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Corona-Hilfen

Sozialbündnis fordert weitere Corona-Soforthilfen

Corona-Hilfen

Paritätischer Gesamtverband

26.01.2021 – Ein breites Bündnis aus 36 Gewerkschaften und Verbänden hat in einem gemeinsamen Aufruf die zügige Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze und der Altersgrundsicherung auf mind. 600 Euro monatlich gefordert.

Außerdem verlangen die Unterzeichner in der am Montag verbreiteten Erklärung zusätzliche Corona-Hilfen für arme Menschen.

Zu den Unterzeichnern zählen u. a. die Diakonie Deutschland, die Gewerkschaft Verdi, der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe, der AWO Bundesverband, der Paritätische Gesamtverband sowie weitere Sozialverbände und Organisationen aus den Bereichen Kultur, Wohnen, Umwelt und Selbsthilfe.

Unterlassung und „armutspolitischer Offenbarungseid“

Der Bundesregierung werfen die unterzeichneten Institutionen einen „armutspolitischen Offenbarungseid“ vor. Es sei eine Unterlassung, arme Menschen nicht durch eine auskömmliche Grundsicherung und effektive Corona-Hilfen zu entlasten.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Akuter Handlungsbedarf

Bereits im ersten Lockdown im vergangenen Jahr seien keine zusätzlichen Hilfen zur Verfügung gestellt worden, obwohl der zusätzliche Bedarf durch wegfallende Schulessen, geschlossene Tafeln, steigende Lebenshaltungskosten – insbesondere auch für Desinfektionsmittel und Masken – offensichtlich gegeben gewesen sei.

Es bestehe angesichts der ungewissen Dauer der Pandemie akuter Handlungsbedarf.

Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro

„Getrogen hat die Hoffnung, dass die Ärmsten spätestens mit der für 2021 anstehenden Anpassung der Regelsätze endlich entlastet würden. Im Gegenteil: Entgegen dem Rat und der Expertise aller Fachleute und von Gewerkschaften und Sozialverbänden erfolgte im Januar eine Erhöhung um lediglich 14 Euro auf 446 Euro, was einem armutspolitischen Offenbarungseid gleichkam“, heißt es in dem Aufruf.

Die Regelsätze müssten auf mind. 600 Euro angehoben werden; dazu müsse es für die Dauer der Corona-Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro geben.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Menschen mit Behinderung

Corona: Mehr Schutz für Menschen mit Behinderungen gefordert

Menschen mit Behinderung

Getty Images/Steve Smith

19.01.2021 – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, vermisst im Gesamtkonzept der Corona-Schutzmaßnahmen eine ausreichende Berücksichtigung für Menschen mit Behinderungen. Ein schlüssiges Gesamtkonzept für eine Impf-, Schutzmasken- und Testverordnung fehle Dusels Ansicht nach noch.

Viele Erkrankungen nicht in Impfverordnung berücksichtigt

„Aller Augen ruhen derzeit auf dem Impfstoff, der zur Verfügung steht und der Reihenfolge, in der er verabreicht wird“, sagte Dusel vor wenigen Tagen in Berlin. Dafür gebe es gute Gründe.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Aber es gebe eine ganze Reihe von Erkrankungen, die in der Impfverordnung nicht erwähnt würden. Er begrüßt daher die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), die Einzelfallentscheidungen ermöglichen, sodass Personen, die bislang nicht explizit erfasst sind, in eine Priorisierungskategorie eingeordnet werden können (siehe Kasten).

 

Das empfiehlt die STIKO

Die STIKO-Impfempfehlung vom 13. Januar sieht vor:

„Bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO können nicht alle Krankheitsbilder oder Impfindikationen berücksichtigt werden. Deshalb sind Einzelfallentscheidungen möglich. Es obliegt den für die Impfung Verantwortlichen, Personen, die nicht explizit genannt sind, in die jeweilige Priorisierungskategorie einzuordnen. Dies betrifft z.B. Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen, für die bisher zwar keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz bzgl. des Verlaufes einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, für die aber ein erhöhtes Risiko angenommen werden kann.“ (Quelle: RKI, Fragen zur STIKO-Impfempfehlung, Frage: „Welche Neuerungen und Aktualisierungen gibt es in der aktuellen STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung?“)

 

Diese Möglichkeit der individuellen Einstufung müsse schnellstmöglich umgesetzt werden.

Er könne zudem nicht nachvollziehen, warum Menschen, die nicht prioritär geimpft würden, nicht wenigstens prioritär Zugang zu anderen Schutzmaßnahmen erhielten.

Versorgung mit Schutzmasken ausweiten

In Ergänzung zur Impfstrategie sollten daher nach Auffassung des Behindertenbeauftragten insbesondere verletzliche Gruppen in die Lage versetzt werden, sich bestmöglich zu schützen.

So müsse etwa die Versorgung mit FFP2-Masken deutlich ausgeweitet werden. Außerdem sollten Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko und deren Kontaktpersonen einen Anspruch auf Schnelltests haben.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Impfstrategie

Pflegende Angehörige in nationaler Impfstrategie vorrangig berücksichtigen

Impfstrategie

Getty Images/Luis Alvarez

05.01.2021 – Beim Corona-Infektionsschutz müssen pflegende Angehörige endlich in die nationale Teststrategie eingebunden und mit Vorrang in die diskutierte Impfstrategie einbezogen werden. Das hat der Bundesverband „wir pflegen“ kurz vor Weihnachten in einer 4-seitigen Stellungnahme an die Bundesregierung und Abgeordnete im deutschen Bundestag gefordert.

„Die schwierige Lage pflegender Angehöriger während der Pandemie scheint in der Politik immer noch nicht angekommen zu sein und das, obwohl sie in Deutschland den größten Anteil der Pflegearbeit übernehmen“, mahnte Vorstandsmitglied Sebastian Fischer.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

In Deutschland pflegten rd. 5 Mio. Angehörige mehr als 2,6 Mio. Menschen mit Pflegebedarf im häuslichen Umfeld.

Die Situation der häuslichen Pflege sei in der zweiten Welle mehr als prekär, mahnt der Verband.

Wichtige Unterstützung wie Tagespflege, zugehende Beratung oder ambulante Pflege seien weggebrochen. Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr könnte auch der Freundes-, Nachbar- oder Bekanntenkreis nicht wie vor der Pandemie unterstützen. So blieben viele Familien sich selbst überlassen, Betreuung und Versorgung zu stemmen.

Pflegende Angehörige stärken

Die häusliche Pflege sei hinsichtlich der Corona-Maßnahmen vorrangig zu behandeln, so nun der Verband.

4 Maßnahmen seien deshalb erforderlich:

  1. Pflegende Angehörige sind in die nationale Teststrategie aufzunehmen und brauchen einen Zugang zu Schnelltests.
  2. Für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf braucht es eine Freistellung mit Lohnersatz nach Infektionsschutzgesetz.
  3. Die Pflegehilfsmittelpauschale ist von 60 auf 80 Euro anzuheben.
  4. Pflegende Angehörige sind ebenfalls mit Vorrang in eine nationale Impfstrategie aufzunehmen.

Anliegen von Angehörigen wahrnehmen und ernsthaft an Lösungen arbeiten

Darüber hinaus fordert der Verband Bundesregierung und Bundestag auf, die Anliegen pflegender Angehöriger „endlich ausreichend wahrzunehmen, Lösungsvorschläge ernsthaft voranzutreiben und zeitnah zu verabschieden“.

„Bei aller Liebe ist häusliche Pflege Arbeit. Häusliche Pflege gibt es nicht umsonst. Vor allem nicht in einer Pandemie. Die Zeit drängt. Handeln Sie!“, so der eindringliche Appell von „wir pflegen“.

Auch die Diakonie Deutschland hat vor wenigen Tagen darauf hingewiesen, dass pflegende Angehörige in der Impfstrategie nicht vergessen werden dürften.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

ErsteHilfe

Erste-Hilfe-Checkliste: So handeln Sie im Notfall richtig

ErsteHilfe

GettyImages/Moment RF

Ein Notfall kann jederzeit eintreten. Wie Sie vorgehen und auf was Sie in der Corona-Pandemie achten sollten, haben wir gemeinsam mit der Erste-Hilfe-Expertin Daniela Schwenk vom Deutschen Roten Kreuz in einer Übersicht zusammengefasst.

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Hausbesuche

Einstufung in Pflegegrade: MDK setzt persönliche Hausbesuche wieder aus

Hausbesuche

Getty Images/Dobrila Vignjevic

10.11.2020 Qualitätsprüfungen und persönlichen Hausbesuche der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) sind während der aktuellen Kontaktbegrenzung im November erneut ausgesetzt. Das gab der MDK in der Vorwoche bekannt. Erst im Oktober waren die Kontrollen nach einer Zwangspause seit März wieder aufgenommen worden.

„Die Medizinischen Dienste leisten damit ihren Beitrag zur Kontaktreduzierung und zum Infektionsschutz der besonders gefährdeten pflegebedürftigen Menschen.“

Das sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS), Peter Pick.

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Einstufung in Pflegegrade: Zeitnaher Leistungsbezug sichergestellt

 

Die Einstufung in Pflegegrade erfolge während der Kontaktbeschränkung auf Basis bereits vorliegender Informationen. Zusätzlich gebe es die zu Beginn der Corona-Krise entwickelten strukturierten Telefoninterviews mit Pflegebedürftigen und ihren Bezugspersonen. Sie hälfen, den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen.

Auf diese Weise würden der zeitnahe Leistungsbezug und die damit verbundene Versorgung sichergestellt.

Die Begutachtungen der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgten während der Kontaktbeschränkung ebenfalls ohne körperliche Untersuchung.

Wie werden Pflegebedürftige aktuell begutachtet? Wie sehen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen aus? Antworten dazu hat der MDK in einem Infoblatt zusammengefasst.

Weitere Informationen zur Begutachtung und Qualitätsprüfung während der Pandemie gibt es auf den Internetseiten des MDS.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Studie_Corona

Pflegende Angehörige leiden zunehmend unter Corona-Krise

Studie_Corona

Getty Images/2K Studio

3.11.2020 – Pflegende Angehörige leiden überdurchschnittlich stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie: Für 57 % der Befragten wurde die Pflege nach eigenem Bekunden in der Pandemie zeitlich aufwendiger. Ein Drittel bewertet die eigene Lebensqualität als schlecht oder sehr schlecht – vor der Corona-Pandemie waren es nur 7 % – der Wert hat sich also mehr als vervierfacht. Ein Großteil der Befragten gab auch an, dass Pflege und Beruf aufgrund der Pandemie noch schwieriger zu vereinbaren seien. Das ergab eine repräsentative Studie der Universität Bremen für die DAK-Gesundheit.

Eigene Lebensqualität sinkt

Hintergrund sei unter anderem, dass professionelle Hilfe etwa von Pflegediensten nicht in gewohntem Umfang in Anspruch genommen werden konnte. Der eigene Gesundheitszustand hat sich demnach nun für 11 % der pflegenden Angehörigen „erheblich“ verschlechtert, für 41 % „etwas“. Als „nicht verändert“ beschrieben ihn 47 %.

DAK-Vorstandschef Andreas Storm sagte am Montag, die Situation pflegender Angehöriger sei schon vorher schlecht gewesen.

„Mit der Corona-Krise ist die Belastungsgrenze endgültig überschritten.“

Viele bräuchten kurzfristig mehr Flexibilität in der Pflege und im Beruf, weil die Pandemie noch anhalten werde.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Storm begrüßte Reformpläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in diese Richtung, die ein erster Schritt zur Entlastung seien.

Der Pflegeexperte und Studienleiter Professor Heinz Rothgang sagte:

„Pflegende Angehörige sind eine der größten Stützen unserer Gesellschaft. Doch sie bleiben unsichtbar: Auch in der Corona-Krise bekommen sie weder zusätzliches Geld noch Applaus. Diese geringe Anerkennung ihrer Arbeit macht die Situation Pflegender noch schwerer. Umso wichtiger ist es, ihre Leistung anzuerkennen und sie mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen.“

Für die Studie wurden vom 8. Juni bis 12. August 1.296 Menschen via Onlinefragebogen befragt. Im Blick standen zu Hause Pflegende im erwerbsfähigen Alter bis 67 Jahren. Insgesamt wurden 24.500 Personen angeschrieben, die als Pflegepersonen von pflegebedürftigen DAK-Versicherten registriert sind.

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Umfrage_PflegendeAngehörige

Umfrage für pflegende Angehörige zu Belastungen während der Corona-Pandemie

Umfrage_PflegendeAngehörige

Getty Images/Daniel Balakov

29.10.2020 Die Corona-Pandemie hat den Alltag vieler Menschen verändert, insbesondere den pflegender Angehöriger. Neben der Belastung, die die Pflege eines Angehörigen ohnehin mit sich bringt, kommt oft noch Angst, eben diese Person unwissentlich mit dem Virus anzustecken.

Was entlastet pflegende Angehörige?

Das Zentrum für psychische Gesundheit im Alter in Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie will deshalb herausfinden, welche Belastungen und Schwierigkeiten pflegende Angehörige während der Corona-Pandemie erfahren haben, wie sie mit diesen umgegangen sind und was ihnen dabei geholfen hat.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Ziel der Befragung ist, das Stress-, Belastungs- und Bewältigungserleben pflegender Angehöriger besser zu verstehen, um so geeignete Unterstützungsangebote entwickeln zu können.

Ergebnisse sollen Unterstützungsangebote verbessern

Zur Teilnahme sind alle Personen aufgerufen, die privat einen Menschen pflegen, ob in direkter Verwandtschaft, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft. Die Befragung ist anonym und kostenfrei und läuft noch bis Ende Januar 2021.

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Hitze_und_Corona

Hitze und COVID-19: So schützen Sie sich und andere

Hitze_und_Corona

Getty Images/fhm

11.08.2020 – Derzeit treffen 2 Ausnahmesituation zusammen: die Corona-Pandemie und extreme Hitze. Besonders prekär: Von den Folgen des Hitzestresses, der starken UV-Strahlung und der hohen bodennahen Ozonbelastung sind v. a. ältere Menschen und chronisch Kranke betroffen. Damit überschneiden sich die Risikogruppen der Hitzewelle und der Corona-Pandemie. Betroffene Personen sind entsprechend anfälliger für die Auswirkungen von Hitze und COVID-19-Komplikationen.

Das Helmholtz Zentrum München, das Universitätsklinikum Heidelberg und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) haben jetzt allgemeine Hinweise für diese derzeit besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen zusammengestellt.

Dazu zählen u. a.:

  • Körper kühlen
    Duschen oder baden Sie kühl bis lauwarm. Alternativ können Sie z. B. kühle Packungen oder Wickel, feuchte Handtücher oder Schwämme, Fußbäder oder Kühlwesten zur Kühlung nutzen.
  • Trinken und Essen bei Hitze
    Trinken Sie regelmäßig Wasser, doch meiden Sie Alkohol und begrenzen Sie den Konsum von koffeinhaltigen Getränken.
    Essen Sie häufiger kleinere Portionen vorwiegend leichter Kost (wie frisches Gemüse, Salate und Obst).
  • Räume kühl halten
    Hängen Sie nasse Handtücher auf, um die Raumluft herunterzukühlen.
    Nutzen Sie die Nacht zur Abkühlung Ihrer Wohnung. Öffnen Sie nachts und frühmorgens alle Fenster und Fensterläden (wenn dies gefahrlos möglich ist). Lüften ist gleichzeitig eine Maßnahme, um das Infektionsrisiko mit COVID-19 in den Räumen zu senken.
  • Einsatz von Ventilatoren
    Ventilatoren können bei gleichzeitiger Hautbefeuchtung mit feuchten Tüchern oder Sprühflaschen bei Temperaturen unter 38° C Linderung verschaffen; bei höheren Temperaturen und gleichzeitiger hoher Luftfeuchtigkeit ist der Effekt geringer.
    Am besten platzieren Sie den Ventilator in einiger Entfernung und richten ihn nicht direkt auf Personen.
    Da der Gebrauch von Ventilatoren durch Verwirbelung der Innenraumluft das COVID-19-Infektionsrisiko möglicherweise erhöhen kann, sollten diese vor Eintreffen haushaltsfremder Personen (Besuch, Ärztin/Arzt oder Pflegefachperson) ausgeschaltet werden.
Wie unterscheide ich Hitzestress von einer möglichen COVID-19-Erkrankung?

Beides, Hitzestress und eine COVID-19-Erkrankung, können eine erhöhte Körpertemperatur zur Folge haben.

Achten Sie darauf, Hyperthermie nicht mit Fieber zu verwechseln. Ruhen Sie sich – oder eine betroffene Person – im Zweifelsfall mindestens 30 Minuten lang in einer kühlen Umgebung aus und trinken Sie Wasser, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Vermeiden Sie zuckerhaltige, alkoholische und koffeinhaltige Getränke.

Wenn die Körpertemperatur hoch bleibt, handelt es sich wahrscheinlich um Fieber, und Sie sollten ärztliches Fachpersonal konsultieren.

Wenn die Körpertemperatur sinkt, Sie sich nach einer Ruhepause in kühler Umgebung besser fühlen, und die Körpertemperatur nach der Ruhepause nicht wieder steigt, liegt wahrscheinlich Hitzestress vor.

 

  • Hitze und Medikamente
    Medikamente können durch hohe Temperaturen ihre Wirksamkeit verlieren. Es wird daher empfohlen, Ihre Medikamente bei maximal 25° C zu lagern.
  • Anzeichen von Unwohlsein
    Bitten Sie um Hilfe, wenn sie plötzlich Beschwerden wie Schwindel, Schwäche, Angst, Durst, oder Kopfschmerz bekommen. Gehen Sie so schnell wie möglich ins Kühle, kühlen Sie Arme und Füße (z. B. Wadenwickel) und messen Sie Ihre Körpertemperatur (möglichst rektal). Trinken Sie etwas Wasser, Fruchtsaft oder klare Brühe, um Flüssigkeitsmangel auszugleichen. Kontaktieren Sie einen Arzt, wenn die Symptome anhalten.
    Wenn Sie schmerzhafte Muskelkrämpfe haben, ruhen Sie sich so schnell wie möglich an einem kühlen Ort aus und trinken Sie ein elektrolythaltiges Getränk. Suchen Sie Hilfe, wenn die Hitzekrämpfe länger als eine Stunde anhalten.
    Rufen Sie sofort einen Arzt oder einen Krankenwagen (wählen Sie 112), wenn jemand heiße, trockene Haut hat, Krämpfe aufweist und Bewusstseinsveränderungen (Delirium) zeigt oder bewusstlos ist.
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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Coronavirus

Corona-Virus: Neueste Entwicklungen sind besorgniserregend

Coronavirus

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30.07.2020 – Das Robert Koch-Institut (RKI) hat vor einem flächendeckenden Corona-Ausbruch gewarnt: In den vergangenen 2 Wochen seien die Zahlen deutschlandweit besorgniserregend gestiegen.

„Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie“, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag. „Die neuen Entwicklungen machen mir große Sorgen“, so Wieler weiter. Man wisse nicht, ob dies der Beginn einer zweiten Welle sei. Er könne es aber sein.

Wir hätten es geschafft, die Fallzahlen über mehrere Wochen stabil zu halten, bei 300 bis 500 Fälle täglich. Auch die Zahl der Todesfälle sei gesunken. Wieler spricht von einem großen Erfolg, der zeigt, „dass wir das Virus eindämmen können“. Aber das gelinge nur, wenn wir uns an die AHA-Regeln halten. AHA steht für: Abstand, Hygiene, Atemschutz.

AHA-Regeln

Abstand halten
Achten Sie auf einen Mindestabstand von mindestens 1.5 Meter zu anderen Personen.

Hygiene beachten
Befolgen Sie die Hygieneregelen in Bezug auf Niesen, Husten und Händewäschen.

Alltagsmaske trage
Tragen Sie eine Alltagsmaske bzw. Mund-Nasen-Bedeckung dort, wo es vorgeschrieben ist. Bleiben Sie informiert über die aktuellen Bestimmungen.

Beachten: Ein selbst hergestellter Mund-Nase-Schutz, etwa aus dem Stoff eines T-Shirts, benötigt mind. 2 Schichten, besser noch 3 Schichten, um die Ausbreitung von Virus-Tröpfchen aus Nase und Mund zu verhindern.

–> Weitere Informationen zum Infektionsschutz

 

Das bedeutet, mind. 1,5 Meter Abstand zu halten, die Hygieneregeln zu beachten und eine Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Situationen zu tragen, insbesondere, wenn es nicht möglich ist, den Mindestabstand einzuhalten. Wieler weist darauf hin, dass der Mund-Nasen-Schutz richtig getragen werden soll, also auch über der Nase. Zusätzlich sollten Räume gut gelüftet werden.

Die Ansteckungen passierten demnach in vielen verschiedenen Umgebungen, bei Feiern, am Arbeitsplatz, in Gemeinschaftseinrichtungen, Pflegeheimen oder Kliniken. Zwar seien auch Reiserückkehrer dabei. Aber der größte Teil habe sich in Deutschland angesteckt.

„Die AHA-Regeln müssen über Monate der Standard sein“

Wieler warnt, dass wir uns nicht auf dem bisherigen Erfolg ausruhen dürfen: „Wir haben es in der Hand, wie sich die Pandemie in Deutschland weiter verbreiten wird.“

Wieler sagte, er sei optimistisch, dass eine zweite Welle verhindert werden könne, wenn sich alle an die AHA-Regeln hielten. „Die müssen über Monate der Standard sein“, betonte er.

–> Auch hier finden Sie noch einmal Hygienetipps und Wissenswertes zum Corona-Virus im Überblick.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Haeusliche Pflege

Studie: Lage in der häuslichen Pflege während Pandemie weiter zugespitzt

Haeusliche Pflege

Getty Images/yulkapopkova

23.07.2020 – Die Pflegesituation zu Hause versorgter älterer Menschen hat sich während der Corona-Krise verschlechtert. Davon betroffen seien sowohl die Pflegebedürftigen als auch deren pflegende Angehörige. Das geht aus einer neuen Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hervor.

Einsamkeit und depressive Verstimmungen

Demnach berichtete fast die Hälfte der befragten Personen, dass sich die Pandemie negativ auf den Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen ausgewirkt habe. Darüber hinaus stellten fast 75 % fest, dass Einsamkeit und/ oder depressive Verstimmungen bei der pflegebedürftigen Person zugenommen hätten. 85 % der Befragten gaben an, dass Pflegebedürftige weniger Besuche von Verwandten oder Bekannten erhalten hätten. Zudem hätten pflegende Angehörige beinahe zur Hälfte den Kontakt zu ihrer pflegebedürftigen Person eingeschränkt.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Überlastung und Verschlechterung der Beziehung

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Mehr als die Hälfte der befragten Angehörigen sagte, dass die Pflege derzeit belastender sei als vor dem Corona-Ausbruch. Eine Überforderung mit der aktuellen Situation gaben 38 % an. Außerdem habe sich die Beziehung zwischen der pflegebedürftigen Person und pflegenden Angehörigen verschlechtert. Dies berichteten drei Viertel. Bei einem Drittel seien häufiger Konflikte aufgetreten.

Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege

Dies alles könnte den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge auch Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege haben. „Die Zunahme von Belastungen unter Covid-19 ist entsprechend beunruhigend. Im Gegensatz zur Thematisierung der möglichen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf Gewalt gegenüber Kindern und Frauen, bleibt dieses Thema bezüglich der Altenpopulation allerdings bisher unberücksichtigt“, verdeutlicht Studienleiter Vincent Horn.

Für die Erhebung wurden 330 pflegende Angehörige online befragt und ergänzend qualitative Interviews durchgeführt.

 

Dass die Corona-Pandemie die häusliche Pflege zusätzlich belastet, zu diesem Ergebnis kam jüngst auch eine Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.