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Hilfe-Telefon

Ein Hilfe-Telefon gegen Einsamkeit

Hilfe-Telefon

Foto: Silbernetz/Schärf

Pflegende Angehörige haben ein erhöhtes Risiko für Einsamkeit. Mit dem Silbernetz e. V. steht ein bundesweit agierendes, kostenfreies Hilfs- und Kontaktangebot für ältere Menschen zur Verfügung. Weiterlesen

Pflegeberatung

Recht auf kostenlose Pflegeberatung nutzen

Pflegeberatung

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08.06.2021 – Professionelle Beratung zur Pflege kann entlasten. Doch viele Menschen wissen gar nicht, dass es z. B. ein Recht auf kostenlose Pflegeberatung gibt oder wo diese in Anspruch genommen werden kann.

Die Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ (ZQP) bietet dafür jetzt eine frei zugängliche und werbefreie Datenbank an mit über 4.500 nicht kommerziellen Beratungsangeboten rund um Pflege. Mit dem kostenlosen Angebot können pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen bundesweit schnell und einfach nach Beratungsmöglichkeiten suchen.

Auch in der Corona-Pandemie muss die Hilfe für pflegebedürftige Menschen immer wieder an aktuelle Entwicklungen angepasst werden. Sei dies z. B., weil sich Zugangsmöglichkeiten zu den verschiedenen professionellen Unterstützungsangeboten ändern, Ausnahmeregelungen für bestimmte Leistungen gelten oder die Beantragung eines neuen Pflegegrads ansteht.

Kostenfreie Datenbank mit über 4.500 Beratungsangeboten

Auch wenn sich eine Pflegesituation verändert, treten häufig neue Fragen und Herausforderungen auf.

Den Überblick über die aktuell geltenden Regeln rund um die Pflegeversicherung und mögliche Unterstützungsangebote behalten zu müssen, ist zusätzlich anstrengend.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Auch Beschwerdestellen listet die Datenbank auf

Mit der ZQP-Datenbank können Interessierte nicht nur gezielt nach einem Beratungsangebot in ihrer Nähe suchen. Die Ergebnisse lassen sich auch filtern – je nachdem, ob die Beratung speziell zur Pflege, zum Wohnen, zum Betreuungsrecht, zur Selbsthilfe oder zur Demenz erfolgen soll.

Auch Beschwerdestellen sind in der Datenbank aufgelistet.

Über eine Karte können Ratsuchende auf einen Blick erkennen, wo sich die Beratungsstelle befindet. Neben den Kontaktdaten werden zusätzliche Informationen zur Verfügung gestellt, z. B., ob die Beratung telefonisch erfolgen kann oder eine fremdsprachige Beratung möglich ist.

Außerdem ist jeweils kurz zusammengefasst, zu welchen Themen beraten wird.

Angebote zur Palliativversorgung

Einer Übersicht sind zudem Anbieter von Online-Beratung und bundesweite Beratungstelefone zu entnehmen.

Weitere Datenbanken zur Suche nach Pflegeanbietern oder nach Angeboten der Palliativversorgung sind verlinkt.

Was eine gute professionelle Pflegeberatung kennzeichnet und was Interessierte von den Angeboten erwarten können, stellt das ZQP ebenfalls in einer kleinen Übersicht zur Verfügung.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Tipps-Corona

Mit diesen 5 Tipps besser durch die Corona-Krise kommen

Tipps-Corona

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20.04.2021 – Vielen Menschen setzt die aktuelle Corona-Krise mental stark zu. Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregelungen, Maskenpflicht, Zukunftsangst, die Pflege von Angehörigen – das alles kann sehr belastend sein.

So stärken Sie Geist und Körper

Mit diesen einfachen, aber effektiven Tipps können Sie Ihre psychische Gesundheit stärken:

Routinen schaffen

Feste Tagesstrukturen geben Halt und der Ausnahmesituation etwas Normalität. Gestalten Sie Ihren Tag mit festen Zeiten und Ritualen.

Digitale Kontaktpflege

Rufen Sie Freunde und Familienangehörige an, die Sie jetzt nicht treffen können, oder nutzen Sie Online-Dienste, Messenger oder Apps, um in Kontakt zu bleiben. Auch ein Spieleabend mit Freunden ist z. B. über Skype möglich. Vielleicht können Sie auch alte Freundschaften so wiederaufleben lassen. Es gab selten einen besseren Grund, um zu fragen, wie es jemandem geht.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Neue Hobbies zulegen

Vielleicht ist jetzt die perfekte Gelegenheit für ein neues Hobby und Dinge, die man schon immer einmal ausprobieren wollte: z. B. ein Instrument oder eine andere Sprache lernen, stricken, mehr lesen oder neue Rezepte nachkochen. Auch aufräumen oder ausmisten kann befreiend sein und ein gutes Gefühl schaffen.

Fit bleiben

Bewegung und Sport helfen, den inneren Glückshormonhaushalt in Balance zu halten. Dabei muss es kein intensives Work-out sein. Ein ausgiebiger Spaziergang jeden Tag oder moderate Mobilitätsübungen wie beim Yoga helfen, sich wieder wohler in der eigenen Haut zu fühlen. Im Internet finden sich viele gute und meist kostenfreie Mitmachangebote für verschiedenste Übungen.

Professionelle Hilfe holen

Manchmal sind die psychischen Belastungen einfach zu groß. Dann können psychologische Unterstützungsangebote hilfreich sein. Eine kleine Auswahl kostenfreier Angebote:

„Stark durch die Krise“: Die Initiative von Allianz und HelloBetter bietet ein kostenloses psychologisches Corona-Training und eine kostenlose psychologische Hilfe-Hotline. Das Angebot wurde vom Weltwirtschaftsforum als eine der weltweit herausragendsten Innovationen bei der Auseinandersetzung mit den Folgen der Corona-Pandemie ausgewählt.

Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 – in Verantwortung der Evangelischen und der katholischen Kirche.

„Nummer gegen Kummer“ speziell für Kinder und Jugendliche: 116 111 – gefördert vom Bundesfamilienministerium.

„Silbertelefon“-Hotline für Menschen über 60: 0800 4 70 80 90 – initiiert vom Verein Silbernetz, der Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband ist.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Corona-Hilfen

Corona-Krise: Akuthilfen für pflegende Angehörige verlängert

Corona-Hilfen

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06.04.2021 – Die Corona-Krise belastet Familien von Pflegebedürftigen immer noch schwer. Pflegende Angehörige benötigen weiterhin flexible Unterstützungsangebote und Entlastungen. Der Bund hat deshalb erneut seine Akuthilfen verlängert, diesmal bis 30. Juni 2021.

Das bedeutet im Detail:

Fortführung einer längeren Unterstützung in einer akuten Pflegesituation

Pflegeunterstützungsgeld und kurzzeitige Arbeitsverhinderung: Beschäftigte erhalten bis zu 20 Arbeitstage lang Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung (statt 10 Tage). Außerdem wird Pflegeunterstützungsgeld auch gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist – wenn die akute Pflegesituation aufgrund der COVID-19-Pandemie aufgetreten ist. Dafür können Beschäftige ebenfalls bis zu 20 Tage der Arbeit fernbleiben.

Familienpflegezeit und Pflegezeit weiterhin flexibler nutzen

Beschäftigte mit gleichzeitigen Pflegeaufgaben können die Familienpflegezeit und Pflegezeit weiterhin flexibler nutzen, wenn der Arbeitgeber zustimmt:

  • Wer die Höchstdauer einer Auszeit für pflegebedürftige nahe Angehörige bisher nicht ausgeschöpft hat, kann sich erneut von der Arbeit freistellen lassen. Während der Pandemie ist eine mehrfache Inanspruchnahme möglich und die Freistellungen müssen weiterhin nicht in unmittelbarem Anschluss genommen werden.
  • Es genügt, die Familienpflegezeit mind. 10 Tage vor dem Beginn schriftlich beim Arbeitgeber anzukündigen.
  • Die Ankündigung von Pflegezeit und Familienpflegezeit kann weiterhin in Textform statt in Schriftform erfolgen, eine Ankündigung per Mail reicht also aus.
  • Während einer Familienpflegezeit kann die Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden bis zu einen Monat lang unterschritten werden.
Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung

  • Flexiblere Nutzung des Entlastungsbetrags in Höhe von 125 Euro für notwendige Hilfen, z. B. durch Nachbarn. Gilt bei Pflegegrad 1 in häuslicher Pflege.
  • Nicht genutzte Entlastungsbeträge aus dem Vorjahr können bis 30. September 2021 verwendet werden und verfallen nicht, wie normalerweise, schon im Juni.
  • 60 Euro statt 40 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, wie Mundschutze und Desinfektionsmittel – diese Regelung gilt sogar bis 31. Dezember 2021.
  • Zur Abfederung von Einkommensausfällen während der Pflegezeit und Familienpflegezeit kann ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden. Pandemiebedingte Einkommensausfälle können auch weiterhin bei der Ermittlung der Darlehenshöhe auf Antrag unberücksichtigt bleiben. Pandemiebedingte Rückzahlungsschwierigkeiten können auf Antrag erleichtert werden.

Beratungsangebote

Weitere Informationen für pflegende Angehörige gibt es auf dem Portal “Wege zur Pflege”. Zudem können sich Betroffene unter der Rufnummer 030 20 179 131 oder per Mail (info@wege-zur-pflege.de) an das Pflegetelefon wenden.

Das Pflegetelefon bietet fachliche Informationen zu allen Leistungsansprüchen und Unterstützungsmöglichkeiten im Pflegekontext.

Des Weiteren bietet es Beratung und Hilfestellung insbesondere auch für Angehörige in belastenden und kritischen Situationen. Bei der Vermittlung zu Beratungsangeboten vor Ort nimmt das Pflegetelefon eine Lotsenfunktion ein.

Die Beratungsgespräche sind anonym und vertraulich. Das Pflegetelefon berät von Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.

Unterstützung für Kinder und Jugendliche

Besondere Hilfe und Unterstützung bietet das Projekt “Pausentaste” für Kinder und Jugendliche, die sich um Angehörige kümmern. Wenn sie Sorgen oder Probleme haben, können sie bei der “Nummer gegen Kummer” anrufen: 116 111. Dort helfen ihnen bundesweit von Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr Beraterinnen und Berater – anonym und kostenlos.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Demenz

Demenz: Hausärzte sollen stärker auf Beratungsangebote hinweisen

Demenz

Getty Images/Maskot

12.01.2021 – Die Bundesregierung will Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stärker unterstützen. Eine gute medizinische und pflegerische Versorgung sowie die Einbindung in verlässliche Angebote für Unterstützung und Beratung im sozialen Nahbereich seien wichtig, um ein selbstständiges Leben und Teilhabe zu ermöglichen.

Giffey und Spahn wenden sich an Hausärzte

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben deshalb Hausärztinnen und Hausärzte am Montag in einem Brief darum gebeten, an Demenz Erkrankte und ihre Angehörigen auf spezielle Informationsangebote des Bundes und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hinzuweisen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Insbesondere, weil Demenz bislang noch nicht ursächlich behandelt oder geheilt werden könne, will die Bundesregierung die Gesellschaft für das Thema Demenz weiter sensibilisieren.

Dazu heißt es in dem Brief:

„Als Hausärztinnen und Hausärzte nehmen Sie, gemeinsam mit Ihren Praxisteams, in diesem System eine bedeutsame Rolle ein. Sie sind häufig der erste Kontakt der Betroffenen zum professionellen medizinischen Versorgungsnetz. Sie kennen oft auch die Lebensgeschichte und die Angehörigen und wissen, worauf es über die medizinischen Aspekte der Erkrankung hinaus ankommt. Dies alles ist für den weiteren Krankheitsverlauf von großer Bedeutung. Sie legen die Grundsteine für die folgende Begleitung der Betroffenen und stimmen dies mit ihnen ab.“

Wichtige Telefonnummern für Demenz- und Alzheimerberatung

Hausärztinnen und Hausärzte sollten deshalb Angehörige auf das Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hinweisen. Sie ist unter der Festnetznummer 030 – 259 37 95 14 erreichbar.

Bei Fragen zur Pflegeversicherung könnten sich Angehörige an das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums unter der Nummer 030 – 340 60 66 02 wenden.

Eine spezielle Informations- und Austauschplattform sei zudem der „Wegweiser Demenz“ des Bundesfamilienministeriums.

Bestandteil der Nationalen Demenzstrategie

Das Schreiben steht im Zusammenhang mit der Nationalen Demenzstrategie, die im Herbst 2020 von Spahn, Giffey, Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sowie von 57 Verbänden unterzeichnet wurde.

Mit der Unterschrift haben sie sich dazu verpflichtet, insgesamt 160 Maßnahmen einzuhalten, mit denen die Bevölkerung über die Demenz informiert und die Krankheit stärker entstigmatisiert werden soll.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Zahngesundheit

“Beunruhigende Trends” in der zahnmedizinischen Behandlung von älteren Personen

Zahngesundheit

Getty Images/Luis Alvarez

25.08.2020 – Mit Sorge beobachtet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), dass laut Beratungserfahrung hochbetagten Patientinnen und Patienten teure Implantate an Stelle von Prothesen bei der Versorgung des zahnlosen Kiefers angeboten werden.

Im jüngst veröffentlichten “Monitor Patientenberatung” wird dieser Trend von der UPD als Beispiel für Probleme im Gesundheitssystem beschrieben. Er sei als Indikator für eine Fehl- oder Überversorgung und als Gefahr für die Patientensicherheit anzusehen.

 

Zahngesundheit: Diese Ansprüche haben Pflegebedürftige

Menschen mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung stehen spezielle zusätzliche zahnärztliche Leistungen zu, die von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Wir haben für Sie zusammengefasst, welche zahnärztlichen Leistungen Pflegebedürftigen zustehen.

Empfehlungen gehen zu teuren Implantaten statt günstigeren Prothesen 

Immer wieder berichteten insbesondere ältere Menschen oder deren Angehörige davon, dass Zahnärztinnen oder Zahnärzte von einer konventionellen Zahnprothese von vornherein abrieten und stattdessen deutlich teurere Implantate empfehlen.

“Viele Ratsuchende können die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Versorgungsformen nicht einschätzen. Gleichzeitig fürchten sie die hohen Kosten von Implantaten. Würde die im Patientenrechtegesetz klar geregelte Aufklärungspflicht der Zahnärzte in der Praxis durchgängig beherzigt, könnten die Patienten besser beurteilen, ob ein Implantat mit Blick auf Lebensqualität und Aufwand des Eingriffs für sie die beste Wahl ist. Eine Überversorgung der Patienten könnte wahrscheinlich häufig vermieden werden”, sagt UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede.

In der individuellen Beratung könne die UPD Aufklärung leisten, auf die Möglichkeit der Zweitmeinung hinweisen und erläutern, wo und wie diese eingeholt werden könne.

Grundlegend verbessern könne sich die Situation allerdings nur, wenn die Hinweise der UPD auf derlei Probleme von den Akteuren des Gesundheitssystems aufgegriffen würden.

 

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Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

pflegende Angehoerige

Corona-Krise: Fachstellen unterstützen pflegende Angehörige

pflegende Angehoerige

Getty Images/Shestock

10.06.2020 – Die Corona-Pandemie ist für pflegende Angehörige besonders herausfordernd. In Bayern erhalten Betroffene Hilfe bei entsprechenden Fachstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Darauf wies die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml am vergangenen Wochenende hin.

Liste mit Fachstellen und Ansprechpartnern online aufrufbar

Die rund 110 Fachstellen, die dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zufolge vom Land mit 1,6 Millionen Euro im Jahr gefördert werden, sollen häuslich Pflegende mithilfe von Beratung und begleitender Unterstützung psychosozial entlasten. So gebe es z. B. eine telefonische Beratung und eine Beratung per E-Mail, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Zudem kontaktierten einzelne Fachstellen pflegende Angehörige auch proaktiv telefonisch, um sie aufzufangen. Eine Übersicht der Fachstellen, an die sich Betroffene wenden können, und Unterstützungsangebote stellt das Ministerium online zur Verfügung.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Zweites Bevölkerungsschutzgesetz: Erleichterungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige

Weitere Entlastungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige – zunächst befristet bis Ende September – sieht das “Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite” vor. „So können etwa Angehörige, wenn pandemiebedingt eine Versorgungslücke bei der Pflege zu Hause entsteht und sie daher der Arbeit fernbleiben müssen, bis zu 20 Tage lang das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung bezahlt bekommen“, verdeutlichte Huml. „Sofern der Entlastungsbetrag aus dem Jahr 2019 für Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 noch nicht für Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch genommen wurde, ist er über den 30.06.2020 hinaus bis zum 30.09.2020 übertragbar“, heißt es in der Mitteilung weiter. 

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Schmerzpatienten

Experten fordern “Schutzschirm für Schmerzpatienten”

Schmerzpatienten

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8.06.2020 – Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat sich gemeinsam mit Partnerorganisationen für einen „Schutzschirm für Schmerzpatienten“ stark gemacht. Aufgrund der Corona-Pandemie habe sich die Versorgung von Schmerzpatientinnen und -patienten verschlechtert, und der Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten sei aktuell erschwert, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung anlässlich des Aktionstags gegen den Schmerz in der vergangenen Woche. 

Untersuchungen wahrnehmen 

So seien z. B. Reha-Sportangebote eingestellt oder reduziert und Präsenztreffen von Selbsthilfegruppen nicht möglich. Es komme hinzu, dass Betroffene aus Angst vor einer Virusinfektion Ärztinnen und Ärzte nicht aufsuchten. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, Professor Dr. Claudia Schmidtke, ermutigte die Betroffenen aber, „notwendige Untersuchungen und Behandlungen“ wahrzunehmen und „aktiv“ Unterstützung einzufordern.

Beratung via Telefon und Video verstärken

Gegengesteuert werden könne den erschwerten Therapiemöglichkeiten etwa mit verstärkten Angeboten von Telefon- und Videosprechstunden sowie Ausnahmegenehmigungen bspw. für Reha-Sport, so Heike Norda, 1. Vorsitzende der Partnerorganisation SchmerzLOS.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten Schmerz

Auf die besondere Rolle von Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten Schmerz wies die Sprecherin der Fachgruppe Pflegeexpert/innen Schmerz im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Ruth Boche, hin: „Die Pflegenden sind ganz nah am Patienten. Sie beraten, leiten an, geben Tipps für hilfreiche nicht medikamentöse Maßnahmen wie gezielte Bewegungs- und Entspannungsübungen, Wärme- oder Kälteanwendungen. Vor allem aber geben sie Sicherheit.“

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.