Hautschutz bei Stoma

Stoma

GettyImages/HRAUN

Bei der Stomaversorgung gibt es eine Vielzahl von gefürchteten Begleiterscheinungen, die diese zu einer Herausforderung machen können. Vor allem die Haut rund um das Stoma kann darunter leiden. Wir geben Tipps, worauf Betroffene achten können, um ihre Haut zu schützen.

Stoma – na und? – Das würden viele Stomaträgerinnen und -träger (im Folgenden: Träger) gerne sagen, doch so einfach ist es nicht immer. Die Stomaversorgung ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Eine von ihnen ist die parastomale Hautrötung (Hautdefekt um das Stoma herum).

Bei der parastomalen Hautrötung handelt es sich um Hautirritationen, die durch eine unpassende Versorgung, häufige Unterwanderungen oder durch zu häufige Wechsel der Basisplatte hervorgerufen werden können.

Basisplatte muss richtig angebracht werden

Das korrekte routinemäßige Vorgehen beim Versorgungswechsel beginnt schon mit dem richtigen Anbringen der Basisplatte. Es ist sehr wichtig, dass das Produkt korrekt angebracht ist, denn es schützt die Haut rund um das Stoma vor dem Kontakt mit Ausscheidungen, die eine häufige Ursache von Hautirritationen sind. Ein passgenauer Sitz ist entscheidend dafür, dass es keine Unterwanderungen von Ausscheidungen (Stuhlgang oder Urin) gibt. Je flüssiger der Stuhlgang desto schwieriger ist oft die Versorgung.

Für eine optimale Haftung muss die Basisplatte unbedingt auf sauberer und vollständig trockener Haut angebracht werden. Sauberes Wasser und Vlieskompressen sind für die Reinigung des Stomas und der umgebenden Haut völlig ausreichend.

Praxistipp: Benutzen Sie keine Hautreinigungs- und Babypflegetücher. Diese enthalten Öle und Parabene, die zu einer Verseifung der Hautoberfläche führen.

Beim Anbringen der Basisplatte ist es wichtig darauf zu achten, dass sich der Ausschnitt der Platte eng an das Stoma anschmiegt und einen guten Hautkontakt hat. Im Laufe der Zeit kann ein Stoma seine Größe und Form ändern. Das kommt besonders in den ersten Wochen nach der Neuanlage vor.

Hat sich die Größe oder Form verändert, ist es zwingend notwendig, die Schablone zum Ausschneiden der Basisplatte anzupassen, damit keine Ausscheidungen unter die Platte gelangen.

Wenn Betroffene Schwierigkeiten haben und es immer wieder zu Leckagen kommen sollte, können unterstützende Produkte wie zum Beispiel abdichtende Hautschutzringe oder Pasten hilfreich sein, um Hautunebenheiten auszugleichen.

Bei Hautirritation schnell handeln

Ist die Haut erst von den Ausscheidungen angegriffen und gerötet, zeigt sie sich häufig glänzend und etwas feucht. Spätestens jetzt ist es wichtig zu handeln und die Versorgung sowie deren Intervalle zu überdenken. Manchmal hilft es schon, die Systemwechsel etwas hinauszuzögern, sodass sich die Haut wieder beruhigen kann.
Oft ist es nicht leicht, den Unterschied zwischen gesunder Haut und Haut mit einer leichten Reizung zu erkennen.

Bereits entzündete Haut stellt sich häufig stark gerötet und glänzend mit einer feuchten Hautoberfläche dar. Die Symptome einer schweren Hautirritation sind unter anderem dunkelblaue oder violette Flecken, Nässen, Blutungen, brennende oder juckende Haut in der Stomaumgebung. Solche Rötungen erfordern unbedingt die Unterstützung eines Therapeuten oder einen Arztbesuch.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Unabhängig von der Hautfarbe sollte der Bereich um das Stoma herum genauso aussehen wie die umliegende Haut an Ihrem Bauch.

Praxistipp: Kontrollieren Sie beim Ablösen der Versorgung immer die Rückseite der Basisplatte. Diese zeigt Ihnen spiegelbildlich, an welcher Stelle es undicht sein könnte.

Richtige Technik beim Entfernen schützt die Haut

Ein regelmäßiges Wechseln der Versorgung und schonendes Entfernen schützt die stomaumgebende Haut, hält sie gesund und beugt Irritationen vor.

Praxistipp: Um die Stomahaut zu schützen, können auch Hautschutzsprays oder spezielle Hautschutzcremes hilfreich sein. Der Stomatherapeut kann entsprechend weiterhelfen.

Zum Wechseln der Systeme sollten Stomaträger die Abziehlasche nach unten ziehen, um die Basisplatte von der Haut abzulösen. Dann sollten sie die Basisplatte vorsichtig entfernen, indem sie diese nach und nach sanft abrollen. Mit der anderen Hand sollten sie gleichzeitig etwas Gegendruck auf die Haut ausüben.

Praxistipp: Gegebenenfalls können Sie einen Pflasterentferner nutzen, um die Haut beim Abziehen der Platte zu schonen.

Wenn sich Stomaträger unwohl fühlen und zum Beispiel unter Juckreiz oder Brennen leiden, muss ihre Stomaversorgung ungeachtet der üblichen Wechselgewohnheiten entfernt werden. Es könnten erste Anzeichen dafür sein, dass unter der Basisplatte etwas undicht ist.

Hautirritationen werden zudem häufig mit Allergien verwechselt, die jedoch seltener auftreten. Bei einer allergischen Reaktion ist der gesamte Bereich, der von der Stomaplatte bedeckt ist, gereizt und gerötet. Möglicherweise kommt es gleichzeitig zu brennender Haut, Juckreiz und vielen kleinen roten Pickelchen.

Angehörige können unterstützen

Angehörige können die Betroffenen unterstützen, indem sie selber an Schulungen teilnehmen und wissen, wann sie reagieren müssen. Psychische Unterstützung und aktive Hilfe kann für einen Stomaträger von großer Bedeutung sein, wenn das System aus den oben im Text beschriebenen Gründen nicht halten will.

Krankenhäuser bieten Schulungen und Seminare für Stomaträger und Pflegepersonen an. Auch können sie in Sachen Ernährung unterstützen, indem sie Fruchtsäfte und Konzentrate vermeiden oder verdünnen. Auch lohnt es sich immer, sich mit Ernährungstipps für Stomaträger auseinandersetzen und diese beim Einkauf zu berücksichtigen.

Es ist sehr wichtig, die Stoma- Umgebungshaut zu beobachten. Denn wer seine Haut aufmerksam beobachtet und entsprechend auf die unterschiedlichen Formen der Rötung reagiert, kann am Ende doch sagen: Stoma – na und!?

Über die Autorin

Simone Denk ist Stomatherapeutin und Fach-therapeutin für Wundversorgung in der Klinik Porta Westfalica in Bad Oeynhausen.