Digitale Assistenzsysteme: Den Pflegealltag erleichtern

Digitale Assistenzsysteme

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Ob Sturzgefahr vermeiden, Blutdruck im Blick haben oder Sicherheit vergrößern: Moderne, digitale Assistenzsysteme erleichtern den Alltag sowohl für pflegende Angehörige als auch für pflegebedürftige Menschen.

 

Von Apps bis zu intelligenten Matratzen: Verschiedenste digitale Angebote können einige Alltagsabläufe vereinfachen. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten und Chancen für alle Altersgruppen und sind dabei unkompliziert in der Benutzung. So kann digitale Unterstützung das Leben im Alter erheblich erleichtern, dabei helfen, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu leben und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die folgenden kleinen Helfer sind dafür besonders geeignet.

Apps

Apps können auf dem Smartphone, auf dem Tablet und auf vielen Computern angewendet werden. Das Angebot ist riesig und mag deshalb zunächst etwas unübersichtlich wirken. Wenn Sie jedoch wissen, in welchem Bereich Sie sich Unterstützung wünschen, wird die Suche einfacher. Egal ob Prävention, Service oder Gesundheit: Diese Apps sind in der Regel kostenlos und leicht zu bedienen. Sie können beispielsweise gesunde Ernährung fördern, an die Einnahme von Medikamenten erinnern, Bewegungen und Blutdruck aufzeichnen, Beratung von Experten liefern, Beschwerden von Allergikern lindern oder zu mehr Aktivität anregen. Was Sie vor dem Herunterladen einer App beachten sollten: Überprüfen Sie die Bewertungen und schauen Sie sich die Bilder der Anwendung im jeweiligen Store (bei Android Google Play Store und bei Apple App Store) an. Hier sehen Sie bereits Fotos der App und können abschätzen, was Sie erwartet. Gefallen Ihnen Bewertungen, Inhalte und Benutzeroberfläche, steht dem Klick auf „Laden“ nichts mehr im Wege. Wenn Sie sich für das Herunterladen einer kostenlosen App entscheiden, achten Sie während der Nutzung darauf, keine kostenpflichtigen Upgrades zu bestätigen. Diese werden Ihnen meistens in einem separaten Fenster angezeigt und sind als kostenpflichtig gekennzeichnet. 

Wearables

Sogenannte Wearables sind kleine Geräte, die Sie am Körper tragen. Hier geht es beispielsweise um Herzfrequenz- und Pulsmessung, Schlafanalyse, Schritt- und Kalorienzähler oder Distanzmessung. Am gängigsten sind Fitnessarmbänder oder -uhren, die ganz gewöhnlich am Handgelenk getragen werden. Sollte sich zum Beispiel die Herzfrequenz stark verändern oder werden keine Schritte festgestellt und ein Sturz vermutet, kann das Wearable eine von Ihnen festgelegte Person oder den Hausnotruf informieren. Hinter den Wearables stecken also tragbare Sensoren, die automatisch persönliche gesundheits- und fitnessrelevante Daten sammeln.

Kognitive Aktivierung

Besonders für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ist die kognitive, also die Wahrnehmung betreffende Aktivierung hilfreich: Softwaretools unterstützen die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen bei sogenannter Biografiearbeit, die Menschen hilft, den Bezug zu ihrem Leben und ihrer Umwelt zu erhalten. Dabei wird das Leben des Pflegebedürftigen beispielsweise als digitales Buch in Bildern, Texten und Videos festgehalten. Außerdem gibt es spezielle Filme, Rätsel und Lieder, die Spaß machen und aktivierend wirken.

 

 

Intelligente Matratzen, Kameras & Co.

Hier kommt das Stichwort „Smarthome“ ins Spiel. Wie „smart“, also „klug“ das Zuhause dann sein soll, kommt auf die Wünsche der Bewohner an: An Möglichkeiten mangelt es dabei nicht. Es gibt beispielsweise neuartige Matratzen, die die aktuelle Liegeposition erkennen und darauf basierend Umlagerungen empfehlen. Zudem können bestimmte Körperstellen stimuliert und so die Durchblutung gefördert werden, sodass die Entstehung eines Dekubitus verhindert wird. Auch wenn es um die Sicherheit geht, finden sich auf dem Markt zahlreiche elektronische Lösungen: beispielsweise eine Türkamera, ein digitaler Türspion oder ein elektronischer Schlüssel. So können Sie beispielsweise auf einem Bildschirm sehen, wer vor der Tür steht. Ein elektronischer Schlüssel bietet hohe Sicherheit: Mithilfe eines Chips können Sie die Türen öffnen, was sowohl einfach für Sie als auch besonders einbruchsicher ist. Und sogar der Fußboden kann smart sein: Sensoren im Boden analysieren die Position und das Bewegungsverhalten. Das kann zum Beispiel nur eine kleine Kontaktmatte vor dem Schlafzimmer sein, aber eben auch ein großflächiger Teppich. Registrieren die Sensoren, dass Sie gestürzt sind, informieren sie automatisch Ihre Angehörigen oder den Hausnotruf. Gerade im Smarthome-Bereich gibt es viele Innovationen, die aber häufig noch in der Erprobung sind. Apps und Wearables hingegen können Sie schon heute einfach in Ihren Alltag integrieren, um Unterstützung und Sicherheit zu gewinnen, wenn Sie sie sich wünschen.

 

Über die Autorin

Patricia Schaller