Weltkrebstag

Weltkrebstag 2022: Deutsche Krebshilfe zeigt Versorgungslücken auf

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03.02.2022 – Anlässlich des 22. Weltkrebstags zeigt die Deutsche Krebshilfe passend zum diesjährigen Motto „Close the care gap – Versorgungslückenschließen“ an diesem Freitag aktuelle Versorgungslücken in Deutschland auf und was dagegen verstärkt getan werden kann.

Die Deutsche Krebshilfe setzt sich dafür ein, dass Krebspatienten bestmöglich behandelt und betreut werden. Doch noch haben nicht alle Betroffenen bundesweit den gleichen Zugang zu einer optimalen onkologischen Versorgung.

Überlebenschancen sind regional unterschiedlich

In einer Mitteilung zum Aktionstag wies die Krebshilfe u. a. auf regionale Unterschiede im Krebsüberleben hin und berief sich dabei auf Daten aus Krebsregistern.

„Neben einem Nord-Süd und Ost-West Gradienten für solide Tumore lassen sich bessere Überlebensraten im Einzugsgebiet der großen deutschen Metropolen beobachten“, heißt es darin.

Der Vorstandsvorsitzende der Krebshilfe, Gerd Nettekoven, sagte dazu:

„Unser Ziel ist es, die Patientenversorgung in Deutschland insgesamt auf das höchstmögliche Niveau zu bringen. Insbesondere in vielen ländlichen Gebieten haben wir jedoch noch einen weiten Weg vor uns. Diese Defizite werden wir angehen und uns hier mit gezielten Förderinitiativen engagieren.“

Für eine gute Versorgung braucht es ausreichend Pflegepersonal

Entscheidend für eine gute Versorgung von Krebspatienten sei zudem ausreichendes und entsprechend qualifiziertes Pflegepersonal.

„Die schwierige Situation in der medizinischen und speziell auch onkologischen Pflege bereitet uns aktuell große Sorge“, sagte der Vorsitzende des Beirats der Deutschen Krebshilfe und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Ulm, Thomas Seufferlein.

Die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssten verbessert werden und es bräuchte mehr Anerkennung für den Pflegeberuf, teilt die Deutsche Krebshilfe weiter mit.

Auch in der ambulanten, psychoonkologischen und psychosozialen Betreuung bestünden Versorgungslücken. Besonders in ländlichen Regionen sowie für bestimmte Zielgruppen gebe es noch keine ausreichende Versorgung.

Mehr Angebote für eine Palliativversorgung nötig

Ebenfalls noch nicht flächendeckend verfügbar seien Versorgungsangebote für Menschen, deren Krebserkrankung nicht mehr heilbar ist. Insbesondere in ländlichen Regionen, aber auch in Pflegeeinrichtungen seien die Versorgungsangebote nach wie vor nicht ausreichend.

Die Deutsche Krebshilfe sieht die Politik in der Pflicht, um die Versorgungssituation zu verbessern. Ferner müsse die Gesellschaft über Möglichkeiten und Grenzen der Palliativversorgung aufgeklärt werden.

Weltkrebstag

Der von der Weltkrebsorganisation (UICC) ins Leben gerufene Weltkrebstag findet jedes Jahr am 4. Februar statt. Er hat zum Ziel, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Viele der mehr als 1.100 UICC-Mitgliedsorganisationen aus über 170 Ländern nehmen daran teil.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Impfung

Experten raten zu Booster-Impfungen für krebskranke Menschen und Herzpatienten

Impfung

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16.11.2021 – Expertinnen und Experten der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Herzstiftung/Deutschen Stiftung für Herzforschung raten zu einer dritten Impfung, der sog. Booster-Impfung, für Herzpatientinnen und Herzpatienten sowie krebskranke Menschen.

Wie die Deutsche Krebsgesellschaft am Montag mitteilte, wiesen Untersuchungen darauf hin, dass Menschen mit einer Krebserkrankung ein vergleichsweise höheres Risiko für sog. Durchbruchsinfektionen aufweisen.

„Das gilt insbesondere für Menschen mit Blutkrebs und für Krebskranke, die aktuell eine Krebstherapie erhalten, die das Immunsystem schwächt“, begründet der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Michael Baumann, die Empfehlung.

Er rät dazu, mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu besprechen, ob und wann eine Booster-Impfung sinnvoll ist.

Impfung ist ein wichtiges Mittel zur Eindämmung von COVID-19

Die Deutsche Krebshilfe äußerte Sorge über den raschen und kontinuierlichen Anstieg der COVID-19-Inzidenzen und die zunehmende Belastung der Intensivstationen.

Der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Thomas Seufferlein, äußert sich am Montag:

„Der Hauptteil der Menschen, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen, gehört zur Gruppe der Nicht-Geimpften oder ist geimpft und hat eine oder mehrere Vorerkrankungen. Anders als im letzten Winter steht uns mittlerweile aber ein wirksames und sicheres Instrument zur Verfügung, um die vierte COVID-19-Welle einzudämmen – die COVID-19-Schutzimpfung.“

Ihm zufolge könnten auch Krebskranke, deren Impfschutz möglicherweise rascher abnimmt als bei Gesunden, durch eine Booster-Impfung das Risiko senken, bei einer Durchbruchsinfektion schwer zu erkranken.

Es sei daher umso wichtiger, dass Krebspatientinnen und -patienten bevorzugt die Möglichkeit zu einer Auffrischungsimpfung erhielten.

Zudem richtete die Krebshilfe einen Appell an bislang noch Ungeimpfte:

„Sie alle können die vierte COVID-19-Infektionswelle bremsen, indem Sie, soweit möglich, von ihrem Anspruch auf eine Impfung Gebrauch machen. Dadurch schützen Sie sich nicht nur selbst, sondern tragen auch zu einem besseren Schutz von Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen vor einem ernsten COVID-19-Verlauf und dem Tod bei.“

Herz-Kreislauf-Patienten ebenfalls besonders gefährdet

Auch die Deutsche Herzstiftung appellierte am Montag an ungeimpfte Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten wie auch an Gesunde, sich dringend gegen COVID-19 impfen zu lassen.

Wer bereits zweifach geimpft sei, sollte bei nachlassender Immunität seinen Schutz mit einer dritten Impfung unbedingt auffrischen.

„Für Patienten mit Herz- und Kreislauferkrankungen und Ältere ist der COVID-19-Impfschutz deshalb so wichtig, weil sie zum besonders gefährdeten Personenkreis mit einem höheren Risiko für schwere COVID-19-Krankheitsverläufe zählen: das sind insbesondere Patienten mit Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck und Diabetes“, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas Voigtländer.

Die Deutsche Herzstiftung folge dabei den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, welche eine zusätzliche dritte Impfdosis für Personen mit stark geschwächtem Immunsystem oder nach Organtransplantation und für Personen mit unzureichender oder fehlender Immunantwort auf 2 Impfungen befürworte.

Das aktuelle Infektionsgeschehen zeige u. a. deutlich, dass es unter den Ungeimpften in allen Altersgruppen deutlich häufiger zu symptomatischen Corona-Neuinfektionen als bei den Geimpften komme.

Informationen zur Booster-Impfung für Herzpatientinnen und Herzpatienten finden Betroffene und Angehörige auf der Webseite der Deutschen Herzstiftung.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Online-Hilfe "Familiencoach Krebs"

Neue Online-Hilfe für Angehörige von Krebs-Patienten

Online-Hilfe "Familiencoach Krebs"

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04.06.2021 – Seit Juni können Angehörige von Krebs-Erkrankten das neue Online-Programm „Familiencoach Krebs“ von AOK, Universitätsklinikum Leipzig und Krebsinformationsdienst nutzen. Das kostenfreie und anonym nutzbare Angebot soll Angehörige unterstützen und vor emotionaler, körperlicher oder sozialer Überlastung schützen.

Wichtiges Wissen zu Krebs

Zudem informiert der „Familiencoach Krebs“ über die Entstehung, Diagnose und Behandlung verschiedener Krebs-Erkrankungen und beantwortet sozialrechtliche Fragen.

Die Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Leipzig, Anja Mehnert-Theuerkauf, sagte:

„Angehörige müssen oft das Familien- und Arbeitsleben sowie emotionale, körperliche und soziale Belastungen unter einen Hut bringen, während sie einem nahen Menschen helfen, mit einer lebensbedrohlichen Krankheit zu leben.“

Ängste und Sorgen, Beziehungsprobleme, aber auch Entscheidungen rund um die Behandlung seien mitunter sehr belastend.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

„Der Familiencoach Krebs soll Angehörige und Freunde bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützen.“

Über Krebs sprechen

Das Angebot der Online-Hilfe ist modular aufgebaut. Dazu gehören u. a.:

  • “Gut für sich sorgen”: Tipps für Angehörigen, wie sie die eigene psychische Belastung bewältigen können.
  • “Beziehungen stärken”: Wie Betroffene und Angehörige schwierige Gespräche über das Thema Krebs führen können, wie die Kommunikation mit Kindern gut gelingen kann oder wie die Erkrankung die Partnerschaft beeinflusst.
  • “Sich hilfreich fühlen”: Hier erfahren Angehörige, wie sie Krebserkrankte unterstützen können. Z. B. dabei, mit Angst, Wut und Frustration infolge der Krebserkrankung richtig umzugehen.

In den Rubriken „Wissen über Krebs“, „Behandlungen“ und „Krebsarten“ stehen Informationen über die Erkrankung und moderne Therapiemöglichkeiten im Vordergrund.

Die Leiterin des Krebsinformationsdienstes, Susanne Weg-Remers, sagte:

„Nichts ist schlimmer als die Angst vor dem Unbekannten. Wer mehr über Krebs weiß, fühlt sich sicherer und kann Patienten besser bei Entscheidungen unterstützen.“

Mehr als eine halbe Mio. Krebs-Erkrankte jährlich

Das Robert Koch-Institut geht aktuell von mehr als 500.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr in Deutschland aus.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, sagte:

„Eine Krebserkrankung belastet auch die Angehörigen. Das Online-Selbsthilfeprogramm bietet hier niederschwellige und wissenschaftlich basierte Informationen, die sie jederzeit flexibel nutzen können.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Krebs

Krebs: Früherkennung und Therapie nicht verzögern

Krebs

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2.06.2020 – Die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Krebsgesellschaft und das Deutsche Krebsforschungszentrum haben vor zu spät diagnostizierten Krebserkrankungen gewarnt. So fänden während der Corona-Pandemie Abklärungs- und Früherkennungsuntersuchungen nicht wie gewohnt statt. Hinzu komme die Angst von Patientinnen und Patienten, sich bei einem Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt mit dem Virus zu infizieren, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.

Die Expertinnen und Experten rufen die Menschen dazu auf, auch während der Krise Ärztinnen und Ärzte sowie Kliniken aufzusuchen und Untersuchungstermine wahrzunehmen. „Krebs nimmt keine Rücksicht auf die Corona-Krise! Patienten sollten daher keinesfalls zögern, verdächtige Symptome abklären zu lassen“, so Professor Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums. „Wenn wir die Bugwelle an ausstehenden dringlichen Untersuchungen und aufgeschobenen Behandlungen weiterhin vor uns herschieben, dann müssen wir auch in Deutschland mit einer steigenden Zahl von krebsbedingten Todesfällen rechnen.“

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Vorsichts- und Schutzmaßnahmen in Kliniken

Auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) weist in einer Mitteilung darauf hin, dass die Angst vor Covid-19 nicht dazu führen dürfe, die Früherkennung oder die Durchführung wirksamer Therapien zu verzögern. Der DGHO zufolge beobachten deutsche Kliniken, dass Patientinnen und Patienten erst in sehr fortgeschrittenen Tumorstadien kämen.

„Natürlich können wir die Angst unserer Patientinnen und Patienten vor einer möglichen Infektion mit SARS-CoV-2 verstehen“, so der Geschäftsführende DGHO-Vorsitzende und Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen, Professor Dr. Lorenz Trümper. In den Kliniken und Institutsambulanzen würden aber „alle notwendigen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen getroffen“ und es werde alles darangesetzt, „entsprechende Maßnahmen bezüglich des neuen Infektionsgeschehens in die gängigen Abläufe der Krebstherapie zu integrieren“, verdeutlicht Trümper.

Gemeinsamer Appell

Gemeinsam mit dem Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, und dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, appelliert auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an die Bevölkerung, Besuche bei Ärztinnen und Ärzten nicht aus Angst vor einer Covid-19-Infektion aufzuschieben. „Gehen Sie zum Arzt! Scheuen Sie sich nicht, bei Beschwerden eine Praxis und im Notfall ein Krankenhaus aufzusuchen!”

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

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