Alzheimer

Welt-Alzheimertag: Mehr Teilhabe für Erkrankte

Alzheimer

Getty Images/Cravetiger

21.09.2021 – Unter dem Motto “Demenz – genau hinsehen!” findet am 21. September wie in jedem Jahr seit 1994 der Welt-Alzheimertag statt. In der “Woche der Demenz” werden vom 20. bis 26. September bundesweit vielfältige Aktionen organisiert, um auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen.

Ausbau der klinischen Forschung gefordert

In Deutschland leben aktuell rd. 1,7 Mio. Menschen mit einer Demenz-Erkrankung. Im Zuge der steigenden Lebenserwartung nimmt die Zahl der Erkrankten weiter zu und wird nach Ansicht der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bis 2050 auf 3 Mio. steigen.

Wegen des hohen und langen Pflegeaufwands sei noch völlig unklar, wie die sozialen Sicherungssysteme personell und finanziell diese Herausforderung meistern werden, gab das Vorstandsmitglied der Hirnliga – der Vereinigung der deutschen Alzheimerforscher –, Oliver Peters, anlässlich des Aktionstags zu bedenken.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

“Vor diesem Hintergrund gilt es dringend, die Forschung zur Vorbeugung und Behandlung zu verstärken, denn es gibt bis heute noch kein Medikament zur Heilung der Alzheimerkrankheit und es sieht auch nicht so aus, als ob wir zeitnah damit rechnen können.”

Den Menschen hinter der Krankheit sehen

Allerdings sei schon heute Unterstützung möglich, betonte die Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Monika Kaus. Werde die Diagnose Demenz gestellt, sähen viele nur noch die Krankheit und nicht mehr den Menschen.

Doch Menschen mit Demenz verfügten über Fähigkeiten, wollten selbstbestimmt leben und sich aktiv einbringen.

Wie dringend Unterstützung nötig sei, habe die Corona-Pandemie sehr deutlich gezeigt.

“Das Leid, das Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in dieser Zeit durch Kontaktverbote in Heimen und den Wegfall der Unterstützungsangebote erfahren haben, wollen wir nicht noch einmal erleben. Wir müssen alles dafür tun, damit durch gute Konzepte Menschen nicht wieder allein gelassen werden. Die Pandemie hat uns auch gezeigt, wie wichtig Flexibilität ist.”

Alterspsychiater fordern mehr Behandlung von Menschen mit Demenz in jedem Stadium

Für den Präsidenten der Deutschen Alterspsychiater, Michael Rapp, werden umfassende Therapie- und Behandlungsangebote nicht ausreichend umgesetzt.

In Frühstadien der Erkrankung fehlten oft rehabilitative Ansätze, die den Verlauf der Demenz verzögern könnten, in fortgeschrittenen Stadien fehlten aufsuchende multiprofessionelle Behandlungsangebote, und in Pflegeheimen ließen sich therapeutische Ansätze oft nur unzureichend umsetzen.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) forderte anlässlich des Welt-Alzheimertags ein Umdenken im Umgang mit der Krankheit. KDA-Vorsitzender Helmut Kneppe betonte:

“Statt Erkrankte zu isolieren, müssen teilhabeorientierte Lebenssituationen geschaffen werden.”

Dabei sei die Gestaltung von reizvollen, anregenden Wohnsettings ein wichtiger Aspekt, der die Verbesserung der Situation für Alzheimer-Erkrankte und ihre Angehörigen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sehe.

Neue Wohnformen für an Demenz Erkrankte entwickeln

Nach KDA-Ansicht sollten Pflegende und Gepflegte mehr über die Gestaltung des Pflegearrangements (mit-)entscheiden. So gehe es z. B. auch darum, für Menschen mit Demenz mehr Entscheidungsteilhabe mittels “gestützter Entscheidungsfindung” zu ermöglichen und neue Wohnformen zwischen Heim und Häuslichkeit wie sog. Clusterwohnen, Pflegewohngemeinschaften oder Quartiershäuser weiterzuentwickeln.

“In einer entsprechend angepassten Lebenssituation finden Menschen mit einer Alzheimererkrankung Orientierung und Anregungen zum sozialen Austausch.”

Der KDA-Vorsitzende hob hervor, dass die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen nicht nur eine Aufgabe von Politik und Wissenschaft sei:

“Über die Gestaltung angepasster Wohnformen hinaus setzt die Integration und die Teilhabe von Menschen mit altersbedingten Einschränkungen einen Wandel der Gesellschaft hin zu einer sorgenden Gemeinschaft voraus. Wir sollten das Altern als Chance betrachten, die viele Möglichkeiten bietet, wenn wir die Möglichkeitsräume schaffen.”

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Welttag des Hörens 2021

Höheres Demenzrisiko bei Menschen mit beeinträchtigtem Hörsinn

Welttag des Hörens 2021

Getty Images/Branislav

01.07.2021Eine Beeinträchtigung des Hörsinns könnte ein starker Risikofaktor für Demenz bei Senioren sein. Das geht aus einer Arbeit von Wissenschaftlern vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit Forschern aus Hamburg, Bonn und Hannover hervor.

Hörminderung ist ein signifikanter Risikofaktor

Für ihre kürzlich im “Journal of the American Geriatrics Society” veröffentlichte Studie haben die Wissenschaftler in einer prospektiven bevölkerungsbasierten Kohortenstudie rund 3.500 Teilnehmer über 75 Jahre einbezogen.

Dabei erfassten sie die gesundheitliche Situation der Teilnehmer in neun Follow-Up-Runden, also nachfolgenden Untersuchungen, welche die These verifizieren sollten, über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Zu Beginn der Studie hätten 30 Prozent der Teilnehmer von einer Hörminderung berichtet, erläutert Alexander Pabst, der gemeinsam mit Jonathan Bär Erstautor der Studie ist. Ein Viertel der Teilnehmer hat laut Pabst im Laufe der Zeit eine Demenz entwickelt.

Er erklärt:

„Es zeigte sich, dass Schwerhörigkeit ein signifikanter, unabhängiger Risikofaktor für eine Demenzentwicklung ist.“

So sei das durchschnittliche Erkrankungsrisiko für Teilnehmer mit einer Hörminderung um 16 % erhöht gewesen. 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Prävention kann Risiko für Demenz mindern

Auf Basis ihrer Ergebnisse halten die Forschenden eine Kombination von präventiven Maßnahmen zum Erhalten der kognitiven Leistungen für besonders vielversprechend.

Neben mehreren körperlichen und geistigen Aktivitäten gehört auch gesunde Ernährung, eine gute Einstellung des Blutdrucks sowie des Blutzuckers, sofern eine entsprechende Erkrankung wie Bluthochdruck oder Diabetes vorliegt, gehören dazu ebenso wie eben auch eine frühzeitige Behandlung eines beeinträchtigten Hörsinns.

Eine solche umfassende Strategie könnte sich demnach positiv und nachhaltig auf die kognitive Leistungsfähigkeit sowie die Lebensqualität älterer Menschen auswirken.

Demenzprävention: Fokus auf vermeidbare Risikofaktoren 

Steffi Riedel-Heller, Direktorin des ISAP sagt zu den Ergebnissen der Studie:

“Die Erkenntnisse der Studie haben wichtige Auswirkungen auf die Versorgung. Auch wenn die biologische Verbindung zwischen Hörstörungen und Demenz weiterer Untersuchungen bedarf, so zeigen die Daten doch eindrücklich, dass der Fokus auf vermeidbare Risikofaktoren das individuelle Demenzrisiko erheblich verringern kann. Ansätze zur Prävention geistiger Abbauprozesse sollten sich das zunutze machen.“

 

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Demenz_Migrationshintergrund

Informationen über Demenz in arabischer Sprache

Demenz_Migrationshintergrund

Getty Images/Ergin Yalcin

01.04.2021 – Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet Informationen rund um Demenz jetzt auch in Arabisch an. Denn ein Angebot in der eigenen Muttersprache erleichtere das Verstehen und helfe, die nächsten Schritte zu planen, teilte die Gesellschaft mit

Informationen zu Demenz für Angehörige

Eine eigene Internetseite richtet sich an Familien, die von Demenz betroffen sind und einen Migrationshintergrund haben. Auch die eingebundenen Erklärfilme zu Themen wie „Was ist Demenz?“ oder „Kommunikation und Umgang“ sind ab sofort auf Arabisch verfügbar.

Das Portal bietet grundlegende Informationen über Demenz darüber hinaus in türkischer, polnischer, russischer und englischer Sprache an.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Informationen zu Demenz und Kultursensibilität für Fachpersonal

Die Internetseite richtet sich zusätzlich an alle in der Beratung und in der Altenhilfe Tätigen. Sie erhalten hier Informationen und Materialien über Demenz, Migration und Kultursensibilität.

Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge leben in Deutschland etwa 100.000 Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Demenz haben. Sie und ihre Familien bräuchten Beratung, Hilfe und Unterstützung.

Daher sei es dringend notwendig, dass sich die Altenhilfe auch auf die Bedürfnisse und Wünsche dieser Zielgruppe einstelle.

Die Übersetzung ins Arabische erfolgte mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Podcast_Hirn_Heinrich

Podcast informiert über Demenz und Parkinson

Podcast_Hirn_Heinrich

DZNE und Getty Images/Christian Horz/EyeEm

02.02.2021 – Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat einen Wissenspodcasts ins Leben gerufen. Der Podcast befasst sich mit Themen wie Demenz bzw. Alzheimer und Parkinson.

Wissenspodcast mit Moderatorin Sabine Heinrich 

Im Podcast “Hirn & Heinrich” unterhält sich TV- und Radio-Moderatorin Sabine Heinrich mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über das menschliche Gehirn, dessen wundersame Fähigkeiten, was es bedeutet, wenn diese nachlassen, und spricht auch mit Betroffenen.

Neue Therapieansätze und Tipps für Angehörige im Fokus

Welche Krankheitsmechanismen und -ursachen sind bekannt? Was versprechen neue Therapieansätze? Was kann jeder selbst tun, um Krankheitsrisiken zu senken und möglichst lange fit im Kopf zu bleiben? Wie lässt sich die Lebensqualität von Patientinnen, Patienten und Angehörigen verbessern?

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Antworten auf diese Fragen geben die ca. 30 Minuten langen Episoden.

Jede Folge hat dabei einen eigenen Schwerpunkt: das Gedächtnis, Alzheimer, Parkinson, die Vielfalt von Demenz oder Pflege.

Das DZNE ist eine von Bund und Ländern geförderte Forschungseinrichtung für neurodegenerative Erkrankungen. Das Institut zählt zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen für Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems.

Jeden Monat gibt es eine neue Folge.

Der Podcast ist verfügbar über z. B. Spotify, Deezer, Apple Podcasts oder direkt über die DZNE-Seite.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Demenz

Demenz: Hausärzte sollen stärker auf Beratungsangebote hinweisen

Demenz

Getty Images/Maskot

12.01.2021 – Die Bundesregierung will Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stärker unterstützen. Eine gute medizinische und pflegerische Versorgung sowie die Einbindung in verlässliche Angebote für Unterstützung und Beratung im sozialen Nahbereich seien wichtig, um ein selbstständiges Leben und Teilhabe zu ermöglichen.

Giffey und Spahn wenden sich an Hausärzte

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben deshalb Hausärztinnen und Hausärzte am Montag in einem Brief darum gebeten, an Demenz Erkrankte und ihre Angehörigen auf spezielle Informationsangebote des Bundes und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hinzuweisen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Insbesondere, weil Demenz bislang noch nicht ursächlich behandelt oder geheilt werden könne, will die Bundesregierung die Gesellschaft für das Thema Demenz weiter sensibilisieren.

Dazu heißt es in dem Brief:

„Als Hausärztinnen und Hausärzte nehmen Sie, gemeinsam mit Ihren Praxisteams, in diesem System eine bedeutsame Rolle ein. Sie sind häufig der erste Kontakt der Betroffenen zum professionellen medizinischen Versorgungsnetz. Sie kennen oft auch die Lebensgeschichte und die Angehörigen und wissen, worauf es über die medizinischen Aspekte der Erkrankung hinaus ankommt. Dies alles ist für den weiteren Krankheitsverlauf von großer Bedeutung. Sie legen die Grundsteine für die folgende Begleitung der Betroffenen und stimmen dies mit ihnen ab.“

Wichtige Telefonnummern für Demenz- und Alzheimerberatung

Hausärztinnen und Hausärzte sollten deshalb Angehörige auf das Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hinweisen. Sie ist unter der Festnetznummer 030 – 259 37 95 14 erreichbar.

Bei Fragen zur Pflegeversicherung könnten sich Angehörige an das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums unter der Nummer 030 – 340 60 66 02 wenden.

Eine spezielle Informations- und Austauschplattform sei zudem der „Wegweiser Demenz“ des Bundesfamilienministeriums.

Bestandteil der Nationalen Demenzstrategie

Das Schreiben steht im Zusammenhang mit der Nationalen Demenzstrategie, die im Herbst 2020 von Spahn, Giffey, Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sowie von 57 Verbänden unterzeichnet wurde.

Mit der Unterschrift haben sie sich dazu verpflichtet, insgesamt 160 Maßnahmen einzuhalten, mit denen die Bevölkerung über die Demenz informiert und die Krankheit stärker entstigmatisiert werden soll.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Demenzstrategie

Startschuss für die Nationale Demenzstrategie der Regierung

Demenzstrategie

picture alliance/dpa/Hannibal Hanschke/Reuters/Pool

24.09.2020 – In Berlin haben am Mittwoch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sowie 57 Verbände die Nationale Demenzstrategie unterzeichnet. Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die Unterzeichner, 160 Maßnahmen für einen besseren Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen in den nächsten Jahren umzusetzen.

Das Ziel der Strategie ist insbesondere, die Bevölkerung über das Krankheitsbild Demenz zu informieren und die Krankheit damit stärker zu entstigmatisieren.

Teamgeist für Menschen mit Demenz vonnöten

“Es geht darum, Demenzkranken respektvoll und hilfsbereit zu begegnen”, sagte Spahn. “Ein breites gesellschaftliches Bündnis ist ein wichtiger Schritt, dieses neue Bewusstsein zu schaffen.”

Giffey betonte: “An Demenz erkrankte Menschen können noch sehr lange aktiver Teil der Gesellschaft bleiben, wenn die Gesellschaft sich darauf einstellt. Das bedeutet: Busfahrerinnen, Schaffner, Ärzte oder Mitarbeiter von Behörden müssen speziell geschult werden, genauso wie sich Sportvereine oder Kirchenchöre auf Menschen mit Demenz vorbereiten müssen.”

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Um das zu schaffen, brauche es Teamgeist für Menschen mit Demenz. “Darum starten wir die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis. Mit der Strategie wollen wir bundesweit mehr Vor-Ort-Netzwerke aus Kommunen, Vereinen, Kirchen oder Unternehmen schaffen, Familien von Menschen mit Demenz unterstützen und mit einem breiten Bündnis die Gesellschaft darauf einstellen, für Menschen mit Demenz da zu sein.”

Vielfältiger Mix unterschiedlichster Akteure

Die Nationale Demenzstrategie wurde in den vergangenen 2 Jahren von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sowie weiteren Verbänden des Gesundheitssystems, von Sozialversicherungsträgern, Zivilgesellschaft und Wissenschaft erarbeitet.

An der Umsetzung der Demenzstrategie ist ein breites gesellschaftliches Bündnis beteiligt – die Initiative “Teamgeist für Menschen mit Demenz”. Dazu zählen u. a. so unterschiedliche Akteure wie die Deutsche Bahn, der Deutsche Sportbund, die katholische und evangelische Kirche oder Supermarktketten wie Netto oder Alnatura.

Je größer dieses Team sei, das um die Erkrankung Demenz und seine Ausprägungen weiß, desto besser könnten Betroffene weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben, so die Minister.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Alzheimer_Demenz

Welt-Alzheimertag: An Demenz Erkrankte nicht vergessen

Alzheimer_Demenz

Getty Images/Westend61

22.09.2020 – In dieser Woche, am 21. September, war Welt-Alzheimertag. In diesem Jahr stand der Tag in Deutschland unter dem Motto “Demenz – wir müssen reden!”. Denn noch immer ist die Krankheit nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ein Tabu.

Vor allem in Zeiten der COVID-19-Pandemie dürften an Demenz Erkrankte nicht vergessen werden, forderten Ärzteschaft und Interessensverbände anlässlich des Aktionstags.

Immer noch gebe es viele Menschen, die nicht wüssten, wie sie mit an Demenz Erkrankten umgehen sollten. Darum gelte es, zu sensibilisieren. Darüber hinaus müssten die Bedingungen für pflegende Angehörige verbessert und mehr geforscht werden.

 

Der Welt-Alzheimertag

Der Welt-Alzheimertag wurde 1994 von Alzheimer’s Disease International (ADI) mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. ADI, die internationale Vereinigung von Alzheimer-Gesellschaften in 95 Ländern, koordiniert die Aktivitäten weltweit.

Von der Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzformen sind Menschen unabhängig von Nationalität, Hautfarbe und Kultur betroffen. Überall geht es darum, eine breite Öffentlichkeit auf die Situation der insgesamt mehr als 50 Mio. Demenzkranken und ihrer Familien aufmerksam zu machen.

 

Um das spürbar voranzutreiben, hat die Bundesregierung den Startschuss für ihre im Juli beschlossene Nationale Demenzstrategie gegeben. Das Papier enthält 27 Ziele und 162 konkrete Maßnahmen, die bis zum Jahr 2026 in die Tat umgesetzt werden sollen. Am 23. September 2020 soll die Strategie der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

COVID-19 hat Alzheimerforschung massiv beeinträchtigt

Andere Maßnahmen konnten wegen der Corona-Pandemie allerdings nicht weiterverfolgt werden. So verdeutlichte die Vorsitzende der Hirnliga – der Vereinigung der deutschen Alzheimer-Forscherinnen und -forscher –, Isabella Heuser: “Die Corona-Pandemie mit ihren vielfältigen Auswirkungen hat (…) massiv die Alzheimerforschung beeinträchtigt.” So hätten u. a. klinische Untersuchungen von Studienpatientinnen und -patienten pausieren müssen, Forschungsprojekte nicht begonnen werden können und der Ambulanzbetrieb massiv heruntergefahren werden müssen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Bis 2050 ca. 2,8 Mio. Menschen mit Demenz

Jährlich erkranken etwa 300.000 Menschen in Deutschland neu an Demenz, zumeist Alzheimer. Aktuell gibt es 1,6 Mio. Betroffene. Bis 2050 rechnen Expertinnen und Experten mit einem Anstieg auf bis zu 2,8 Mio. Menschen.

Zum Krankheitsbild gehören u. a. Gedächtnis-, Orientierungs- und Sprachstörungen sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Nur in seltenen Fällen sind die Betroffenen jünger als 60 Jahre.

Rund um den Welt-Alzheimertag und die Woche der Demenz vom 21. bis 27. September finden deutschlandweit viele größtenteils virtuelle Aktionen statt, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich zu informieren und ins Gespräch zu kommen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Baum verliert Blätter

Ratgeber Demenz: Anzeichen von Demenz erkennen

 

Baum verliert Blätter

istock.com | lolloj

Das wohl bekannteste Anzeichen von Demenz ist es, wenn Ihr Angehöriger immer öfter Sachen vergisst. Dabei genügt das alleine noch nicht aus, um von einer Demenz zu sprechen. Nicht jeder ältere Mensch, der etwas zerstreut geworden ist, muss zwangsläufig eine Demenz entwickeln. Manchmal kann es auch eine Altersvergesslichkeit vorliegen, gerade bei Personen in sehr hohen Lebensalter. An welchen Symptomen Sie Demenz erkennen und von einer Altersvergesslichkeit unterscheiden können möchten wir Ihnen in diesem Artikel beantworten.
Weiterlesen

Nationale Demenzstrategie

Nationale Demenzstrategie: Deutschland soll demenzfreundlich werden

Demenz

Getty Images/ivanastar

7.07.2020 – Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche die Nationale Demenzstrategie beschlossen, um Deutschland demenzfreundlich zu gestalten. Der Start soll im September erfolgen.

Aktuell sind hierzulande 1,6 Mio. Menschen an Demenz erkrankt. Einer entsprechenden Mitteilung der Bundesregierung zufolge könnten 2050 etwa 2,8 Mio. Menschen von der Erkrankung betroffen sein. Hierauf soll das Land nun vorbereitet werden, sagten Bundesseniorenministerin Franziska Giffey (SPD), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) in einem gemeinsamen Statement. „Die Krankheit geht uns alle an. Darum haben wir in einem breiten Bündnis mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, den Ländern und Kommunen, den Verbänden des Gesundheitswesens und der Pflege, den Sozialversicherungsträgern, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft konkret erarbeitet, wie wir Deutschland demenzfreundlich machen.“

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Die bundesweite Strategie umfasst 27 Ziele und rund 160 Maßnahmen, darunter z. B.:

  • Begleitung und Beratung – Professionelle und ehrenamtliche Unterstützungs- sowie Beratungsangebote sollen ausgebaut werden, um Betroffenen besonders in der Phase nach der Diagnose zu helfen.
  • Gesundheitsförderung für pflegende Angehörige – Der Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen ist v. a. für deren Angehörige belastend. Darum sollen Gesundheits- und Präventionsprogramme weiter etabliert und verbessert werden. Ebenso soll ein neues Förderprogramm geprüft werden.
  • Vor-Ort-Netzwerke – Bundesweit sollen Netzwerke auf regionaler Ebene errichtet werden, z. B. durch die Förderung von „Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz“.
  • Netzwerke zur pflegerischen Versorgung – Regionale Netzwerke zur besseren Vernetzung der an der pflegerischen Versorgung Beteiligten sollen ausgebaut und verstärkt sowie die dafür vorgesehenen Mittel aus der Pflegeversicherung deutlich erhöht werden.
  • Netzwerke „Pflege und Beruf“ – Pflege und Beruf zu vereinbaren ist für pflegende Angehörige von Demenzkranken besonders herausfordernd. Daher sollen Unternehmen, Kommunen und pflegende Angehörige Strategien erarbeiten und Netzwerke aufbauen. Um dies zu unterstützen, will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf Bundesebene eine „Regiestelle“ einrichten.
  • Abgestimmte Abläufe in der Versorgung – In einem „Versorgungspfad“ sollen Ärzteschaft, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Beteiligte ihre Zusammenarbeit klarer beschreiben und das Schnittstellenmanagement verbessern.

 

Demenzpatientinnen und -patienten fällt es häufig schwer, die derzeitige Situation der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen zu verstehen. Erfahren Sie, wie Sie Betroffenen dabei helfen können.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Demenz

Demenz: Betroffenen helfen, die Corona-Situation zu verstehen

Demenz

Getty Images/
Maskot

4.06.2020Demenzpatientinnen und -patienten fällt es häufig schwer, die derzeitige Situation der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen zu verstehen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) hat auf ihrer Webseite Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus im Zusammenhang mit Demenz zusammengestellt. 

Einfache Worte wählen und Sicherheit geben

„Die Nachrichten im Fernsehen und Radio, der veränderte Tagesablauf – auch wenn jemand nicht versteht, worum es dabei geht, wird er verunsichert sein und vielleicht immer wieder nachfragen“, so die DAlzG. Sie empfiehlt deshalb, Betroffenen die Situation mit einfachen Worten zu erläutern. Besonders zu beachten sei dabei, Demenzerkrankten das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und ihnen zu versichern, weiter für sie da zu sein und sie nicht allein zu lassen.

Gewohnte Abläufe beibehalten

Zur Gestaltung des Alltags zu Hause rät die DAlzG, soweit wie möglich Routinen aufrechtzuerhalten. Denn diese plötzlich zu ändern, könne die Betroffenen verängstigen. „Versuchen Sie daher, den Tag wie bisher zu strukturieren, auch wenn bestimmte Dinge wie der Besuch der Gymnastikgruppe, der Betreuungsgruppe oder des Cafés derzeit nicht möglich sind. Stattdessen können Sie vielleicht gemeinsam eine Runde sportlicher Aktivität in der Wohnung einführen.“

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Beschäftigung zu Hause mit Spielen und Musik

In den vier Wänden könne man sich auch mit Spielen und Musik beschäftigen: „Je nach Fähigkeiten und Interessen können Sie gemeinsam Gesellschaftsspiele spielen, Kreuzworträtsel lösen, gemeinsam singen oder Musik im Radio oder Fernsehen anhören“, so die DAlzG. Zudem könne das Internet genutzt werden, um z. B. virtuelle Rundgänge durch Museen zu unternehmen.

Bewegung an der frischen Luft

Aber auch Spaziergänge an der frischen Luft – eher morgens als nachmittags, um so den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern besser einhalten zu können – seien eine Möglichkeit, die gemeinsame Zeit zu gestalten.

 

Weiterführende Informationen

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.