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Kochbuch für Menschen mit Demenz

Demenz: Ein etwas anderes Kochbuch

Kochbuch für Menschen mit Demenz

Anna Jannes

“Kochen heißt Geschichten schreiben”, sagt ein schwedisches Sprichwort. Denn Kochen ist mehr als nur Nahrungszubereitung. Ein neues Kochbuch soll Angehörigen dabei helfen, die Zubereitung und das Einnehmen von Mahlzeiten mit an Demenz erkrankten Menschen erlebnisreicher und genussvoller zu gestalten.

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Demenz

Neue Broschüre bietet Unterstützung, wenn Eltern jung an Demenz erkranken

Demenz

GettyImages/ Xesai

25.05.2022 – Gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hat eine Gruppe junger Erwachsener, die jeweils ein demenzerkranktes Elternteil haben, eine neue Ratgeberbroschüre veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Du bist nicht mehr wie früher“. Darin wollten sie anderen Betroffenen eine Hilfestellung in dieser Situation geben, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.

Demenz trete nicht nur im höheren Alter auf. Laut der Alzheimergesellschaft seien in Deutschland rd. 25.000 Menschen unter 65 Jahren an der degenerativen Erkrankung des Gehirns erkrankt.

Die Diagnose betreffe die gesamte Familie. Besonders für die Kinder von Betroffenen ergäben sich daraus Anforderungen, über die sie mit Gleichaltrigen reden könnten, heißt es weiter.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Betroffene berichten von ihren Erfahrungen

In der Broschüre berichteten Betroffene von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Demenzerkrankung eines Elternteils.

Sie sprächen darin u. a. darüber, welchen Herausforderungen sie begegnet seien, aber auch über gute Momente, die nach wie vor möglich seien.

Die Alzheimergesellschaft erklärt:

„Mit ihren Berichten möchten sie anderen jungen Menschen in dieser Situation Mut machen, ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind, und ihnen Hilfestellungen an die Hand geben.“

Neben Erfahrungsberichten enthalte die Broschüre auch einen Teil mit Hintergrundinformationen zu den häufigsten Demenzerkrankungen im jüngeren Lebensalter sowie zu Unterstützungsangeboten.

Die 80-seitige Broschüre ist gedruckt und als PDF kostenlos im Online-Shop der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erhältlich.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Amazon Sprachassistent

Amazon und Alzheimer Gesellschaft testen, ob Sprachassistent Menschen mit Demenz und Angehörige unterstützen kann

Amazon Sprachassistent

Foto: Amazon

17.05.2022 – Kann ein Sprachassistent Menschen mit Demenz unterstützen, ihren Alltag besser zu bewältigen? Das untersucht das Unternehmen Amazon aktuell gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Expertinnen und Experten beider Seiten begleiteten 12 Menschen mit Demenz. Gemeinsam mit ihren Pflegenden und Angehörigen testeten sie die Funktionen des Sprachassistenten „Alexa“, wie das Unternehmen in der Vorwoche mitteilte.

Erste Rückmeldungen fielen demnach überwiegend positiv aus.

Hilfreiche Funktionen für den Alltag

So habe der „Alexa“-Sprachassistent z. B. im Alltag dabei geholfen, Routinen einzuhalten oder an die Einnahme von Medikamenten zu erinnern.

Einen positiven Effekt auf die Testpersonen mit Demenz hatte laut Amazon das Betrachten alter Bilder, die auf dem Bildschirm des Geräts gezeigt wurden. Das habe ihr emotionales Wohlbefinden und die Aufmerksamkeit gesteigert.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Am häufigsten hätten die Testpersonen die Funktion zum Abspielen von Musik und ausgewählten Radiosendungen genutzt. Musik habe einigen Teilnehmenden zur Aufmunterung gedient.

Weiterentwicklung notwendig

Die Tests hätten nach Angaben des Unternehmens aber auch noch viel Entwicklungspotenzial ergeben. Eines der Hauptanliegen der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen sei gewesen, dass der Sprachassistent sich an ihre Sprachgeschwindigkeit anpasse.

„Da die Betroffenen teilweise sehr langsam sprechen und nach Worten suchen, müsste Alexa dieses verzögerte Sprachtempo berücksichtigen. Genauso bei abweichenden Formulierungen, die Alexa noch nicht erkennt“, teilte das Unternehmen mit.

Ein wichtiger Wunsch sei zudem eine Notruffunktion.

Zusätzlich hätten sich einige der Testpersonen eine alternative Aktivierungsmöglichkeit des Sprachassistenten gewünscht, wie über die automatische Gesichtserkennung oder bestimmte Signalwörter.

Die Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Saskia Weiß, äußerte sich überrascht, wie offen die Testpersonen den Sprachassistenten akzeptiert hätten:

„Das zeigt, Sprachdienste haben das Potenzial, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in ihrem Alltag zu unterstützen.“

Herausforderung für Menschen im fortgeschrittenen Stadium der Demenz

Allerdings nehme im Verlauf einer Demenz die Sprachfähigkeit ab – also jenes Können, das für die Nutzung eines Sprachassistenten ausschlaggebend sei.

Deshalb sei die eigenständige Nutzung des Sprachassistenten für Testpersonen im fortgeschrittenen Stadium nur schwer oder gar nicht möglich gewesen.

Amazon will nach eigenen Angaben den Sprachassistenten an das verzögerte Sprechtempo von an Demenz erkrankten Personen anpassen, damit sie mehr Zeit haben, ihre Anfrage zu formulieren. 

Mit dem Potenzial der Digitalisierung für Menschen mit Demenz haben sich auch Barbara Boos und Astrid Lärm von der Nationalen Demenzstrategie am Deutschen Zentrum für Altersfragen auseinandergesetzt. Sie beschreiben die Vor- und Nachteile neuer Technologien sowie, was Angehörige beachten sollten. 

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Musterwohnung Demenz

Mobile Ausstellung von Musterwohnung für Menschen mit Demenz

Demenz

AOK Rheinland/Hamburg

11.03.2022 – Wie Menschen mit einer demenziellen Erkrankung besser und länger zu Hause leben können, stellt die AOK Rheinland/Hamburg in der neuen mobilen Version ihrer „Musterwohnung Demenz“ in mehreren Regionen vor.

Menschen mit Demenz benötigten ein hohes Maß an Orientierung und Sicherheit, um sich wohlzufühlen, heißt es dazu auf der Webseite der AOK.

Dies seien die wesentlichen Aspekte, nach denen die „Musterwohnung Demenz“ gestaltet sei.

Praktische Tipps für den Alltag

Bisher habe ausschließlich die Musterwohnung der AOK-Servicestelle Demenz in Jülich Tipps und Anregungen sowie praktische Hilfen für den Alltag in einem demenzfreundlichen Umfeld gegeben, so die AOK weiter.

Nun könnten sich interessierte die mobile Musterwohnung auch in verschiedenen anderen Regionen ansehen.

Die Wanderausstellung bestehe aus 3 großen Stellwänden (je 2,30 Meter mal 2,70 Meter) mit Fotos der Originalwohnung, die rheinlandweit und in Hamburg einsetzbar sei.

Das Fachpersonal der Servicestelle Demenz begleite zudem die Ausstellung und gebe vor Ort Schulungen zum Thema „Zu Hause leben – auch mit Demenz“.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Laut AOK seien auf den Stellwänden die wesentlichen Merkmale festgehalten, die den Schwerpunkt der Schulung  verdeutlichten.

Die Leiterin der Servicestelle Demenz, Stefanie Froitzheim, erläutert:

„Anhand der Ausstellung und durch die dezidierten Erklärungen unseres Fachpersonals können wir viele Menschen erreichen, die sich über ein für Menschen mit Demenz zugeschnittenes Wohnumfeld informieren möchten.“

Rollenspiele zum Thema „Kommunikation und Umgang” sowie Demenzsimulationen rundeten das Schulungsangebot ab.

Kostenfreie Schulung

Die Wanderausstellung richte sich an pflegende Angehörige und Menschen mit Interesse an der Pflege.

Die Termine für Ausstellungen der Musterwohnung sind:

  • 7. März bis 25. März 2022, Haus der StädteRegion Aachen, Zollernstr. 10, 52070 Aachen
  • 2. Mai bis 6. Mai 2022, Haus Wetterstein, Seniorenwohnheim Brühl, Kölnstr. 74-84, 50321 Brühl
  • 9. Mai bis 3. Juni 2022, AOK Haus Bonn, Heisterbacherhofstr.2, 53111 Bonn
  • 20. Juni bis 8. Juli 2022, AOK Haus Gummersbach, Moltkestr. 18, 51643 Gummersbach
  • 22. August bis 2. September 2022, AOK Haus Kleve, Hoffmannallee 61-65, 47533 Kleve
  • 24. Oktober bis 11. November 2022, AOK Haus Mönchengladbach, Steinmetzstr. 57-61, 41061 Mönchengladbach

Die Musterwohnung in Jülich könne während dieser Zeit auch weiterhin von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr nach Voranmeldung besucht werden, so die AOK. 

Zusätzlich werde die mobile Musterwohnung künftig durch alle Häuser der AOK Rheinland/Hamburg wandern.

Auch Kooperationspartnerinnen und -partner wie Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen hätten die Möglichkeit, die mobile Musterwohnung auszustellen.

Die Teilnahme an der Schulung „Zu Hause leben – auch mit Demenz” sei für die Besucher kostenfrei.

Die Anmeldung erfolgt zentral über die Servicestelle Demenz telefonisch unter 0211 8791-58710 oder per E-Mail über ac.demenz@rh.aok.de.

Eine erfolgreiche Teilnahme werde den Besuchenden nach § 45 b SGB XI bescheinigt.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Digitalisierung und Demenz

Das Potenzial der Digitalisierung für Menschen mit Demenz

Digitalisierung und Demenz

GettyImages/AzmanL

In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten von ihnen leben in ihrem eigenen Zuhause und werden dort vor allem von ihren Angehörigen betreut und gepflegt. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen können vom digitalen Wandel profitieren und Technik nutzen, um die Bewältigung des Alltags so lange wie möglich selbstbestimmt zu organisieren.

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Demenz

Demenz: Ratgeber zur Pflegeversicherung

Demenz

Getty Images/Maskot

08.02.2022Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) hat ihren „Leitfaden zur Pflegeversicherung“ aktualisiert. Er informiert nun auch über die seit 1. Januar 2022 geltenden neuen Regelungen und Leistungsbeträge der Pflegeversicherung, teilte die DAlzG vor wenigen Tagen mit.

Das Hauptaugenmerk läge auf den Besonderheiten, die bei Menschen mit einer Demenz in diesem Zusammenhang zu beachten seien.

Auf 200 Seiten gibt die DAlzG Informationen und Hilfestellungen rund um Leistungen der Pflegeversicherung für Menschen mit einer Demenz und ihre Angehörigen.

Zudem erklärt sie die Antragstellung, die Abläufe bei der Begutachtung zum Pflegegrad, die Möglichkeiten eines Widerspruchs sowie die verschiedenen Leistungen, die die Pflegeversicherung zur Verfügung stellt.

Der Leitfaden enthält im Anhang neben den wichtigsten Auszügen aus den Gesetzestexten auch Vorlagen für ein ärztliches Attest, ein Widerspruchsschreiben, eine Vorlage für einen Selbsteinschätzungsbogen sowie eine Berechnungstabelle zur Bestimmung des Pflegegrads.

Vielfältige Leistungen für Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz können vielfältige Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen, wenn sie Hilfe im Alltag benötigen.

Viele seien sich jedoch unsicher, ob sie einen Anspruch hätten, oder es fehle der Überblick über die Angebote, weswegen sie sich scheuten, einen Antrag zu stellen, so die DAlzG.

„Betroffene und Angehörige benötigen gut verständliche Informationen, um die teilweise sehr komplizierten Regelungen zu durchschauen“, heißt es weiter. 

Laut DAlzG reichten die Leistungen der Pflegeversicherungen von Unterstützung im Haushalt über Betreuungsangebote, Hilfe bei der Körperpflege, Vertretung bei Urlaub der Pflegeperson bis hin zu Leistungen für die Versorgung in einer Demenz-WG oder im Pflegeheim.

Interessierte erhalten den Leitfaden in gedruckter Version zum Preis von 7,50 Euro oder als Download für 5 Euro im Online-Shop der DAlzG.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.