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Assistenz_Krankenhaus

Kostenübernahme für Assistenz im Krankenhaus

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Getty Images/Luis Alvarez

22.06.2021 – Die Bundesregierung schließt eine Lücke in der Betreuung behinderter Menschen, wenn diese ins Krankenhaus eingewiesen werden und dort auf die Begleitung durch Angehörige oder Beschäftigte der Behindertenhilfe angewiesen sind.

Krankenkasse zahlt künftig

In der Vorwoche verabschiedete das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf. Demnach sollen künftig Krankenkassen zahlen, wenn Angehörige die Patientin oder den Patienten im Krankenhaus begleiten. Im Fall einer Assistenz durch Beschäftigte aus Einrichtungen der Behindertenhilfe sollen die Träger der Eingliederungshilfe die Kosten übernehmen.

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel (SPD), begrüßte den Entwurf.

„Für Menschen mit Assistenzbedarf ist es zweitrangig, wer bezahlt. Für sie ist entscheidend, dass sie die Assistenz bekommen, die sie benötigen.“

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (CDU), verdeutlichte:

„Die gefundene Lösung ist nicht nur gut für eine selbstbestimmte Krankenhausversorgung, sondern auch die Pflegekräfte im Krankenhaus profitieren davon.“

Menschen mit Behinderungen, die im Alltag von Assistenzpersonal unterstützt würden, benötigten diese Unterstützung auch während eines Aufenthalts im Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung, so Dusel und Westerfellhaus in einer gemeinsamen Mitteilung.

Dies gelte v. a. für Menschen, die z. B. aufgrund kognitiver Einschränkungen nicht mit Worten kommunizieren könnten oder auf Ungewohntes mit Ängsten reagierten. Hier sei eine vertraute Begleitperson unerlässlich. Dies sei „essenziell für den Erfolg des Krankenhausaufenthalts“.

Bundestag soll Regelung zur Assistenz diese Woche beschließen 

Bislang fehlte es an einer Kostenregelung. Nur Menschen, die ihre notwendige Begleitung im Arbeitgebermodell organisieren, bekommen durchgängig auch bei Krankenhausaufenthalten weiter Geld, um ihre Assistenz zu zahlen.

Auf die meisten Menschen mit Assistenzbedarf findet diese Regelung jedoch keine Anwendung, weil sie in Einrichtungen der Eingliederungshilfe leben oder ihre Pflege und Assistenz in der eigenen Häuslichkeit, ggf. mit Unterstützung über ambulante Dienste, erhalten.

Damit das Gesetz noch in dieser Wahlperiode verabschiedet werden kann, muss der Bundestag es in dieser Woche beschließen. Danach steht noch die Zustimmung des Bundesrats direkt nach der Sommerpause aus.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Geschwisternetz

Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Behinderung

Geschwisternetz

Getty Images/Cavan Images

27.08.2020 – Den vielen Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland, die mit einer Schwester oder einem Bruder mit Behinderung aufwachsen, will die Plattform “GeschwisterNetz” einen geschützten Kommunikationsraum bieten. Geschwisterkinder können sich dort untereinander austauschen oder Antworten auf schwierige Fragen finden.

Die Plattform ist ein Angebot der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Unterstützung für Geschwisterkinder

In dem geschlossenen sozialen Netzwerk können Geschwister andere Mitglieder in der Nähe oder nach Interessen suchen, gute sowie schlechte Erlebnisse teilen, Veranstaltungen organisieren und sich privat oder in Foren über wichtige Themen wie “Inklusion – Erfahrungen” oder “Urlaub und Freizeit” austauschen.

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Wertschätzung, Verständnis und Rat

Geschwisterkinder müssten früher eigenständig werden, genössen weniger Aufmerksamkeit der Eltern und übernähmen mit zunehmendem Alter häufig eigenständig verantwortungsvolle Betreuungsaufgaben. Das Netzwerk helfe, sich dabei nicht alleine zu fühlen.

“Wir möchten mit dem GeschwisterNetz eine Gemeinschaft an Schwestern und Brüdern von Menschen mit Behinderung schaffen, die Wertschätzung, Verständnis und Rat in ihrer besonderen Situation finden”, beschreibt Rudi Mallasch von der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.