Beiträge

Finanzielle Last der Pflege

Studie: Angehörige tragen finanzielle Last der Pflege

Finanzielle Last der Pflege

Getty Images/Oliver Rossi

09.02.2021 – Viele Menschen, die einen Angehörigen pflegen, reduzieren ihren Job oder geben diesen komplett auf. Damit nehmen sie erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf. Doch weniger die Älteren und damit jene Gruppe, die besonders auf Pflege angewiesen ist, beklagen diese Engpässe, sondern vor allem jüngere Generationen bis 40 Jahre. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Vor allem Jüngere beklagen Finanzeinbußen

Für die Untersuchung wurden im Sommer 2020 mehr als 3.000 Bundesbürgerinnen und -bürger befragt.

Dabei sollten sowohl Angehörige als auch Pflegebedürftige angeben, wie groß oder klein sie die Finanzeinbußen infolge der Pflegesituation einschätzen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Jeweils knapp 60 % der 18- bis 39-Jährigen stufen die Abstriche als „groß“ ein. Mit zunehmendem Alter sinkt dagegen der Anteil derer, die große Einbußen beklagen.

Während bei der stationären Pflege die Kosten für diese komplett vom Pflegebedürftigen und dessen Versicherungen übernommen werden, funktioniert häusliche Pflege mit einer teilweisen indirekten Finanzierung durch die Angehörigen, indem sie zugunsten der Pflege freiwillig auf Einkommen verzichten, verdeutlicht das DIA.

Ältere Pflegebedürftige empfänden ihre Lage weniger als finanzielle Verlustsituation. Zwar müssten sie oftmals Alterseinkünfte und Erspartes für die Finanzierung der Pflegekosten aufwenden. Das betrachte aber nur etwa ein Fünftel der ab 60-Jährigen als große finanzielle Einbuße.

Bereitschaft zu pflegen, ist groß

Trotz Einbußen: Die Bereitschaft, Angehörige zu pflegen, ist laut Studie „ausgesprochen groß“. Knapp zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie sich die Pflege von Angehörigen ganz oder teilweise vorstellen können.

Für 17 % kommen Pflegetätigkeiten nicht infrage.

Für 13 % ist die Frage irrelevant, da sie z. B. keine Angehörigen haben.

Viele Eltern sehen ihre Kinder als „eine Art Garant für einen möglichen Pflegefall“. So gehen Kinderlose zu 40 % davon aus, dass sie später mit einer guten Pflege rechnen können. Mit steigender Kinderzahl nimmt diese Erwartungshaltung jedoch zu. Unter Befragten mit 4 und mehr Kindern rechnen nahezu zwei Drittel mit einer guten Pflege im Alter.

Die Studie mit allen Ergebnissen soll Mitte dieses Jahres erscheinen.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Rentenpunkte

So bekommen Sie Rentenpunkte für die Pflege zu Hause

Rentenpunkte

Getty Images/filadendron

13.10.2020 – Angehörige, die zu Hause pflegen, bekommen von der Pflegekasse Punkte für die eigene Rente. Um von der Pflegekasse auf Antrag Rentenpunkte gutgeschrieben zu bekommen, müssen 4 Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die zu pflegende Person hat mind. Pflegegrad 2.
  2. Die Pflegeperson darf nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich arbeiten.
  3. Die Pflegeperson pflegt wenigstens 10 Stunden in der Woche, aufgeteilt auf mind. 2 Wochentage.
  4. Und die Pflegezeit erstreckt sich über 2 Monate oder mehr.

Knackpunkt an diesen Voraussetzungen: Pflegende Angehörige müssen für den Rentenzuschlag im Zweifel ihre Arbeitszeit reduzieren, um nicht die im Sozialgesetzbuch vorgeschriebene wöchentlich erlaubte Arbeitszeit zu überschreiten.

Oft würden Pflegeanträge von den Kassen abgelehnt, weil Angehörige zu viel arbeiteten, weiß der Chefredakteur des Verbraucher-Ratgebers „Finanztip“, Hermann-Josef Tenhagen. Eine Reduzierung sei jedoch oft aus finanziellen Gründen nicht möglich.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

In diesen Fällen könnten ggf. folgende Optionen weiterhelfen, wie Tenhagen auf „Spiegel online“ schreibt:

Bei größeren Arbeitgebern gibt es seit 2008 das Recht, die Arbeitszeit für eine solche Pflegeaufgabe für 6 Monate zu reduzieren (Pflegezeit) und später wieder auf den alten Umfang der Stelle zurückzukehren. Voraussetzung: Der Betrieb hat mind. 16 Mitarbeiter. In Betrieben ab 26 Mitarbeitern gibt es diese Möglichkeit für 24 Monate bei einer Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden, das heißt dort Familienpflegezeit. Erst Betriebe ab 45 Mitarbeitern müssen ihren Arbeitnehmern eine Brückenteilzeit ermöglichen, also über Jahre weniger arbeiten und dann komplett auf Vollzeit zurückkehren zu können.

Auch Vollzeitrentner können noch Rentenpunkte anrechnen lassen

Für Vollzeitrentner habe der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, sich für die Pflegearbeit mit einer nachträglichen Rentenerhöhung belohnen zu lassen. Diese Option sei vielen pflegenden Angehörigen unbekannt, so Tenhagen. Dazu müsse sich der Rentner für die Pflegezeit zum „99-Prozent-Teilzeitrentner“ zurückstufen lassen. Während der Pflege verzichtet er dann auf 1 % seiner Rente.

Dann könnten Seniorinnen und Senioren als Erwerbstätige für die Pflege von der Pflegekasse Rentenbeiträge gutgeschrieben bekommen. Denn ist die Pflegezeit zu Ende, bekomme der Pflegende anschließend mehr Rente ausgezahlt – bis zu 30 Euro mehr Rente pro Pflegejahr, plus selbstverständlich das eine Prozent auch wieder.

Das sei etwas kompliziert, weiß Tenhagen, aber die Rentenversicherung berate Interessierte dabei.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Verhinderungspflege

Vergütungszuschlag für Verhinderungspflege

Verhinderungspflege

Getty Images/Hinterhaus Productions

6.10.2020 – Mit einem Maßnahmenkatalog wollen die 16 Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder die Kurzzeitpflege stärken. Dazu gehört u. a. die Verhinderungspflege mit einem Vergütungszuschlag zu fördern. Das hat die Gesundheitsministerkonferenz in der vergangenen Woche beschlossen.

Planungssicherheit geben

„Wenn pflegende Angehörige erkranken oder sich in wohlverdienten Urlaub begeben, übernimmt die Kurzzeit- beziehungsweise Verhinderungspflege. Die Betroffenen brauchen hier Planungssicherheit. Deshalb sollte der Zuschlag an die Verpflichtung gekoppelt werden, Verhinderungspflegeplätze dauerhaft zur Verfügung zu stellen. So können die Gäste schon frühzeitig einen Platz reservieren“, erläuterte Saarlands Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU).

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Entlastung für pflegende Angehörige

Zudem sollen in der Kurzzeitpflege mehr rehabilitative und therapeutische Leistungen erbracht werden. „Wir brauchen diese Maßnahmen dringend, um die Kurzzeitpflege in Deutschland auch für die Zukunft zu stabilisieren. Sie entlastet Krankenhäuser und Pflegeheime und hat deshalb unschätzbaren Wert für unser Gesundheits- und Pflegesystem. Das kommt nicht zuletzt allen Bürgerinnen und Bürgern zu Gute“, so die Ministerin.

Nach einem Krankenhausaufenthalt übernehme die Kurzzeitpflege eine enorm wichtige Rolle in der Übergangsphase zwischen der medizinischen und der pflegerischen Behandlung. Sie entlaste Patientinnen und Patienten, pflegende Angehörige und nicht zuletzt Krankenhäuser und Langzeitpflegeeinrichtungen. Dennoch nehme die Zahl der verfügbaren Kurzzeitpflegeplätze ab. Die beschlossenen Maßnahmen seien deshalb dringend nötig.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Geld für häusliche Pflege soll schneller fließen

©Werner Krueper Fotografie und Film

14.02.2020 – Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen nach einem neuen Vorschlag aus der Bundesregierung leichter Geld aus der Pflegeversicherung erhalten.

Dazu schlug der Pflegebevollmächtigte Andreas Westerfellhaus in einem Konzept vor, dass die teils unübersichtlichen Leistungen gebündelt werden.

Das Geld für Pflege- und Betreuungsleistungen soll in ein neues Pflegebudget fließen. Daraus sollen sich die Betroffenen leichter und ohne Antragswust bedienen können. Helfen sollen Berater, sogenannte Co-Piloten, die regelmäßige Hausbesuche machen. Wer die Leistungen nicht ausschöpft, soll automatisch die Hälfte des nicht gebrauchten Gelds ausbezahlt bekommen.

Ein zweiter Geldtopf soll vor allem den Angehörigen nutzen: das Entlastungsbudget. Das Geld soll eingesetzt werden, wenn pflegende Angehörige etwa durch einen vorübergehenden Aufenthalt in einem Heim entlastet werden sollen.

Heute würden viele Betroffene durch einen Dschungel an Leistungen und Antragspflichten überfordert, so Westerfellhaus in seinem Diskussionspapier. Viele machten ihre Ansprüche nicht voll geltend.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.