MRSA-Behandlung: Was pflegende Angehörige tun können

Hände Waschen

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In erster Linie obliegt eine MRSA-Behandlung dem Arzt. Dieser legt genau fest, wie die Infektion mit dem multiresistenten Keim medikamentös therapiert werden soll. Doch auch die pflegenden Angehörigen können viel tun. Welche Maßnahmen Sie während des Heilungsprozesses ergreifen sollten, was Sie tun können, um eine MRSA-Übertragung auf Sie selbst zu verhindern und wie der pflegerische Alltag während der Behandlung – auch Sanierung genannt – aussieht, sagen wir Ihnen hier.

Wie verhindere ich eine MRSA-Übertragung?

Als pflegender Angehöriger haben Sie engen Kontakt zum Betroffenen. Dieser ist auch bei einer vorliegenden MRSA-Infektion möglich, Sie dürfen die Pflege also problemlos weiterhin übernehmen. Das Ansteckungsrisiko nahestehender Personen ist in der Regel äußerst gering, soweit die (Schleim-)Haut intakt ist. Trotzdem können Sie es minimieren, wenn Sie während der MRSA-Behandlung zusätzlich auf eine sorgfältige Hygiene achten, ein eigenes Handtuch verwenden und engen Körperkontakt vorübergehend vermeiden. Im Krankenhaus oder Pflegeheim werden MRSA-Patienten in der Regel isoliert und in ein Einzelzimmer verlegt. Das ist dort vor allem sinnvoll, da die Ansteckungsgefahr bei immungeschwächten Personen deutlich größer ist. Bei zu Hause Gepflegten sind Maßnahmen in diesem Umfang nicht nötig, wenn Sie als Angehöriger nicht selbst zu einer besonders gefährdeten Risikogruppe (z. B. immungeschwächt, schwanger oder mit offenen Wunden) gehören. Dennoch erschrecken Sie sich nicht, falls sich die Mitarbeiter des Pflegedienstes nur mit voller oder teilweiser Schutzkleidung (z. B. Schürze, Handschuhe und Mundschutz) um Ihren Angehörigen kümmern.

Merke

Gesunde Menschen können MRSA-Betroffene weiterhin pflegen und haben ein nur sehr geringes Ansteckungsrisiko.

Wie sieht die MRSA-Behandlung aus?

Zunächst die beruhigende Nachricht, die viele Angehörige bewegt: MRSA ist heilbar! Und rechtzeitig behandelt sogar sehr gut. Die klassische MRSA-Behandlung, auch Sanierung genannt, dauert ca. 5 Tage und basiert auf folgenden Schritten:

  • Antibiotikagabe: Der multiresistente Keim MRSA spricht nicht auf jedes Antibiotikum an. Wichtigste Aufgabe des Arztes ist es also, ein Medikament zu finden, das den Keim eindämmen kann. Häufig werden hier auf Basis von Laboruntersuchungen mehrere Präparate miteinander kombiniert. Sie als Angehöriger können den Betroffenen dabei unterstützen, die richtigen Zeitabstände einzuhalten und vor allem das Antibiotikum nicht vorzeitig abzusetzen.
  • Wundverband: Verbinden Sie offene Wunden sorgfältig und halten Sie problematische Stellen wie Sonden oder Katheter beim Betroffenen sauber.
  • Antiseptische Seifen: Körper und Haare können mit antiseptischen Seifen und Shampoos gewaschen werden. Diese helfen dabei, die MRSA-Keime auf der Haut zu reduzieren.
  • Wäsche wechseln: Während der MRSA-Behandlung, häufig auch als MRSA-Sanierung bezeichnet, ist Hygiene äußerst wichtig. Wechseln Sie daher Kleidung und Bettwäsche des Erkrankten täglich und waschen diese, sofern möglich, bei mindestens 60° C. Desinfizierende Waschmittel sind im häuslichen Umfeld nicht nötig.
  • Mundhygiene: Da die Keime vor allem in der Mund- und Nasenregion auftreten, spielt auch die Mundhygiene während der MRSA-Behandlung eine wichtige Rolle. Für einen Zeitraum von fünf Tagen sollte Ihr Angehöriger die Mundhygiene dreimal täglich durchführen und wenn möglich eine Mundspülung verwenden. Nach dem Abschluss der Behandlung sollten Sie die Zahnbürste wechseln.
  • Antibakterielle Nasensalbe: Im Bereich der Nase verschreibt der Arzt möglicherweise antibakterielle Salben, die die Keime reduzieren sollen.
  • Desinfektion: Im häuslichen Umfeld müssen Sie nicht so oft desinfizieren, wie es das Krankenhauspersonal bei MRSA-Patienten tut. Dennoch sollten die Hände von Pflegendem und Gepflegtem nach direktem Körperkontakt gründlich gewaschen, nach Niesen und Husten des Erkrankten regelmäßig desinfiziert werden.
  • Keinen Schmuck tragen: Verzichten Sie während der Pflege auf Schmuck, um Ihre eigenen Hände möglichst gründlich säubern zu können.
  • Stigmatisierung vermeiden: Die psychische Komponente dieser Erkrankung wird häufig verkannt. Wer bekannter MRSA-Träger ist, wird geradezu stigmatisiert und von anderen Menschen gemieden. Wichtiger Teil jeder MRSA-Behandlung ist es daher auch, dass Sie für Ihren Angehörigen da sind und ihn nicht isolieren.
Merke

Sie können weiterhin zu Hause pflegen, wenn Ihr Angehöriger erkrankt ist, sollten aber vor allem auf eine sorgfältige Hygiene achten.

Was passiert, wenn MRSA wiederkommt?

Die Kontrolle, ob die Behandlung erfolgreich war, erfolgt über Abstriche. Diese werden meist im Nasen-Rachen-Raum, in der Leiste und in anderen betroffenen Bereichen wie etwa Wunden durchgeführt. Oft, aber leider nicht immer, reicht eine einmalige MRSA-Behandlung aus und die Keime kommen immer wieder. Sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt darüber, ob die Sanierung bei Ihrem Angehörigen wiederholt werden sollte.

Über den Autor

Sonja Mahr ist freie Texterin und schreibt unter anderem zu Pflegebedürftigkeit und Pflegestärkungsgesetz.

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