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Amazon Sprachassistent

Amazon und Alzheimer Gesellschaft testen, ob Sprachassistent Menschen mit Demenz und Angehörige unterstützen kann

Amazon Sprachassistent

Foto: Amazon

17.05.2022 – Kann ein Sprachassistent Menschen mit Demenz unterstützen, ihren Alltag besser zu bewältigen? Das untersucht das Unternehmen Amazon aktuell gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Expertinnen und Experten beider Seiten begleiteten 12 Menschen mit Demenz. Gemeinsam mit ihren Pflegenden und Angehörigen testeten sie die Funktionen des Sprachassistenten „Alexa“, wie das Unternehmen in der Vorwoche mitteilte.

Erste Rückmeldungen fielen demnach überwiegend positiv aus.

Hilfreiche Funktionen für den Alltag

So habe der „Alexa“-Sprachassistent z. B. im Alltag dabei geholfen, Routinen einzuhalten oder an die Einnahme von Medikamenten zu erinnern.

Einen positiven Effekt auf die Testpersonen mit Demenz hatte laut Amazon das Betrachten alter Bilder, die auf dem Bildschirm des Geräts gezeigt wurden. Das habe ihr emotionales Wohlbefinden und die Aufmerksamkeit gesteigert.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Am häufigsten hätten die Testpersonen die Funktion zum Abspielen von Musik und ausgewählten Radiosendungen genutzt. Musik habe einigen Teilnehmenden zur Aufmunterung gedient.

Weiterentwicklung notwendig

Die Tests hätten nach Angaben des Unternehmens aber auch noch viel Entwicklungspotenzial ergeben. Eines der Hauptanliegen der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen sei gewesen, dass der Sprachassistent sich an ihre Sprachgeschwindigkeit anpasse.

„Da die Betroffenen teilweise sehr langsam sprechen und nach Worten suchen, müsste Alexa dieses verzögerte Sprachtempo berücksichtigen. Genauso bei abweichenden Formulierungen, die Alexa noch nicht erkennt“, teilte das Unternehmen mit.

Ein wichtiger Wunsch sei zudem eine Notruffunktion.

Zusätzlich hätten sich einige der Testpersonen eine alternative Aktivierungsmöglichkeit des Sprachassistenten gewünscht, wie über die automatische Gesichtserkennung oder bestimmte Signalwörter.

Die Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Saskia Weiß, äußerte sich überrascht, wie offen die Testpersonen den Sprachassistenten akzeptiert hätten:

„Das zeigt, Sprachdienste haben das Potenzial, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in ihrem Alltag zu unterstützen.“

Herausforderung für Menschen im fortgeschrittenen Stadium der Demenz

Allerdings nehme im Verlauf einer Demenz die Sprachfähigkeit ab – also jenes Können, das für die Nutzung eines Sprachassistenten ausschlaggebend sei.

Deshalb sei die eigenständige Nutzung des Sprachassistenten für Testpersonen im fortgeschrittenen Stadium nur schwer oder gar nicht möglich gewesen.

Amazon will nach eigenen Angaben den Sprachassistenten an das verzögerte Sprechtempo von an Demenz erkrankten Personen anpassen, damit sie mehr Zeit haben, ihre Anfrage zu formulieren. 

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

pflegende Eltern

5 Handlungsempfehlungen zur Unterstützung pflegender Eltern

pflegende Eltern

Getty Images/Patryce Bak

07.04.2022 – Der Bundesverband „wir pflegen“ setzt sich dafür ein, pflegende Eltern “endlich” als gleichberechtigte Partner in der Familien- und Pflegepolitik wahrzunehmen. Aktuell werde diese Personengruppe nicht ausreichend berücksichtigt. Der geschäftsführende Vorstand Sebastian Fischer sagte am Dienstag auf einer digitalen Pressekonferenz:

“Das System der häuslichen pflegerischen Versorgung ist auf die Seniorenpflege ausgerichtet. Angefangen bei den Beratungsstellen, über Entlastungsangebote bis hin zur Versorgung mit Hilfs- und Heilmitteln. Die Bedarfe pflegender Eltern kommen überall zu kurz, das muss endlich in den Blick genommen werden.”

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Massive Einschnitte in persönliche Freiheit der pflegenden Eltern

Denn die ohnehin prekäre Situation pflegender Eltern habe sich in der Corona-Pandemie verschärft. Dringend benötigte Unterstützungsleistungen stünden auf dem Pflegemarkt oft nur eingeschränkt oder überhaupt nicht zur Verfügung. Pflegeverträge würden kurzfristig gekündigt, insbesondere bei beeinträchtigten Kindern mit sehr hohem Pflegeaufwand.

Die Pflege eines Kindes sei in der Regel eine lebenslange Aufgabe und bedeute massive sowie dauerhafte Einschnitte in die finanzielle und persönliche Freiheit der pflegenden Eltern. Parallel zur Pflege sei eine bezahlte Erwerbstätigkeit nahezu unmöglich – nicht zuletzt wegen der fehlenden Betreuungsangebote, des ambulanten Pflegenotstands und mangelhafter Inklusion an Kitas und Schulen, kritisierte Fischer. Sein Verein fordert deshalb einen Paradigmenwechsel in der Unterstützung pflegender Eltern und dringendes Handeln der Politik.

Paradigmenwechsel in der Unterstützung pflegender Eltern nötig

Eine in dieser Woche veröffentlichte Handlungsempfehlung fasst die wichtigsten Punkte zur Unterstützung pflegender Eltern zusammen:

  • Abbau von Bürokratie und Verwaltungsaufwand
  • Erleichterung der Hilfs- und Heilmittelbewilligung
  • Zugehende, fallspezifische Beratung
  • Kita und Schule: Recht auf Bildung, Gemeinschaft und Betreuung
  • Aufbau und Ausbau aller Entlastungs- und Unterstützungsangebote

Die Leiterin der Selbsthilfegruppe “Teilhabe jetzt!”, Verena Sophie Niethammer, hat die Handlungsempfehlung miterstellt und erläuterte, dass Eltern von Kindern mit Behinderungen häufig auf sich allein gestellt sind. Zwar hätten Kinder mit Behinderung theoretisch viele Rechte – meist müssten diese aber erst vor Gericht erstritten werden. Zudem erhielten Eltern weder einen Lohn für ihre Care-Arbeit, noch könnten sie Feierabend machen oder Urlaub nehmen.

Finanzielle Nöte pflegender Eltern 

Pflegesensible Regelungen, z. B. Teilzeitrecht und Pflegekranktage, fehlten in der Arbeitswelt. Niethammer verdeutlichte:

“Viele pflegende Mütter landen gesellschaftlich und wirtschaftlich im Abseits und ihre Gesundheit und Psyche leidet unwiederbringlich. Die Krönung dabei ist – wer sich aktuell Unterstützung holt, wird dafür noch abgestraft. Da beispielsweise bei Hospizaufenthalten das Pflegegeld nicht weitergezahlt wird.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegereform

Das ist 2022 neu für pflegende Angehörige

Pflegereform

Getty Images/ Sean Gallup / Staff

25.01.2022 – Zu Beginn des neuen Jahres ist die neue Pflegereform in Kraft getreten. Der Bundestag hat diese Reform bereits im Juni 2021 beschlossen. Wir erklären die wichtigsten Neuerungen für pflegende Angehörige.

Erhöhung der Pflegeleistungen

Für verschiedene Pflegeleistungen gibt es Erleichterungen und mehr Geld. Die Erhöhung der Pflegesachleistungen beträgt 5 %. Für Pflegegrad 3 bedeutete das z. B., dass einem pflegebedürftigen Menschen ab sofort 1.363 Euro statt wie bisher 1.298 Euro zustehen.

Diese Erhöhung betrifft allerdings nicht das Pflegegeld. Wer also auf einen Pflegedienst verzichtet und die Pflege eines Angehörigen vollständig selbst übernimmt, profitiert nicht von der neuen Reform.

Allerdings wird dafür der jährliche Betrag für Kurzzeitpflege um 10 % angehoben. Dennoch kann weiterhin nur der jährliche Betrag in Höhe von 806 Euro auf die Verhinderungspflege übertragen werden.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Übergangspflege im Krankenhaus

Als neue Leistung wurde die bis zu 10-tägige Übergangspflege im Krankenhaus eingeführt. Der Anspruch auf die Übergangspflege besteht, wenn unmittelbar im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt erforderliche Leistungen der häuslichen Krankenpflege, der Kurzzeitpflege, zur Rehabilitation oder Pflegeleistungen nach SGB XI nicht oder nur unter erheblichem Aufwand sichergestellt werden können.

Pflegehilfsmittel

Das Pflegepersonal soll mit der neuen Reform mehr Entscheidungsbefugnis hinsichtlich der Auswahl geeigneter Hilfsmittel bekommen. Damit soll es für pflegebedürftige Menschen unkomplizierter und schneller möglich sein, die nötigen Hilfsmittel zu erhalten.

Bisher musste der Bedarf für Hilfsmittel von einer Ärztin, einem Arzt oder von einer Gutachterin oder einem Gutachter im Rahmen der Pflegebegutachtung festgestellt werden. Seit 1. Januar kann eine Pflegefachperson den entsprechenden Antrag an die Pflegekasse weiterleiten.

Stationäre Pflege im Pflegeheim

Auch für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen gibt es Entlastung, besonders dann, wenn sie schon seit Längerem im Pflegeheim leben. Je länger der Pflegeheimaufenthalt bereits dauert, desto höher fällt der Leistungszuschlag für den Eigenanteil aus.

Diese Entlastung gilt aber nur für die Kosten für Pflege und die Ausbildungsumlage (Refinanzierung der Ausbildungskosten einer Pflegeeinrichtung), falls diese vorhanden ist. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investition (Ausgaben des Heimbetreibers für langfristige Anschaffungen wie z.B. Ausstattung und Sanierung des Gebäudes) übernimmt die Pflegekasse nicht.

Der Entlastungsbeitrag steigt mit der Dauer des Pflegeheimaufenthalts:

  • Bis 12 Monate – 5%
  • Mehr als 12 Monate – 25%
  • Mehr als 24 Monate – 45%
  • Mehr als 36 Monate – 70%

Pflegeversicherung

Für die gesetzliche Pflegeversicherung steht seit Anfang des Jahres ebenfalls mehr Geld zur Verfügung. Der Bund bietet ab 2022 einen jährlichen Zuschuss von rd. 1 Mrd. Euro.

Zudem wird der Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte erhöht, wodurch die Pflegeversicherung weitere 400 Mio. Euro im Jahr erhält.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Masterplan für pflegende Angehörige

Handlungsempfehlung zur Stärkung pflegender Angehöriger

Masterplan für pflegende Angehörige

Getty Images/Westend61

02.11.2021 – Der Bundesverband “wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger” hat am Montag einen Masterplan zur Entlastung und Stärkung pflegender Angehöriger vorgelegt. Die 16-seitige Handlungsempfehlung richtet sich an die Teilnehmenden der aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP.

Position der 5 Mio. pflegenden Angehörigen stärken 

Rd. 5 Mio. pflegende Angehörige seien die tragende Säule im Pflegesystem – im Sondierungspapier der voraussichtlich künftigen Ampelregierung würden sie aber nicht einmal erwähnt, so der Vorwurf des Verbands.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Der Vorstand von “wir pflegen”, Frank Schumann, sagte am Montag:

“Der echte Pflegenotstand zeigt sich in der Häuslichkeit. Die Ampel-Koalition hat jetzt die einmalige Chance, die bisherigen Versäumnisse in der Pflegepolitik zu korrigieren. Wir benötigen schnellstens einen Masterplan Pflege und keine Politik der kleinen Schritte. Neben Verbesserungen der professionellen Pflege muss die häusliche Pflege im Koalitionsvertrag berücksichtigt werden, schließlich werden 80 Prozent der hilfebedürftigen Menschen von ihren An- und Zugehörigen gepflegt und versorgt.”

36-monatige Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige einführen

Der Bundesverband hat insgesamt 8 Punkte ausgearbeitet, mit denen pflegende Angehörige künftig als gleichberechtigte Partner in der Pflege agieren könnten:

  1. Weiterentwicklung der Entlastungsleistungen mit Entlastungsbudget
    • Einzelbudgets für Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, Tagespflege, Entlastungsbetrag und Pflegehilfsmittelpauschale zusammenführen
    • bürokratische Hürden und einschränkenden Regularien der Nutzung abbauen
    • Dynamisierung des Budgets mind. in Höhe der Inflationsrate
  2. Keine Armut durch Pflege und bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
    • Verbesserung der rentenrechtlichen Absicherung pflegender Angehöriger vor und nach dem Altersrenteneintritt
    • Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf etwa über die Zahlung einer Lohnersatzleistung für 36 Monate analog zum Elterngeld
  3. Bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Kurzzeitpflege, Tages- und Nachtpflegeangeboten sowie ambulanter Pflegeversorgung
    • Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Tagespflege analog zum Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung
    • Entwicklung und Erprobung von Angeboten für spezielle Betroffenengruppen, z. B. pflegebedürftige Kinder und Erwachsene unter 60 Jahren mit rein körperlichen Einschränkungen
  4. Planung und Steuerung
    • Einberufung eines Pflegegipfels
    • Erarbeitung eines Masterplans Pflege, der ressort- und akteursübergreifend die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung angeht
  5. Beteiligung pflegender Angehöriger an Entscheidungsprozessen (Partizipation)
    • Aufnahme einer Interessenvertretung pflegender Angehöriger mit Stimmrecht in die Landespflegeausschüsse der Länder
    • Regelmäßiger Erfahrungsaustausch mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung
  6. Entwicklung und Förderung zielgerichteter Entlastung für spezielle Zielgruppen von pflegenden Angehörigen, z. B. Familien pflegebedürftiger Kinder und pflegende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
    • Schaffung verlässlicher Betreuungs- und Entlastungsangebote für pflegende Familien
    • Einbindung eines landesweiten telefonischen und digitalen Beratungsangebots für pflegende Kinder und Jugendliche in das regionale Hilfenetz
  7. Finanzierung der Pflege
    • Deckelung der Pflegeeigenanteile
    • Anspruch auf eine Pflegevollversicherung
  8. Weiterentwicklung von Information und Beratung in der häuslichen Pflege
    • Weiterentwicklung der Pflegeberatung zu einer neutralen, zugehenden, qualifizierten und unabhängigen Pflegeberatung aus einer Hand
    • Gewährleistung einer einheitlichen und qualitativ hochwertigen Durchführung der Beratungsbesuche

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Nachbarschaftshilfe

Nachbarschaftshilfe soll in Niedersachsen künftig anerkannt und bezahlt werden

Nachbarschaftshilfe

Bild: Gettyimages/Bojan89

07.10.2021 – Pflegebedürftigen Menschen in Niedersachsen soll bald ein breiteres Hilfsangebot zur Unterstützung im Alltag zur Verfügung stehen.

Wie die niedersächsische Landesregierung am Dienstag mitteilte, hat das Kabinett den Entwurf einer neuen Verordnung über „die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag für die Verbandsbeteiligung“ freigegeben.

Daraus geht hervor, dass gewerblich tätige Einzelpersonen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer ab 2022 als „unterstützende Personen“ anerkannt und bezahlt werden sollen.

Zusätzliche Unterstützung für pflegende Angehörige

Laut Sozialministerin Daniela Behrens brächte ein solches Angebot einige Vorteile mit sich:

„Im Alltag der häuslichen Pflege gibt es viel mehr zu tun als die reine Pflegeleistung selbst. Pflegebedürftige müssen betreut und beaufsichtigt, ihre Tage gestaltet werden.“

Pflegende Angehörige benötigten oft eine helfende Hand im Haushalt. Behrens sagte weiter:

„Hierfür braucht es vor allem Menschen mit Zeit und Empathie. Das können neben Anbieterinnen und Anbietern in der ambulanten Pflege auch Nachbarinnen oder Nachbarn, oder in Einzelunternehmung selbstständige Personen sein.“

Derzeit nicht genügend Angebote

Die Pflegekasse erstatte für haushaltsnahe Dienstleistungen den sog. Entlastungsbetrag von bis zu 125 € monatlich. Die Voraussetzung dafür sei, dass diese Leistungen von nach Landesrecht anerkannten Angeboten erbracht wurden.

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Derzeit stünden nicht genügend Anbieterinnen und Anbieter für alle Pflegebedürftigen zur Verfügung.

Die Landesregierung rechne mit bis zu 5.000 zusätzlichen Anbieterinnen und Anbietern, wenn gewerblich tätige Einzelpersonen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer anerkannt würden.

Die Voraussetzungen für deren Anerkennung sollen angepasst werden, um dem niedrigschwelligen Charakter des Angebots gerecht zu werden und gleichzeitig die Qualität der Versorgung weiterhin zu sichern.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Weltfrauentag, pflegende Angehörige

DBfK fordert, das Potenzial der Pflege besser zu nutzen

Rentenpunkte

Getty Images/filadendron

05.10.2021 – Anlässlich des zweiten „Europäischen Tages der pflegenden Angehörigen“ am 6. Oktober 2021 fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), neue pflegerische Rollen in der Primärversorgung zu etablieren, um pflegende Angehörige zu stärken und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Der europaweite Aktionstag soll auf die Situation pflegender Angehöriger aufmerksam machen.

Rund 80 % der Menschen in Deutschland, die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung erhalten, würden zu Hause versorgt und mehr als die Hälfte von ihnen überwiegend von ihren Angehörigen.

Häufig seien diese auf sich allein gestellt, da es in Deutschland erhebliche Engpässe in der Primärversorgung vor Ort gebe.

Entlastung durch „Community Health Nursing”

Die Bundesgeschäftsführerin des DBfK, Bernadette Klapper sagt:

„Wir wissen, dass die Pflege von Angehörigen eine enorme Herausforderung ist und die Familien oft belastet und überfordert.“

Deswegen benötigten pflegende Angehörige bessere Beratung und Unterstützung seitens professionell Pflegender – auch wenn sie noch keinen Pflegedienst in Anspruch nähmen, so Klapper.

Damit verweist sie auf das Modell „Community Health Nursing“, das in Skandinavien, Großbritannien oder Kanada fest in der Primärversorgung verankert ist. Dazu Klapper:

„Speziell qualifizierte Pflegefachpersonen arbeiten eigenverantwortlich beispielsweise in einem Gesundheitszentrum oder im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Community Health Nurses koordinieren die Versorgung, beraten und erheben die besondere Bedarfslage vor Ort. Dies führt zu einer Entlastung und besseren Begleitung der pflegenden Angehörigen.“

Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern

Der DBfK fordert, ein solches Modell auch in Deutschland zu etablieren. Politisch hieße das in erster Linie, die pflegerische Rolle im Berufsrecht sowie im Leistungs- und Leistungserbringungsrecht zu verankern.

Laut DBfK liegt der neuen Bundesregierungdamit eine Möglichkeit vor, die Gesundheitsversorgung in Deutschland und damit die Situation der Menschen mit Pflegebedarf und ihrer Angehörigen deutlich und nachhaltig zu verbessern. Dazu gelte es, das vorhandene Potenzial der Pflege zu nutzen.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Häusliche Pflege | Entlastung

Häusliche Pflege: Pflegebedürftige und Angehörige entlasten

Häusliche Pflege | Entlastung

Getty Images/FredFroese

26.08.2021 – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat angesichts der laufenden vierten Welle der Corona-Pandemie an die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen erinnert. In der häuslichen Pflege dürften diese Personen nicht alleingelassen werden. Fehler der vergangenen Monate dürften sich jetzt nicht wiederholen.

“Pflegende Angehörige waren durch die Reduzierung und Schließung von Betreuungsangeboten häufig auf sich allein gestellt und mussten in der Pandemie ohne professionelle Unterstützung große Herausforderungen meistern.”

Jetzt müssten die richtigen Schlüsse gezogen werden. In einem 3-seitigen Positionspapier fasst der Pflegebevollmächtigte deshalb Maßnahmen zusammen, die seiner Auffassung nach, Pflegebedürftige und Angehörige entlasten. Denn diese müssten nicht nur mit ihrer Schutzbedürftigkeit, sondern v. a. mit ihren Bedürfnissen in den Fokus genommen werden.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

So sollten z. B. für Betroffene und pflegende Angehörige Tagespflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege so weit wie möglich verfügbar bleiben.

Einfacher, schneller Zugang zum Impfen

Wichtigster Baustein in der Pandemie bleibe für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige das Impfen, betonte Westerfellhaus. Derzeit würden Vorkehrungen für notwendige Auffrischungsimpfungen getroffen. Insbesondere für die genannte Personengruppe müsse der Zugang zu Impfungen so leicht wie möglich sein – in der häuslichen Pflege etwa über mobile Impfteams.

Westerfellhaus:

“Unabhängig von einer Pandemie ist erste und wichtigste Aufgabe aller Beteiligten, Selbstbestimmung, Teilhabe und Würde in der stationären und in der häuslichen Pflege zu verwirklichen. Daran müssen sich Politik, Kostenträger und Leistungserbringer jetzt und auch in Zukunft messen lassen.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Humor

Humor für pflegende Angehörige: Wenn die Banane zum Telefon wird

Humor

GettyImages/Emely

Pflegende Angehörige meistern täglich einige Herausforderungen. Trotzdem ist es wichtig, sich den Humor im Alltag zu bewahren. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie dies schaffen können. 

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Yoga

Mobilisation mithilfe von Yoga: Sanfte Bewegungen im Fluss der Atmung

Yoga

Mia Lampel

Yoga eignet sich, um Stress abzubauen und den Körper zu stärken. Die Methode sorgt sowohl für innere Ausgeglichenheit als auch für eine aufrechte Haltung. Von einigen bewegungsfördernden Yogaübungen können auch pflegende Angehörige und ihre zu pflegenden Personen profitieren. Weiterlesen

Online-Hilfe "Familiencoach Krebs"

Neue Online-Hilfe für Angehörige von Krebs-Patienten

Online-Hilfe "Familiencoach Krebs"

Getty Images/Kohei Hara

04.06.2021 – Seit Juni können Angehörige von Krebs-Erkrankten das neue Online-Programm „Familiencoach Krebs“ von AOK, Universitätsklinikum Leipzig und Krebsinformationsdienst nutzen. Das kostenfreie und anonym nutzbare Angebot soll Angehörige unterstützen und vor emotionaler, körperlicher oder sozialer Überlastung schützen.

Wichtiges Wissen zu Krebs

Zudem informiert der „Familiencoach Krebs“ über die Entstehung, Diagnose und Behandlung verschiedener Krebs-Erkrankungen und beantwortet sozialrechtliche Fragen.

Die Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Leipzig, Anja Mehnert-Theuerkauf, sagte:

„Angehörige müssen oft das Familien- und Arbeitsleben sowie emotionale, körperliche und soziale Belastungen unter einen Hut bringen, während sie einem nahen Menschen helfen, mit einer lebensbedrohlichen Krankheit zu leben.“

Ängste und Sorgen, Beziehungsprobleme, aber auch Entscheidungen rund um die Behandlung seien mitunter sehr belastend.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

„Der Familiencoach Krebs soll Angehörige und Freunde bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützen.“

Über Krebs sprechen

Das Angebot der Online-Hilfe ist modular aufgebaut. Dazu gehören u. a.:

  • “Gut für sich sorgen”: Tipps für Angehörigen, wie sie die eigene psychische Belastung bewältigen können.
  • “Beziehungen stärken”: Wie Betroffene und Angehörige schwierige Gespräche über das Thema Krebs führen können, wie die Kommunikation mit Kindern gut gelingen kann oder wie die Erkrankung die Partnerschaft beeinflusst.
  • “Sich hilfreich fühlen”: Hier erfahren Angehörige, wie sie Krebserkrankte unterstützen können. Z. B. dabei, mit Angst, Wut und Frustration infolge der Krebserkrankung richtig umzugehen.

In den Rubriken „Wissen über Krebs“, „Behandlungen“ und „Krebsarten“ stehen Informationen über die Erkrankung und moderne Therapiemöglichkeiten im Vordergrund.

Die Leiterin des Krebsinformationsdienstes, Susanne Weg-Remers, sagte:

„Nichts ist schlimmer als die Angst vor dem Unbekannten. Wer mehr über Krebs weiß, fühlt sich sicherer und kann Patienten besser bei Entscheidungen unterstützen.“

Mehr als eine halbe Mio. Krebs-Erkrankte jährlich

Das Robert Koch-Institut geht aktuell von mehr als 500.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr in Deutschland aus.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, sagte:

„Eine Krebserkrankung belastet auch die Angehörigen. Das Online-Selbsthilfeprogramm bietet hier niederschwellige und wissenschaftlich basierte Informationen, die sie jederzeit flexibel nutzen können.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.