Sepsis

Sepsis: Ursachen, Symptome und Prävention

Sepsis

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21.07.2020 – Rund 15.000 bis 20.000 aufgrund einer Sepsis bedingte Todesfälle pro Jahr hierzulande gelten dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) zufolge als vermeidbar. Um über Ursachen, Symptome und Präventionsmöglichkeiten aufzuklären, hat das APS eine Patienteninformation veröffentlicht. Denn noch immer gebe es „das falsche Bild der Blutvergiftung mit dem roten Strich, der Richtung Herz wandert“, sagte Ruth Hecker, Vorsitzende im APS. „Das muss sich endlich ändern, damit weniger Patienten an Sepsis sterben oder schwere Langzeitfolgen erleiden“, so Hecker.

Warnhinweise

Eine Sepsis sei „immer ein Notfall und muss als solcher behandelt werden, wie ein akuter Herzinfarkt oder akuter Schlaganfall“, verdeutlicht Rainer Petzina vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und einer der Hauptautoren der Patienteninformation.

Zudem entstehen dem APS zufolge viele der Sepsis-Fälle nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause.  „Auch wenn Sepsis manchmal schwer von anderen Erkrankungen wie einem grippalen Infekt zu unterscheiden ist, gibt es doch bestimmte Warnhinweise“, unterstreicht Antje Erler von der Sepsis-Stiftung. Dazu zählten z. B. Fieber und Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Herzrasen, extremes Krankheitsgefühl und Verwirrtheit. „Wenn mindestens zwei dieser Symptome vorhanden sind, sollten Betroffene und Angehörige an eine Sepsis denken.“

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Risikogruppen und Prävention

Die Patienteninformation zeigt auch auf, wer zur Risikogruppe gehört, darunter bspw. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Erkrankte, ältere Menschen über 60 Jahre und Kinder unter 1 Jahr. In der Information finden Interessierte zudem Angaben darüber, wie einer Sepsis am besten vorzubeugen ist – etwa mit allgemeinen Hygienemaßnahmen und Impfungen, die vor Infektionen schützten, wie die Pneumokokken-Impfung, die Grippe-Impfung sowie alle weiteren von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut empfohlenen Impfungen.

 

Sepsis

Eine Sepsis liegt dann vor, wenn die körpereigenen Abwehrmechanismen eine zunächst lokal begrenzte Infektion nicht mehr eindämmen können. Es kommt im Körper zu einer Kettenreaktion, die die körpereigenen Organe und Gewebe schädigt.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Dekubitus

Dekubitus: Prophylaxe und Wundmanagement

bvmed

Ein Dekubitus, auch als Druckgeschwür bezeichnet, beginnt meist ziemlich unspektakulär mit einer geröteten Hautstelle. Doch diese Stelle kann sich schnell zu einem ernsten, oft schwer beherrschbaren Krankheitsgeschehen entwickeln. Dabei können Sie als pflegende Angehörige einiges tun, um die Entstehung von Druckgeschwüren zu vermeiden.

Wir alle rutschen auf Stühlen hin und her, schlagen die Beine übereinander, um sie kurze Zeit später wieder nebeneinander zu stellen. Wir beugen uns beim Sitzen vor und dann wieder zurück. Sitzen bedeutet also keinesfalls Stillstand, sondern ist ein sehr dynamischer Prozess. Wenn wir schlafen, wachen wir nie in der gleichen Position auf, in der wir uns zur Ruhe begeben haben. Vielmehr geht auch der gesunde, ungestörte Schlaf mit einer Vielzahl von Lageänderungen unseres Körpers einher.
Mit diesen Positionsänderungen, die wir unbewusst ausführen, entlastet unser Körper selbstständig druckgefährdete Regionen und schützt sie vor zu hoher Belastung. Dies setzt aber voraus, dass unser Bewegungsapparat ungestört funktioniert. Bei bewegungseingeschränkten oder -unfähigen Menschen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, gelingt diese unbewusste Druckentlastung nur eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr. Eine gefürchtete Folge der fortdauernden Druckbelastung einer Körperregion ist der Dekubitus, auch Druckgeschwür genannt.

Was ist ein Dekubitus?

Als Dekubitus wird eine klar umschriebene Stelle bezeichnet, an der zunächst die Haut, später dann auch das darunter liegende Gewebe, also die Unterhaut und die Muskulatur, geschädigt ist. Oft beginnt ein Dekubitus ganz unscheinbar: Die Haut ist lediglich gerötet. Werden diese ersten Anzeichen allerdings ignoriert, entwickeln sich ohne konsequente Behandlung beim Wundliegen schnell ausgeprägte Gewebsverluste, die dramatische Ausmaße annehmen können: Keime siedeln sich an und infizieren das Gewebe – und so kann aus einer lokalen Erkrankung eine ernsthafte Allgemeinerkrankung werden. Dann ist das richtige Wundmanagement nötig.

Welche Körperstellen sind gefährdet?

Druckgeschwüre entstehen vor allem an Körperstellen, an denen Knochen und Haut sehr dicht beieinander liegen, dort also, wo ein Polster aus Fettgewebe und Muskulatur fehlt. Dies ist z. B. am Steißbein, den Fersen, den Schulterblättern oder am Hinterkopf der Fall. An diesen Körperstellen ist die Gefahr des Wundliegens besonders groß.

Wie entsteht ein Dekubitus?

Die Haut umhüllt unseren gesamten Körper und schützt ihn vor allen Umwelteinflüssen. Um diese anspruchsvolle und komplexe Aufgabe erfüllen zu können, muss sie intakt sein. Das bedeutet, dass sie entweder unverletzt sein muss oder dass Defekte schnell repariert werden. Voraussetzung dafür: eine ungestörte Durchblutung, damit Sauerstoff und Nährstoffe in die Haut hinein- und Abfallprodukte des Stoffwechsels abtransportiert werden können.

Wird die Haut nun andauerndem Druck (z. B. durch Sitzen im Rollstuhl oder Bettlägerigkeit) ausgesetzt oder werden die einzelnen Hautschichten gegeneinander verschoben, so wird der Blutfluss in der Haut gestört oder ganz verhindert. Dieses Verschieben kann zum Beispiel schon durch Kleinigkeiten verursacht werden, wenn Ihr Angehöriger zum Beispiel beim Bettenmachen über die Matratze gezogen wird. Die Folgen sind Sauerstoffmangel und die Anreicherung von Stoffwechselprodukten in der Haut. Dauert dieser Zustand an, wird das Gewebe zerstört; das Druckgeschwür entsteht.

Dabei wird deutlich: Besonders gefährdet sind bewegungseingeschränkte Menschen, die dauerhaft im Bett liegen oder in der immer gleichen Position im Rollstuhl sitzen. Denn bei ihnen sind stets die gleichen Körperpartien starkem Druck ausgesetzt sind.

So verhindern oder erkennen Sie einen beginnenden Dekubitus

Wenn Sie einen bewegungseingeschränkten Menschen versorgen, sollte Ihr oberstes Ziel sein, die Entstehung von Druckgeschwüren zu verhindern. Zur korrekten Dekubitusprophylaxe gehört die tägliche Kontrolle des Hautzustandes; besonders an den druckgefährdeten Körperstellen. Dies gelingt am besten bei der Körperpflege. Achten Sie vor allem auf auftretende Hautrötungen, denn jede Hautrötung könnte das Anfangsstadium eines Druckgeschwürs sein.

Praxistipp

Den Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Hautrötung und einem Dekubitus im Anfangsstadium ist relativ leicht durch den Fingertest festzustellen: Drücken Sie mit einem Finger ca. 5 Sekunden fest auf die Rötung. Bei einer gewöhnlichen Hautrötung ist das Zentrum nach Anheben des Fingers deutlich heller. Beim Dekubitus im Anfangsstadium ist die Rötung nicht wegdrückbar, bleibt also unverändert rot.

Sollte ein Dekubitus im Anfangsstadium vorliegen, dann zögern sie nicht und suchen Sie sich professionelle Hilfe bei Ihrem Hausarzt oder einem ambulanten Pflegedienst. Zahlreiche Fachkräfte mit speziellen Weiterbildungen im Wundmanagement können Sie beraten oder bei der Umsetzung von Behandlungsplänen unterstützen.

Dekubitusprophylaxe

„Vorbeugen ist besser als Heilen.“ Dieses alte Prinzip gilt auch, wenn die Entstehung von Druckgeschwüren droht. Es gibt zahlreiche vorbeugende Maßnahmen, mit dem Sie den ungestörten Blutfluss in der Haut sicherstellen können.

Spontan bewegen bei jeder Gelegenheit

Jede Bewegung, und sei sie noch so klein, führt zu einer Druckentlastung gefährdeter Hautstellen und beugt Druckgeschwüren effektiv vor. In der Praxis bedeutet das: Auch wenn sich Ihr Angehöriger nur noch sehr wenig bewegen kann, sollten Sie ihn oder sie mehrmals täglich dazu zu animieren, regelmäßig kleine Lageänderung im Rollstuhl oder im Bett durchzuführen, um selbständig eine Druckentlastung der Haut zu erreichen.

Weich lagern

Reichen die Eigenbewegungen nicht mehr aus, um eine effektive Druckentlastung der Haut zu gewährleisten, bieten sich zum Beispiel Matratzen oder Sitzkissen zur Weichlagerung gefährdeter Hautstellen an. Der Körper sinkt in das weiche Material, sodass der entstehende Druck auf eine größere Fläche verteilt und gefährdete Hautstellen entlastet werden. Kontaktieren Sie Ihr Fachgeschäft für Pflegehilfsmittel oder Ihren örtlichen Pflegedienst. Sie können Sie bei der Auswahl geeigneter Produkte beraten.

Druckentlastung durch Lageveränderung

Die zeitweise vollständige Druckentlastung gefährdeter Hautstellen kann gelingen, indem Sie Ihren Angehörigen klassisch wie folgt lagern: Liegt Ihr Angehöriger auf dem Rücken, dann neigen Sie eine Körperhälfte um ca. 30° und legen Sie zur Fixierung ein Kissen unter. So können gefährdete Körperstellen wie die Steißregion komplett entlastet werden. Gleichzeitig werden aber andere Körperstellen stärker druckbelastet. Deshalb ist ein regelmäßiges Umlagern sehr wichtig. Ist Ihr Angehöriger vollständig bewegungsunfähig, dann sollten Sie sich für die Seitenlagerung immer von einer Hilfsperson unterstützen lassen.

Wechseldruckmatratzen

Wechseldruckmatratzen sind automatisierte Systeme, die mehrere Luftkammern enthalten. Diese Luftkammern werden durch einen Kompressor be- und entlüftet. Dadurch sind einige Luftkammern aufgepumpt, während andere entleert sind. Nach einem vorgegebenen Zeitraum wird dieser Zustand automatisch umgekehrt. Die Folge: Gefährdete Körperregionen werden im Wechsel druckbelastet und wieder entlastet. So wird einem Druckgeschwür effektiv vorgebeugt.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Dekubitusgefahr bei Ihrem Angehörigen zu minimierenDekubitusgefahr bei Ihrem Angehörigen zu minimieren. Da Lösungen immer sehr individuell sind und kein Mensch dem anderen gleicht, sollten Sie sich nicht scheuen, Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen. Mehr Informationen zum Thema Dekubitus finden Sie hier.

Über den Autor

Dr. Markus Lauer ist Krankenpfleger und arbeitet in der Altenpflege.

Diabetes

Diabetes: Tipps für den Sommer

Diabetes

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14.07.2020 Speziell im Sommer kann das Risiko für eine Über- oder Unterzuckerung bei Diabetikerinnen und Diabetikern erhöht sein. Darauf weist die Krankenkasse Barmer hin. „Heiße Tage sind für den Blutzuckerspiegel Chaostage. Deshalb sollten Diabetiker im Hochsommer öfter als sonst ihren Blutzuckerspiegel messen“, empfiehlt die leitende Medizinerin der Barmer, Ursula Marschall. Wer Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck habe, sollte außerdem ärztlich prüfen lassen, ob die Medikamentendosis angepasst werden müsse, so Marschall.

 

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Viel trinken, auf Alkohol verzichten

Darüber hinaus rät die Krankenkasse, viel zu trinken  – am besten Mineralwasser. Denn komme etwa zu einem niedrigen Blutdruck ein Mangel an Flüssigkeit hinzu, steige die Gefahr für einen Kreislaufkollaps. Vom Alkoholverzehr sollten Diabetikerinnen und Diabetiker im Hochsommer besser absehen. „Alkohol sorgt für einen zusätzlichen Wasserverlust. Außerdem ist bereits ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille die Zuckerfreisetzung aus der Leber gestört, so dass eine Unterzuckerung drohen kann“, verdeutlicht Marschall.

Regelmäßig Sport treiben

Mit einer Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining lasse sich der Blutzuckerspiegel senken und die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessern. Für Diabetes-Betroffene eignen sich der Barmer zufolge z. B. Sportarten wie Nordic Walking, Fahrradfahren oder Schwimmen – in regelmäßiger Form und an heißen Tagen am besten morgens oder abends.

Besonders aufmerksam sein beim Schwimmen

Auch beim Schwimmen sollten Diabeteserkrankte auf den Blutzuckerspiegel achten. Viele unterschätzten, wie hoch der Energieverbrauch dabei sei: „Symptome wie Zittern werden irrtümlicher Weise der niedrigen Wassertemperatur zugeschrieben, dabei sind sie ein Zeichen für Unterzuckerung“, warnt Marschall. Einer spontanen Unterzuckerung könne mithilfe von Snacks oder Traubenzucker gegengesteuert werden.

Insulin kühl halten

Insulin sollte vor der Hitze gut geschützt werden und bspw. in einer Kühl- oder Thermosflasche mitgeführt werden. Ebenso sollten Blutzuckermessgeräte, Insulin-Pens und Teststreifen nicht der Hitze ausgesetzt und etwa im Auto liegengelassen werden.

 

Diabetes: Tipps zur Pflege, Ernährung und Versorgung

Diabetes mellitus ist eine komplexe Erkrankung. Doch schon mit kleinen Maßnahmen können Betroffene und ihre Angehörigen viel Positives erreichen. Im Interview gibt die Berliner Diabetesexpertin Katja Hodeck praktische Tipps zur Pflege, Ernährung und Versorgung.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Nationale Demenzstrategie

Nationale Demenzstrategie: Deutschland soll demenzfreundlich werden

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7.07.2020 – Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche die Nationale Demenzstrategie beschlossen, um Deutschland demenzfreundlich zu gestalten. Der Start soll im September erfolgen.

Aktuell sind hierzulande 1,6 Mio. Menschen an Demenz erkrankt. Einer entsprechenden Mitteilung der Bundesregierung zufolge könnten 2050 etwa 2,8 Mio. Menschen von der Erkrankung betroffen sein. Hierauf soll das Land nun vorbereitet werden, sagten Bundesseniorenministerin Franziska Giffey (SPD), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) in einem gemeinsamen Statement. „Die Krankheit geht uns alle an. Darum haben wir in einem breiten Bündnis mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, den Ländern und Kommunen, den Verbänden des Gesundheitswesens und der Pflege, den Sozialversicherungsträgern, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft konkret erarbeitet, wie wir Deutschland demenzfreundlich machen.“

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Die bundesweite Strategie umfasst 27 Ziele und rund 160 Maßnahmen, darunter z. B.:

  • Begleitung und Beratung – Professionelle und ehrenamtliche Unterstützungs- sowie Beratungsangebote sollen ausgebaut werden, um Betroffenen besonders in der Phase nach der Diagnose zu helfen.
  • Gesundheitsförderung für pflegende Angehörige – Der Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen ist v. a. für deren Angehörige belastend. Darum sollen Gesundheits- und Präventionsprogramme weiter etabliert und verbessert werden. Ebenso soll ein neues Förderprogramm geprüft werden.
  • Vor-Ort-Netzwerke – Bundesweit sollen Netzwerke auf regionaler Ebene errichtet werden, z. B. durch die Förderung von „Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz“.
  • Netzwerke zur pflegerischen Versorgung – Regionale Netzwerke zur besseren Vernetzung der an der pflegerischen Versorgung Beteiligten sollen ausgebaut und verstärkt sowie die dafür vorgesehenen Mittel aus der Pflegeversicherung deutlich erhöht werden.
  • Netzwerke „Pflege und Beruf“ – Pflege und Beruf zu vereinbaren ist für pflegende Angehörige von Demenzkranken besonders herausfordernd. Daher sollen Unternehmen, Kommunen und pflegende Angehörige Strategien erarbeiten und Netzwerke aufbauen. Um dies zu unterstützen, will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf Bundesebene eine „Regiestelle“ einrichten.
  • Abgestimmte Abläufe in der Versorgung – In einem „Versorgungspfad“ sollen Ärzteschaft, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Beteiligte ihre Zusammenarbeit klarer beschreiben und das Schnittstellenmanagement verbessern.

 

Demenzpatientinnen und -patienten fällt es häufig schwer, die derzeitige Situation der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen zu verstehen. Erfahren Sie, wie Sie Betroffenen dabei helfen können.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Schmerzpatienten

Experten fordern “Schutzschirm für Schmerzpatienten”

Schmerzpatienten

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8.06.2020 – Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat sich gemeinsam mit Partnerorganisationen für einen „Schutzschirm für Schmerzpatienten“ stark gemacht. Aufgrund der Corona-Pandemie habe sich die Versorgung von Schmerzpatientinnen und -patienten verschlechtert, und der Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten sei aktuell erschwert, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung anlässlich des Aktionstags gegen den Schmerz in der vergangenen Woche. 

Untersuchungen wahrnehmen 

So seien z. B. Reha-Sportangebote eingestellt oder reduziert und Präsenztreffen von Selbsthilfegruppen nicht möglich. Es komme hinzu, dass Betroffene aus Angst vor einer Virusinfektion Ärztinnen und Ärzte nicht aufsuchten. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, Professor Dr. Claudia Schmidtke, ermutigte die Betroffenen aber, „notwendige Untersuchungen und Behandlungen“ wahrzunehmen und „aktiv“ Unterstützung einzufordern.

Beratung via Telefon und Video verstärken

Gegengesteuert werden könne den erschwerten Therapiemöglichkeiten etwa mit verstärkten Angeboten von Telefon- und Videosprechstunden sowie Ausnahmegenehmigungen bspw. für Reha-Sport, so Heike Norda, 1. Vorsitzende der Partnerorganisation SchmerzLOS.

 

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Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten Schmerz

Auf die besondere Rolle von Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten Schmerz wies die Sprecherin der Fachgruppe Pflegeexpert/innen Schmerz im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Ruth Boche, hin: „Die Pflegenden sind ganz nah am Patienten. Sie beraten, leiten an, geben Tipps für hilfreiche nicht medikamentöse Maßnahmen wie gezielte Bewegungs- und Entspannungsübungen, Wärme- oder Kälteanwendungen. Vor allem aber geben sie Sicherheit.“

 

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Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Demenz

Demenz: Betroffenen helfen, die Corona-Situation zu verstehen

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4.06.2020Demenzpatientinnen und -patienten fällt es häufig schwer, die derzeitige Situation der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen zu verstehen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) hat auf ihrer Webseite Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus im Zusammenhang mit Demenz zusammengestellt. 

Einfache Worte wählen und Sicherheit geben

„Die Nachrichten im Fernsehen und Radio, der veränderte Tagesablauf – auch wenn jemand nicht versteht, worum es dabei geht, wird er verunsichert sein und vielleicht immer wieder nachfragen“, so die DAlzG. Sie empfiehlt deshalb, Betroffenen die Situation mit einfachen Worten zu erläutern. Besonders zu beachten sei dabei, Demenzerkrankten das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und ihnen zu versichern, weiter für sie da zu sein und sie nicht allein zu lassen.

Gewohnte Abläufe beibehalten

Zur Gestaltung des Alltags zu Hause rät die DAlzG, soweit wie möglich Routinen aufrechtzuerhalten. Denn diese plötzlich zu ändern, könne die Betroffenen verängstigen. „Versuchen Sie daher, den Tag wie bisher zu strukturieren, auch wenn bestimmte Dinge wie der Besuch der Gymnastikgruppe, der Betreuungsgruppe oder des Cafés derzeit nicht möglich sind. Stattdessen können Sie vielleicht gemeinsam eine Runde sportlicher Aktivität in der Wohnung einführen.“

 

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Beschäftigung zu Hause mit Spielen und Musik

In den vier Wänden könne man sich auch mit Spielen und Musik beschäftigen: „Je nach Fähigkeiten und Interessen können Sie gemeinsam Gesellschaftsspiele spielen, Kreuzworträtsel lösen, gemeinsam singen oder Musik im Radio oder Fernsehen anhören“, so die DAlzG. Zudem könne das Internet genutzt werden, um z. B. virtuelle Rundgänge durch Museen zu unternehmen.

Bewegung an der frischen Luft

Aber auch Spaziergänge an der frischen Luft – eher morgens als nachmittags, um so den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern besser einhalten zu können – seien eine Möglichkeit, die gemeinsame Zeit zu gestalten.

 

Weiterführende Informationen

 

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Krebs

Krebs: Früherkennung und Therapie nicht verzögern

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2.06.2020 – Die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Krebsgesellschaft und das Deutsche Krebsforschungszentrum haben vor zu spät diagnostizierten Krebserkrankungen gewarnt. So fänden während der Corona-Pandemie Abklärungs- und Früherkennungsuntersuchungen nicht wie gewohnt statt. Hinzu komme die Angst von Patientinnen und Patienten, sich bei einem Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt mit dem Virus zu infizieren, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.

Die Expertinnen und Experten rufen die Menschen dazu auf, auch während der Krise Ärztinnen und Ärzte sowie Kliniken aufzusuchen und Untersuchungstermine wahrzunehmen. „Krebs nimmt keine Rücksicht auf die Corona-Krise! Patienten sollten daher keinesfalls zögern, verdächtige Symptome abklären zu lassen“, so Professor Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums. „Wenn wir die Bugwelle an ausstehenden dringlichen Untersuchungen und aufgeschobenen Behandlungen weiterhin vor uns herschieben, dann müssen wir auch in Deutschland mit einer steigenden Zahl von krebsbedingten Todesfällen rechnen.“

 

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Vorsichts- und Schutzmaßnahmen in Kliniken

Auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) weist in einer Mitteilung darauf hin, dass die Angst vor Covid-19 nicht dazu führen dürfe, die Früherkennung oder die Durchführung wirksamer Therapien zu verzögern. Der DGHO zufolge beobachten deutsche Kliniken, dass Patientinnen und Patienten erst in sehr fortgeschrittenen Tumorstadien kämen.

„Natürlich können wir die Angst unserer Patientinnen und Patienten vor einer möglichen Infektion mit SARS-CoV-2 verstehen“, so der Geschäftsführende DGHO-Vorsitzende und Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen, Professor Dr. Lorenz Trümper. In den Kliniken und Institutsambulanzen würden aber „alle notwendigen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen getroffen“ und es werde alles darangesetzt, „entsprechende Maßnahmen bezüglich des neuen Infektionsgeschehens in die gängigen Abläufe der Krebstherapie zu integrieren“, verdeutlicht Trümper.

Gemeinsamer Appell

Gemeinsam mit dem Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, und dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, appelliert auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an die Bevölkerung, Besuche bei Ärztinnen und Ärzten nicht aus Angst vor einer Covid-19-Infektion aufzuschieben. „Gehen Sie zum Arzt! Scheuen Sie sich nicht, bei Beschwerden eine Praxis und im Notfall ein Krankenhaus aufzusuchen!“

 

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Bewegungsfoerderung

Bewegungsförderung: Immer in Bewegung bleiben

Bewegungsfoerderung

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Körperliche Schwäche, Schmerzen, Angst zu stürzen – es gibt viele Gründe, warum sich Menschen immer weniger bewegen. Doch das kann gefährliche Folgen haben. Was Angehörige tun können, damit Bewegung wieder mehr Freude macht und so sicher wie möglich ist.  Weiterlesen

Mangelernaehrung

Mangelernährung: Gesund zunehmen

Mangelernaehrung

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Ob nach einer Operation, im Alter oder bei Krankheit – in manchen Phasen schmeckt das Essen einfach nicht, und es kommt ungewollt zu einem Gewichtsverlust. Wichtig ist in solchen Situationen, die Kalorien- und Nährstoffzufuhr bestmöglich zu fördern. Denn mit jedem Kilogramm mehr steigt auch die Lebensqualität. Weiterlesen

Schlaf

Schlafprobleme: 3 Tipps für einen gesunden Schlaf

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06.04.2020 – Viele Menschen haben Probleme mit dem nächtlichen Schlaf, leiden bspw. unter Schmerzen, unruhigen Beinen, nächtlichen Toilettengängen und psychischen Belastungen. Gefährdet sind dem Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zufolge vor allem pflegebedürftige Personen, aber auch deren Angehörige können betroffen sein. Das ZQP hat online Tipps für einen gesunden Schlaf zusammengestellt.

Bewegung und Tageslicht

Im Fall von Ein- und Durchschlafschwierigkeiten oder nächtlicher Unruhe empfiehlt das ZQP, möglichst auf einen Mittagsschlaf zu verzichten oder diesen nicht länger als eine halbe Stunde zu halten. Zudem könnte Bewegung im Freien den Schlaf unterstützen. Jenseits der Ruhezeiten sollte genügend Tageslicht in die Räume gelassen werden, um den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu fördern. Schwere Mahlzeiten und große Trinkmengen vor dem Schlafengehen sollten vermieden werden.

Rituale schaffen

Auch Rituale vor dem Schlafengehen wie z. B.  Vorlesen oder ein warmes Fußbad könnten förderlich für den Schlaf sein, so ZQP-Pflegeexpertin Daniela Sulmann. Wenn Pflegebedürftige noch nicht müde seien, sollten sie nicht zum Zubettgehen gedrängt werden. Schlafmittel sollten „grundsätzlich nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden, da sie Stürze und Inkontinenz begünstigen und abhängig machen können“, warnt Sulmann. Langfristig könnten sie mitunter sogar Schlafprobleme verstärken.

 

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Sich rechtzeitig Hilfe suchen

Neben den Pflegebedürftigen selbst könnten aber auch deren Angehörige – bspw. wegen des nächtlichen Hilfebedarfs oder der Sorge um die Gepflegten – unter Schlafproblemen leiden. „Das kann auf Dauer nicht nur zu Übermüdung und Gereiztheit führen, sondern auch die Pflegebeziehung belasten. Der umgekehrte Tag-Nacht-Rhythmus von Menschen mit Demenz ist Untersuchungen zufolge sogar ein häufiger Grund für den Umzug in ein Pflegeheim“, so Sulmann. Sie rät pflegenden Angehörigen, sich rechtzeitig Hilfe für die Pflege zu holen, z. B. durch Familienmitglieder oder einen ambulanten Pflegedienst.

Zwar sei zu anderen Zeiten als früher zu schlafen an sich nicht problematisch. „Bedenklich wird es aber, wenn eine über Wochen anhaltende unzureichende Schlafqualität oder -dauer zu Belastungen im Alltag führen – beispielsweise durch Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten“, so die Pflegeexpertin. Sie empfiehlt im Fall von länger anhaltenden Schlafproblemen rechtzeitig den Rat einer Ärztin oder eines Arztes einzuholen. Dies gelte ebenso für unregelmäßiges Schnarchen, Atemaussetzer oder zusätzlich zu den Schlafstörungen auftretende Beschwerden wie Schmerzen oder Verwirrtheit.

 

Über die Autorin

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