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Pflegegradrechner

So berechnen Sie den voraussichtlichen Pflegegrad

Pflegegradrechner

Getty Images/Luis Alvarez

15.04.2021 – Der Sozialverband Deutschland (SoVD) bietet 2 neue Online-Hilfen an: einen Pflegegradrechner und ein Widerspruchstool.

Das Onlinetool berechnet in mehreren Schritten den voraussichtlichen Pflegegrad von Menschen, die pflegebedürftig sind.

SoVD-Präsident Adolf Bauer sagte im März:

„Jetzt kann jedermann schnell und präzise selber den eigenen Pflegegrad oder den von Angehörigen berechnen.“

Der Rechner sei einfach und verständlich gehalten, Betroffene oder Angehörige könnten ihn ausfüllen.

Pflegegradrechner bietet Orientierung, aber keine rechtsverbindliche Aussage

Zwar entscheide letztlich die Einschätzung des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) über den Pflegegrad. Das neue Onlinetool könne aber zur Vorbereitung auf die Begutachtung dienen.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

„Es ist wichtig, sich rechtzeitig mit der eigenen Pflegesituation und der Pflegebegutachtung auseinanderzusetzen.“

Obgleich der Pflegegradrechner eine Orientierung zu einer möglichen Einstufung biete, treffe er keine rechtsverbindliche Aussage, verdeutlichte Bauer.

Widerspruch nicht ohne Rechtsberatung

Im Fall einer Pflegegrad-Ablehnung unterstützt das neue Widerspruchstool. Bauer betont jedoch:

„Dieses Werkzeug dient lediglich der Fristenwahrung, unterstützt aber nicht bei der Begründung des Widerspruchs. Hierzu sollten sich die Betroffenen an die SoVD-Rechtsberatungsstellen vor Ort wenden.“

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegebegutachtung

Pflegebegutachtung: Einheitliche Maßgaben für Hausbesuch beschlossen

Pflegebegutachtung

Getty Images/Marko Geber

13.04.2021 – Der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbands (MDS) hat bundesweit einheitliche Maßgaben für die Pflegebegutachtungen während der COVID-19-Pandemie beschlossen. In diesen ist geregelt, unter welchen Schutz- und Hygienemaßnahmen die persönliche Pflegebegutachtung erfolgt und in welchen Ausnahmefällen darauf verzichtet werden kann.

Der scheidende MDS-Geschäftsführer Peter Pick sagte Ende März:

“Der persönliche Hausbesuch ist und bleibt das beste Verfahren in der Begutachtung. Die Medizinischen Dienste halten strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen ein, um den Infektionsschutz der besonders verletzlichen pflegebedürftigen Menschen sicherzustellen. Dazu gehören regelmäßige Testungen der Gutachterinnen und Gutachter, das Tragen von FFP2-Masken und das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln.”

In den Maßgaben seien zudem Fallkonstellationen beschrieben, in denen aus besonderen Gründen bei der Pflegebegutachtung auf die persönliche Befunderhebung im Wohnbereich des Versicherten verzichtet werden könne.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Hausbesuch entfällt nur in Ausnahmen

Dies sei nur dann möglich, wenn dies im Einzelfall zur Verhinderung eines besonders hohen Risikos einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus zwingend erforderlich ist. In diesen Ausnahmefällen könne die Pflegebegutachtung anhand vorliegender Unterlagen und als strukturiertes Telefoninterview erfolgen.

Strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen

Die Maßgaben werden laut MDS mit umfassenden strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Die Medizinischen Dienste verfahren demnach nach einem auf die Pandemielage im jeweiligen Bundesland abgestimmten Hygienekonzept. Orientierung hierfür sei das auf Bundesebene erstellte, umfassende Hygienekonzept der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Widerspruch MDK-Gutachten

Pflegegrad abgelehnt: Widerspruch gegen das MDK-Gutachten

Widerspruch MDK-Gutachten

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Ob Ihr pflegebedürftiger Angehöriger Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat, bekommen Sie heraus, wenn Sie einen Antrag auf Feststellung eines Pflegegrades beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) stellen. Alles Wissenswerte dazu finden Sie in den beiden Beiträgen Pflegegrad beantragen: Erste Schritte (Teil 1) und Pflegegrad beantragen: So stellen Sie den Antrag auf Pflegegrad (Teil 2). Dort finden Sie auch eine Vorlage für einen Antrag als kostenlosen Download. Doch was können Sie tun, wenn Ihr Antrag auf den Pflegegrad abgelehnt wird?

Wie die Begutachtung durch die Pflegekasse abläuft

Nachdem die Pflegekasse Ihren Antrag erhalten hat, meldet sich der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK; bei gesetzlich Versicherten) oder Medicproof (bei privat Versicherten) bei Ihnen, um einen Besuchstermin zu vereinbaren. Dieser Besuch dient dazu, die pflegebedürftige Person in ihrem Wohnumfeld zu begutachten. So kann man sicherer feststellen, wie selbstständig jemand noch ist und bei welchen Tätigkeiten Ihr Angehöriger Unterstützung braucht.

Tipp

Auf diesen Besuch sollten Sie sich vorbereiten und vorhandene medizinische Unterlagen bereithalten, wie zum Beispiel Arztbriefe, Therapieberichte, Krankenhausbefunde oder sozialmedizinische Gutachten.

Was Sie über den Pflegegrad-Bescheid wissen sollten

Das Gutachten wird an die Pflegekasse weitergeleitet, zusammen mit einer Empfehlung für den Pflegegrad. Sie bekommen dann innerhalb von 25 Tagen einen Leistungsbescheid und das Pflegegutachten zugeschickt. Die gesetzliche Frist dafür beträgt 5 Wochen ausgehend vom Posteingang bei der Pflegekasse. Falls die Kasse länger braucht, steht Ihnen eine Entschädigung von 70 Euro pro angefangener Woche Verzögerung zu.

Wird der Pflegegrad für Ihren Angehörigen genehmigt, werden die Leistungen rückwirkend bewilligt. Das heißt, Sie können damit rechnen, dass Pflegesachleistungen, Hilfsmittel, Pflegegeld etc., die vom Zeitpunkt der Antragstellung an nötig waren, entsprechend des Pflegegrades bezuschusst bzw. bezahlt werden.

Wie Sie Widerspruch gegen das MDK-Gutachten einlegen

Wenn Ihr Antrag auf den Pflegegrad abgelehnt wird, können Sie Widerspruch dagegen einlegen. Das gleiche gilt, falls der festgestellte Pflegegrad nicht dem entspricht, den Sie für angemessen halten.

Tipp

Das Gutachten ist immer eine Momentaufnahme. Wenn Ihr Angehöriger am Tag der Begutachtung ungewöhnlich fit war oder einen besonders rüstigen Eindruck vermitteln wollte, lassen Sie dies am besten in die Begründung des Widerspruchs einfließen.

Für den Widerspruch haben Sie 4 Wochen Zeit. Bereiten Sie ihn gut vor, damit Sie die passenden Argumente finden. Gehen Sie dabei am besten schrittweise vor:

1. Lesen Sie das Gutachten gut durch und prüfen Sie, ob alles korrekt dargestellt ist. Prüfen Sie dabei:

  • Wurde der Grad der Selbstständigkeit richtig berechnet?
  • Stimmt die Gewichtung der Punkte?
  • Wurden die Punkte richtig addiert?

Tipp

Alles Wissenswerte zur Begutachtungspraxis des MDK finden Sie im kostenlosen E-Book zum MDK-Besuch. Abonnieren Sie unseren Newsletter und wir schenken es Ihnen.


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2. Fordern Sie aktuelle Arztberichte an, falls diese am Tag der ersten Begutachtung noch nicht vorlagen und legen Sie sie Ihrem Widerspruchsschreiben bei.

3. Nutzen Sie unseren Kurzcheck oder den Selbsteinschätzungsbogen im E-Book, um den Grad der Selbstständigkeit Ihres Angehörigen besser einschätzen zu können. Das kann eine gute Argumentationshilfe beim Verfassen des Widerspruchschreibens sein.

4. Lassen Sie sich in einem Pflegestützpunkt beraten oder bitten Sie den ambulanten Pflegedienst darum, Ihnen beim Widerspruch behilflich zu sein.

Tipp

Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Pflegegrade 4 oder 5 abgelehnt wurden, da für die Widerspruchsbegründung professionelle medizinische und pflegerische Kenntnisse gefragt sind.

5. Verfassen Sie den Widerspruch schriftlich.

Achtung

Denken Sie daran, dass auch der Widerspruch von der pflegebedürftigen Person selbst oder ihrem gesetzlichen Betreuer unterschrieben werden muss.

Tipp

Nutzen Sie diesen Musterbrief zum Widerspruch (##Link). Sie können ihn kostenlos herunterladen.

6. Versenden Sie den Widerspruch als Einschreiben mit Rückschein oder als Fax (heben Sie den Sendebericht auf!). Sie können den Widerspruch auch direkt in einer Geschäftsstelle der Pflegekasse abgeben. Notieren Sie sich dazu am besten das Datum und den Gesprächspartner.

Nach dem Widerspruch erstellt der MDK ein zweites Gutachten und gibt eine neue Pflegegrad-Empfehlung ab. Kommt dabei das gleicher heraus wie zuvor, haben Sie die Möglichkeit vor dem Sozialgericht gegen den Bescheid zu klagen. Wenn Sie überlegen, eine Klage einzureichen, empfiehlt sich zuvor ein Gespräch mit einem Pflegesachverständigen.

Über die Autorin

Silke Jäger ist freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen.

Hausbesuche

Einstufung in Pflegegrade: MDK setzt persönliche Hausbesuche wieder aus

Hausbesuche

Getty Images/Dobrila Vignjevic

10.11.2020 Qualitätsprüfungen und persönlichen Hausbesuche der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) sind während der aktuellen Kontaktbegrenzung im November erneut ausgesetzt. Das gab der MDK in der Vorwoche bekannt. Erst im Oktober waren die Kontrollen nach einer Zwangspause seit März wieder aufgenommen worden.

“Die Medizinischen Dienste leisten damit ihren Beitrag zur Kontaktreduzierung und zum Infektionsschutz der besonders gefährdeten pflegebedürftigen Menschen.”

Das sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS), Peter Pick.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Einstufung in Pflegegrade: Zeitnaher Leistungsbezug sichergestellt

 

Die Einstufung in Pflegegrade erfolge während der Kontaktbeschränkung auf Basis bereits vorliegender Informationen. Zusätzlich gebe es die zu Beginn der Corona-Krise entwickelten strukturierten Telefoninterviews mit Pflegebedürftigen und ihren Bezugspersonen. Sie hälfen, den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen.

Auf diese Weise würden der zeitnahe Leistungsbezug und die damit verbundene Versorgung sichergestellt.

Die Begutachtungen der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgten während der Kontaktbeschränkung ebenfalls ohne körperliche Untersuchung.

Wie werden Pflegebedürftige aktuell begutachtet? Wie sehen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen aus? Antworten dazu hat der MDK in einem Infoblatt zusammengefasst.

Weitere Informationen zur Begutachtung und Qualitätsprüfung während der Pandemie gibt es auf den Internetseiten des MDS.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

MDK_Pflegebegutachtung

Ab Oktober wieder Hausbesuche und MDK-Prüfungen

MDK_Pflegebegutachtung

Getty Images/Luis Alvare4

24.09.2020 – In der kommenden Woche starten wieder die persönlichen Pflegebegutachtungen und die Qualitätsregelprüfungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Beides war zum Schutz vor Corona-Infektionen seit Mitte März ausgesetzt. Die Wiederaufnahme erfolgt nun unter Einhaltung der jeweils geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Gute Pflegeversorgung auch unter Pandemie-Bedingungen sicherstellen

“So richtig es war, beides aus Infektionsschutzgründen auszusetzen, so richtig ist es nun, beides unter Wahrung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen wieder aufzunehmen”, sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts des GKV-Spitzenverbandes (MDS), Peter Pick, in der vergangenen Woche.

Der MDS koordiniert und fördert die Umsetzung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der MDK. Dabei geht es z. B. auch um bundesweit einheitliche Kriterien für die Begutachtung.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Heime und ambulante Pflegedienste hätten während der Pandemie vielerorts gute Arbeit geleistet und z. B. kreative Lösungen entwickelt, um der Vereinsamung pflegebedürftiger Menschen entgegenzuwirken.

In Einzelfällen weiterhin Telefoninterviews

“Gleichwohl ist nicht überall alles gut gelaufen. Die Prüfungen sind ein wichtiges Korrektiv, um unerwünschten Entwicklungen vorzubeugen. Mit Corona leben, bedeutet auch eine qualitativ gute Pflegeversorgung unter Pandemie-Bedingungen sicherzustellen”, verdeutlichte Pick.

Die zu Beginn der Corona-Krise entwickelten strukturierten Telefoninterviews, die helfen, den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen, sollen in Ausnahmefällen weiterhin Gültigkeit haben – etwa in Corona-Hotspots, im Falle von akuten Ansteckungsrisiken oder bei immenser Immunschwäche versicherter Personen. Damit sei sichergestellt, dass diese Versicherten weiterhin zeitnahen Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhielten. Allerdings sei wegen der fehlenden Inaugenscheinnahme der Pflegebedürftigen vor Ort die gutachterliche Einschätzung zu therapeutischen Leistungen und zu Wohnumfeld-verbessernden Maßnahmen dann weiterhin nur begrenzt möglich.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Darauf müssen Sie bei einem Umzug ins Pflegeheim achten

Pflegeheim: Von daheim ins Heim


Darauf müssen Sie bei einem Umzug ins Pflegeheim achten

(c) canva

Der Umzug in ein Pflegeheim fällt pflegebedürftigen Menschen oft nicht leicht. Die emotionale Verbundenheit mit dem eigenen Zuhause ist groß. Für pflegende Angehörige ist ein Wohnortwechsel auch ein organisatorischer Kraftakt: Von der Suche nach dem passenden Pflegeheim bis hin zur Auflösung der alten Wohnung gibt es viel zu tun. Weiterlesen