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Finanzielle Last der Pflege

Mehrheit der jungen Menschen bereit für Angehörigenpflege

Finanzielle Last der Pflege

Getty Images/Oliver Rossi

14.10.2021 – Knapp 70 % der jungen Menschen zwischen 16 und 39 Jahren können sich vorstellen, einen Familienangehörigen zu pflegen. Unter denjenigen, die bereits pflegen oder gepflegt haben, sind dies sogar 84 %. Das hat eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für den DAK-Pflegereport 2021 ergeben.

Rund ein Drittel der jungen Menschen kann sich dem Report zufolge allerdings nicht vorstellen, Angehörige zu pflegen. Sie geben dafür verschiedene Gründe an: Ein Großteil traut sich Pflegetätigkeiten nicht zu (63 %). Für die Hälfte ist die Pflege nicht mit dem Beruf vereinbar (49 %) und 44 % fürchten seelische Belastungen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

DAK-Vorstandschef, Andreas Storm, sagte während der Vorstellung des Berichts am Dienstag in Hamburg:

“Die hohe Bereitschaft junger Menschen, sich bei der Pflege zu engagieren, ist bemerkenswert.”

Dem Bericht zufolge hat ein Viertel der jungen Menschen in Deutschland bereits Pflegeerfahrungen gesammelt. Bei mehr als der Hälfte von ihnen war die zu pflegende Person die Großmutter oder der Großvater.

Der wissenschaftliche Betreuer der Studie, Thomas Klie, von der Evangelischen Hochschule Freiburg erläuterte, dass die Pflege weniger als eine moralische Pflicht gesehen werde, sondern aus familiärer Verbundenheit geschehe.

Zwei Fünftel der für den Report Befragten wünschen sich die Pflege eines nahen Angehörigen zuhause durch die Familie gemeinsam mit einem Pflegedienst oder einer festen Pflegefachperson.

Ambulante Pflege stärker in Blick nehmen

Klie zufolge nehmen rd. 70 % der zuhause versorgten Menschen allerdings keine Beratungsangebote oder Unterstützung von einem ambulanten Pflegedienst in Anspruch. Er forderte deshalb von der kommenden Bundesregierung, die Pflege zu Hause stärker in Blick zu nehmen, und warnte:

“Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels werden wir bald an die Kapazitätsgrenzen in Pflegeheimen stoßen. Wir müssen sicherstellen, dass pflegende Angehörige umfassend unterstützt werden, um ihren wichtigen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen zu können. Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, wird die Situation der Pflege weiter eskalieren.”

DAK-Vorstandschef Storm forderte, pflegende Angehörige besser vor Armut zu schützen und von der Haushaltsarbeit zu entlasten.

Es sei nicht selbstverständlich, dass junge Menschen aufgrund der Pflege ihrer Angehörigen berufliche und finanzielle Nachteile in Kauf nähmen müssten.

“Wir müssen einen festen Rahmen schaffen, in dem es kein Entweder-Oder gibt.”

Pflegende Angehörige entlasten

Eine stärkere Unterstützung bei der Weiterführung des Haushalts und der Kinderbetreuung für jüngere pflegende Angehörige könne ein Ansatzpunkt sein; ebenso ein gesetzlicher Anspruch auf Zuschüsse zu Weiterbildungskosten und unterstützende Angebote, um einen Pflegemix von Angehörigenpflege und professioneller Fachpflege zu ermöglichen.

Es sei Aufgabe der kommenden Bundesregierung, eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu schaffen.

Für die Untersuchung befragte das Institut für Demoskopie Allensbach 1.310 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren. Darunter waren 443 Personen, die bereits Angehörige gepflegt haben.

Laut Statistischem Bundesamt wurden Ende 2019 von den 4,1 Mio. Menschen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhielten, 80 % zu Hause gepflegt.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Tablettenbox

So vermeiden Angehörige Medikationsfehler bei Pflegebedürftigen

Tablettenbox

Getty Images/Westend61

16.09.2021 – Die Mehrheit älterer pflegebedürftiger Menschen nimmt regelmäßig 5 oder mehr rezeptpflichtige Medikamente ein. Das birgt nicht nur Gefahren unerwünschter Neben- und Wechselwirkungen, sondern kann auch zu Fehlern in der Medikation führen. Das wiederum hat möglicherweise schwerwiegende Folgen für pflegebedürftige Personen.

Folgen von Medikationsfehlern

Medikationsfehler können z. B. Schwindel, Stürze, Verdauungs- und Herz-Kreislauf-Probleme sowie Schäden an Nieren oder Leber hervorrufen.

Bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln besteht das Risiko einer Abhängigkeit.

Medikationsfehler mit Psychopharmaka lösen u. U. Antriebslosigkeit und motorische Probleme aus oder verstärken diese ggf..

Verantwortungsvolle Medikamentenversorgung

Angehörige können entscheidend zu einer sicheren Medikamentenversorgung pflegebedürftiger Menschen beitragen. Darauf hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hingewiesen.

Die Mehrheit pflegender Angehöriger übernähme bereits Aufgaben in der Medikamentenversorgung. Z. B. besorgten sie die Rezepte und Medikamente, stellten und verabreichten Tabletten, wendeten Tropfen und Salben an. Solche Aufgaben seien wegen der gesundheitlich hohen Relevanz besonders verantwortungsvoll.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Um pflegende Angehörige bei einer sicheren Medikamentenversorgung zu unterstützen, hat das ZQP den kostenlosen Kurzratgeber “Sicherheit bei der Medikation” veröffentlicht. Er vermittelt Basiswissen und praktische Tipps, z. B. was bei Organisation und Verabreichung der Medikation zu beachten ist.

So sollten sich Angehörige etwa darüber informieren, wie ein Medikament wirken soll und welche Neben- sowie Wechselwirkungen auftreten können.

Anspruch auf Medikationsplan

Ein kurzer Erklärfilm erläutert zudem, was pflegende Angehörige über Medikationssicherheit wissen sollten.

Zeitpunkt und Dosis der Medikation seien wichtige Angaben. Träten Probleme bei der Einnahme auf, sei ärztlicher, pharmazeutischer oder pflegefachlicher Rat entscheidend. Wichtig: Dieser sei im Vorfeld einzuholen, bevor Tabletten geteilt, aufgelöst oder Kapseln geöffnet würden.

Gesetzlich Krankenversicherte, die mind. 3 Medikamente anwenden, die über den Blutkreislauf wirken, haben nach ZQP-Angaben Anspruch auf einen Medikationsplan. Dieser helfe, einen guten Überblick über die einzunehmenden Arzneimittel zu behalten.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Leitlinie, ambulante Pflege

Leitlinie: Das können Angehörige von ambulanten Pflegediensten während Corona erwarten

Leitlinie, ambulante Pflege

Getty Images/supersizer

06.05.2021 – Die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) hat eine Leitlinie für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen veröffentlicht. In gut verständlicher Sprache bietet sie betreffenden Personen eine Grundlage, um sich auf das Gespräch und die Zusammenarbeit mit dem ambulanten Pflegedienst vorzubereiten.

In tabellarischer Form informiert die 2-seitige Leitlinie, was Pflegebedürftige und Angehörige von ambulanten Pflegediensten im Umgang mit der COVID-19-Pandemie erwarten können.

So sollten etwa alle Besucherinnen und Besucher sowie die Mitarbeitenden des Pflegedienstes immer FFP2-Masken tragen. Das gelte auch für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige, wenn ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Zudem sollte jede Person, die die Wohnung betritt, sich die Hände waschen.

DGP-Wissenschaftler Thomas Fischer erläutert:

“Es ist uns ein Anliegen, pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in ihrer Selbstbestimmung zu stärken.”

Klar verständliche Informationen über professionelle pflegerische Leistungen seien dafür eine wichtige Grundlage.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Die Leitlinie fasst neben aktuellen Informationen zum Tragen einer FFP-2-Maske z. B. auch zusammen, wie ambulante Pflegedienste bei der Organisation der Schutzimpfung für Pflegebedürftige unterstützen können.

Die Leitlinie für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen basiert auf der Version für professionell Pflegende: S1-Leitlinie „Häusliche Versorgung, soziale Teilhabe und Lebensqualität bei Menschen mit Pflegebedarf im Kontext ambulanter Pflege unter den Bedingungen der COVID19-Pandemie – Living Guideline“.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Entlastung

Entlastung für die Seele: Kostenfreier Ratgeber für pflegende Angehörige

Entlastung

Getty Images/Kathrin Ziegler

11.03.2021 – Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat ihre kostenfreie Broschüre „Entlastung für die Seele – Ratgeber für pflegende Angehörige“ aktualisiert.

Tipps für den Umgang mit den eigenen Kräften

Auf 80 Seiten gibt die BAGSO Tipps, wie ein gesunder Umgang mit den eigenen Kräften gelingen kann. Denn die häusliche Pflege von Angehörigen kann sehr herausfordernd sein. 

Der Ratgeber zeigt Möglichkeiten der Entlastung auf, gibt eine Übersicht über konkrete Unterstützungsangebote und ermutigt dazu, rechtzeitig Hilfen von außen in Anspruch zu nehmen.

Hilfreiche Angebote in Zeiten von Corona

Ein eigenes Kapitel ist hilfreichen Angeboten in Zeiten von Corona gewidmet.

Der Ratgeber kann kostenfrei als PDF von der BAGSO-Webseite heruntergeladen oder als ebenfalls kostenfreies Hörbuch via Mail über bestellungen@bagso.de bestellt werden.

Die Publikation wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung erstellt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Weltfrauentag 2021

Weltfrauentag: Frauen, die arbeiten, pflegen öfter als Männer

Weltfrauentag 2021

Getty Images/Oliver Rossi

09.03.2021 – Bekanntlich übernehmen Frauen häufiger und in größerem Umfang die Pflege von Angehörigen. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) untersucht, ob das stärkere Engagement von Frauen darauf zurückgeht, dass sie im Vergleich zu Männern weniger stark am Arbeitsmarkt beteiligt sind.

Je mehr Arbeitsstunden, desto weniger Stunden für die Pflege

Das bestätigte sich aber nicht: Auch wenn Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren in gleichem Umfang erwerbstätig seien und einen vergleichbaren beruflichen Status aufwiesen, übernähmen sie die Pflege von Angehörigen weiterhin mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als Männer, teilte das DZA in der Vorwoche mit.

Allerdings reduziere der Erwerbsumfang die Übernahme von Pflege und Unterstützung – das gelte geschlechterübergreifend. Je mehr Stunden Frauen oder Männer für ihre bezahlte Arbeit aufwendeten, desto seltener übernähmen sie Unterstützung und Pflege.

Frauen arbeiten durchschnittlich 20 Wochenstunden, Männer 31

Auch die berufliche Qualifikation spiele eine Rolle: Je höher der Berufsstatus sei, desto häufiger pflegten sowohl Frauen als auch Männer, jedoch wendeten sie dafür auch desto weniger Stunden auf.

Dennoch zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern nach Angaben des DZA.

So arbeiteten Frauen mit 20 Wochenstunden durchschnittlich deutlich weniger als Männer mit rd. 31 Wochenstunden.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Die Studie zeige aber auch: Selbst wenn Frauen im gleichen Umfang erwerbstätig seien und einen vergleichbaren beruflichen Status aufwiesen, übernähmen sie die Pflege von Angehörigen häufiger als Männer.

Auch bei gleichen Voraussetzungen übernehmen Frauen Pflege häufiger

Für 55-jährige Frauen betrage z. B. die Wahrscheinlichkeit, Pflegeaufgaben zu übernehmen, 22 % gegenüber 14 % für gleichaltrige Männer.

Ähnlich sehe es bei der investierten Zeit aus: Dass Frauen mehr Zeit für Unterstützung und Pflege aufwendeten als Männer, gehe nur zu einem kleinen Teil darauf zurück, dass sie sich weniger umfangreich am Arbeitsmarkt beteiligten. Über alle betrachteten Altersjahre liege der Unterschied bei durchschnittlich ca. 3 Wochenstunden.

Eine Frage der Sozialisation? 

Das DZA-Autorenteam vermutet deshalb: Würden Frauen genauso häufig wie Männer in Vollzeit erwerbstätig sein, würden sie trotzdem mehr Pflege von Angehörigen leisten.

Vermutlich spielten eine geschlechtsspezifische Sozialisation sowie andere erwerbs- und familienbiografische Aspekte eine Rolle, so die DZA-Schlussfolgerung.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Video-Sprechstunde

“Haben Brandbrief an Herrn Spahn geschrieben”

Video-Sprechstunde

GettyImages/pixelfit; Montage: P. Kröhl

Viele pflegende Angehörige sind Einzelkämpfer. Um das zu ändern, gründete Kornelia Schmid vor sieben Jahren eine Facebook-Gruppe unter gleichnamiger Bezeichnung. Diese zählt heute fast 11.000 Mitglieder. Weiterlesen

Finanzielle Last der Pflege

Studie: Angehörige tragen finanzielle Last der Pflege

Finanzielle Last der Pflege

Getty Images/Oliver Rossi

09.02.2021 – Viele Menschen, die einen Angehörigen pflegen, reduzieren ihren Job oder geben diesen komplett auf. Damit nehmen sie erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf. Doch weniger die Älteren und damit jene Gruppe, die besonders auf Pflege angewiesen ist, beklagen diese Engpässe, sondern vor allem jüngere Generationen bis 40 Jahre. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Vor allem Jüngere beklagen Finanzeinbußen

Für die Untersuchung wurden im Sommer 2020 mehr als 3.000 Bundesbürgerinnen und -bürger befragt.

Dabei sollten sowohl Angehörige als auch Pflegebedürftige angeben, wie groß oder klein sie die Finanzeinbußen infolge der Pflegesituation einschätzen.

 

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Jeweils knapp 60 % der 18- bis 39-Jährigen stufen die Abstriche als „groß“ ein. Mit zunehmendem Alter sinkt dagegen der Anteil derer, die große Einbußen beklagen.

Während bei der stationären Pflege die Kosten für diese komplett vom Pflegebedürftigen und dessen Versicherungen übernommen werden, funktioniert häusliche Pflege mit einer teilweisen indirekten Finanzierung durch die Angehörigen, indem sie zugunsten der Pflege freiwillig auf Einkommen verzichten, verdeutlicht das DIA.

Ältere Pflegebedürftige empfänden ihre Lage weniger als finanzielle Verlustsituation. Zwar müssten sie oftmals Alterseinkünfte und Erspartes für die Finanzierung der Pflegekosten aufwenden. Das betrachte aber nur etwa ein Fünftel der ab 60-Jährigen als große finanzielle Einbuße.

Bereitschaft zu pflegen, ist groß

Trotz Einbußen: Die Bereitschaft, Angehörige zu pflegen, ist laut Studie „ausgesprochen groß“. Knapp zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie sich die Pflege von Angehörigen ganz oder teilweise vorstellen können.

Für 17 % kommen Pflegetätigkeiten nicht infrage.

Für 13 % ist die Frage irrelevant, da sie z. B. keine Angehörigen haben.

Viele Eltern sehen ihre Kinder als „eine Art Garant für einen möglichen Pflegefall“. So gehen Kinderlose zu 40 % davon aus, dass sie später mit einer guten Pflege rechnen können. Mit steigender Kinderzahl nimmt diese Erwartungshaltung jedoch zu. Unter Befragten mit 4 und mehr Kindern rechnen nahezu zwei Drittel mit einer guten Pflege im Alter.

Die Studie mit allen Ergebnissen soll Mitte dieses Jahres erscheinen.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Podcast_Hirn_Heinrich

Podcast informiert über Demenz und Parkinson

Podcast_Hirn_Heinrich

DZNE und Getty Images/Christian Horz/EyeEm

02.02.2021 – Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat einen Wissenspodcasts ins Leben gerufen. Der Podcast befasst sich mit Themen wie Demenz bzw. Alzheimer und Parkinson.

Wissenspodcast mit Moderatorin Sabine Heinrich 

Im Podcast “Hirn & Heinrich” unterhält sich TV- und Radio-Moderatorin Sabine Heinrich mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über das menschliche Gehirn, dessen wundersame Fähigkeiten, was es bedeutet, wenn diese nachlassen, und spricht auch mit Betroffenen.

Neue Therapieansätze und Tipps für Angehörige im Fokus

Welche Krankheitsmechanismen und -ursachen sind bekannt? Was versprechen neue Therapieansätze? Was kann jeder selbst tun, um Krankheitsrisiken zu senken und möglichst lange fit im Kopf zu bleiben? Wie lässt sich die Lebensqualität von Patientinnen, Patienten und Angehörigen verbessern?

 

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Antworten auf diese Fragen geben die ca. 30 Minuten langen Episoden.

Jede Folge hat dabei einen eigenen Schwerpunkt: das Gedächtnis, Alzheimer, Parkinson, die Vielfalt von Demenz oder Pflege.

Das DZNE ist eine von Bund und Ländern geförderte Forschungseinrichtung für neurodegenerative Erkrankungen. Das Institut zählt zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen für Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems.

Jeden Monat gibt es eine neue Folge.

Der Podcast ist verfügbar über z. B. Spotify, Deezer, Apple Podcasts oder direkt über die DZNE-Seite.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Trinken

Hitzetage: Tipps für den Angehörigenbesuch

Trinken

Getty Images/Maskot

16.07.2020 – Hitze ist v. a. für chronisch kranke, ältere und pflegebedürftige Menschen belastend. Um gesund durch die heißen Tage in den Sommermonaten zu kommen, hat das Klinikum der Universität München einen „Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege“ veröffentlicht. In dem Handbuch finden auch Angehörige Empfehlungen, wie sie pflegebedürftige Personen dabei unterstützen können, die Hitze gut zu bewältigen: 

Für das Trinken sensibilisieren

Bei Besuchen sollten Angehörige ihre Pflegebedürftigen dazu motivieren, ausreichend zu trinken und zu essen, indem sie dies z. B. gemeinsam tun, wasserreiches Obst und Gemüse sowie zusätzliche Getränke mitbringen. Außerdem sollten sie bei jedem Kontakt – etwa per Telefon oder SMS – daran erinnern, das Trinken nicht zu vergessen. Auch das Anlegen kühlender Arm- und Beinwickel und leichte Sommerkleidung könnten dabei helfen, die heißen Temperaturen gut zu vertragen.

An Sonnenschutz denken

Um sich vor der Sonne zu schützen, sollten eine Kopfbedeckung sowie Sonnencreme bereitgestellt und die Besuchszeit in kühlen Räumen oder schattigen Außenbereichen verbracht werden.

Mehr Besuche vorsehen

Wenn möglich sollten Angehörige auch häufigere Besuche einplanen.

 

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Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Stress_Belastung

Online-Befragung: Welche psychosozialen Auswirkungen hat die Corona-Pandemie?

Stress_Belastung

Getty Images/Juanmoni26

26.05.2020 – Die Veränderungen, die das neuartige Coronavirus auf das öffentliche, berufliche und private Leben nimmt, haben nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, sondern beeinflussen Menschen auch emotional.

Studien zufolge werden 76 % der zu Pflegenden in der eigenen Häuslichkeit betreut, jeder Zweite von ihnen wird allein von pflegenden Angehörigen versorgt. In den vergangenen Monaten ist die Zahl jener, die zu Hause einen Angehörigen pflegen sogar gestiegen, wie Krankenkassen berichten, – teilweise sogar um fast 12 %. Denn Tagespflegeeinrichtungen sind vielerorts geschlossen, ambulante Pflegedienste haben mit Personalmangel zu kämpfen und die Unterstützungsleistungen vor Ort haben sich reduziert. Angehörige müssen die Versorgung ihrer Lieben verstärkt sicherstellen.

Wie gehen die Menschen mit diesen neuen Anforderungen um? Wie belastet sind die Familien? Wie wirken sich Homeoffice, Kurzarbeit oder vielleicht sogar der drohende Arbeitsplatzverlust auf die Psyche der Menschen aus?

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, läuft seit März 2020 eine wissenschaftliche Online-Befragung der Technischen Universität (TU) Chemnitz. Die Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt das Projekt. Bereits mehr als 3.000 Menschen haben daran teilgenommen. Jetzt werden noch weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Bertolt Meyer von der Professur für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie leitet die Studie und sagt: “Ziel ist es, ein möglichst repräsentatives Bild der psychosozialen Auswirkungen auf die Menschen durch die Corona-Pandemie zu bekommen. Die Erkenntnisse können dabei helfen, die negativen psychosozialen Auswirkungen der Pandemie zu erkennen und mit konkreten Maßnahmen zu vermindern.”

Der Studienzeitraum läuft über mehrere Monate. Die Befragten werden – nach Einwilligung – nach mehreren Wochen erneut online befragt. “So erhalten wir einen guten Überblick über die Belastungen innerhalb der einzelnen Abschnitte der Kontaktbeschränkungen. Von der ersten großen Kontaktbeschränkung Anfang März bis hin zu den stufenweisen Lockerungsmaßnahmen”, so Meyer.

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und anonym. Es werden keine Daten erfasst, die einen Rückschluss auf eine konkrete Organisation oder Person ermöglichen. Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer können noch bis Ende Juni den Fragebogen ausfüllen. Ausführliche Ergebnisse will die TK im Herbst 2020 veröffentlichen.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.