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Finanzielle Last der Pflege

Studie: Angehörige tragen finanzielle Last der Pflege

Finanzielle Last der Pflege

Getty Images/Oliver Rossi

09.02.2021 – Viele Menschen, die einen Angehörigen pflegen, reduzieren ihren Job oder geben diesen komplett auf. Damit nehmen sie erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf. Doch weniger die Älteren und damit jene Gruppe, die besonders auf Pflege angewiesen ist, beklagen diese Engpässe, sondern vor allem jüngere Generationen bis 40 Jahre. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Vor allem Jüngere beklagen Finanzeinbußen

Für die Untersuchung wurden im Sommer 2020 mehr als 3.000 Bundesbürgerinnen und -bürger befragt.

Dabei sollten sowohl Angehörige als auch Pflegebedürftige angeben, wie groß oder klein sie die Finanzeinbußen infolge der Pflegesituation einschätzen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Jeweils knapp 60 % der 18- bis 39-Jährigen stufen die Abstriche als „groß“ ein. Mit zunehmendem Alter sinkt dagegen der Anteil derer, die große Einbußen beklagen.

Während bei der stationären Pflege die Kosten für diese komplett vom Pflegebedürftigen und dessen Versicherungen übernommen werden, funktioniert häusliche Pflege mit einer teilweisen indirekten Finanzierung durch die Angehörigen, indem sie zugunsten der Pflege freiwillig auf Einkommen verzichten, verdeutlicht das DIA.

Ältere Pflegebedürftige empfänden ihre Lage weniger als finanzielle Verlustsituation. Zwar müssten sie oftmals Alterseinkünfte und Erspartes für die Finanzierung der Pflegekosten aufwenden. Das betrachte aber nur etwa ein Fünftel der ab 60-Jährigen als große finanzielle Einbuße.

Bereitschaft zu pflegen, ist groß

Trotz Einbußen: Die Bereitschaft, Angehörige zu pflegen, ist laut Studie „ausgesprochen groß“. Knapp zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie sich die Pflege von Angehörigen ganz oder teilweise vorstellen können.

Für 17 % kommen Pflegetätigkeiten nicht infrage.

Für 13 % ist die Frage irrelevant, da sie z. B. keine Angehörigen haben.

Viele Eltern sehen ihre Kinder als „eine Art Garant für einen möglichen Pflegefall“. So gehen Kinderlose zu 40 % davon aus, dass sie später mit einer guten Pflege rechnen können. Mit steigender Kinderzahl nimmt diese Erwartungshaltung jedoch zu. Unter Befragten mit 4 und mehr Kindern rechnen nahezu zwei Drittel mit einer guten Pflege im Alter.

Die Studie mit allen Ergebnissen soll Mitte dieses Jahres erscheinen.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

24-Stunden-Pflege

Erster DIN-Standard für „24-Stunden-Betreuung“

24-Stunden-Pflege

Getty Images/Morsa Images

28.01.2021 – Ein neuer Standard soll die Qualität der Betreuung im häuslichen Umfeld erhöhen sowie mehr Transparenz für betreuungsbedürftige Menschen und ihre Angehörigen schaffen. Denn der Markt für diese Dienstleistung sei oftmals durch eine teils nicht ausreichende Versorgungsqualität, schwierige Arbeitsverhältnisse der Betreuungskräfte und Intransparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher gekennzeichnet, teilte der DIN-Verbraucherrat in der Vorwoche mit. Erstmals hat der Rat deshalb einen DIN-Standard zur Vermittlung von Betreuungskräften aus dem Ausland veröffentlicht.

Orientierungshilfe für Angebote der 24-Stunden-Betreuung

„Aus Verbrauchersicht legt die DIN SPEC 33454 zum ersten Mal Rahmenbedingungen fest, die betreuungsbedürftigen Menschen, ihren Angehörigen und den Betreuungskräften Orientierung bieten. Der Standard setzt einen wichtigen Impuls für rechtliche und soziale Ausgewogenheit in der häuslichen Betreuung“, heißt es in einer Mitteilung des DIN-Verbraucherrats.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Rd. 600.000 Pflegende aus dem Ausland im Einsatz

Der Standard wurde über einen Zeitraum von 1,5 Jahren hinweg entwickelt. Das interdisziplinäre Expertengremium setzte sich u. a. zusammen aus Verbraucherschützerinnen und -schützern, Angehörigen- und Betroffenenvertretungen, Pflegewissenschaft sowie Juristinnen und Juristen.

Ca. 4,1 Mio. Menschen in Deutschland sind laut DIN-Verbraucherrat pflegebedürftig und die meisten Hilfebedürftigen möchten solange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause verbringen. Da sich viele Angehörige die dafür notwendige Betreuung nicht leisten können, ermöglichen derzeit rd. 600.000 Kräfte aus dem Ausland, insbesondere aus Osteuropa, die Betreuung der Angehörigen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Impfstrategie

Pflegende Angehörige in nationaler Impfstrategie vorrangig berücksichtigen

Impfstrategie

Getty Images/Luis Alvarez

05.01.2021 – Beim Corona-Infektionsschutz müssen pflegende Angehörige endlich in die nationale Teststrategie eingebunden und mit Vorrang in die diskutierte Impfstrategie einbezogen werden. Das hat der Bundesverband „wir pflegen“ kurz vor Weihnachten in einer 4-seitigen Stellungnahme an die Bundesregierung und Abgeordnete im deutschen Bundestag gefordert.

„Die schwierige Lage pflegender Angehöriger während der Pandemie scheint in der Politik immer noch nicht angekommen zu sein und das, obwohl sie in Deutschland den größten Anteil der Pflegearbeit übernehmen“, mahnte Vorstandsmitglied Sebastian Fischer.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

In Deutschland pflegten rd. 5 Mio. Angehörige mehr als 2,6 Mio. Menschen mit Pflegebedarf im häuslichen Umfeld.

Die Situation der häuslichen Pflege sei in der zweiten Welle mehr als prekär, mahnt der Verband.

Wichtige Unterstützung wie Tagespflege, zugehende Beratung oder ambulante Pflege seien weggebrochen. Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr könnte auch der Freundes-, Nachbar- oder Bekanntenkreis nicht wie vor der Pandemie unterstützen. So blieben viele Familien sich selbst überlassen, Betreuung und Versorgung zu stemmen.

Pflegende Angehörige stärken

Die häusliche Pflege sei hinsichtlich der Corona-Maßnahmen vorrangig zu behandeln, so nun der Verband.

4 Maßnahmen seien deshalb erforderlich:

  1. Pflegende Angehörige sind in die nationale Teststrategie aufzunehmen und brauchen einen Zugang zu Schnelltests.
  2. Für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf braucht es eine Freistellung mit Lohnersatz nach Infektionsschutzgesetz.
  3. Die Pflegehilfsmittelpauschale ist von 60 auf 80 Euro anzuheben.
  4. Pflegende Angehörige sind ebenfalls mit Vorrang in eine nationale Impfstrategie aufzunehmen.

Anliegen von Angehörigen wahrnehmen und ernsthaft an Lösungen arbeiten

Darüber hinaus fordert der Verband Bundesregierung und Bundestag auf, die Anliegen pflegender Angehöriger „endlich ausreichend wahrzunehmen, Lösungsvorschläge ernsthaft voranzutreiben und zeitnah zu verabschieden“.

„Bei aller Liebe ist häusliche Pflege Arbeit. Häusliche Pflege gibt es nicht umsonst. Vor allem nicht in einer Pandemie. Die Zeit drängt. Handeln Sie!“, so der eindringliche Appell von „wir pflegen“.

Auch die Diakonie Deutschland hat vor wenigen Tagen darauf hingewiesen, dass pflegende Angehörige in der Impfstrategie nicht vergessen werden dürften.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

Neues Gesetz: Verbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

Getty Images/Morsa Images

1.12.2020 – Ende November hat der Bundestag das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) verabschiedet. Das bringt Entlastungen sowohl für Pflegebedürftige als auch ihre Angehörigen mit sich.

Hilfsmittel leichter beantragen

So z. B. ist die Beantragung von Hilfsmitteln künftig leichter und verlängern sich die Corona-Akuthilfen für pflegende Angehörige.

Die bisher befristete Regelung, nach der im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel automatisch – auch ohne ärztliche Verordnung – als beantragt galten, soll ab 2021 dauerhaft gelten.

 

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Finanzielle Unterstützung verlängert 

Das bereits seit Ende Mai geltende, erweiterte Pflegeunterstützungsgeld für Corona-bedingte Versorgungsengpässe gilt in dieser Form bis Ende März 2021.

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung für Angehörige, die vorübergehend gezwungen sind, die häusliche Pflege zu übernehmen.

Digitale Beratungsgespräche

Beratungsbesuche für Pflegegeldempfänger sollen ebenfalls bis Ende März 2021 nicht nur in der eigenen Häuslichkeit erfolgen, sondern auch telefonisch oder digital über Video.

Die Beratungsbesuche dienen insbesondere der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung von z. B. pflegenden Angehörigen und somit der langfristigen Sicherstellung der häuslichen Pflege.

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Anerkennung_pflegendeAngehörige

Pflegende Angehörige fordern mehr Wertschätzung

Anerkennung_pflegendeAngehörige

Getty Images/the_burtons

29.09.2020 – Mehr Anerkennung für pflegende Angehörige – das fordern der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz und der Verein „Pflegende Angehörige“.

Die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass insbesondere der häuslichen Pflege eine Lobby fehle. Die Probleme und Nöte von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen fänden zu wenig öffentliche Beachtung.

Der VdK Rheinland-Pfalz will das mit einem landesweiten Aktionstag am 8. Oktober unter dem Motto „Wir schmeißen nicht das Handtuch“ ändern. Pflegende Angehörige, deren Familie und Freude sowie Mitarbeiter der häuslichen Pflege sind aufgerufen, an diesem Tag ein weißes Handtuch aus dem Fenster zu hängen.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

„Wir wollen mit den weißen Handtüchern sichtbar machen, in wie vielen Haushalten in Rheinland-Pfalz Menschen gepflegt werden oder wer alles an der Pflege von Angehörigen und Freunden beteiligt ist“, teilte der Landesverband des VdK mit.

Pflegende Angehörige als tragende Säule der Pflege

Außerdem fordert er u. a. bessere Informationen über regionale Pflegeangebote durch Pflegekassen und Pflegestützpunkte, mehr individuelle Pflegeleistungen sowie den Ausbau von Kurzzeit- und Tagespflege.

Auch der Verein für pflegende Angehörige sieht Verbesserungsbedarf. Während der Corona-Krise sei v. a. die berufliche Pflege sehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Angesichts der Tatsache, dass fast 80 % aller Pflegebedürftigen derzeit in Deutschland zu Hause betreut würden, sei das eine Ungleichbehandlung. Pflegende Angehörige seien die tragende Säule der Pflege. Der Verein appelliert deshalb für einen gesellschaftlichen Diskurs über eine bessere Anerkennung für pflegende Angehörige.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Haeusliche Pflege

Studie: Lage in der häuslichen Pflege während Pandemie weiter zugespitzt

Haeusliche Pflege

Getty Images/yulkapopkova

23.07.2020 – Die Pflegesituation zu Hause versorgter älterer Menschen hat sich während der Corona-Krise verschlechtert. Davon betroffen seien sowohl die Pflegebedürftigen als auch deren pflegende Angehörige. Das geht aus einer neuen Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hervor.

Einsamkeit und depressive Verstimmungen

Demnach berichtete fast die Hälfte der befragten Personen, dass sich die Pandemie negativ auf den Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen ausgewirkt habe. Darüber hinaus stellten fast 75 % fest, dass Einsamkeit und/ oder depressive Verstimmungen bei der pflegebedürftigen Person zugenommen hätten. 85 % der Befragten gaben an, dass Pflegebedürftige weniger Besuche von Verwandten oder Bekannten erhalten hätten. Zudem hätten pflegende Angehörige beinahe zur Hälfte den Kontakt zu ihrer pflegebedürftigen Person eingeschränkt.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Überlastung und Verschlechterung der Beziehung

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Mehr als die Hälfte der befragten Angehörigen sagte, dass die Pflege derzeit belastender sei als vor dem Corona-Ausbruch. Eine Überforderung mit der aktuellen Situation gaben 38 % an. Außerdem habe sich die Beziehung zwischen der pflegebedürftigen Person und pflegenden Angehörigen verschlechtert. Dies berichteten drei Viertel. Bei einem Drittel seien häufiger Konflikte aufgetreten.

Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege

Dies alles könnte den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge auch Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege haben. „Die Zunahme von Belastungen unter Covid-19 ist entsprechend beunruhigend. Im Gegensatz zur Thematisierung der möglichen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf Gewalt gegenüber Kindern und Frauen, bleibt dieses Thema bezüglich der Altenpopulation allerdings bisher unberücksichtigt“, verdeutlicht Studienleiter Vincent Horn.

Für die Erhebung wurden 330 pflegende Angehörige online befragt und ergänzend qualitative Interviews durchgeführt.

 

Dass die Corona-Pandemie die häusliche Pflege zusätzlich belastet, zu diesem Ergebnis kam jüngst auch eine Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

ZQP

Studie zeigt: Coronakrise belastet pflegende Angehörige zusätzlich

ZQP

Getty Images/freemixer

2.07.2020 – Das Coronavirus belastet die häusliche Pflege zusätzlich. Laut einer am Dienstag vorgestellten Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin berichtet etwa ein Drittel der rund 4,7 Mio. pflegenden Angehörigen in Deutschland, dass sich ihre Pflegesituation wegen der Pandemie erheblich verschlechtert hat.

Dass sie diese Situation mehr oder weniger überfordert, sagt ein Viertel der Befragten. 24 % sind besorgt, die häusliche Pflege nicht mehr zu schaffen. Dabei haben Gefühle der Hilflosigkeit in der Pflegesituation bei 29 % der Angehörigen zugenommen. Eine Steigerung belastender Konflikte mit der pflegebedürftigen Person geben 24 % an.  Ein Fünftel berichtet, Wut und Ärger in der Pflegesituation seien gewachsen.

Menschen mit Demenz verstehen Pandemie-regeln oft nicht

„Unsere Studie weist darauf hin, dass sich nicht wenige pflegende Angehörige mit zusätzlichen Sorgen im Gepäck durch die Corona-Zeit kämpfen müssen. Denn sie tragen oft große Verantwortung für die Gesundheit sowie die emotionale und soziale Situation ihrer pflegebedürftigen Nächsten. In der Gemengelage von Infektionsrisiken, Kontaktbeschränkungen und damit verbundenen Unterstützungsverlusten sowie ökonomischer Unsicherheit liegt zusätzliches Überlastungspotenzial“, sagte ZQP-Vorstandsvorsitzender Ralf Suhr.

Angehörige von Menschen mit Demenz spüren Auswirkungen der Krise im Pflegekontext noch häufiger. Von ihnen nehmen 41 % die Pflegesituation als zugespitzt wahr.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Für Menschen mit Demenz sei es wichtig, dass ihre gewohnten Routinen erhalten blieben, erläuterte die Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité, Adelheid Kuhlmey. Auch hätten Demenzkranke teils großen Bewegungsdrang und verstünden die Pandemie-Regeln oft nicht.

Weniger Unterstützung in der häuslichen Pflege

Als Stressfaktor für pflegende Angehörige wirkt sich der Studie zufolge besonders aus, dass es pandemiebedingt weniger Unterstützung in der häuslichen Pflege gibt. 40 % der Angehörigen nennen als Grund für Mehrbelastungen, dass Dienstleistungen und Hilfestrukturen im Wohnumfeld weggefallen sind. Davon, dass Tagespflegeeinrichtungen nicht mehr genutzt werden konnten, berichten etwa 81 % der Befragten.

Für ihre Studie befragten ZQP und Charité bundesweit 1.000 Personen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

pflegende Angehoerige

Corona-Krise: Fachstellen unterstützen pflegende Angehörige

pflegende Angehoerige

Getty Images/Shestock

10.06.2020 – Die Corona-Pandemie ist für pflegende Angehörige besonders herausfordernd. In Bayern erhalten Betroffene Hilfe bei entsprechenden Fachstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Darauf wies die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml am vergangenen Wochenende hin.

Liste mit Fachstellen und Ansprechpartnern online aufrufbar

Die rund 110 Fachstellen, die dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zufolge vom Land mit 1,6 Millionen Euro im Jahr gefördert werden, sollen häuslich Pflegende mithilfe von Beratung und begleitender Unterstützung psychosozial entlasten. So gebe es z. B. eine telefonische Beratung und eine Beratung per E-Mail, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Zudem kontaktierten einzelne Fachstellen pflegende Angehörige auch proaktiv telefonisch, um sie aufzufangen. Eine Übersicht der Fachstellen, an die sich Betroffene wenden können, und Unterstützungsangebote stellt das Ministerium online zur Verfügung.

 

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Zweites Bevölkerungsschutzgesetz: Erleichterungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige

Weitere Entlastungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige – zunächst befristet bis Ende September – sieht das „Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ vor. „So können etwa Angehörige, wenn pandemiebedingt eine Versorgungslücke bei der Pflege zu Hause entsteht und sie daher der Arbeit fernbleiben müssen, bis zu 20 Tage lang das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung bezahlt bekommen“, verdeutlichte Huml. „Sofern der Entlastungsbetrag aus dem Jahr 2019 für Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 noch nicht für Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch genommen wurde, ist er über den 30.06.2020 hinaus bis zum 30.09.2020 übertragbar“, heißt es in der Mitteilung weiter. 

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Infektionsvorbeugung

Infektionsvorbeugung: Pflegende können Angehörige unterstützen

Infektionsvorbeugung

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17.03.2020 – In Zeiten der Corona-Pandemie übernehmen Pflegefachpersonen in der häuslichen Pflege wichtige Beratungsaufgaben, wenn es um die Infektionsvorbeugung geht. Darauf wies die Pflegekammer Niedersachsen in einer aktuellen Mitteilung hin. Pflegefachpersonen seien in der Lage, sowohl Patientinnen und Patienten als auch Angehörige zur Infektionsvermeidung oder -eindämmung zu beraten, unterstrich Kammerpräsidentin Nadya Klarmann.

„Mit ihrer Fachexpertise stützen sie das Gesundheitssystem und tragen dazu bei, einer Ausbreitung der Corona-Infektion entgegenzuwirken“, so Klarmann. Darüber hinaus verdeutlichte sie, dass vor allem die häusliche Pflege in der aktuellen Situation herausfordernd sei: Zugangsbeschränkungen wie bei stationären Einrichtungen und Krankenhäusern ließen sich in der häuslichen Umgebung nur schwer realisieren. Auch sei schwer einzuschätzen, welche Kontakte die pflegebedürftigen Personen oder deren Angehörige gehabt hätten. „Hier sind Beratungsleistungen von Pflegefachpersonen unerlässlich“, sagte Klarmann.

Den Staat forderte sie auf, für den Schutz der Pflegenden zu sorgen. Er müsse Arbeitgeber so ausstatten, dass diese ihren Aufgaben, aber auch ihrer Fürsorgefunktion gegenüber ihren Beschäftigten nachkommen könnten. Weiterhin müssten ausreichend Schutzartikel wie Desinfektionsmittel, Schutzmasken und -anzüge bereit stehen. „Pflegefachpersonen, die in unmittelbaren Kontakt mit coronainfizierten Personen stehen, müssen selbst regelmäßig getestet werden, um die Infektionskette zu unterbrechen“, so die Kammerpräsidentin.

 

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Was pflegende Angehörige jetzt tun können

Was pflegende Angehörige tun können, um sich selbst und ihre zu pflegende Person zu schützen, haben wir für Sie in einer Übersicht zusammengestellt. Besonnenes Handeln und gewissenhafte Hygienemaßnahmen sind dabei entscheidend.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

 

Roboter in der häuslichen Pflege

Forschungsprojekt widmet sich Robotern für die häusliche Pflege

Roboter in der häuslichen Pflege

@TU Ilmenau/SIBIS Institut

12.03.2020 – In einem gerade gestarteten Forschungsprojekt entwickelt die Technische Universität Ilmenau einen innovativen mobilen Assistenzroboter, der eine enge Vernetzung von Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegepersonal ermöglichen soll. Elementarer Bestandteil dabei: ein videobasiertes Angehörigennetzwerk.

Das Verbundprojekt MORPHIA – steht für „Mobiler robotischer Pflegeassistent zur Verbesserung von Teilhabe, Versorgung und Sicherheit in der häuslichen Pflege durch videobasiertes Angehörigennetzwerk“ – wurde im Rahmen eines Bundeswettbewerbs zum Förderschwerpunkt „Robotische Systeme für die Pflege“ als eines der Siegerprojekte ausgewählt.

Das Projekt kostet insgesamt 2,28 Mio. Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit 1,64 Mio. Euro für die nächsten 3 Jahre.

Die TU Ilmenau koordiniert den Forschungsverbund, dem insgesamt 8 Partner aus Wissenschaft, Technologiefirmen und Pflege angehören.

So funktioniert MORPHIA

Über die MORPHIA-Pflegeplattform, die sich aus dem Roboterassistent und einem Kommunikationsnetzwerk zusammensetzt, sollen die Aufgaben im Pflegenetzwerk künftig leichter abgestimmt und verteilt werden.

Dazu entwickeln die Forscher eine einfach zu handhabende mobile Videopräsenz, die sowohl von Pflegebedürftigen als auch von Angehörigen via Smartphone oder Tablet von jedem beliebigen Ort aus aufgebaut werden kann.

Defizite bisheriger Robotertelepräsenzsysteme sollen der Vergangenheit angehören. Beispielsweise hatten bislang Pflegebedürftige oft Probleme, solche Assistenzsysteme zu bedienen, oder die Fernsteuerung und Navigation waren sehr zeitaufwändig.

MORPHIA – so die Erwartung der Wissenschaft – werde sich deutlich von bisherigen Lösungsansätzen unterscheiden und eine kostengünstige sowie robuste Roboterhardware in Aussicht stellen, die eine interaktionsfähige und praxistaugliche Unterstützung der Pflegearbeit im häuslichen Umfeld ermögliche.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Deutsche Ethikrat in einer Stellungnahme bekanntgegeben, dass er ein großes Nutzenpotenzial für Robotik in der Pflege sieht. Diese Technologie könne einen wertvollen Beitrag dazu leisten, sowohl die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen zu erhöhen als auch die Arbeitsqualität in der Pflege zu verbessern. Voraussetzung sei allerdings, dass die Robotik verantwortungsvoll eingesetzt werde.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.