Tag gegen den Schlaganfall: Kümmern schützt

Schlaganfall

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11.05.2021 – Zum bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai ruft die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu mehr Engagement im Kampf gegen die Volkskrankheit auf. Motto des Aktionstags in diesem Jahr: „Erst einsam, dann krank – Kümmern schützt vor Schlaganfall!“.

Einsamkeit macht krank

Denn Einsamkeit sei die Todesursache Nr. 1 in westlichen Ländern, teilte die Stiftung in der Vorwoche mit. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Essen bestätige: Sozial isolierte Menschen haben ein um mehr als 40 % erhöhtes Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

In Deutschland lebten bereits 1,8 Mio. Menschen mit den Folgen eines Schlaganfalls. Er sei die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Ca. 60 % der Betroffenen seien dauerhaft auf Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen. Lähmungen schränkten viele Betroffene in ihrer Mobilität ein. 30-40 % erlitten eine Sprachstörung und etwa ebenso viele Menschen erkrankten an einer Depression. Das führe dazu, dass viele der Betroffenen vereinsamten, so Stiftungspräsidentin Liz Mohn.

Ehrenamtliche und Patientenlotsen sollen helfen

Die Stiftung setzt deshalb auf die Ausbildung ehrenamtlicher Schlaganfall-Helferinnen und -Helfer. Um den Einsatz der Ehrenamtlichen vor Ort zu koordinieren, sollen in allen Regionen soziale Dienste als Partner unterstützen.

Darüber hinaus setzt sich die Schlaganfall-Hilfe dafür ein, dass Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen wie dem Schlaganfall künftig Anspruch haben auf eine befristete Begleitung durch einen Patientenlotsen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Neben haupt- und ehrenamtlichen Personen sei aber auch das Umfeld gefragt– Familie, Freunde und Nachbarn –, sich um Menschen zu kümmern, die von Einsamkeit bedroht sind. Viele Schlaganfälle ließen sich so verhindern.

Schlaganfall: Jede Minute zählt

Die Maxime bei einem Schlaganfalls lautet „Time is brain“, jede Minute zählt. Betroffene müssen möglichst schnell behandelt werden, um das Risiko für bleibende Schäden zu verringern.

In Deutschland kommt es nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) jedes Jahr zu ca. 270.000 Schlaganfällen. Wichtig ist dann, bei den ersten Anzeichen unverzüglich zu handeln. Das gelte auch in Corona-Zeiten, verdeutlichte der Direktor der Klinik für Neurologie an der MHH, Günter Höglinger.

„Es gibt keinen Grund zu zögern. Die Krankenhäuser tun alles, um Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu vermeiden, sodass Patientinnen und Patienten keine Angst vor einer Infektion haben müssen.“

Gerinnsel verschließt Gefäß im Hirn

Bei einem Schlaganfall, auch Apoplex genannt, kommt es durch ein Gerinnsel zu einem Gefäßverschluss im Gehirn. Die Folgen sind Durchblutungsstörungen, akute Funktionsstörungen des Gehirns und das Sterben von Hirnzellen.

Bei Symptomen wie plötzlichen Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Sehstörungen und Schwindelattacken sollten Betroffene und Mitmenschen aufmerksam werden und sofort handeln – die Telefonnummer 112 wählen und den Notarzt rufen.

Das Gerinnsel in der Hirnarterie kann dann entweder durch eine medikamentöse Therapie, die Lyse, aufgelöst oder durch ein mechanisches Verfahren, die Thrombektomie, entfernt werden.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Die Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall zu erleiden, steigt mit dem Alter. Der Altersgipfel liegt nach Angaben der MHH bei 75 Jahren.

Risikofaktoren für einen Apoplex sind u. a.

  • starkes Übergewicht
  • Diabetes Mellitus
  • hohe Cholesterinspiegel
  • Vorhofflimmern
  • hoher Blutdruck
  • Rauchen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.