Sepsis: Ursachen, Symptome und Prävention

Sepsis

Getty Images/Sopone Nawoot

21.07.2020 – Rund 15.000 bis 20.000 aufgrund einer Sepsis bedingte Todesfälle pro Jahr hierzulande gelten dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) zufolge als vermeidbar. Um über Ursachen, Symptome und Präventionsmöglichkeiten aufzuklären, hat das APS eine Patienteninformation veröffentlicht. Denn noch immer gebe es „das falsche Bild der Blutvergiftung mit dem roten Strich, der Richtung Herz wandert“, sagte Ruth Hecker, Vorsitzende im APS. „Das muss sich endlich ändern, damit weniger Patienten an Sepsis sterben oder schwere Langzeitfolgen erleiden“, so Hecker.

Warnhinweise

Eine Sepsis sei „immer ein Notfall und muss als solcher behandelt werden, wie ein akuter Herzinfarkt oder akuter Schlaganfall“, verdeutlicht Rainer Petzina vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und einer der Hauptautoren der Patienteninformation.

Zudem entstehen dem APS zufolge viele der Sepsis-Fälle nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause.  „Auch wenn Sepsis manchmal schwer von anderen Erkrankungen wie einem grippalen Infekt zu unterscheiden ist, gibt es doch bestimmte Warnhinweise“, unterstreicht Antje Erler von der Sepsis-Stiftung. Dazu zählten z. B. Fieber und Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Herzrasen, extremes Krankheitsgefühl und Verwirrtheit. „Wenn mindestens zwei dieser Symptome vorhanden sind, sollten Betroffene und Angehörige an eine Sepsis denken.“

 

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Risikogruppen und Prävention

Die Patienteninformation zeigt auch auf, wer zur Risikogruppe gehört, darunter bspw. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Erkrankte, ältere Menschen über 60 Jahre und Kinder unter 1 Jahr. In der Information finden Interessierte zudem Angaben darüber, wie einer Sepsis am besten vorzubeugen ist – etwa mit allgemeinen Hygienemaßnahmen und Impfungen, die vor Infektionen schützten, wie die Pneumokokken-Impfung, die Grippe-Impfung sowie alle weiteren von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut empfohlenen Impfungen.

 

Sepsis

Eine Sepsis liegt dann vor, wenn die körpereigenen Abwehrmechanismen eine zunächst lokal begrenzte Infektion nicht mehr eindämmen können. Es kommt im Körper zu einer Kettenreaktion, die die körpereigenen Organe und Gewebe schädigt.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.