Parkinson-Ratgeber: Was über Ursachen und Symptome bekannt ist

Parkinsonbeschwerden

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Morbus Parkinson – wenn Sie von dieser Krankheit lesen, werden Sie vermutlich ein ganz bestimmtes Bild im Kopf haben: das von zitternden Händen. Tatsächlich erkennen die meisten Betroffenen die Krankheit daran, wenn ihnen die Hände zittern oder andere Bewegungen nicht mehr reibungslos funktionieren. Dabei gibt es weitere Warnzeichen der Erkrankung, die weitestgehend unbekannt sind. Welche Symptome von Parkinson existieren und woran Sie und Ihr Angehöriger die Krankheit erkennen können, möchte dieser Ratgeber beantworten.

Was ist Parkinson?

Was Parkinson ist, ist heute gut erforscht. Es handelt sich um eine Erkrankung des Nervensystems, bei der sich nach und nach die Weiterleitung von Signalen zwischen den einzelnen Nervenzellen verschlechtert. Konkret reduziert sich bei Betroffenen der Botenstoff Dopamin. Die Folge sind zunächst gestörte und schließlich nicht mehr mögliche Bewegungsabläufe. Bis heute ist dabei die Ursache von Parkinson, auch Schüttellähmung genannt, unbekannt und die Krankheit daher nicht heilbar. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie die Symptome von Parkinson frühzeitig erkennen, um diese bestmöglich zu behandeln und die Lebensqualität des Betroffenen zu erhalten.

Merke

Je früher die Symptome von Parkinson erkannt werden, umso besser kann eine Verschlechterung der Krankheit verzögert werden.

Welche Symptome von Parkinson gibt es?

Morbus Parkinson ist eine Erkrankung, die erst spät klare Symptome auslöst. Zwar gibt es manches Frühwarnzeichen wie etwa Schlafstörungen und Antriebslosigkeit, diese sind aber oft so unspezifisch, dass sie nicht immer erkannt werden. Spätestens dann, wenn motorische Einschränkungen eintreten, werden die meisten Betroffenen aber hellhörig. Mögliche Anzeichen von Morbus Parkinson sind:

  • Schlechterer Geruchssinn: Meist einige Jahre vor der Diagnose Parkinson tritt dieses Anzeichen auf, wird aber häufig nicht richtig eingeordnet. Fällt Ihnen oder Ihrem Angehörigen auf, dass er Gerüche schlechter wahrnimmt als früher, sollten Sie den Arzt um Rat bitten, ob es sich um Parkinson handeln könnte.
  • Halluzinationen: Jüngste Forschungen zeigen, dass etwa jeder fünfte Betroffene bereits früh unter Halluzinationen, also falschen Wahrnehmungen, leidet. In der Praxis äußern sich diese in Verfolgungsängsten, vermehrten Alpträumen oder optischen Sinnestäuschungen.
  • Muskel- und Gelenkschmerzen in Schultern und Armen: Einer der spezifischeren Frühsymptome der Krankheit sind zunehmende Muskelschmerzen im Schulterbereich oder an den Armen. Betroffene klagen über häufige Verspannungen. Besonders wachsam sollten Sie sein, wenn diese Verspannungen stets einseitig auftreten. Dies ist ein klares Anzeichen, dass es sich hier um ein Parkinson-Frühsymptom handeln könnte.
  • Eingeschränkte Feinmotorik: Noch bevor die Hände zittern, treten kleine feinmotorische Schwierigkeiten auf. Das kann bereits Jahre vor der Parkinson-Diagnose geschehen. Hat Ihr Angehöriger zunehmend Probleme beim Schreiben, beim Zähneputzen oder dem Binden der Schuhe? Wenn solche Fähigkeiten abnehmen, könnte Parkinson im Frühstadium dafür verantwortlich sein.
  • Veränderte Mimik: Wenn die Krankheit fortschreitet, zeigen sich auch die Symptome von Parkinson deutlicher. Lächeln und Lidschlag nehmen ab, das Gesicht von Betroffenen wirkt maskenhaft und manchmal emotionslos.
  • Langsamere Bewegungen: Menschen, die an Parkinson leiden, verlangsamen in der Regel sämtliche Bewegungen. Auffällig wird dies zum Beispiel, wenn sie plötzlich deutlich kleinere Schritte machen und sich langsamer fortbewegen. Auch Haltungsstörungen und zunehmende Gangunsicherheiten finden sich hier.
  • Stockende Bewegungen: Die Muskeln versteifen nach und nach, Bewegungen laufen nun nicht mehr fließend. Manchmal wirkt es ein wenig roboterhaft, weil Dinge sehr ruckartig geschehen. Ein einfacher Test ist hier, wenn Ihr Angehöriger seinen angewinkelten Arm ausstrecken möchte. Geschieht dies noch fließend, oder stockt die Bewegung? Letzteres ist ein klassisches Symptom von Parkinson.
  • Zitternde Hände: Erst recht spät zeigt sich das wohl bekannteste Anzeichen. Wenn die Hände im Ruhezustand zittern, spricht viel dafür, die Diagnose Parkinson vom Neurologen abklären zu lassen.
Merke

Die meisten Anzeichen von Parkinson treten zunächst einseitig, später dann aber an beiden Körperseiten auf.

Wie kann ich tun, wenn ich Anzeichen beobachte?

Da diese Krankheit anfangs sehr unauffällig ist, sollten Sie hier besonders wachsam sein. Im Zweifelsfall empfiehlt sich immer der Gang zum Arzt, der den Verdacht auf Parkinson sichern oder widerlegen kann. Wie es nach einer Diagnose weitergeht und welche Therapien möglich sind, können Sie auch im Beitrag nachlesen.

Über den Autor

Sonja Mahr ist freie Texterin und schreibt unter anderem zu Pflegebedürftigkeit und Pflegestärkungsgesetz.