigte deshalb Maßnahmen zusammen, die seiner Auffassung nach, Pflegebedürftige und Angehörige entlasten. Denn diese müssten nicht nur mit ihrer Schutzbedürftigkeit, sondern v. a. mit ihren Bedürfnissen in den Fokus genommen werden.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

So sollten z. B. für Betroffene und pflegende Angehörige Tagespflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege so weit wie möglich verfügbar bleiben.

Einfacher, schneller Zugang zum Impfen

Wichtigster Baustein in der Pandemie bleibe für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige das Impfen, betonte Westerfellhaus. Derzeit würden Vorkehrungen für notwendige Auffrischungsimpfungen getroffen. Insbesondere für die genannte Personengruppe müsse der Zugang zu Impfungen so leicht wie möglich sein – in der häuslichen Pflege etwa über mobile Impfteams.

Westerfellhaus:

“Unabhängig von einer Pandemie ist erste und wichtigste Aufgabe aller Beteiligten, Selbstbestimmung, Teilhabe und Würde in der stationären und in der häuslichen Pflege zu verwirklichen. Daran müssen sich Politik, Kostenträger und Leistungserbringer jetzt und auch in Zukunft messen lassen.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Urlaubs-Checkliste für pflegende Angehörige

Für pflegende Angehörige scheint ein Urlaub oft schwer umsetzbar. Jetzt gibt es eine kostenfreie Checkliste mit nützlichen Tipps zu Infos.

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15.07.2021 – Für viele pflegende Angehörige erscheint ein Urlaub oft schwer umsetzbar. Doch Urlaubsreisen sind möglich und es gibt Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige. Eine kostenfreie Checkliste mit den wichtigsten Informationen und Hilfestellungen hat nun die Barmer Krankenkasse veröffentlicht.

Die Checkliste beinhaltet z. B.  Informationen zu Pflegeleistungen bei Reisen ins Ausland, barrierefreien Unterkünften und begleiteten Reiseangeboten. Interessierte erhalten zudem eine Liste mit den wichtigsten Punkten, die es bei der Reiseplanung mit einer pflegebedürftigen Person zu bedenken gibt.

Checkliste: Was gilt es vor einer Reise zu beachten

Für pflegende Angehörige, die allein verreisen möchten, stehen Tipps zur Verfügung, was sie bedenken sollten, um die Versorgung der pflegebedürftigen Person zu Hause während ihrer Abwesenheit sicherzustellen. Dazu gehören bspw. die benötigten Medikamente vor dem Urlaub aufzustocken und Kurzzeit- oder Verhinderungspflege zu beantragen.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Die Checkliste enthält darüber hinaus auch Links zu hilfreichen Webseiten und Hinweise, welche Leistungen pflegenden Angehörigen rund um den Urlaub zustehen und wie sie diese beantragen können.

Pflegebedürftigen stehen Leistungen am Urlaubsort zu

So können bspw. bei Reisen innerhalb Deutschlands alle bereits bewilligten Pflegeleistungen auch am Urlaubsort genutzt werden, sofern vor Ort passende Anbieter gefunden werden. Dementsprechend bietet die Checkliste auch Infos, wo und wie sich geeignete Anbieter am besten finden lassen.

„Reisen mit pflegebedürftigen Menschen sind nicht schwierig und schon gar nicht unmöglich. Viele pflegende Angehörige wissen gar nicht, dass ihnen auch für Urlaubsreisen mit den Personen, die sie pflegen, zahlreiche Möglichkeiten der Unterstützung zustehen“, sagt die Landesgeschäftsführerin der Barmer Thüringen, Birgit Dziuk.

Die kostenfreie Checkliste gibt es in 2 Varianten: als Download aufs Handy oder zum Ausdrucken.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Selbstbestimmte_Pflege

Pflegebevollmächtigter fordert Stärkung selbstbestimmter Pflege

Selbstbestimmte_Pflege

Getty Images/Lucy Lambriex

14.05.2021 – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich für umfassende Änderungen zur Stärkung einer selbstbestimmten Pflege ausgesprochen. Derzeit seien Leistungen oft kompliziert und unflexibel, kritisierte er am Montag. Selbstbestimmung und Würde der Pflegebedürftigen müssten gewahrt und finanzielle Lasten fair verteilt werden.

Verbraucherschutz in der ambulanten Pflege stärken

Dazu solle etwa die Familienpflegezeit für Angehörige durch eine Geldleistung ergänzt werden. Auch müsse die 24-Stunden-Betreuung zu Hause rechtssicher ausgestaltet werden. Viele Haushalte mit Pflegebedürftigen wollten nicht wahrhaben, dass bei diesem Modell bislang „erhebliche rechtliche Risiken bis hin zur Strafbarkeit“ bestünden, mahnte Westerfellhaus.

Außerdem lasse der Verbraucherschutz in der ambulanten Pflege Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu oft im Regen stehen. Da es häufig nicht einfach sei, einen neuen Pflegedienst zu finden, hätten viele Pflegebedürftige Bedenken, Wünsche oder sogar Beschwerden anzusprechen. Zudem seien vertragliche Rechte und Pflichten nicht klar genug geregelt. Hier müsse gesetzlich nachgebessert werden.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Der Leistungszugang für pflegebedürftige Menschen müsse des Weiteren über ein Entlastungsbudget entbürokratisiert und vereinfacht werden. Pflegebedürftige sollten bei häuslicher Pflege einen Anspruch auf 2 Budgets haben: ein Pflege- und ein Entlastungsbudget. Damit könnten Leistungen flexibel je nach Lebenssituation passend abgerufen werden, was u. a. die Situation jüngerer Pflegebedürftiger und pflegebedürftiger Kinder verbessern würde.

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Lohnersatz

Grüne fordern Lohnersatz für pflegende Angehörige

Lohnersatz

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14.05.2021 – Wer eine Angehörige oder einen Angehörigen zu Hause pflegt, muss häufig seine Arbeit einschränken oder ganz aufgeben. Das berichtet der “Spiegel” unter Berufung auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf 2 Fragen der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Pflegende Angehörige treten oft im Job kürzer

Demnach traten 24 % der pflegenden Angehörigen im Job zumindest kürzer, 13 % hörten ganz auf. 53 % konnten ihrer Arbeit wie zuvor nachgehen.

Um Pflegebedürftige zu versorgen, wenden Angehörige im Schnitt 34 Stunden pro Woche auf, mit stark variierenden Zahlen je nach Pflegegrad: Während ein Familienmitglied bei einem Pflegebedürftigen mit Grad 1 ca. 22 Stunden im Einsatz ist, sind es bei Stufe 5 rd. 56 Stunden.

Die Sprecherin der Grünen für Alten- und Pflegepolitik, Kordula Schulz-Asche, fordert Lohnersatz für diese Angehörige.

Derzeit erhalten Pflegebedürftige Geld von der Pflegeversicherung, das sie weitergeben sollen. Schulz-Asche glaubt aber, dass diese Personen das Geld häufig für den eigenen Lebensunterhalt verwenden.

Laut Ministerium gab die Versicherung im Jahr 2020 rd. 12,7 Mrd. Euro für das Pflegegeld aus.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Dass die Pflege von Angehörigen oft zu einer doppelten Belastung führt, zeigten erst jüngst Studienergebnisse des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

42 % derjenigen, die allein ein Familienmitglied pflegen, arbeiten demnach 30-40 Stunden in der Woche.

Einkommenseinbußen für pflegende Angehörige

Unter den pflegenden Angehörigen, die sich zusammen mit einem Pflegedienst kümmern, arbeiten 48 % in diesem Maße. Ein knappes Viertel der Pflegenden ist dagegen nicht erwerbstätig.

DIA-Sprecher Klaus Morgenstern warnte:

„Bei jenen, die parallel noch einen Vollzeitjob haben, entsteht eine enorme Doppelbelastung. Sie führt sowohl zu physischen als auch psychischen Härten“.

Allerdings führten verringerte Wochenarbeitszeiten zu geringeren Einkommen, sofern die Pflegenden noch im erwerbsfähigen Alter und noch nicht in Rente seien, – dass sei aber ohnehin nur ein kleiner Teil der Pflegenden.

Nach den Ergebnissen der DIA-Studie „50plus“ pflegen unter den 60-Jährigen und Älteren lediglich 3-7 % eine andere Person allein oder mit Unterstützung. In der Altersgruppe bis 39 Jahre waren es hingegen bis zu 28 %.

Für die repräsentative Studie wurden bundesweit 3.030 Menschen befragt.

Pflegende Angehörige in der Corona-Pandemie zusätzlich belastet

Zusätzliches Dilemma für pflegende Angehörige: In der Corona-Pandemie schultern sie noch mehr als sonst. Hilfsangebote wie Tages- und Kurzzeitpflege wurden 2020 seltener in Anspruch genommen. Dabei dienen gerade diese Angebote der Entlastung.

Insgesamt haben die Kassen der Pflegeversicherung rd. 21 % weniger Leistungen für Tages- und Nachtpflege zu verzeichnen gehabt und ca. 12 % weniger für Kurzzeitpflege als 2019. Das geht ebenfalls aus einer Antwort des BMG auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Das sei „ein wohl im Wesentlichen pandemiebedingter Rückgang“, so das BMG.

Denn in der ersten Welle der Corona-Pandemie hatten insbesondere Tagespflegeeinrichtungen wochenlang geschlossen und konnten über die Sommermonate oft nur eine Notbetreuung anbieten.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Equal Care Day 2021

Equal Care Day: Pflegende Angehörige besser absichern

Equal Care Day 2021

Getty Images/Drazen_

02.03.2021 – Die Aufgaben rund um Haushalt, Kinder, Pflege sind in unserer Gesellschaft nach wie vor sehr ungleich verteilt: 80 % dieser Fürsorgearbeit wird von Frauen geleistet. Gleichzeitig mangelt es an Wertschätzung für die Care-Arbeit. Der Equal Care Day am 1. März will auf diese Missstände aufmerksam machen.

Anlässlich des Aktionstags hat auch die Diakonie dafür plädiert, pflegende Angehörige im Alter besser abzusichern.

“Care-Arbeit darf nicht zu Altersarmut führen.”

Das sagte der Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, Maria Loheide.

Pflegezeiten stärker bei Rentenansprüchen berücksichtigen

Um sich um pflegebedürftige Menschen zu kümmern, würden viele Frauen ihren Job reduzieren oder sogar zeitweise ganz aufgeben.

Dabei verzichteten sie nicht nur auf Einkommen, sondern auch auf einen Teil ihrer künftigen Rente, verdeutlichte Loheide. Damit gefährdeten sie ihre eigene soziale Absicherung.

Die Diakonie plädiert deshalb dafür, Pflegezeiten stärker für die Rentenansprüche zu berücksichtigen – auch dann, wenn Menschen ihre Arbeitszeit nur wenig reduzieren.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Außerdem müsse die berufliche Freistellung zur Pflege Angehöriger „unbedingt“ erleichtert werden, etwa über Lohnersatzleistungen für bis zu 3 Jahre – ähnlich dem Elterngeld.

Pflegezeit für Angehörige über Lohnersatzleistungen regeln

Das könne die ohnehin schwierige Situation pflegender Angehöriger grundlegend verbessern und sie wirksam vor Altersarmut schützen, ist Loheide überzeugt.

“Es ist ein Armutszeugnis für unser Land, wenn wir diese Menschen im Regen stehen lassen.”

Während der Equal Pay Day, der an die Lohnungleichheit von Frauen und Männern erinnert, bereits seit 2007 besteht, ist der Equal Care Day noch relativ neu. Erst seit 2016 erinnert er in Schaltjahren am 29. Februar und in allen anderen Jahren am 1. März an eine faire und gleichwertige Verteilung von Sorgearbeit.

 

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Video-Sprechstunde

“Haben Brandbrief an Herrn Spahn geschrieben”

Video-Sprechstunde

GettyImages/pixelfit; Montage: P. Kröhl

Viele pflegende Angehörige sind Einzelkämpfer. Um das zu ändern, gründete Kornelia Schmid vor sieben Jahren eine Facebook-Gruppe unter gleichnamiger Bezeichnung. Diese zählt heute fast 11.000 Mitglieder. Weiterlesen