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Schlaganfall

Verständliche Informationen rund um den Schlaganfall

Schlaganfall

Getty Images/KATERYNA KON/SCIENCE PHOTO LIBRARY

15.12.2020 – Etwa 1,3 Mio. Menschen in Deutschland leben mit den Folgen eines Schlaganfalls, ca. zwei Drittel sind pflegebedürftig oder auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen. Ein Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache sowie die häufigste Ursache für dauerhafte Invalidität im Erwachsenenalter.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall erkennen

Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind z. B. Bluthochdruck, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen oder Vorhofflimmern. Der Konsum von Genussmitteln wie Nikotin und Alkohol gehört ebenso dazu.

Je mehr einzelne Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen, desto höher ist das Gesamtrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Die meisten Risikofaktoren sind allerdings mit einem gesunden Lebensstil beeinflussbar und gut medizinisch zu behandeln.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen. Einen kostenfreien Online-Pflegekurs gibt es auch zum Thema Schlaganfall.

 

Fundierte und gut verständliche Informationen rund um das Thema Schlaganfall bietet die Webseite Schlaganfallbegleitung. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzteschaft, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Pflege stellt dort alles Wissenswerte zum Thema kostenfrei zur Verfügung.  

Sehr gute Heilungschancen bei schneller Behandlung

„Wer heutzutage einen Schlaganfall erleidet, hat bei schneller Behandlung sehr gute Heilungschancen. Dabei ist es essentiell wichtig, dass der Patient seine Therapie aktiv angeht. Wir nennen das Therapietreue. Vor diesem Hintergrund gehört es zu unserem Konzept, die Betroffenen ohne erhobenen Zeigefinger zu motivieren und ihnen Mut zu machen“, erläutert der Mitbegründer der Informationsplattform sowie Neurologe und Schlaganfall-Experte Hans Joachim von Büdingen.

2021 soll die Plattform erweitert werden, um sich z. B. einen fachlich formulierten Arztbericht in verständliche Sprache „übersetzen” zu lassen oder über eine App in Austausch mit Betroffenen und deren Angehörigen zu kommen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Diabetes

AOK startet neuen Online-Coach für Diabetes-Patienten

Diabetes

Getty Images/Elva Etienne

3.12.2020 – Die AOK hat Anfang Dezember einen neuen Online-Coach gestartet, der sich an Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 richtet. Das Programm soll ihnen dabei helfen, die Krankheit besser zu verstehen und die oft notwendigen Änderungen des Lebensstils anzugehen.

Das Angebot kann von AOK-Versicherten kostenlos genutzt werden. Ein Teil des Programms ist auch für Versicherte anderer Krankenkassen verfügbar.

Schritt für Schritt erklärt das interaktive Online-Angebot, wie die Krankheit entsteht, was genau im Körper passiert und warum bei Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes das Risiko für bestimmte Folge-Erkrankungen steigt.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Praktische Tipps für mehr Bewegung und gesunde Ernährung

Das Programm enthält zahlreiche Videos und Animationen, die eigens für den Online-Coach produziert wurden. Szenen aus dem Alltag vermitteln praktische Tipps, wie Patientinnen und Patienten die Umstellung ihrer Ernährung oder die Integration von mehr Bewegung in ihren täglichen Tagesablauf schaffen können.

Weitere Bestandteile des Online-Coaches sind Übungsaufgaben und Wissenstests, die das Gelernte vertiefen sollen.

Zudem können sich Interessierte einen persönlichen Bewegungsplan oder ein Gewichts-Tagebuch anlegen.

Online-Coach gemeinsam mit Familienmitgliedern nutzen

Der Online-Coach ist so konzipiert, dass Patientinnen und Patienten das Programm allein oder gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern nutzen können.

Denn auch wenn Angehörige meist nur indirekt betroffen seien, hätten sie häufig viele Fragen und könnten die Betroffenen besser unterstützen, wenn sie ebenfalls gut informiert seien, teilte die AOK mit.

An der Entwicklung des Online-Coachs war ein Team aus den Fachbereichen Diabetologie, Psychologie sowie Ernährungs- und Sportwissenschaften beteiligt.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Kinaesthetics

Bewegungsentwicklung von Kindern begleiten (Teil 1) – Interaktion und funktionale Anatomie: Ich bin kein Gepäckstück

Kinaesthetics

GettyImages/blue jean images

Die häusliche Pflege von Kindern kann für Angehörige besonders herausfordernd sein. Häufig erfordert die Betreuung eine enorme körperliche Energie. Hinzu kommt die Sorge um das Wohl des Kindes. Umso wichtiger sind gemeinsame Momente der Bewegungserfahrung. Im ersten Teil unserer Serie lesen Sie, wie  Sie die Entwicklung Ihres Kindes mithilfe seiner eigenen Kompetenzen positiv fördern und wahrnehmen sowie sich selbst entlasten können.

 

Bereits Neugeborene besitzen viele Fähigkeiten, die entdeckt und für ihre Entwicklung weiter genutzt werden können, z. B. mit der schrittweisen oder gleichzeitig gemeinsamen Interaktion.

Interaktion über Bewegung: das Prinzip „Führen und Folgen“

Beim notwendigen Lagewechsel des Kindes von der Rücken- zur Seitenlage und zurück – etwa beim Wickeln – sollten Sie darauf achten, Ihr Kind großflächig zu berühren. Diese Berührung ist die Kontaktaufnahme. Sie ruht einen Moment. So vermeiden Sie, Ihr Kind anzufassen und es im selben Moment bereits zu bewegen. Nehmen Sie sich einige Sekunden Zeit, um zu erkennen, wie Ihr Kind über sein kinästhetisches Sinnessystem (das gesamte Wahrnehmungsnetz im menschlichen Körper, das uns vermittelt, dass und wie wir uns bewegen) auf die Berührung aufmerksam wird.

Erfahrungsbeispiel

Heben Sie Ihren Arm über den Kopf. Strecken Sie einen Finger aus. Sie fühlen genau, wohin sich der Arm bewegt und welchen Finger Sie strecken. Ebenso erfahren Sie Ihre Muskelspannung als Anstrengung. Die gesamte Körperorientierung und die differenzierte Steuerung all unserer Bewegungen wird über das kinästhetische Sinnessystem ermöglicht.

Der Beginn der Bewegung, z. B. beim Drehen Ihres Kindes, vollzieht sich schrittweise. Es kann langsam am Becken begonnen werden. Dabei entsteht ein Spannungsnetz über die Taille zum Brustkorb. Anschließend begleiten Sie langsam mit der anderen Hand den Brustkorb. Das Spannungsnetz läuft jetzt weiter über den Hals zum Kopf. Warten Sie auf ein Mitbewegen des Kindes und halten Sie die eingeleitete Drehung. Es ist zu beobachten, dass annähernd jedes Kind nun den Kopf und die Arme alleine drehen wird und sich mit Ihrer Begleitung zur Seite dreht. Es handelt sich also um fein abgestimmte Bewegungsangebote mit der Absicht, das Kind zum Mitbewegen einzuladen. Diese Eigenaktivität des Kindes ist die Antwort auf seine Wahrnehmung der Körperspannung über Becken und Brustkorb. Hier setzen die ersten Kompetenzschritte an, sich unter geringer Hilfe selbst auf die Seite zu drehen. Ebenso vollzieht sich der Weg zurück – langsam und wartend auf die eigene Bewegung des Kindes.

Erfahrungsbeispiel

Legen Sie sich auf den Boden und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf, wie die durch den Körper verlaufende Muskelspannung nach und nach die anderen Körperteile aufruft zu folgen.

Dieses Phänomen zu beobachten, ist von jedem Körperteil aus beginnend möglich. Es ist das zentrale Element, Bewegung wahrzunehmen, zu gestalten und gezielt zu steuern. Niemand kann sich mit allen Körperteilen gleichzeitig zur Seite drehen. Beim Kind gilt es, einseitige Interaktionen möglichst zu vermeiden. Oft werden besonders noch sehr kleine Kinder und Babys wie „Gepäckstücke“ bewegt. Hierbei lernen sie, uneffektive und hohe Muskelspannungen zu produzieren, weil sie sich im Moment einer schnellen Ganzkörperbewegung mit hoher Anspannung anpassen müssen. Bei vielen Kindern (z. B. Cerebralparese, Bewegungsstörung bedingt durch eine frühkindliche Hirnschädigung) ist dies dann die Folge einer ständig zunehmenden Körperspannung, die fälschlicherweise mit dem Begriff „Spastik“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um erlernte Prozesse, verursacht durch die Art der Interaktion (einseitig, zu schnell, en bloc drehen) über viele Jahre und tausendfache Wiederholungen.

Erfahrungsbeispiel

Drehen Sie sich schnell, ruckartig und en bloc. Achten Sie dabei auf Ihre Muskelspannung. Wiederholen Sie die Drehung sehr langsam beginnend, damit Sie erfahren, wie ein Körperteil dem anderen folgt. Sie bemerken, dass die Muskelanstrengung nun geringer ist. Besonders deutlich wird es, wenn Sie sich unvermittelt mit geschlossenen Augen von einer anderen Person einseitig und schnell drehen lassen bzw. Sie erst berührt werden und dann auf langsam beginnende Bewegungsangebote passend mitreagieren können.

Funktionale Anatomie: Bewegung am Körperbau orientieren

Die Knochen haben u. a. die Aufgabe, unser Körpergewicht zu tragen. Bereits Kleinkinder können unterstützt werden, ihr Gewicht, ähnlich wie Erwachsene, über die Knochen abzuleiten. Dabei lernen sie, ihre Arme und später die Beine zu nutzen, was zusätzlich eine zentrale Bedeutung für das Knochenwachstum und den Gebrauch von Händen und Füßen hat.

Erfahrungsbeispiel

Legen Sie sich auf den Boden und setzen Sie sich in einem Sit-up auf. Sie spüren hohe Anstrengung in den Bauchmuskeln, die das Gewicht bewegen. Erfahren Sie den Unterschied, wenn Sie sich über die Seite auf den Ellenbogen stützen, dann die Knochen des Unterarms nutzen und so zum Sitzen kommen.

Ihr Kind sollten Sie keinesfalls nur am Brustkorb oder gar an den Oberarmen hochheben oder aus einem Kindersitz (z. B. Autositz) herausbewegen. Es besteht hier eine Frakturgefahr der Arme, denn das Kind kann sich nicht entsprechend seines Körperbaus mitbewegen. Die untere Körperhälfte hängt in der Luft, unkontrollierte Spannungen (meist Streckspannungen) entstehen. Unterstützen Sie daher mit einer Hand das Becken, das als Knochenmasse geeignet ist, das Körpergewicht zu tragen.

 

Was ist Kinaesthetics?

Kinaesthetics (engl.) oder Kinästhetik ist eine erfahrungsorientierte Bewegungswissenschaft. Das Wort leitet sich aus der griechischen Sprache ab:

kinesis = Bewegung

aisthesis = Empfindung/ Wahrnehmung

Begründet wurde Kinaesthetics vor mehr als 40 Jahren von Dr. Frank Hatch und Dr. Lenny Maietta. In Zusammenarbeit mit vielen Teilnehmenden der ersten Kurse, die im Gesundheitswesen arbeiteten, wurde Kinaesthetics weiterentwickelt für die Arbeit von Pflegenden sowie Therapeutinnen und Therapeuten. Mittlerweile existieren verschiedene spezifische Programme, z. B. Kinaesthetics für pflegende Angehörige.

Kinaesthetics ist in sechs Konzepte gegliedert, die alle untereinander in Beziehung stehen. Die einzelnen Konzepte ermöglichen jeweils einen differenzierten Blick auf bestimmte Aspekte der Bewegung.

 

Häufig beschriebene Skoliosen (seitliche Verbiegungen der Wirbelsäule) sind ursächlich die Folge hoher Spannungen und des Durchhängens der Wirbelsäule beim Tragen auf dem Arm. Wechseln Sie die Trageseite, auch wenn es anfangs für Sie unbequem erscheint (typischerweise wird das Kind von einer Rechtshänderin oder einem Rechtshänder mit dem linken Arm getragen, damit die rechte Hand frei bleibt für zusätzliche Aktivitäten – umgekehrt ist dies bei Linkshänderinnen bzw. Linkshändern.

Helfen Sie Ihrem Kind, über die Seitenlage zum Sitzen zu kommen und über eine Drehung dann zum Stützen auf Knie und Arme. Das direkte Aufrichten aus der Bauchlage parallel auf die Knie sollte vermieden werden (hohe Anstrengung, Skoliosegefahr). Setzt sich das Kind über die Knie auf die Waden, achten Sie unbedingt darauf, dass die Füße nicht nach außen zeigen. Dies führt in zunehmendem Alter zur Fehlstellung der Sprunggelenke, die ein späteres richtiges Gehen unmöglich macht.

Fazit

Beobachten Sie Ihr Kind in seinen Bewegungen. Schauen Sie darauf, wie Sie sich selbst bewegen. Reflektieren Sie, dass Ihre Bewegungsunterstützung eine Bewegungserfahrung für Ihr Kind bedeutet und Sie beide Freude am täglich neuen miteinander Entdecken und Lernen haben.

Der zweite Teil, der in der nächsten Ausgabe erscheint, gibt Beispiele, wie Kinder beim Erlernen von Bewegungsmustern (parallele und spiralige Bewegung) und in Alltagsaktivitäten – u. a. Nahrungsaufnahme, Atmung, Ausscheidung, Positionsunterstützung und Umgebungsgestaltung – gesundheitsfördernd unterstützt werden können.

 

Schon gewusst?

In Kinaesthetics-Kursen können pflegende Angehörige von speziell dafür ausgebildeten Kinaesthetics-Trainerinnen und -Trainern ihre Qualifikation für eine gesundheitsfördernde Begleitung ihrer Angehörigen erwerben. Ebenso profitieren sie selbst durch ein höheres Wahrnehmungs- und Bewegungsverständnis in all ihren eigenen Bewegungen.

Informationen zu Kursen und eine Liste mit Trainerinnen und Trainern finden Sie unter www.kinaesthetics.de.

 

 

 

Über den Autor

Norbert Feldmann ist freiberuflicher Kinaesthetics-Trainer, Lehrer für Pflegeberufe und Entbindungspflege sowie Pflegewissenschaftler (Universität Witten/Herdecke).

Demenz

Demenz: Betroffenen helfen, die Corona-Situation zu verstehen

Demenz

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4.06.2020Demenzpatientinnen und -patienten fällt es häufig schwer, die derzeitige Situation der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen zu verstehen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) hat auf ihrer Webseite Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus im Zusammenhang mit Demenz zusammengestellt. 

Einfache Worte wählen und Sicherheit geben

„Die Nachrichten im Fernsehen und Radio, der veränderte Tagesablauf – auch wenn jemand nicht versteht, worum es dabei geht, wird er verunsichert sein und vielleicht immer wieder nachfragen“, so die DAlzG. Sie empfiehlt deshalb, Betroffenen die Situation mit einfachen Worten zu erläutern. Besonders zu beachten sei dabei, Demenzerkrankten das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und ihnen zu versichern, weiter für sie da zu sein und sie nicht allein zu lassen.

Gewohnte Abläufe beibehalten

Zur Gestaltung des Alltags zu Hause rät die DAlzG, soweit wie möglich Routinen aufrechtzuerhalten. Denn diese plötzlich zu ändern, könne die Betroffenen verängstigen. „Versuchen Sie daher, den Tag wie bisher zu strukturieren, auch wenn bestimmte Dinge wie der Besuch der Gymnastikgruppe, der Betreuungsgruppe oder des Cafés derzeit nicht möglich sind. Stattdessen können Sie vielleicht gemeinsam eine Runde sportlicher Aktivität in der Wohnung einführen.“

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Beschäftigung zu Hause mit Spielen und Musik

In den vier Wänden könne man sich auch mit Spielen und Musik beschäftigen: „Je nach Fähigkeiten und Interessen können Sie gemeinsam Gesellschaftsspiele spielen, Kreuzworträtsel lösen, gemeinsam singen oder Musik im Radio oder Fernsehen anhören“, so die DAlzG. Zudem könne das Internet genutzt werden, um z. B. virtuelle Rundgänge durch Museen zu unternehmen.

Bewegung an der frischen Luft

Aber auch Spaziergänge an der frischen Luft – eher morgens als nachmittags, um so den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern besser einhalten zu können – seien eine Möglichkeit, die gemeinsame Zeit zu gestalten.

 

Weiterführende Informationen

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Stürzen

Wie Angehörige Pflegebedürftige vor Stürzen schützen können

Stürzen

Getty Images/RealPeopleGroup

19.05.2020 – Statistisch gesehen stürzt jede zehnte durch ambulante Pflegedienste versorgte pflegebedürftige Person einmal innerhalb von 14 Tagen. Um das Sturzrisiko so gering wie möglich zu halten, können Angehörige helfen. Dabei sind v. a. 2 Aspekte entscheidend: regelmäßige Bewegung, etwa über gemeinsame Spaziergänge, und eine “aufgeräumte” Wohnung. Wichtig ist es, die pflegebedürftige Person dabei zu unterstützen, möglichst viel selbst zu erledigen, z. B. beim Anziehen oder bei der Körperpflege. Das fördert die Selbstständigkeit und den Bewegungsradius im Alltag.

Allerdings: “Menschen mit Pflegebedarf zu motivieren, ist wichtig. Sie unter Druck zu setzen oder gar zu zwingen, darf dabei nicht sein”, gibt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zu bedenken. Um Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht zu trainieren, empfiehlt Sulmann u. a. fachlichen Rat z. B. über eine Physiotherapie einzuholen. Auch Bewegungsangebote von Krankenkassen und Gemeinden böten oft hilfreiche Kurse wie Herzkreislauf-Trainings oder Sitzgymnastik.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

In der eigenen Wohnung sollten Stolperfallen aus Teppichkanten und Kabeln vermieden werden. Insbesondere wenn mit Rollator oder Rollstuhl rangiert werden müsse, brauche es ausreichend Platz. Haltegriffe oder Handläufe an den Wänden sorgten für Sicherheit. Gute Lichterverhältnisse, festes Schuhwerk sowie gutsitzende Kleidung trügen darüber hinaus zu einem möglichst sicheren Gang bei.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Bewegungsfoerderung

Bewegungsförderung: Immer in Bewegung bleiben

Bewegungsfoerderung

GettyImages/PredragImages

Körperliche Schwäche, Schmerzen, Angst zu stürzen – es gibt viele Gründe, warum sich Menschen immer weniger bewegen. Doch das kann gefährliche Folgen haben. Was Angehörige tun können, damit Bewegung wieder mehr Freude macht und so sicher wie möglich ist.  Weiterlesen

Schlaf

Schlafprobleme: 3 Tipps für einen gesunden Schlaf

Nachtschlaf

Getty Images/
JGI/Tom Grill

06.04.2020 – Viele Menschen haben Probleme mit dem nächtlichen Schlaf, leiden bspw. unter Schmerzen, unruhigen Beinen, nächtlichen Toilettengängen und psychischen Belastungen. Gefährdet sind dem Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zufolge vor allem pflegebedürftige Personen, aber auch deren Angehörige können betroffen sein. Das ZQP hat online Tipps für einen gesunden Schlaf zusammengestellt.

Bewegung und Tageslicht

Im Fall von Ein- und Durchschlafschwierigkeiten oder nächtlicher Unruhe empfiehlt das ZQP, möglichst auf einen Mittagsschlaf zu verzichten oder diesen nicht länger als eine halbe Stunde zu halten. Zudem könnte Bewegung im Freien den Schlaf unterstützen. Jenseits der Ruhezeiten sollte genügend Tageslicht in die Räume gelassen werden, um den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu fördern. Schwere Mahlzeiten und große Trinkmengen vor dem Schlafengehen sollten vermieden werden.

Rituale schaffen

Auch Rituale vor dem Schlafengehen wie z. B.  Vorlesen oder ein warmes Fußbad könnten förderlich für den Schlaf sein, so ZQP-Pflegeexpertin Daniela Sulmann. Wenn Pflegebedürftige noch nicht müde seien, sollten sie nicht zum Zubettgehen gedrängt werden. Schlafmittel sollten „grundsätzlich nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden, da sie Stürze und Inkontinenz begünstigen und abhängig machen können“, warnt Sulmann. Langfristig könnten sie mitunter sogar Schlafprobleme verstärken.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Sich rechtzeitig Hilfe suchen

Neben den Pflegebedürftigen selbst könnten aber auch deren Angehörige – bspw. wegen des nächtlichen Hilfebedarfs oder der Sorge um die Gepflegten – unter Schlafproblemen leiden. „Das kann auf Dauer nicht nur zu Übermüdung und Gereiztheit führen, sondern auch die Pflegebeziehung belasten. Der umgekehrte Tag-Nacht-Rhythmus von Menschen mit Demenz ist Untersuchungen zufolge sogar ein häufiger Grund für den Umzug in ein Pflegeheim“, so Sulmann. Sie rät pflegenden Angehörigen, sich rechtzeitig Hilfe für die Pflege zu holen, z. B. durch Familienmitglieder oder einen ambulanten Pflegedienst.

Zwar sei zu anderen Zeiten als früher zu schlafen an sich nicht problematisch. „Bedenklich wird es aber, wenn eine über Wochen anhaltende unzureichende Schlafqualität oder -dauer zu Belastungen im Alltag führen – beispielsweise durch Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten“, so die Pflegeexpertin. Sie empfiehlt im Fall von länger anhaltenden Schlafproblemen rechtzeitig den Rat einer Ärztin oder eines Arztes einzuholen. Dies gelte ebenso für unregelmäßiges Schnarchen, Atemaussetzer oder zusätzlich zu den Schlafstörungen auftretende Beschwerden wie Schmerzen oder Verwirrtheit.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

 

Bewegung

Corona-Isolation: Bewegungstipps für zu Hause

Bewegung

Getty Images/Westend61

23.03.2020 – Die Folgen der Corona-Pandemie sind für uns alle spürbar: Das öffentliche Leben ist runtergefahren. Soziale Kontakte müssen auf ein Minimum reduziert werden, um sich und seine Mitmenschen vor einer Infektion zu schützen und die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. 

Zu Hause aktiv sein

Bewegung daheim ist aber dennoch wichtig. Für ältere Menschen empfiehlt Susanne Tittlbach, Inhaberin des Lehrstuhls Sportwissenschaft III – Sozial- und Gesundheitswissenschaften des Sports an der Universität Bayreuth, bspw. Frischluft auf dem Balkon oder am offenen Fenster zu genießen. Hier gebe es bestimmte Übungen: „Wer noch gut stehen kann, kann sich am Fensterrahmen festhalten und kleinere gymnastische Übungen durchführen, z. B. Gewichtsverlagerung von einem Bein auf das andere, leichte Kniebeugen, ein Bein abspreizen und hochziehen mit Beinwechsel, beide Beine fest auf dem Boden und den Oberkörper langsam nach rechts und links rotieren“, führt die Professorin in einer Mitteilung der Universität aus.

“Auch kleinste Bewegungen sind sinnvoll”

Allerdings solle jeder nur das machen, was die eigenen Kräfte zuließen. Selbst kleinste Bewegungen seien sinnvoll, so die Expertin. Auch im Sitzen könnten Übungen absolviert werden, bspw. Fahrradfahren oder die gestreckten Beine überkreuzen. Zudem rät die Fachfrau, möglichst oft die Position zu wechseln, auch zu stehen und z. B. während des Telefonierens auf und ab zu gehen. „Auch das bringt den Kreislauf in Schwung und aktiviert!“

Virtuell in Bewegung bleiben

Auch Experten der Deutschen Sporthochschule Köln weisen darauf hin, wie wichtig in der aktuellen Situation Bewegung und körperliche Aktivität für das psychische und körperliche Wohlbefinden sind. „Wir sollten, wo immer möglich und so lange wie möglich, das Bewegen in der freien Natur suchen. Gerade jetzt ist die Zeit, den Waldspaziergang mit der Familie oder dem Partner wiederzuentdecken. Wobei wir natürlich die Vernunftsregeln des Robert-Koch-Instituts beachten sollten“, sagt Jens Kleinert vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln. Regeln beachten und trotzdem kreative Bewegungsformen finden, sei möglich. So empfiehlt Kleinert z. B. virtuelle Verabredungen. „Ermuntern und unterstützen Sie andere beim Aktivwerden oder Aktivbleiben mit Textnachrichten oder Bildern von sich oder anderen. Gerade jetzt ist sozialer Kontakt, wenn auch nicht physisch, besonders wichtig.“

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Hygienetipps für daheim

Um sich vor dem neuartigen Coronavirus zu schützen, sind besonnenes Handeln und gewissenhafte Hygienemaßnahmen entscheidend. Was pflegende Angehörige tun können, um sich selbst und ihre zu pflegende Person zu schützen, haben wir für Sie in einer Übersicht zusammengestellt.

Merkblatt zum Schutz im Alltag

Empfehlungen, wie sich Personen im privaten, beruflichen und öffentlichen Umfeld am besten verhalten sollten, erhalten Sie in einem Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.