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Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

Neues Gesetz: Verbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

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1.12.2020 – Ende November hat der Bundestag das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) verabschiedet. Das bringt Entlastungen sowohl für Pflegebedürftige als auch ihre Angehörigen mit sich.

Hilfsmittel leichter beantragen

So z. B. ist die Beantragung von Hilfsmitteln künftig leichter und verlängern sich die Corona-Akuthilfen für pflegende Angehörige.

Die bisher befristete Regelung, nach der im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel automatisch – auch ohne ärztliche Verordnung – als beantragt galten, soll ab 2021 dauerhaft gelten.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Finanzielle Unterstützung verlängert 

Das bereits seit Ende Mai geltende, erweiterte Pflegeunterstützungsgeld für Corona-bedingte Versorgungsengpässe gilt in dieser Form bis Ende März 2021.

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung für Angehörige, die vorübergehend gezwungen sind, die häusliche Pflege zu übernehmen.

Digitale Beratungsgespräche

Beratungsbesuche für Pflegegeldempfänger sollen ebenfalls bis Ende März 2021 nicht nur in der eigenen Häuslichkeit erfolgen, sondern auch telefonisch oder digital über Video.

Die Beratungsbesuche dienen insbesondere der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung von z. B. pflegenden Angehörigen und somit der langfristigen Sicherstellung der häuslichen Pflege.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

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Pflegende Angehörige fordern mehr Wertschätzung

Anerkennung_pflegendeAngehörige

Getty Images/the_burtons

29.09.2020 – Mehr Anerkennung für pflegende Angehörige – das fordern der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz und der Verein „Pflegende Angehörige“.

Die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass insbesondere der häuslichen Pflege eine Lobby fehle. Die Probleme und Nöte von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen fänden zu wenig öffentliche Beachtung.

Der VdK Rheinland-Pfalz will das mit einem landesweiten Aktionstag am 8. Oktober unter dem Motto „Wir schmeißen nicht das Handtuch“ ändern. Pflegende Angehörige, deren Familie und Freude sowie Mitarbeiter der häuslichen Pflege sind aufgerufen, an diesem Tag ein weißes Handtuch aus dem Fenster zu hängen.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

„Wir wollen mit den weißen Handtüchern sichtbar machen, in wie vielen Haushalten in Rheinland-Pfalz Menschen gepflegt werden oder wer alles an der Pflege von Angehörigen und Freunden beteiligt ist“, teilte der Landesverband des VdK mit.

Pflegende Angehörige als tragende Säule der Pflege

Außerdem fordert er u. a. bessere Informationen über regionale Pflegeangebote durch Pflegekassen und Pflegestützpunkte, mehr individuelle Pflegeleistungen sowie den Ausbau von Kurzzeit- und Tagespflege.

Auch der Verein für pflegende Angehörige sieht Verbesserungsbedarf. Während der Corona-Krise sei v. a. die berufliche Pflege sehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Angesichts der Tatsache, dass fast 80 % aller Pflegebedürftigen derzeit in Deutschland zu Hause betreut würden, sei das eine Ungleichbehandlung. Pflegende Angehörige seien die tragende Säule der Pflege. Der Verein appelliert deshalb für einen gesellschaftlichen Diskurs über eine bessere Anerkennung für pflegende Angehörige.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Haeusliche Pflege

Studie: Lage in der häuslichen Pflege während Pandemie weiter zugespitzt

Haeusliche Pflege

Getty Images/yulkapopkova

23.07.2020 – Die Pflegesituation zu Hause versorgter älterer Menschen hat sich während der Corona-Krise verschlechtert. Davon betroffen seien sowohl die Pflegebedürftigen als auch deren pflegende Angehörige. Das geht aus einer neuen Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hervor.

Einsamkeit und depressive Verstimmungen

Demnach berichtete fast die Hälfte der befragten Personen, dass sich die Pandemie negativ auf den Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen ausgewirkt habe. Darüber hinaus stellten fast 75 % fest, dass Einsamkeit und/ oder depressive Verstimmungen bei der pflegebedürftigen Person zugenommen hätten. 85 % der Befragten gaben an, dass Pflegebedürftige weniger Besuche von Verwandten oder Bekannten erhalten hätten. Zudem hätten pflegende Angehörige beinahe zur Hälfte den Kontakt zu ihrer pflegebedürftigen Person eingeschränkt.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Überlastung und Verschlechterung der Beziehung

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Mehr als die Hälfte der befragten Angehörigen sagte, dass die Pflege derzeit belastender sei als vor dem Corona-Ausbruch. Eine Überforderung mit der aktuellen Situation gaben 38 % an. Außerdem habe sich die Beziehung zwischen der pflegebedürftigen Person und pflegenden Angehörigen verschlechtert. Dies berichteten drei Viertel. Bei einem Drittel seien häufiger Konflikte aufgetreten.

Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege

Dies alles könnte den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge auch Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege haben. „Die Zunahme von Belastungen unter Covid-19 ist entsprechend beunruhigend. Im Gegensatz zur Thematisierung der möglichen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf Gewalt gegenüber Kindern und Frauen, bleibt dieses Thema bezüglich der Altenpopulation allerdings bisher unberücksichtigt“, verdeutlicht Studienleiter Vincent Horn.

Für die Erhebung wurden 330 pflegende Angehörige online befragt und ergänzend qualitative Interviews durchgeführt.

 

Dass die Corona-Pandemie die häusliche Pflege zusätzlich belastet, zu diesem Ergebnis kam jüngst auch eine Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

ZQP

Studie zeigt: Coronakrise belastet pflegende Angehörige zusätzlich

ZQP

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2.07.2020 – Das Coronavirus belastet die häusliche Pflege zusätzlich. Laut einer am Dienstag vorgestellten Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin berichtet etwa ein Drittel der rund 4,7 Mio. pflegenden Angehörigen in Deutschland, dass sich ihre Pflegesituation wegen der Pandemie erheblich verschlechtert hat.

Dass sie diese Situation mehr oder weniger überfordert, sagt ein Viertel der Befragten. 24 % sind besorgt, die häusliche Pflege nicht mehr zu schaffen. Dabei haben Gefühle der Hilflosigkeit in der Pflegesituation bei 29 % der Angehörigen zugenommen. Eine Steigerung belastender Konflikte mit der pflegebedürftigen Person geben 24 % an.  Ein Fünftel berichtet, Wut und Ärger in der Pflegesituation seien gewachsen.

Menschen mit Demenz verstehen Pandemie-regeln oft nicht

„Unsere Studie weist darauf hin, dass sich nicht wenige pflegende Angehörige mit zusätzlichen Sorgen im Gepäck durch die Corona-Zeit kämpfen müssen. Denn sie tragen oft große Verantwortung für die Gesundheit sowie die emotionale und soziale Situation ihrer pflegebedürftigen Nächsten. In der Gemengelage von Infektionsrisiken, Kontaktbeschränkungen und damit verbundenen Unterstützungsverlusten sowie ökonomischer Unsicherheit liegt zusätzliches Überlastungspotenzial“, sagte ZQP-Vorstandsvorsitzender Ralf Suhr.

Angehörige von Menschen mit Demenz spüren Auswirkungen der Krise im Pflegekontext noch häufiger. Von ihnen nehmen 41 % die Pflegesituation als zugespitzt wahr.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Für Menschen mit Demenz sei es wichtig, dass ihre gewohnten Routinen erhalten blieben, erläuterte die Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité, Adelheid Kuhlmey. Auch hätten Demenzkranke teils großen Bewegungsdrang und verstünden die Pandemie-Regeln oft nicht.

Weniger Unterstützung in der häuslichen Pflege

Als Stressfaktor für pflegende Angehörige wirkt sich der Studie zufolge besonders aus, dass es pandemiebedingt weniger Unterstützung in der häuslichen Pflege gibt. 40 % der Angehörigen nennen als Grund für Mehrbelastungen, dass Dienstleistungen und Hilfestrukturen im Wohnumfeld weggefallen sind. Davon, dass Tagespflegeeinrichtungen nicht mehr genutzt werden konnten, berichten etwa 81 % der Befragten.

Für ihre Studie befragten ZQP und Charité bundesweit 1.000 Personen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

pflegende Angehoerige

Corona-Krise: Fachstellen unterstützen pflegende Angehörige

pflegende Angehoerige

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10.06.2020 – Die Corona-Pandemie ist für pflegende Angehörige besonders herausfordernd. In Bayern erhalten Betroffene Hilfe bei entsprechenden Fachstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Darauf wies die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml am vergangenen Wochenende hin.

Liste mit Fachstellen und Ansprechpartnern online aufrufbar

Die rund 110 Fachstellen, die dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zufolge vom Land mit 1,6 Millionen Euro im Jahr gefördert werden, sollen häuslich Pflegende mithilfe von Beratung und begleitender Unterstützung psychosozial entlasten. So gebe es z. B. eine telefonische Beratung und eine Beratung per E-Mail, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Zudem kontaktierten einzelne Fachstellen pflegende Angehörige auch proaktiv telefonisch, um sie aufzufangen. Eine Übersicht der Fachstellen, an die sich Betroffene wenden können, und Unterstützungsangebote stellt das Ministerium online zur Verfügung.

 

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Zweites Bevölkerungsschutzgesetz: Erleichterungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige

Weitere Entlastungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige – zunächst befristet bis Ende September – sieht das „Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ vor. „So können etwa Angehörige, wenn pandemiebedingt eine Versorgungslücke bei der Pflege zu Hause entsteht und sie daher der Arbeit fernbleiben müssen, bis zu 20 Tage lang das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung bezahlt bekommen“, verdeutlichte Huml. „Sofern der Entlastungsbetrag aus dem Jahr 2019 für Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 noch nicht für Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch genommen wurde, ist er über den 30.06.2020 hinaus bis zum 30.09.2020 übertragbar“, heißt es in der Mitteilung weiter. 

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Infektionsvorbeugung

Infektionsvorbeugung: Pflegende können Angehörige unterstützen

Infektionsvorbeugung

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17.03.2020 – In Zeiten der Corona-Pandemie übernehmen Pflegefachpersonen in der häuslichen Pflege wichtige Beratungsaufgaben, wenn es um die Infektionsvorbeugung geht. Darauf wies die Pflegekammer Niedersachsen in einer aktuellen Mitteilung hin. Pflegefachpersonen seien in der Lage, sowohl Patientinnen und Patienten als auch Angehörige zur Infektionsvermeidung oder -eindämmung zu beraten, unterstrich Kammerpräsidentin Nadya Klarmann.

„Mit ihrer Fachexpertise stützen sie das Gesundheitssystem und tragen dazu bei, einer Ausbreitung der Corona-Infektion entgegenzuwirken“, so Klarmann. Darüber hinaus verdeutlichte sie, dass vor allem die häusliche Pflege in der aktuellen Situation herausfordernd sei: Zugangsbeschränkungen wie bei stationären Einrichtungen und Krankenhäusern ließen sich in der häuslichen Umgebung nur schwer realisieren. Auch sei schwer einzuschätzen, welche Kontakte die pflegebedürftigen Personen oder deren Angehörige gehabt hätten. „Hier sind Beratungsleistungen von Pflegefachpersonen unerlässlich“, sagte Klarmann.

Den Staat forderte sie auf, für den Schutz der Pflegenden zu sorgen. Er müsse Arbeitgeber so ausstatten, dass diese ihren Aufgaben, aber auch ihrer Fürsorgefunktion gegenüber ihren Beschäftigten nachkommen könnten. Weiterhin müssten ausreichend Schutzartikel wie Desinfektionsmittel, Schutzmasken und -anzüge bereit stehen. „Pflegefachpersonen, die in unmittelbaren Kontakt mit coronainfizierten Personen stehen, müssen selbst regelmäßig getestet werden, um die Infektionskette zu unterbrechen“, so die Kammerpräsidentin.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Was pflegende Angehörige jetzt tun können

Was pflegende Angehörige tun können, um sich selbst und ihre zu pflegende Person zu schützen, haben wir für Sie in einer Übersicht zusammengestellt. Besonnenes Handeln und gewissenhafte Hygienemaßnahmen sind dabei entscheidend.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

 

Roboter in der häuslichen Pflege

Forschungsprojekt widmet sich Robotern für die häusliche Pflege

Roboter in der häuslichen Pflege

@TU Ilmenau/SIBIS Institut

12.03.2020 – In einem gerade gestarteten Forschungsprojekt entwickelt die Technische Universität Ilmenau einen innovativen mobilen Assistenzroboter, der eine enge Vernetzung von Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegepersonal ermöglichen soll. Elementarer Bestandteil dabei: ein videobasiertes Angehörigennetzwerk.

Das Verbundprojekt MORPHIA – steht für „Mobiler robotischer Pflegeassistent zur Verbesserung von Teilhabe, Versorgung und Sicherheit in der häuslichen Pflege durch videobasiertes Angehörigennetzwerk“ – wurde im Rahmen eines Bundeswettbewerbs zum Förderschwerpunkt „Robotische Systeme für die Pflege“ als eines der Siegerprojekte ausgewählt.

Das Projekt kostet insgesamt 2,28 Mio. Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit 1,64 Mio. Euro für die nächsten 3 Jahre.

Die TU Ilmenau koordiniert den Forschungsverbund, dem insgesamt 8 Partner aus Wissenschaft, Technologiefirmen und Pflege angehören.

So funktioniert MORPHIA

Über die MORPHIA-Pflegeplattform, die sich aus dem Roboterassistent und einem Kommunikationsnetzwerk zusammensetzt, sollen die Aufgaben im Pflegenetzwerk künftig leichter abgestimmt und verteilt werden.

Dazu entwickeln die Forscher eine einfach zu handhabende mobile Videopräsenz, die sowohl von Pflegebedürftigen als auch von Angehörigen via Smartphone oder Tablet von jedem beliebigen Ort aus aufgebaut werden kann.

Defizite bisheriger Robotertelepräsenzsysteme sollen der Vergangenheit angehören. Beispielsweise hatten bislang Pflegebedürftige oft Probleme, solche Assistenzsysteme zu bedienen, oder die Fernsteuerung und Navigation waren sehr zeitaufwändig.

MORPHIA – so die Erwartung der Wissenschaft – werde sich deutlich von bisherigen Lösungsansätzen unterscheiden und eine kostengünstige sowie robuste Roboterhardware in Aussicht stellen, die eine interaktionsfähige und praxistaugliche Unterstützung der Pflegearbeit im häuslichen Umfeld ermögliche.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Deutsche Ethikrat in einer Stellungnahme bekanntgegeben, dass er ein großes Nutzenpotenzial für Robotik in der Pflege sieht. Diese Technologie könne einen wertvollen Beitrag dazu leisten, sowohl die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen zu erhöhen als auch die Arbeitsqualität in der Pflege zu verbessern. Voraussetzung sei allerdings, dass die Robotik verantwortungsvoll eingesetzt werde.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

 

Altersarmut

Häusliche Pflege: Vor allem Frauen von Altersarmut bedroht

Altersarmut

Getty Images/Westend61

Weiblich, verheiratet, zwischen 55 und 64 Jahre alt – so lässt sich die typische pflegende Angehörige beschreiben. Doch nun kommt noch ein weiteres Attribut hinzu: altersarm. Die Gründe sind vielfältig – ebenso wie mögliche Lösungen. Weiterlesen

Hausnotrufsysteme

Hausnotrufsysteme: Das müssen Sie wissen

Hausnotrufsysteme

Getty Images/SilviaJansen

Manche Menschen, die pflegebedürftig sind, müssten rund um die Uhr beaufsichtigt werden. Doch wie können Angehörige in der häuslichen Pflege das leisten? Andere Menschen brauchen zwar keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, sind jedoch anfällig für Verletzungen, zum Beispiel, weil sie unter Schwindelanfällen leiden und sturzgefährdet sind. Es gibt viele Situationen, in denen ältere und pflegebedürftige Menschen plötzlich medizinische Hilfe benötigen. Hausnotrufsysteme können hier für mehr Sicherheit sorgen. Wie sie funktionieren und was Sie bei der Auswahl beachten sollten, lesen Sie in diesem Beitrag. 

Was sind Hausnotrufsysteme?

Ein Hausnotrufsystem ist ein elektronisches Meldesystem, mit dem Sie per Knopfdruck medizinische Hilfe holen können. Der Notruf wird über einen Funksender ausgelöst, den Sie um den Hals tragen können, als Clip am Hosenbund oder als Armband. Die Verbindung zur Notrufzentrale wird durch ein Notrufgerät mit Freisprecheinrichtung sichergestellt. Die Reichweite für das Funksignal beträgt circa 50 Meter.

Für wen sind Hausnotrufsysteme sinnvoll?

Ältere Menschen oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen haben oft Sorge, dass sie sich im Notfall nicht bemerkbar machen können. Vor allem dann, wenn sie unter einer chronischen Krankheit leiden oder sturzgefährdet sind, kann ein Hausnotrufsystem für mehr Sicherheit sorgen.

Andererseits können Hausnotrufsysteme auch Belastungen der häuslichen Pflegesituation reduzieren. Sie können einen pflegebedürftigen Angehörigen dann auch einmal beruhigt aus den Augen lassen, um Einkäufe zu erledigen oder Besorgungen zu machen. Außerdem können Hausnotrufsysteme dazu beitragen, dass ältere und pflegebedürftige Menschen länger zu Hause wohnen bleiben können.

In diesen Situationen kann ein Hausnotrufsystem sinnvoll sein:

  • Wenn eine pflegebedürftige oder ältere Person allein lebt
  • Nach Operationen
  • Wenn sie Angst vor Stürzen hat
  • Nach einem Herzinfarkt
  • Bei Gehbehinderungen, Sehbehinderungen oder Hörbehinderungen
  • Wenn wiederkehrende Schwächeanfälle ein Problem sind
  • Nach einem Schlaganfall
  • Bei chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes oder Asthma

Wie funktionieren Hausnotrufsysteme?

Es gibt analoge und digitale Geräte. Zurzeit ist die analoge Technologie weiter verbreitet. Die digitale Technologie wird sich jedoch langfristig etablieren, weil sie mit der Digitalisierung der Telefonnetze Schritt halten kann. Digitale Notrufgeräte funktionieren mit jedem Internetanschluss oder IP-basierten Telefonanschluss. Ihre Leistungsfähigkeit hängt aber nicht von der Datenübertragungsgeschwindigkeit ab.

Praxistipp

Lassen Sie sich bei der Installation des Notrufsystems von einer Fachkraft beraten. Testen Sie bei Inbetriebnahme, ob der Notruf aus allen Räumen Ihrer Wohnung, aus dem Garten, vom Dachboden und aus dem Keller funktioniert.

Klären Sie bei älteren Telefonanschlüssen (DSL- oder ISDN-Anschlüsse), was passiert, wenn die Leitungen nicht funktionieren, zum Beispiel bei einem Stromausfall. Überlegen Sie, ob Sie besser ein Gerät anschaffen, das mit einer SIM-Karte ausgestattet werden kann. So funktioniert es über die Mobilfunknetze.

Mobile Hausnotrufsysteme

Mobile Hausnotrufsysteme sind vor allem dann praktisch, wenn man viel allein unterwegs ist. Sie können also für pflegebedürftige Personen mit gut erhaltener Selbstständigkeit interessant sein,  zum Beispiel für Rollstuhlfahrer. Diese Hausnotrufgeräte lassen sich per GPS-Technologie orten. Dank einer SIM-Karte bieten sie so die Möglichkeit, sich über das Mobilfunknetz mit der Notrufzentrale zu verbinden.

Vorteile und Nachteile von mobilen Hausnotrufsystemen

Vorteile von mobilen Hausnotrufsystemen Nachteile von digitalen Hausnotrufsystemen
Ortung der hilfsbedürftigen Person möglich Bei Nutzung des eigenen Handys für den Notrufdienst können Kompatibilitätsprobleme auftreten: Nicht alle Gerät und Mobilfunkanbieter unterstützen die Technologie
Personen mit eingeschränkten Kommunikationsfähigkeiten können Hilfe anfordern Zuverlässigkeit kann bei nicht fachgerechten Einstellungen eingeschränkt sein
Für Menschen, die viel unterwegs sind geeignet Ein spezielles Handy wird empfohlen (Zusatzkosten)

So läuft die Notrufkette ab

  1. Die hilfsbedürftige Person fühlt sich unwohl oder stürzt.
  2. Sie drückt den Knopf des Funksenders, der um ihren Hals hängt, als Clip am Hosenbund befestigt ist oder am Armband.
  3. Durch den Knopfdruck wird ein Funksignal an die Basisstation übertragen.
  4. Die Basisstation verbindet sich mit der Notrufzentrale.
  5. Der Notruf geht bei der Notrufzentrale ein und über die Freisprecheinrichtung der Basisstation wird ein Sprechkontakt mit der Notrufzentrale hergestellt.
  6. Der Mitarbeiter in der Notrufzentrale sieht auf dem Bildschirm die hinterlegten Daten zur hilfesuchenden Person, wie zum Beispiel Adresse, Kontaktmöglichkeiten der Angehörigen, Vorerkrankungen, Medikation und Zugang zur Wohnung.
  7. Hat die Notrufzentrale den Eindruck, die hilfsbedürftige Person benötigt keine medizinische Hilfe, sondern lediglich Unterstützung, verständigt sie die hinterlegte Kontaktperson. Das kann ein Angehöriger sein oder ein Nachbar.
  8. Hat die Notrufzentrale den Eindruck, die hilfsbedürftige Person benötigt medizinische Versorgung, verständigt sie den Notarzt.
  9. Der eintreffende Rettungsdienst ist bereits mit wichtigen Informationen ausgestattet und kann schnell erste Hilfe leisten.

Worauf Sie bei Verträgen für ein Hausnotrufsystem achten sollten

Es gibt unterschiedliche Anbieter von Notrufsystemen. Sie bieten verschiedene Vertragspakete an. In der Regel können Sie zwischen einem Basis-, einem Komfort und einem Premium-Paket wählen, die sich im Leistungsumfang und Preis unterscheiden.

Praxistipp

Lassen Sie sich von mehreren Anbietern über die unterschiedlichen Pakete und technischen Lösungen beraten.

Im Basispaket sind in der Regel Beratung vor Ort, die Installation der Geräte und die Vermittlung der Hilfedienstleistung enthalten. Manche Dienstleister melden sich regelmäßig bei der Person, um sicherzustellen, dass es ihr gutgeht. Eine solche Abfrage kann im Abstand von 12 oder 24 Stunden erfolgen.

Praxistipp

Achten Sie darauf, dass regelmäßige Wartung der Geräte und der Basisstation im Vertrag festgeschrieben sind. Wenn das Gerät defekt ist, sollten Sie die Möglichkeit haben, es umgehend auszutauschen bzw. reparieren zu lassen.

Für den Fall, dass ein plötzlicher Umzug in Pflegeheim nötig wird oder ein längerer Klinikaufenthalt nötig ist, sollte der Vertrag innerhalb von zwei Wochen zum Monatsende kündbar sein.

Über den Autor

Silke Jäger ist freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen.

Kurzurlaub in Deutschland als Auszeit vom Pflegealltag für pflegende Angehörige

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Kurzurlaub in Deutschland als Auszeit vom Pflegealltag für pflegende Angehörige

(c) canva

Einmal der Hektik des Alltags entfliehen. Wer möchte das nicht? Kein Problem: In Deutschland wimmelt es von schönen Reisezielen, die einen erholsamen Kurzurlaub wert sind. Wer sich eine Auszeit vom Pflegealltag wünscht, kann auf einem Kurztrip Kraft tanken.  Weiterlesen