Ratgeber Obstipation: Ursachen und Symptome von Verstopfung

Geknotetes Seil um Bauch

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Eine Verstopfung gehört zu den wohl bekanntesten, aber auch zu den tabubehafteten Erkrankungen. Rund zehn bis 15 Prozent der Deutschen leiden unter der chronischen Form. Schätzungen zufolge sind es sogar weitaus mehr, denn nicht jeder Patient konsultiert den Arzt, wenn er typische Symptome von Verstopfung bei sich feststellt. Dabei wäre genau das wichtig, um die Verstopfung, auch Obstipation genannt, zu behandeln und ernstzunehmende Folgen zu vermeiden. Wir möchten Sie daher dazu einladen, die wichtigsten Symptome von Verstopfung kennenzulernen, um frühzeitig etwas dagegen zu unternehmen. Denn Mittel und Wege gibt es viele.

Was ist eine chronische Verstopfung?

Die Verstopfung ist die wohl bekannteste Verdauungsstörung und kann Personen jedes Alters und Geschlechts treffen. Bekannt ist sie auch als Darmträgheit, denn diese Bezeichnung beschreibt das Grundproblem besonders treffend. Der Darm ist hierbei träge, die Verdauung geht zu langsam vonstatten und es kommt zu seltener oder einer erschwerten Darmentleerung. Betroffene klagen unter anderem über einen starken Pressdruck oder Schmerzen beim Stuhlgang. Doch es gilt zunächst, zwischen der akuten und der chronischen Form zu unterscheiden. Akut trifft die Verstopfung wohl nahezu jeden einmal, beispielsweise nach einer Operation oder bei ungewohnten Veränderungen wie längeren Reisen. Halten die Beschwerden jedoch über 12 Wochen innerhalb eines Jahres an, spricht man von einer chronischen Verstopfung. Bleibt diese unbehandelt, drohen nicht nur dauerhaft unangenehme Symptome von Verstopfung, sondern auch Ausstülpungen der Darmwand, Analfissuren oder psychische Belastungen.

Merke

Eine chronische Verstopfung liegt vor, wenn die Verdauungsstörung länger als 12 Wochen innerhalb eines Jahres auftritt.

Was sind die Ursachen der chronischen Obstipation?

Als unser größtes Immunorgan hat der Darm viele Aufgaben, ist aber auch sehr störanfällig. Entsprechend vielfältig sind die möglichen Ursachen einer Verstopfung. Von zu geringer Trinkmenge über mangelnde Bewegung und Stress bis hin zu Erkrankungen wie einem Tumor, Parkinson oder einer Schilddrüsenunterfunktion reichen die möglichen Auslöser. Auch einige Medikamente begünstigen Verdauungsstörungen wie Verstopfungen. Nicht immer lassen sich die Ursachen zweifelsfrei herausfinden und genau lokalisieren.

Was sind die klassischen Symptome von Verstopfung?

Ob eine chronische Verstopfung vorliegt, können sie anhand folgender Leitsymptome genauer eingrenzen. Liegt eines oder gar mehrere dieser Symptome über einen Zeitraum von drei Monaten vor, sollte Ihr betroffener Angehöriger den Arzt kontaktieren.

Starker Pressdruck

Die Obstipation betrifft nicht nur die Passagedauer des Darminhalts zum Darmausgang, sondern auch die erschwerte Entleerung des Darms. Daher ist ein starker Pressdruck beim Toilettengang ein sehr typisches Symptom von Verstopfung.

Harter Stuhl

Liegt die Ursache der Verstopfung in einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme, kann der Stuhl hart und fest werden.

Seltener Stuhlgang

Wird der Darm seltener als dreimal wöchentlich entleert, ist dies ein Anzeichen, dass eine Verstopfung vorliegen könnte. Alleiniges Kriterium ist es jedoch nicht, denn grundsätzlich kann eine Verstopfung auch vorliegen, wenn der Darm täglich, aber nur unter großer Anstrengung entleert wird.

Gefühl der unvollständigen Entleerung

Betroffene klagen nach dem Toilettengang darüber, dass sie das Gefühl haben, der Darm sei noch nicht vollständig entleert. Beschreibt Ihr Angehöriger solche Empfindungen regelmäßig, könnte das auf eine chronische Form der Verstopfung hinweisen.

Schmerzen beim Stuhlgang

Nicht immer treten Schmerzen beim Stuhlgang in Kombination mit einer Darmträgheit auf. Ist dies aber der Fall, sollten sie in jedem Fall abgeklärt werden.

Merke

Einmalig sind die klassischen Symptome von Verstopfung meist unbedenklich. Treten sie jedoch regelmäßig auf, sollte Ihr Angehöriger den Arzt um Rat fragen.

Was mache ich, wenn eine Verstopfung vorliegt?

Gegen eine akute Verstopfung helfen Abführmittel. Dauerhaft sollten Sie diese jedoch nicht anwenden, sondern Kontakt zu dem Arzt Ihres Angehörigen suchen. Bei der chronischen Obstipation sollte man vor allem vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Unser Ratgeber „Was hilft gegen Verstopfung: Alltagstipps für Betroffene“ zeigt Möglichkeiten, der chronischen Obstipation vorzubeugen.

Über den Autor

Sonja Mahr ist freie Texterin und schreibt unter anderem zu Pflegebedürftigkeit und Pflegestärkungsgesetz.