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Nachbarschaftshilfe

Nachbarschaftshilfe soll in Niedersachsen künftig anerkannt und bezahlt werden

Nachbarschaftshilfe

Bild: Gettyimages/Bojan89

07.10.2021 – Pflegebedürftigen Menschen in Niedersachsen soll bald ein breiteres Hilfsangebot zur Unterstützung im Alltag zur Verfügung stehen.

Wie die niedersächsische Landesregierung am Dienstag mitteilte, hat das Kabinett den Entwurf einer neuen Verordnung über „die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag für die Verbandsbeteiligung“ freigegeben.

Daraus geht hervor, dass gewerblich tätige Einzelpersonen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer ab 2022 als „unterstützende Personen“ anerkannt und bezahlt werden sollen.

Zusätzliche Unterstützung für pflegende Angehörige

Laut Sozialministerin Daniela Behrens brächte ein solches Angebot einige Vorteile mit sich:

„Im Alltag der häuslichen Pflege gibt es viel mehr zu tun als die reine Pflegeleistung selbst. Pflegebedürftige müssen betreut und beaufsichtigt, ihre Tage gestaltet werden.“

Pflegende Angehörige benötigten oft eine helfende Hand im Haushalt. Behrens sagte weiter:

„Hierfür braucht es vor allem Menschen mit Zeit und Empathie. Das können neben Anbieterinnen und Anbietern in der ambulanten Pflege auch Nachbarinnen oder Nachbarn, oder in Einzelunternehmung selbstständige Personen sein.“

Derzeit nicht genügend Angebote

Die Pflegekasse erstatte für haushaltsnahe Dienstleistungen den sog. Entlastungsbetrag von bis zu 125 € monatlich. Die Voraussetzung dafür sei, dass diese Leistungen von nach Landesrecht anerkannten Angeboten erbracht wurden.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Derzeit stünden nicht genügend Anbieterinnen und Anbieter für alle Pflegebedürftigen zur Verfügung.

Die Landesregierung rechne mit bis zu 5.000 zusätzlichen Anbieterinnen und Anbietern, wenn gewerblich tätige Einzelpersonen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer anerkannt würden.

Die Voraussetzungen für deren Anerkennung sollen angepasst werden, um dem niedrigschwelligen Charakter des Angebots gerecht zu werden und gleichzeitig die Qualität der Versorgung weiterhin zu sichern.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

pflegende Angehörige

DBfK fordert, das Potenzial der Pflege besser zu nutzen

Rentenpunkte

Getty Images/filadendron

05.10.2021 – Anlässlich des zweiten „Europäischen Tages der pflegenden Angehörigen“ am 6. Oktober 2021 fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), neue pflegerische Rollen in der Primärversorgung zu etablieren, um pflegende Angehörige zu stärken und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Der europaweite Aktionstag soll auf die Situation pflegender Angehöriger aufmerksam machen.

Rund 80 % der Menschen in Deutschland, die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung erhalten, würden zu Hause versorgt und mehr als die Hälfte von ihnen überwiegend von ihren Angehörigen.

Häufig seien diese auf sich allein gestellt, da es in Deutschland erhebliche Engpässe in der Primärversorgung vor Ort gebe.

Entlastung durch „Community Health Nursing”

Die Bundesgeschäftsführerin des DBfK, Bernadette Klapper sagt:

„Wir wissen, dass die Pflege von Angehörigen eine enorme Herausforderung ist und die Familien oft belastet und überfordert.“

Deswegen benötigten pflegende Angehörige bessere Beratung und Unterstützung seitens professionell Pflegender – auch wenn sie noch keinen Pflegedienst in Anspruch nähmen, so Klapper.

Damit verweist sie auf das Modell „Community Health Nursing“, das in Skandinavien, Großbritannien oder Kanada fest in der Primärversorgung verankert ist. Dazu Klapper:

„Speziell qualifizierte Pflegefachpersonen arbeiten eigenverantwortlich beispielsweise in einem Gesundheitszentrum oder im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Community Health Nurses koordinieren die Versorgung, beraten und erheben die besondere Bedarfslage vor Ort. Dies führt zu einer Entlastung und besseren Begleitung der pflegenden Angehörigen.“

Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern

Der DBfK fordert, ein solches Modell auch in Deutschland zu etablieren. Politisch hieße das in erster Linie, die pflegerische Rolle im Berufsrecht sowie im Leistungs- und Leistungserbringungsrecht zu verankern.

Laut DBfK liegt der neuen Bundesregierungdamit eine Möglichkeit vor, die Gesundheitsversorgung in Deutschland und damit die Situation der Menschen mit Pflegebedarf und ihrer Angehörigen deutlich und nachhaltig zu verbessern. Dazu gelte es, das vorhandene Potenzial der Pflege zu nutzen.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Häusliche Pflege | Entlastung

Häusliche Pflege: Pflegebedürftige und Angehörige entlasten

Häusliche Pflege | Entlastung

Getty Images/FredFroese

26.08.2021 – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat angesichts der laufenden vierten Welle der Corona-Pandemie an die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen erinnert. In der häuslichen Pflege dürften diese Personen nicht alleingelassen werden. Fehler der vergangenen Monate dürften sich jetzt nicht wiederholen.

“Pflegende Angehörige waren durch die Reduzierung und Schließung von Betreuungsangeboten häufig auf sich allein gestellt und mussten in der Pandemie ohne professionelle Unterstützung große Herausforderungen meistern.”

Jetzt müssten die richtigen Schlüsse gezogen werden. In einem 3-seitigen Positionspapier fasst der Pflegebevollmächtigte deshalb Maßnahmen zusammen, die seiner Auffassung nach, Pflegebedürftige und Angehörige entlasten. Denn diese müssten nicht nur mit ihrer Schutzbedürftigkeit, sondern v. a. mit ihren Bedürfnissen in den Fokus genommen werden.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

So sollten z. B. für Betroffene und pflegende Angehörige Tagespflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege so weit wie möglich verfügbar bleiben.

Einfacher, schneller Zugang zum Impfen

Wichtigster Baustein in der Pandemie bleibe für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige das Impfen, betonte Westerfellhaus. Derzeit würden Vorkehrungen für notwendige Auffrischungsimpfungen getroffen. Insbesondere für die genannte Personengruppe müsse der Zugang zu Impfungen so leicht wie möglich sein – in der häuslichen Pflege etwa über mobile Impfteams.

Westerfellhaus:

“Unabhängig von einer Pandemie ist erste und wichtigste Aufgabe aller Beteiligten, Selbstbestimmung, Teilhabe und Würde in der stationären und in der häuslichen Pflege zu verwirklichen. Daran müssen sich Politik, Kostenträger und Leistungserbringer jetzt und auch in Zukunft messen lassen.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Humor

Humor für pflegende Angehörige: Wenn die Banane zum Telefon wird

Humor

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Pflegende Angehörige meistern täglich einige Herausforderungen. Trotzdem ist es wichtig, sich den Humor im Alltag zu bewahren. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie dies schaffen können. 

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Yoga

Mobilisation mithilfe von Yoga: Sanfte Bewegungen im Fluss der Atmung

Yoga

Mia Lampel

Yoga eignet sich, um Stress abzubauen und den Körper zu stärken. Die Methode sorgt sowohl für innere Ausgeglichenheit als auch für eine aufrechte Haltung. Von einigen bewegungsfördernden Yogaübungen können auch pflegende Angehörige und ihre zu pflegenden Personen profitieren. Weiterlesen

Online-Hilfe "Familiencoach Krebs"

Neue Online-Hilfe für Angehörige von Krebs-Patienten

Online-Hilfe "Familiencoach Krebs"

Getty Images/Kohei Hara

04.06.2021 – Seit Juni können Angehörige von Krebs-Erkrankten das neue Online-Programm „Familiencoach Krebs“ von AOK, Universitätsklinikum Leipzig und Krebsinformationsdienst nutzen. Das kostenfreie und anonym nutzbare Angebot soll Angehörige unterstützen und vor emotionaler, körperlicher oder sozialer Überlastung schützen.

Wichtiges Wissen zu Krebs

Zudem informiert der „Familiencoach Krebs“ über die Entstehung, Diagnose und Behandlung verschiedener Krebs-Erkrankungen und beantwortet sozialrechtliche Fragen.

Die Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Leipzig, Anja Mehnert-Theuerkauf, sagte:

„Angehörige müssen oft das Familien- und Arbeitsleben sowie emotionale, körperliche und soziale Belastungen unter einen Hut bringen, während sie einem nahen Menschen helfen, mit einer lebensbedrohlichen Krankheit zu leben.“

Ängste und Sorgen, Beziehungsprobleme, aber auch Entscheidungen rund um die Behandlung seien mitunter sehr belastend.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

„Der Familiencoach Krebs soll Angehörige und Freunde bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützen.“

Über Krebs sprechen

Das Angebot der Online-Hilfe ist modular aufgebaut. Dazu gehören u. a.:

  • “Gut für sich sorgen”: Tipps für Angehörigen, wie sie die eigene psychische Belastung bewältigen können.
  • “Beziehungen stärken”: Wie Betroffene und Angehörige schwierige Gespräche über das Thema Krebs führen können, wie die Kommunikation mit Kindern gut gelingen kann oder wie die Erkrankung die Partnerschaft beeinflusst.
  • “Sich hilfreich fühlen”: Hier erfahren Angehörige, wie sie Krebserkrankte unterstützen können. Z. B. dabei, mit Angst, Wut und Frustration infolge der Krebserkrankung richtig umzugehen.

In den Rubriken „Wissen über Krebs“, „Behandlungen“ und „Krebsarten“ stehen Informationen über die Erkrankung und moderne Therapiemöglichkeiten im Vordergrund.

Die Leiterin des Krebsinformationsdienstes, Susanne Weg-Remers, sagte:

„Nichts ist schlimmer als die Angst vor dem Unbekannten. Wer mehr über Krebs weiß, fühlt sich sicherer und kann Patienten besser bei Entscheidungen unterstützen.“

Mehr als eine halbe Mio. Krebs-Erkrankte jährlich

Das Robert Koch-Institut geht aktuell von mehr als 500.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr in Deutschland aus.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, sagte:

„Eine Krebserkrankung belastet auch die Angehörigen. Das Online-Selbsthilfeprogramm bietet hier niederschwellige und wissenschaftlich basierte Informationen, die sie jederzeit flexibel nutzen können.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Nachbarschaftshilfe

Nachbarschaft als Netzwerk und für Hilfe nutzen

Nachbarschaftshilfe

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01.06.2021 – Hilfe aus der Nachbarschaft kann Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nachhaltig unterstützen und entlasten – sofern die Nachbarschaftshilfe organisiert wird. Denn: Hilfebedarfe und Hilfsangebote finden nicht immer zusammen. An diesem Punkt setzt das Projekt „Förderung von Nachbarschaftshilfe durch Servicepunkte“ des Bundesministeriums für Gesundheit und des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) an.

In 5 Bundesländern erprobt

Nach 3-jähriger Entwicklungs- und Forschungszeit – von 2017-2020 – sei laut KDA klar: Die Arbeit in den örtlichen Servicepunkten trage erheblich dazu bei, Nachbarschaftshilfe zu fördern und die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in ihren eigenen 4 Wänden zu verbessern.

Im Projekt wurden die Angebote bestehender Organisationen wie etwa die von Pflegestützpunkten, Mehrgenerationenhäusern, Seniorenbüros und Freiwilligen-Agenturen in den 5 Bundesländern Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Schleswig-Holstein durch die Einrichtung von insgesamt 56 Servicepunkten erweitert. So wurde eine Unterstützungsstruktur durch eine wohnortnahe Netzwerkarbeit geschaffen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Die Stützpunkte boten dabei (rechtliche und versicherungstechnische) Beratung, Vermittlung und Begleitung der Nachbarschaftshelfenden und der Hilfe suchenden Menschen an und haben dabei geholfen, die passenden Tandems zusammenzubringen.

KDA-Vorsitzender Helmut Kneppe sagte in der Vorwoche:

„Wir haben festgestellt, dass es ein großes Potenzial an Hilfsbereitschaft gibt. Viele Menschen haben Freude daran, sich in ihrem Viertel zu engagieren, oft auch solche, die bisher noch nicht – etwa in einem Verein – ehrenamtlich aktiv waren.“

Gerade die einfache, niederschwellige Alltagshilfe spreche die Menschen an. Und diese Alltagshilfe könne mit Servicepunkten besser vernetzt werden.

Die Ehrenamtlichen hätten einem Nachbarn oder einer Nachbarin mit Pflegebedarf bei täglichen Dingen geholfen. Dabei handele es sich ausdrücklich nicht um pflegerische Tätigkeiten, betonte das KDA.

Pflegegesetz sieht Förderung vor

Kneppe verweist darauf, dass das Pflegegesetz (§ 45a SGB XI) sogar ausdrücklich eine Förderung solch einer ehrenamtlichen Unterstützung vorsieht – verbunden mit einer anerkannten Hilfe ist etwa ein Versicherungsschutz des Helfenden und die Möglichkeit, bis zu 125 Euro im Monat als Ersatz für Auslagen zu erhalten (Entlastungsbetrag).

Der KDA-Vorsitzende resümiert:

„Die Frage war: Kann mithilfe der Servicepunkte die Nachbarschaftshilfe so gefördert werden, dass Pflegebedürftige nachhaltig unterstützt werden? Die Antwort ist ein klares Ja. Wir sollten es also nicht dem Zufall überlassen, ob sich Hilfsbereitschaft und Hilfebedarf wirklich finden, sondern durch organisierende Strukturen nachhelfen.“

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Selbstbestimmte_Pflege

Pflegebevollmächtigter fordert Stärkung selbstbestimmter Pflege

Selbstbestimmte_Pflege

Getty Images/Lucy Lambriex

14.05.2021 – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich für umfassende Änderungen zur Stärkung einer selbstbestimmten Pflege ausgesprochen. Derzeit seien Leistungen oft kompliziert und unflexibel, kritisierte er am Montag. Selbstbestimmung und Würde der Pflegebedürftigen müssten gewahrt und finanzielle Lasten fair verteilt werden.

Verbraucherschutz in der ambulanten Pflege stärken

Dazu solle etwa die Familienpflegezeit für Angehörige durch eine Geldleistung ergänzt werden. Auch müsse die 24-Stunden-Betreuung zu Hause rechtssicher ausgestaltet werden. Viele Haushalte mit Pflegebedürftigen wollten nicht wahrhaben, dass bei diesem Modell bislang „erhebliche rechtliche Risiken bis hin zur Strafbarkeit“ bestünden, mahnte Westerfellhaus.

Außerdem lasse der Verbraucherschutz in der ambulanten Pflege Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu oft im Regen stehen. Da es häufig nicht einfach sei, einen neuen Pflegedienst zu finden, hätten viele Pflegebedürftige Bedenken, Wünsche oder sogar Beschwerden anzusprechen. Zudem seien vertragliche Rechte und Pflichten nicht klar genug geregelt. Hier müsse gesetzlich nachgebessert werden.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Der Leistungszugang für pflegebedürftige Menschen müsse des Weiteren über ein Entlastungsbudget entbürokratisiert und vereinfacht werden. Pflegebedürftige sollten bei häuslicher Pflege einen Anspruch auf 2 Budgets haben: ein Pflege- und ein Entlastungsbudget. Damit könnten Leistungen flexibel je nach Lebenssituation passend abgerufen werden, was u. a. die Situation jüngerer Pflegebedürftiger und pflegebedürftiger Kinder verbessern würde.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Lohnersatz

Grüne fordern Lohnersatz für pflegende Angehörige

Lohnersatz

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14.05.2021 – Wer eine Angehörige oder einen Angehörigen zu Hause pflegt, muss häufig seine Arbeit einschränken oder ganz aufgeben. Das berichtet der “Spiegel” unter Berufung auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf 2 Fragen der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Pflegende Angehörige treten oft im Job kürzer

Demnach traten 24 % der pflegenden Angehörigen im Job zumindest kürzer, 13 % hörten ganz auf. 53 % konnten ihrer Arbeit wie zuvor nachgehen.

Um Pflegebedürftige zu versorgen, wenden Angehörige im Schnitt 34 Stunden pro Woche auf, mit stark variierenden Zahlen je nach Pflegegrad: Während ein Familienmitglied bei einem Pflegebedürftigen mit Grad 1 ca. 22 Stunden im Einsatz ist, sind es bei Stufe 5 rd. 56 Stunden.

Die Sprecherin der Grünen für Alten- und Pflegepolitik, Kordula Schulz-Asche, fordert Lohnersatz für diese Angehörige.

Derzeit erhalten Pflegebedürftige Geld von der Pflegeversicherung, das sie weitergeben sollen. Schulz-Asche glaubt aber, dass diese Personen das Geld häufig für den eigenen Lebensunterhalt verwenden.

Laut Ministerium gab die Versicherung im Jahr 2020 rd. 12,7 Mrd. Euro für das Pflegegeld aus.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Dass die Pflege von Angehörigen oft zu einer doppelten Belastung führt, zeigten erst jüngst Studienergebnisse des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

42 % derjenigen, die allein ein Familienmitglied pflegen, arbeiten demnach 30-40 Stunden in der Woche.

Einkommenseinbußen für pflegende Angehörige

Unter den pflegenden Angehörigen, die sich zusammen mit einem Pflegedienst kümmern, arbeiten 48 % in diesem Maße. Ein knappes Viertel der Pflegenden ist dagegen nicht erwerbstätig.

DIA-Sprecher Klaus Morgenstern warnte:

„Bei jenen, die parallel noch einen Vollzeitjob haben, entsteht eine enorme Doppelbelastung. Sie führt sowohl zu physischen als auch psychischen Härten“.

Allerdings führten verringerte Wochenarbeitszeiten zu geringeren Einkommen, sofern die Pflegenden noch im erwerbsfähigen Alter und noch nicht in Rente seien, – dass sei aber ohnehin nur ein kleiner Teil der Pflegenden.

Nach den Ergebnissen der DIA-Studie „50plus“ pflegen unter den 60-Jährigen und Älteren lediglich 3-7 % eine andere Person allein oder mit Unterstützung. In der Altersgruppe bis 39 Jahre waren es hingegen bis zu 28 %.

Für die repräsentative Studie wurden bundesweit 3.030 Menschen befragt.

Pflegende Angehörige in der Corona-Pandemie zusätzlich belastet

Zusätzliches Dilemma für pflegende Angehörige: In der Corona-Pandemie schultern sie noch mehr als sonst. Hilfsangebote wie Tages- und Kurzzeitpflege wurden 2020 seltener in Anspruch genommen. Dabei dienen gerade diese Angebote der Entlastung.

Insgesamt haben die Kassen der Pflegeversicherung rd. 21 % weniger Leistungen für Tages- und Nachtpflege zu verzeichnen gehabt und ca. 12 % weniger für Kurzzeitpflege als 2019. Das geht ebenfalls aus einer Antwort des BMG auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Das sei „ein wohl im Wesentlichen pandemiebedingter Rückgang“, so das BMG.

Denn in der ersten Welle der Corona-Pandemie hatten insbesondere Tagespflegeeinrichtungen wochenlang geschlossen und konnten über die Sommermonate oft nur eine Notbetreuung anbieten.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Tipps-Corona

Mit diesen 5 Tipps besser durch die Corona-Krise kommen

Tipps-Corona

Getty Images/Alistair Berg

20.04.2021 – Vielen Menschen setzt die aktuelle Corona-Krise mental stark zu. Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregelungen, Maskenpflicht, Zukunftsangst, die Pflege von Angehörigen – das alles kann sehr belastend sein.

So stärken Sie Geist und Körper

Mit diesen einfachen, aber effektiven Tipps können Sie Ihre psychische Gesundheit stärken:

Routinen schaffen

Feste Tagesstrukturen geben Halt und der Ausnahmesituation etwas Normalität. Gestalten Sie Ihren Tag mit festen Zeiten und Ritualen.

Digitale Kontaktpflege

Rufen Sie Freunde und Familienangehörige an, die Sie jetzt nicht treffen können, oder nutzen Sie Online-Dienste, Messenger oder Apps, um in Kontakt zu bleiben. Auch ein Spieleabend mit Freunden ist z. B. über Skype möglich. Vielleicht können Sie auch alte Freundschaften so wiederaufleben lassen. Es gab selten einen besseren Grund, um zu fragen, wie es jemandem geht.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Neue Hobbies zulegen

Vielleicht ist jetzt die perfekte Gelegenheit für ein neues Hobby und Dinge, die man schon immer einmal ausprobieren wollte: z. B. ein Instrument oder eine andere Sprache lernen, stricken, mehr lesen oder neue Rezepte nachkochen. Auch aufräumen oder ausmisten kann befreiend sein und ein gutes Gefühl schaffen.

Fit bleiben

Bewegung und Sport helfen, den inneren Glückshormonhaushalt in Balance zu halten. Dabei muss es kein intensives Work-out sein. Ein ausgiebiger Spaziergang jeden Tag oder moderate Mobilitätsübungen wie beim Yoga helfen, sich wieder wohler in der eigenen Haut zu fühlen. Im Internet finden sich viele gute und meist kostenfreie Mitmachangebote für verschiedenste Übungen.

Professionelle Hilfe holen

Manchmal sind die psychischen Belastungen einfach zu groß. Dann können psychologische Unterstützungsangebote hilfreich sein. Eine kleine Auswahl kostenfreier Angebote:

„Stark durch die Krise“: Die Initiative von Allianz und HelloBetter bietet ein kostenloses psychologisches Corona-Training und eine kostenlose psychologische Hilfe-Hotline. Das Angebot wurde vom Weltwirtschaftsforum als eine der weltweit herausragendsten Innovationen bei der Auseinandersetzung mit den Folgen der Corona-Pandemie ausgewählt.

Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 – in Verantwortung der Evangelischen und der katholischen Kirche.

„Nummer gegen Kummer“ speziell für Kinder und Jugendliche: 116 111 – gefördert vom Bundesfamilienministerium.

„Silbertelefon“-Hotline für Menschen über 60: 0800 4 70 80 90 – initiiert vom Verein Silbernetz, der Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband ist.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.