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Häusliche Pflege | Entlastung

Häusliche Pflege: Pflegebedürftige und Angehörige entlasten

Häusliche Pflege | Entlastung

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26.08.2021 – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat angesichts der laufenden vierten Welle der Corona-Pandemie an die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen erinnert. In der häuslichen Pflege dürften diese Personen nicht alleingelassen werden. Fehler der vergangenen Monate dürften sich jetzt nicht wiederholen.

“Pflegende Angehörige waren durch die Reduzierung und Schließung von Betreuungsangeboten häufig auf sich allein gestellt und mussten in der Pandemie ohne professionelle Unterstützung große Herausforderungen meistern.”

Jetzt müssten die richtigen Schlüsse gezogen werden. In einem 3-seitigen Positionspapier fasst der Pflegebevollmächtigte deshalb Maßnahmen zusammen, die seiner Auffassung nach, Pflegebedürftige und Angehörige entlasten. Denn diese müssten nicht nur mit ihrer Schutzbedürftigkeit, sondern v. a. mit ihren Bedürfnissen in den Fokus genommen werden.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

So sollten z. B. für Betroffene und pflegende Angehörige Tagespflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege so weit wie möglich verfügbar bleiben.

Einfacher, schneller Zugang zum Impfen

Wichtigster Baustein in der Pandemie bleibe für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige das Impfen, betonte Westerfellhaus. Derzeit würden Vorkehrungen für notwendige Auffrischungsimpfungen getroffen. Insbesondere für die genannte Personengruppe müsse der Zugang zu Impfungen so leicht wie möglich sein – in der häuslichen Pflege etwa über mobile Impfteams.

Westerfellhaus:

“Unabhängig von einer Pandemie ist erste und wichtigste Aufgabe aller Beteiligten, Selbstbestimmung, Teilhabe und Würde in der stationären und in der häuslichen Pflege zu verwirklichen. Daran müssen sich Politik, Kostenträger und Leistungserbringer jetzt und auch in Zukunft messen lassen.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Leitlinie, ambulante Pflege

Leitlinie: Das können Angehörige von ambulanten Pflegediensten während Corona erwarten

Leitlinie, ambulante Pflege

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06.05.2021 – Die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) hat eine Leitlinie für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen veröffentlicht. In gut verständlicher Sprache bietet sie betreffenden Personen eine Grundlage, um sich auf das Gespräch und die Zusammenarbeit mit dem ambulanten Pflegedienst vorzubereiten.

In tabellarischer Form informiert die 2-seitige Leitlinie, was Pflegebedürftige und Angehörige von ambulanten Pflegediensten im Umgang mit der COVID-19-Pandemie erwarten können.

So sollten etwa alle Besucherinnen und Besucher sowie die Mitarbeitenden des Pflegedienstes immer FFP2-Masken tragen. Das gelte auch für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige, wenn ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Zudem sollte jede Person, die die Wohnung betritt, sich die Hände waschen.

DGP-Wissenschaftler Thomas Fischer erläutert:

“Es ist uns ein Anliegen, pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in ihrer Selbstbestimmung zu stärken.”

Klar verständliche Informationen über professionelle pflegerische Leistungen seien dafür eine wichtige Grundlage.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Die Leitlinie fasst neben aktuellen Informationen zum Tragen einer FFP-2-Maske z. B. auch zusammen, wie ambulante Pflegedienste bei der Organisation der Schutzimpfung für Pflegebedürftige unterstützen können.

Die Leitlinie für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen basiert auf der Version für professionell Pflegende: S1-Leitlinie „Häusliche Versorgung, soziale Teilhabe und Lebensqualität bei Menschen mit Pflegebedarf im Kontext ambulanter Pflege unter den Bedingungen der COVID19-Pandemie – Living Guideline“.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pauschbetrag: Pflegende Angehörige sollen steuerlich entlastet werden

Getty Images/the_burtons

04.08.2020Angehörige, die zu Hause Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2, 3, 4 oder 5 betreuen und dafür keine Einnahmen erhalten, sollen künftig weniger Steuern zahlen. Mit einem neuen „Gesetz zur Erhöhung der Behinderten-Pauschbeträge und Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen“ sollen auch die sogenannten Pflege-Pauschbeträge angepasst werden. Einen entsprechenden Entwurf hat das Bundeskabinett in der vergangenen Woche beschlossen.

Pflege-Pauschbetrag fast verdoppelt

Demnach wird der Pauschbetrag für die Pflege von Personen mit einem Pflegegrad 4 oder 5 von 924 Euro auf 1.800 Euro pro Kalenderjahr angehoben. Darüber hinaus werden nach Angaben des Bundesfinanzministeriums für die bislang nicht berücksichtigten Pflegegrade 2 und 3 Pflege-Pauschbeträge in Höhe von 600 Euro bzw. 1.100 Euro gewährt.

„Der Pflege-Pauschbetrag soll in erster Linie die nicht bezifferbaren Aufwendungen des Pflegenden für die persönliche Pflege abdecken“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.

 

Pauschbetrag

Ein Pauschbetrag ist ein Sammelbetrag, der pauschal von der Steuer abgesetzt werden kann. Bei der Steuereinforderung soll so der Aufwand für eine genaue Berechnung reduziert werden.  

Steuerentlastung in Zahlen

Wie hoch die steuerliche Entlastung ausfallen soll, hat das Bundesgesundheitsministerium in einer Übersicht zusammengestellt:

Steuerentlastung bei ca. 35.000 Euro Bruttolohn im Jahr:

Pflegegrad 2: ca. 180 Euro

Pflegegrad 3: ca. 330 Euro

Pflegegrad 4: ca. zusätzliche 263 Euro (von 277 Euro auf 540 Euro)

Pflegegrad 5: zusätzliche 263 Euro (von 277 Euro auf 540 Euro)

 

Der Gesetzentwurf bedarf der Zustimmung des Bundesrats. Die Neuregelungen sollen ab 1. Januar 2021 gelten.

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Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Haeusliche Pflege

Studie: Lage in der häuslichen Pflege während Pandemie weiter zugespitzt

Haeusliche Pflege

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23.07.2020 – Die Pflegesituation zu Hause versorgter älterer Menschen hat sich während der Corona-Krise verschlechtert. Davon betroffen seien sowohl die Pflegebedürftigen als auch deren pflegende Angehörige. Das geht aus einer neuen Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hervor.

Einsamkeit und depressive Verstimmungen

Demnach berichtete fast die Hälfte der befragten Personen, dass sich die Pandemie negativ auf den Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen ausgewirkt habe. Darüber hinaus stellten fast 75 % fest, dass Einsamkeit und/ oder depressive Verstimmungen bei der pflegebedürftigen Person zugenommen hätten. 85 % der Befragten gaben an, dass Pflegebedürftige weniger Besuche von Verwandten oder Bekannten erhalten hätten. Zudem hätten pflegende Angehörige beinahe zur Hälfte den Kontakt zu ihrer pflegebedürftigen Person eingeschränkt.

 

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Überlastung und Verschlechterung der Beziehung

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Mehr als die Hälfte der befragten Angehörigen sagte, dass die Pflege derzeit belastender sei als vor dem Corona-Ausbruch. Eine Überforderung mit der aktuellen Situation gaben 38 % an. Außerdem habe sich die Beziehung zwischen der pflegebedürftigen Person und pflegenden Angehörigen verschlechtert. Dies berichteten drei Viertel. Bei einem Drittel seien häufiger Konflikte aufgetreten.

Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege

Dies alles könnte den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge auch Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege haben. „Die Zunahme von Belastungen unter Covid-19 ist entsprechend beunruhigend. Im Gegensatz zur Thematisierung der möglichen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf Gewalt gegenüber Kindern und Frauen, bleibt dieses Thema bezüglich der Altenpopulation allerdings bisher unberücksichtigt“, verdeutlicht Studienleiter Vincent Horn.

Für die Erhebung wurden 330 pflegende Angehörige online befragt und ergänzend qualitative Interviews durchgeführt.

 

Dass die Corona-Pandemie die häusliche Pflege zusätzlich belastet, zu diesem Ergebnis kam jüngst auch eine Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegeberatung

Studie zeigt: Pflegebedürftige sind mit Pflegeberatung zufrieden

Pflegeberatung

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9.07.2020Pflegebedürftige sind mit der Pflegeberatung ihrer Pflegekassen zufrieden. Das geht aus einer im Auftrag des GKV-Spitzenverbands erstellten wissenschaftlichen Studie des IGES Instituts hervor. So gaben fast 90 % der befragten Pflegebedürftigen an, dass Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung einfach gewesen seien. Mehr als 95 % berichteten, dass sie der Beratung gut folgen konnten und auf ihre Bedürfnisse ausreichend eingegangen worden sei. Fast 96 % beurteilten die Pflegeberatung ihrer Pflegekasse als unabhängig und neutral.

 

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Zeitnah und vor Ort

Persönliche Erstberatungen erfolgten der Untersuchung zufolge innerhalb weniger Tage, 86,2 % dieser Beratungen fanden in der häuslichen Umgebung statt. 4,8 % aller Pflegeberatungen seien am Telefon durchgeführt worden. 3,4 % der Befragten hätten sich in einem Pflegestützpunkt und 2,2 % in der Geschäftsstelle ihrer Pflegekasse beraten lassen.

Inhalte der Beratungen

Als Gründe für die Inanspruchnahme der Pflegeberatung gaben diejenigen, die gerade einen Erstantrag auf Leistungen nach dem SGB XI gestellt hatten, allgemeinen Informationsbedarf zu Leistungen der Pflegekasse (74,4 %) oder zur Pflegesituation (64,8 %) an. 39,6 % fragten nach Unterstützung in einer verschlechterten Pflegesituation, 38,2 % nach Hilfe beim Ausfüllen von Formularen der Pflegekasse und 35,8 % nach Unterstützung bei der Suche nach einem Pflegedienst/Pflegeheim.

Erstantragstellende, die zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Pflegeberatung wahrgenommen hatten, nannten als Gründe: keinen Bedarf (41,4 %), kannten das Angebot nicht (26,4 %) und hätten bereits eine andere Pflegeberatung (Pflegeeinrichtung, Sozialdienst der Krankenhäuser, Medizinischer Dienst der Krankenversicherung , Pflegestützpunkt) erhalten (23,1 %).

Studienteilnehmende

Für die Studie wurden 2.486 Versicherte mit Erstantrag auf Pflegebegutachtung, 2.676 Pflegegeld-Leistungsempfänger sowie 299 Pflegebedürftige, die gerade eine Pflegeberatung erhalten hatten, befragt – ebenso Pflegeberatende, Pflegeberatungsstellen, Pflegekassen und andere in der Pflegeberatung Tätige.

Alle gesetzlich Versicherten, die Leistungen der Pflegeversicherung beziehen oder einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung gestellt haben, können Pflegeberatung über ihre Pflegekassen nutzen.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Online

So werden Angehörige fit für die Pflege

Online

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21.05.2020 – Die Corona-Pandemie verunsichert viele pflegende Angehörige. Unterstützung für den herausfordernden Pflegealltag finden Angehörige z. B. in den kostenlosen Online-Pflegekursen “Grundlagen der häuslichen Pflege”, “Demenz: Alltagsgestaltung und Begleitung” und “Schlaganfall – Die Krankheit verstehen” von “Angehörige pflegen”.

Die Kurse sind zusammen mit professionell Pflegenden erarbeitet worden. Die Inhalte sind verständlich aufbereitet und übersichtlich strukturiert. Mit Videos, Bildern und Grafiken werden selbst komplexe Lerninhalte leicht nachvollziehbar.

Die Kosten für die zertifizierten Kurse werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Stürzen

Wie Angehörige Pflegebedürftige vor Stürzen schützen können

Stürzen

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19.05.2020 – Statistisch gesehen stürzt jede zehnte durch ambulante Pflegedienste versorgte pflegebedürftige Person einmal innerhalb von 14 Tagen. Um das Sturzrisiko so gering wie möglich zu halten, können Angehörige helfen. Dabei sind v. a. 2 Aspekte entscheidend: regelmäßige Bewegung, etwa über gemeinsame Spaziergänge, und eine “aufgeräumte” Wohnung. Wichtig ist es, die pflegebedürftige Person dabei zu unterstützen, möglichst viel selbst zu erledigen, z. B. beim Anziehen oder bei der Körperpflege. Das fördert die Selbstständigkeit und den Bewegungsradius im Alltag.

Allerdings: “Menschen mit Pflegebedarf zu motivieren, ist wichtig. Sie unter Druck zu setzen oder gar zu zwingen, darf dabei nicht sein”, gibt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zu bedenken. Um Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht zu trainieren, empfiehlt Sulmann u. a. fachlichen Rat z. B. über eine Physiotherapie einzuholen. Auch Bewegungsangebote von Krankenkassen und Gemeinden böten oft hilfreiche Kurse wie Herzkreislauf-Trainings oder Sitzgymnastik.

 

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In der eigenen Wohnung sollten Stolperfallen aus Teppichkanten und Kabeln vermieden werden. Insbesondere wenn mit Rollator oder Rollstuhl rangiert werden müsse, brauche es ausreichend Platz. Haltegriffe oder Handläufe an den Wänden sorgten für Sicherheit. Gute Lichterverhältnisse, festes Schuhwerk sowie gutsitzende Kleidung trügen darüber hinaus zu einem möglichst sicheren Gang bei.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Angehoerige pflegen unterstützen

Familienministerin Giffey will pflegende Angehörige stärken

Angehoerige pflegen unterstützen

Getty Images/PeopleImages

7.05.2020 – Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will Bürgerinnen und Bürger, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, in der Corona-Krise stärker entlasten. Die SPD-Politikerin sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, das Pflegeunterstützungsgeld müsse länger als 10 Tage gewährt werden. Zudem müssten die Antragsfristen für die Familienpflegezeit verkürzt werden.

In der aktuellen Situation habe sich die Lage pflegender Angehöriger verschärft, weil Tagespflegeplätze geschlossen wurden seien und kaum ausländische Pflegekräfte eingesetzt werden könnten.

Pflegende Angehörige seien “der größte Pflegedienst Deutschlands”, betonte Giffey. Es handle sich um 2,5 Mio. Menschen, von denen 2 Mio. berufstätig seien.

Bisher können Beschäftigte eine 10-tägige Auszeit von der Arbeit nehmen, wenn sie die Pflege für einen nahen Angehörigen organisieren müssen. Wer eine längere Familienpflegezeit in Anspruch nehmen will, muss momentan noch 8 Wochen vor Beginn der Auszeit einen Antrag dafür stellen.

 

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Kritik an den Plänen kam am Mittwoch von den Grünen. “Mit der Pflegezeit und der Familienpflegezeit reitet die Ministerin gleich zwei tote Pferde”, sagte Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik nach Angaben der Nachrichtenagentur afp. Die Menschen nähmen diese Leistungen nicht in Anspruch, weil sie weder hilfreich noch gerecht seien.

Wer nach einer beruflichen Auszeit, in der er weniger verdient habe, auch noch ein Darlehen zurückzahlen müsse, sei “doppelt gestraft”. Menschen, die sich um andere kümmerten, sollten keine Armut riskieren, mahnte Schulz-Asche.

Die Grünen plädieren daher für ein Modell der Pflegezeit Plus mit Lohnersatzleistungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Sie regen zudem ein zentrales, digitales Register für Unterstützungsangebote sowie eine bundesweit einheitliche Notfall-Hotline an. Darüber sollen Menschen zügig passende Angebote finden können.

Erst in der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett mehr Hilfen für Pflegebedürftige im ambulanten Bereich.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Hilfen

Pflegebedürftige sollen mehr Hilfen bekommen

Hilfen

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30.04.2020 – Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf eines “Zweiten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite” beschlossen. Darin enthalten sind u. a. auch mehr Hilfen für Pflegebedürftige im ambulanten Bereich.

Betroffene können den Plänen zufolge im Pflegegrad 1 bis Ende September den Entlastungsbetrag von 125 Euro flexibler verwenden, z. B. für haushaltsnahe Dienstleistungen. Für alle Pflegebedürftigen gilt: Die bisherige Ansparmöglichkeit von nicht in Anspruch genommenen Entlastungsleistungen wird einmalig um 3 Monate verlängert. Auch der Zugang zum Pflegeunterstützungsgeld soll erleichtert werden.

Zur Überbrückung von quarantänebedingten Versorgungsengpässen in der ambulanten oder stationären Pflege können stationäre Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen in Anspruch genommen werden.

Über die Pläne muss noch der Bundestag entscheiden. Erste Beratungen sollen in der kommenden Woche erfolgen. Für den 11. Mai ist eine Anhörung terminiert.

 

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Corona_Hilfe

Corona: Tipps zur Entlastung für pflegende Angehörige

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28.04.2020 – Die aktuelle Corona-Pandemie ist für pflegende Angehörige besonders herausfordernd. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat nun auf einer Website aktuelle Informationen und Tipps zum Schutz vor dem Coronavirus und zur Entlastung zusammengestellt.

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Vor allem berufstätige Angehörigen stünden häufig vor dem Problem, die Pflege und den Beruf miteinander zu vereinbaren. Die ZQP-Pflegeexpertin Daniela Sulmann rät den Betroffenen, mit ihrem Arbeitgeber darüber zu sprechen, wie die häusliche Pflege ermöglicht werden könne – z. B. mithilfe von Homeoffice, Überstundenabbau, flexiblen Arbeitszeiten oder Freistellung. „Es gibt auch gesetzliche Ansprüche, etwa auf kurzzeitige Freistellung für 10 Arbeitstage, um die Pflege sicherzustellen. Dazu können die Pflegekasse, die private Pflegeversicherung oder das Pflegetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beraten“, sagt die Fachfrau.

 

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Hilfen annehmen und für Entlastung sorgen

Generell sollten pflegende Angehörige darauf achten, sich zu entlasten und dazu etwa Lieferdienste in Anspruch nehmen oder Nachbarn bitten, bei Einkäufen zu unterstützen. Zudem könnten Arzneimittelverordnungen und Medikamente postalisch zugestellt werden. Auch könnte mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprochen werden, ob Medikamente über einen längeren Zeitraum verschrieben werden könnten.

Auf Hygiene achten und Abstand halten

Das ZQP rät darüber hinaus, die zurzeit allgemeinen Regeln genau zu beachten. Dazu gehörten bspw. eine penible Händehygiene (mit Seife und für mind. 20 s) sowie die Einhaltung der Nies- und Hustenetikette und des Abstands zu anderen Personen von mindestens 1,5 m. Diesen sollten Angehörige auch im Umgang mit ihren Pflegebedürftigen beachten. Auch wenn es schwer falle, sollte auf Umarmungen oder Küsse verzichtet werden. Bei der Körperpflege sei es sinnvoll, zum Schutz der pflegebedürftigen Person eine Mund-Nasen-Bedeckung oder einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz anzulegen.

„Wenn pflegende Angehörige Symptome einer Atemwegserkrankung oder Fieber bei sich selbst wahrnehmen, sollten sie sofort das weitere Vorgehen mit ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin telefonisch besprechen“, so Sulmann. Für den Fall, dass man selbst ausfalle, sei es wichtig, einen Plan zu haben.

 

Die aktuelle Corona-Pandemie kann zu Ängsten und seelischen Belastungen führen. Lesen Sie, wie Sie die Zeit der Isolation und der eingeschränkten Kontakte möglichst gut bewältigen können.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.