Kürbis: Glück zum Essen

Kuerbis

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Der Kürbis ist ein Alleskönner: Die Schale ist nicht nur dekorativ, das Fruchtfleisch und die Kerne sind dabei schmackhaft und sehr gesund. Die können nicht nur bei einem erhöhten Cholesterinspiegel helfen, sondern auch die Stimmung aufhellen.

 

Wussten Sie, dass Kürbisse zu den größten Beeren der Welt gehören? Weil die Samen im Fruchtfleisch liegen, zählen Kürbisse sowie Melonen und Gurken zur Familie der Beeren. Von münzengroß bis zum Durchmesser eines Traktorreifens, von strahlend orange bis schwarz, von rund bis oval, von herzhaft bis süß: Vielfalt ist Programm beim Kürbis. Das gilt auch für den Verzehr. Die vielen verschiedenen Sorten können gekocht, gebacken, geröstet, püriert, im Salat, als Dessert oder sogar roh gegessen werden. Und einen Rekord hält ein Kürbis noch dazu: Der bisher größte Kürbis brachte stolze 1.190,5 kg auf die Waage.

Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe

Im Kürbis stecken viele anti‧oxidativ wirkende Stoffe, wie Vitamin A, C und E. Sie gehören zu den Radikalfängern, die unsere Zellen vor aggressiven Sauerstoffverbindungen schützen. Diese Sauerstoffverbindungen können verschiedene Krankheiten begünstigen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem enthält die Riesenbeere Magnesium, das für gesunde Zähne und Knochen sowie für ein gut funktionierendes Immunsystem und Herz sorgt. Dabei wirkt es überdies entzündungshemmend und präventiv gegen Diabetes.

Ist der Kürbis orange, so ist das ein Zeichen für einen großen Anteil des Antioxidans Betacarotin, also eines natürlichen Farbstoffes. Dieser wird in unserem Organismus in Vitamin A umgewandelt, welches die Sehkraft stärkt. Sogar im Fall einer altersbedingten Makuladegeneration soll der Kürbis hilfreich sein. Das Spurenelement Zink und das Elektrolyt Kalium sind ebenfalls im Kürbis enthalten. Erstgenanntes hat eine entzündungshemmende Wirkung, lindert Rheumabeschwerden und kann, wie Magnesium, helfen, einer Diabetes-Erkrankung vorzubeugen. Kalium wirkt Bluthochdruck entgegen.

Der Kürbis versorgt uns zudem mit vielen Ballaststoffen, die die Verdauung sowie den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Die Wirkstoffe im Kürbisfleisch und in den Kernen sind entzündungshemmend, harntreibend sowie entwässernd. Deshalb gibt es daraus produzierte Arzneimittel, die vor allem gegen Blasenschwäche und Prostataleiden eingesetzt werden, aber auch bei Magen- und Darmerkrankungen sowie Herz- und Nierenleiden.

Glückspille Kürbiskern?

Nicht nur das Kürbisfleisch, sondern vor allem auch die Kerne sind echte Vitalstoffbomben. Sie enthalten die Aminosäure Tryptophan, die für die Produktion des Glückshormons Serotonin zuständig ist. Dabei handelt es sich um ein Hormon und einen Botenstoff im Gehirn, das uns emotional ausgeglichener und zufriedener macht. Unser Körper kann Tryptophan nicht selbst herstellen. Deshalb müssen wir es mit unserer Nahrung aufnehmen. Eine Handvoll Kürbiskerne täglich soll langfristig dabei helfen, die Stimmung zu heben.

Wer Probleme beim Einschlafen hat, kann mit Kürbiskernen zu einem besseren Schlaf beitragen. Dafür sorgt ebenfalls das Tryptophan, das Schlafstörungen entgegenwirken kann. Ein Gramm Tryptophan verbessert den Schlaf nachweislich. Das steckt umgerechnet in rund 200 Gramm Kürbiskernen. Die Kürbiskerne können außerdem das Krebsrisiko reduzieren. Besonders bei Frauen in der Menopause kann bei regelmäßiger Einnahme das Brustkrebsrisiko gesenkt werden, wie eine Langzeitstudie ergeben hat. Und auch bei Männern ist der Verzehr von Kürbiskernen von gesundheitlichem Vorteil: Die Wirkstoffe in Kürbiskernen können einer Reagenzglasstudie zufolge das Wachstum von Prostata-Krebszellen verlangsamen. Um von den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen zu profitieren, sollte alles rund um den Kürbis langfristig und regelmäßig in den Speiseplan integriert werden. Dazu zählt auch Kürbiskernöl.

Kostbar und lecker: Kürbiskernöl

Kürbiskernöl ist hochkonzentriert – zum Kochen und Backen deshalb zu schade und auch vergleichsweise teuer: Zwischen 7 und 12 Euro kostet eine Flasche des Öls. Rund 30 Kürbisse werden für einen Liter Kürbiskernöl benötigt. Die Produktion ist aufwendig. Für Suppe, Salat oder zum Abschmecken eignet sich das Öl hingegen bestens. Dabei macht es die Speisen sowohl geschmacklich als auch inhaltlich zu etwas Besonderem: Vor allem das enthaltene Vitamin E und die Linolsäure senken nachweislich einen erhöhten Cholesterinspiegel und beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Erhitzen sollte man das Öl jedoch nicht, sonst werden die Inhaltsstoffe und deren Wirkweise negativ beeinflusst. Am besten wird das Öl also „pur“ verwendet. Dunkel gelagert hält es sich besonders lange.

Haltbarkeitswunder 

Ein reifer, unbeschädigter Kürbis lässt sich monatelang aufbewahren. Es gilt lediglich, mögliche Druckstellen zu vermeiden. Das gelingt zum Beispiel, indem er in einem hängenden Netz gelagert wird. Hokkaido, Butternut, Muskat- und Spaghettikürbis halten sich so bis zu acht Monate. Ob ein Kürbis reif ist, lässt sich einfach erkennen: Wenn Sie auf die Schale klopfen, sollte er hohl klingen. Achten Sie außerdem auf den Stiel. Dieser sollte verholzt oder verkorkt sein, sodass keine Fäulnisbakterien eindringen können. Weil der Kürbis so lange haltbar ist, kann er noch als herbstliche Dekoration genutzt werden, bevor er in der Küche verwendet wird.

 

Über die Autorin

Patricia Schaller