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Welt-Alzheimertag: Mehr Teilhabe für Erkrankte

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21.09.2021 – Unter dem Motto “Demenz – genau hinsehen!” findet am 21. September wie in jedem Jahr seit 1994 der Welt-Alzheimertag statt. In der “Woche der Demenz” werden vom 20. bis 26. September bundesweit vielfältige Aktionen organisiert, um auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen.

Ausbau der klinischen Forschung gefordert

In Deutschland leben aktuell rd. 1,7 Mio. Menschen mit einer Demenz-Erkrankung. Im Zuge der steigenden Lebenserwartung nimmt die Zahl der Erkrankten weiter zu und wird nach Ansicht der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bis 2050 auf 3 Mio. steigen.

Wegen des hohen und langen Pflegeaufwands sei noch völlig unklar, wie die sozialen Sicherungssysteme personell und finanziell diese Herausforderung meistern werden, gab das Vorstandsmitglied der Hirnliga – der Vereinigung der deutschen Alzheimerforscher –, Oliver Peters, anlässlich des Aktionstags zu bedenken.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

“Vor diesem Hintergrund gilt es dringend, die Forschung zur Vorbeugung und Behandlung zu verstärken, denn es gibt bis heute noch kein Medikament zur Heilung der Alzheimerkrankheit und es sieht auch nicht so aus, als ob wir zeitnah damit rechnen können.”

Den Menschen hinter der Krankheit sehen

Allerdings sei schon heute Unterstützung möglich, betonte die Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Monika Kaus. Werde die Diagnose Demenz gestellt, sähen viele nur noch die Krankheit und nicht mehr den Menschen.

Doch Menschen mit Demenz verfügten über Fähigkeiten, wollten selbstbestimmt leben und sich aktiv einbringen.

Wie dringend Unterstützung nötig sei, habe die Corona-Pandemie sehr deutlich gezeigt.

“Das Leid, das Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in dieser Zeit durch Kontaktverbote in Heimen und den Wegfall der Unterstützungsangebote erfahren haben, wollen wir nicht noch einmal erleben. Wir müssen alles dafür tun, damit durch gute Konzepte Menschen nicht wieder allein gelassen werden. Die Pandemie hat uns auch gezeigt, wie wichtig Flexibilität ist.”

Alterspsychiater fordern mehr Behandlung von Menschen mit Demenz in jedem Stadium

Für den Präsidenten der Deutschen Alterspsychiater, Michael Rapp, werden umfassende Therapie- und Behandlungsangebote nicht ausreichend umgesetzt.

In Frühstadien der Erkrankung fehlten oft rehabilitative Ansätze, die den Verlauf der Demenz verzögern könnten, in fortgeschrittenen Stadien fehlten aufsuchende multiprofessionelle Behandlungsangebote, und in Pflegeheimen ließen sich therapeutische Ansätze oft nur unzureichend umsetzen.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) forderte anlässlich des Welt-Alzheimertags ein Umdenken im Umgang mit der Krankheit. KDA-Vorsitzender Helmut Kneppe betonte:

“Statt Erkrankte zu isolieren, müssen teilhabeorientierte Lebenssituationen geschaffen werden.”

Dabei sei die Gestaltung von reizvollen, anregenden Wohnsettings ein wichtiger Aspekt, der die Verbesserung der Situation für Alzheimer-Erkrankte und ihre Angehörigen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sehe.

Neue Wohnformen für an Demenz Erkrankte entwickeln

Nach KDA-Ansicht sollten Pflegende und Gepflegte mehr über die Gestaltung des Pflegearrangements (mit-)entscheiden. So gehe es z. B. auch darum, für Menschen mit Demenz mehr Entscheidungsteilhabe mittels “gestützter Entscheidungsfindung” zu ermöglichen und neue Wohnformen zwischen Heim und Häuslichkeit wie sog. Clusterwohnen, Pflegewohngemeinschaften oder Quartiershäuser weiterzuentwickeln.

“In einer entsprechend angepassten Lebenssituation finden Menschen mit einer Alzheimererkrankung Orientierung und Anregungen zum sozialen Austausch.”

Der KDA-Vorsitzende hob hervor, dass die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen nicht nur eine Aufgabe von Politik und Wissenschaft sei:

“Über die Gestaltung angepasster Wohnformen hinaus setzt die Integration und die Teilhabe von Menschen mit altersbedingten Einschränkungen einen Wandel der Gesellschaft hin zu einer sorgenden Gemeinschaft voraus. Wir sollten das Altern als Chance betrachten, die viele Möglichkeiten bietet, wenn wir die Möglichkeitsräume schaffen.”

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Leber-Gesundheit

Leber-Ratgeber: So schützen Sie Ihre Leber und beugen Erkrankungen vor

Leber-Gesundheit

09.09.2021 – Ist meine Leber krank? Was passiert, wenn meine Leber krank ist? Was macht meine Leber krank? Wie kann ich meine Leber vor einer Erkrankung schützen? Diese und andere Fragen beantwortet “Das Leber-Buch” der Deutschen Leberstiftung. Die 2010 erstmals erschienene Ausgabe ist umfassend ergänzt und aktualisiert worden. Die lebenswichtigen Aufgaben der Leber, verschiedene Krankheiten des Organs und ihre Ursachen werden genauso erläutert wie die entsprechenden Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.

Der verständlich und anschaulich verfasste Ratgeber unterstützt ebenso dabei, mit einer Leber-Erkrankung besser zu leben und auf die richtige Ernährung zu achten.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Der Serviceteil gibt praktische Hinweise und enthält einen Fragebogen, mit dem Leserinnen und Leser feststellen können, ob bei ihnen ein erhöhtes Risiko für das Vorliegen einer Lebererkrankung besteht.

Ergänzt wird dieser Teil u. a. von einem Glossar “Die Leber von A (wie Adenom) bis Z (wie Zyste)”.

Das Buch thematisiert zudem Lebertransplantationen, die Arbeit der Deutschen Leberstiftung und die neuesten Entwicklungen der Forschung.

Der Ratgeber kostet 19,99 Euro – ein Euro geht jeweils als Spende an die Deutsche Leberstiftung.

 

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Herzgesundheit

Wetterempfindlich: Das sollten Herz-Kreislauf-Patienten beachten

Herzgesundheit

Getty Images/MEHAU KULYK/SCIENCE PHOTO LIBRARY

07.09.2021 – Wetterveränderungen können Patientinnen und Patienten mit chronischer Krankheit zusätzlich belasten. Worauf Herzkranke zum Schutz vor Herzinfarkt und anderen Komplikationen achten sollten, hat jetzt die Deutsche Herzstiftung zusammengetragen.

Herz-Kreislauf-System für Wetterreize besonders sensibel

Der Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung in Freiburg, Andreas Matzarakis, beschreibt:

“Wetterempfindlich sind meist Menschen, deren Körper durch Alter oder chronische Krankheiten wie Rheuma, Asthma sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits geschwächt ist oder bei denen eine Abweichung von der normalen Regulation besteht, etwa ein zu niedriger oder ein zu hoher Blutdruck.”

Das Herz-Kreislauf-System sei mit seinen komplexen vegetativen, hormonellen und biorhythmischen Regel- sowie Steuervorgängen für Wetterreize besonders sensibel.

Im Fall von Herz- und Kreislaufleiden wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit (Verengungen der Herzkranzgefäße), Rhythmusstörungen oder Herzschwäche könnten ungünstige Wetterveränderungen insbesondere durch starke Temperaturschwankungen zur großen Belastung für den bereits geschwächten Organismus werden, so der Medizin-Meteorologe weiter.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Im höheren Lebensalter versteiften Blutgefäße, sodass ein ohnehin beeinträchtigter Organismus überfordert werden könne, wenn wegen Wetterveränderungen zusätzliche Regulationsleistungen erforderlich seien.

Hitze und Kälte bewirkten z. B. eine Weitung (Vasodilatation) bzw. Verengung (Vasokonstriktion) der peripheren Blutgefäße und könnten dadurch Änderungen des Blutdrucks hervorrufen.

Erhöhte Thromboseneigung bei Hitze und Kälte möglich

Hitze und Kälte könnten auch die Gerinnungsfähigkeit des Blutes erhöhen und entzündliche Prozesse in den Gefäßen fördern. Die Zähflüssigkeit des Bluts (Viskosität) nehme bei hohen Temperaturen aufgrund des Verlusts von Flüssigkeit (Schwitzen) zu. Geringe Temperaturen hingegen förderten bei Vasokonstriktion in betroffenen Geweben eine Minderdurchblutung. Das führe zu einem Flüssigkeitsverlust über die Niere und einer dadurch ebenfalls erhöhten Zähflüssigkeit.

“Dies wiederum führt zu einer verringerten Blutströmungsgeschwindigkeit bis hin zum Blutstau in den Venen, das Risiko für Verklumpungen und die Bildung venöser Thrombosen kann steigen.”

Für Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Verengungen der peripheren Arterien oder der Venen bedeuteten Wetterextreme somit ein zusätzliches Risiko für Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gerinnselbildung.

Vorsorgende Maßnahmen treffen

Jeder, der Wetterschwankungen spürt, kann nach Angaben der Deutschen Herzstiftung einiges dafür tun, seinen Gesundheitszustand zu stärken und einem ungünstigen Wettereinfluss entgegenzuwirken. Dazu gehören alle Methoden, die das vegetative Nervensystem, das die Regulation der Blutgefäße steuert, zu trainieren, wie:

  • Kneippsche Anwendungen (Kneippbäder)
  • Wechselduschen
  • Sauna
  • Bewegung an der frischen Luft (bei Wind und Wetter)

Zusätzlich hilft eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, regelmäßigem Schlafrhythmus und einer ausgewogenen Ernährung, sich auch bei Wetterumschwüngen wohler zu fühlen.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Osteoporose/Knochenschwund

Knochenschwund: Fünf Fragen zur Osteoporose

Osteoporose/Knochenschwund

GettyImages/wetcake

Osteoporose ist eine häufige Störung des Knochenstoffwechsels. Die Folge können Knochenbrüche – vor allem des Oberschenkelhalses und der Wirbelsäulenkörper – sein. Erfahren Sie, wie der sogenannte Knochenschwund entsteht, sich äußert und was Betroffene gegen Beschwerden tun können. Weiterlesen

Inkontinenz: "Wenig zu trinken ist nicht die Lösung"

“Wenig zu trinken ist nicht die Lösung” -Interview mit Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Daniela Hayder-Beichel

Inkontinenz: "Wenig zu trinken ist nicht die Lösung"

GettyImages/Gerard Puigmal

Eine Harninkontinenz beeinträchtigt nicht nur das körperliche Wohlbefinden. Häufig haben Betroffene Sorge, dass sich ihre Blasenschwäche auch im Wohnumfeld, zum Beispiel durch Uringeruch, bemerkbar macht. Wir sprachen mit Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Daniela Hayder-Beichel, welche Maßnahmen nützen und welche sogar gesundheitsgefährdend sein können.

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Schlaganfall: Henk Boschmann und sein Sohn auf dem Jakobsweg. Foto: Boschmann

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Foto: Boschmann

Henk Boschman ist erst seit kurzer Zeit in Rente, als ihn ein Schlaganfall ereilt und nicht nur sein Leben auf den Kopf stellt, sondern auch das seiner Frau Josefine. Trotzdem schaffen sie es gemeinsam und mit Hilfe, ihre Freude am Leben wiederzufinden.

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Schlaganfall - und dann?

Schlaganfall – und dann?

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Die Versorgung von Schlaganfallpatienten konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert werden. Viele Patientinnen und Patienten leiden nach einem Schlaganfall aber häufig an körperlichen, seelischen oder geistigen Einschränkungen. Einige Funktionen lassen sich wiedererlangen. Dafür geht es für viele nach dem Krankenhausaufenthalt zur Weiterbehandlung in eine Rehaklinik.

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Schlaganfall: Behandlung auf der Stroke Unit

Quantensprünge in der akuten Schlaganfall-Versorgung

Schlaganfall: Behandlung auf der Stroke Unit

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Der Schlaganfall ist eine Volkskrankheit. Rund 270.000 Menschen in Deutschland sind Jahr für Jahr davon betroffen. Etwa 1,8 Millionen Menschen leben bereits mit den oft schweren Folgen eines Schlaganfalls. Doch die Schlaganfall-Versorgung hat Quantensprünge gemacht und der Krankheit einen Teil ihres Schreckens genommen. Es gilt jedoch weiterhin: Jede Minute zählt!

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Schlaganfall: Jede Minute zählt

Schlaganfall: Wenn jede Minute zählt

Schlaganfall: Jede Minute zählt

GettyImages/Andy445

Ein Schlaganfall kommt plötzlich und unerwartet, quasi „aus heiterem Himmel“ – so beschreiben es viele Patientinnen und Patienten. Jährlich sind in Deutschland schätzungsweise 250.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. In Europa steht der Schlaganfall an zweiter Stelle der Todesursachen. Er ist der häufigste Grund für die Entwicklung einer Behinderung im Erwachsenenalter.

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Corona-Impfung_AstraZeneca, COVID-19

COVID-19: Auffrischungsimpfung für Pflegebedürftige und Senioren ab September

Corona-Impfung_AstraZeneca

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05.08.2021 – Pflegebedürftige haben ab September die Möglichkeit, sich ein drittes Mal gegen COVID-19 impfen zu lassen. Das hat die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) Anfang August beschlossen. Die Zusatzimpfung ist auch für weitere Personengruppen vorgesehen.

Der Beschluss sieht eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff für vulnerable Personengruppen vor. Als Grund für die sogenannte Booster-Impfung nannte die GMK die Annahme, dass bei älteren und immungeschwächten Menschen die Immunantwort nach der Impfung schneller nachlässt.

Einen Anspruch auf die Auffrischungsimpfung haben laut Beschluss:

  • Pflegebedürftige in Heimen oder der eigenen Häuslichkeit
  • Immungeschwächte Personen
  • Höchstbetagte ab 80 Jahren
  • Personen, die den ersten Impfschutz mit Vektor-Impfstoffen erhalten haben.

Zu beachten sei, dass die Auffrischungsimpfung erst mindestens 6 Monate nach der letzten Impfung verabreicht werden kann, heißt es weiter. Die Impfungen sollen von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie von mobilen Impfteams verabreicht werden.

Verbund Pflegehilfe sieht Auffrischungsimpfung positiv

Der Verbund Pflegehilfe sehe die frühzeitige Reaktion auf aktuelle Studien, die das Nachlassen einer Immunantwort bei älteren und immunschwächeren Menschen nahelegen, als sehr positiv.

Johannes Haas, Geschäftsführer des Verbunds, sagt:

„Es ist ein großer Fortschritt, dass in diesem Beschluss auch die Pflege zu Hause endlich Beachtung findet.”

Der Verbund kritisiert, dass Menschen, die im häuslichen Umfeld gepflegt werden, niedriger priorisiert und bei der Kommunikation teilweise vergessen worden wären.

Das sei ein Skandal, da laut dem Verbund Pflegehilfe über 70 % der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt werden.

Hoffnung auf unbürokratische Lösung

Wie der Verbund mitteilte, sei allerdings noch nicht klar geregelt, wie hoch der bürokratische Aufwand dieses Mal sein werde.

Noch offene Fragen seien u. a. ob Impfberechtigte für eine Auffrischungsimpfung wieder mehrere Dokumente vorlegen werden müssen? Und wie die Berechtigten dieses Mal benachrichtigt werden?

Der Verbund hoffe nach eigenen Angaben auf eine unbürokratische Lösung und eine schnelle Einigung der Gesundheitsminister.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.