Schmerzpflaster

Schmerzpflaster: Wie werden sie angewendet?

Schmerzpflaster

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Opioidhaltige Schmerzpflaster sind mittlerweile sehr verbreitet. Sie sind auch für Laien einfach anzuwenden und zeigen gute schmerzlindernde Effekte. Wichtig für eine wirksame Schmerztherapie ist, die Pflaster korrekt aufzubringen und sicher zu entsorgen. Weiterlesen

Apotheke

Medikamententausch in der Apotheke

Medikamententausch

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Viele Patientinnen und Patienten sind verunsichert, wenn sie ein anderes Medikament bekommen als das ärztlich verschriebene oder das sie seit Jahren einnehmen. Ein Medikamentenaustausch in der Apotheke kommt oft vor und kann unterschiedliche Gründe haben. Aut-idem-Regelung ist der Fachbegriff für diesen Medikamentenaustausch.

 

Frage an den Mediziner

“Ich nehme seit vielen Jahren ein Medikament gegen meine Depression. Das letzte Mal hat mir die Apotheke die Tabletten eines anderen Herstellers gegeben. Ich würde gerne weiterhin das Medikament nehmen, das ich kenne und das mir in den vergangenen Jahren gut geholfen hat. Darf die Apotheke einfach einen Medikamententausch vornehmen? Was kann ich tun, um wieder mein bewährtes Medikament zu erhalten?” Weiterlesen

Fixierung

Höhere Hürden für Freiheitsentzug in der häuslichen Pflege gefordert

Fixierung

©Werner Krueper Fotografie und Film

13.02.2020 – Der Einsatz von freiheitsentziehenden Maßnahmen in der häuslichen Pflege sollte mit höheren Hürden verbunden sein. Dafür setzen sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) und der Betreuungsgerichtstag (BGT) ein.

Notwendig sei eine gesetzliche Regelung, die für Fixierungen in der häuslichen Pflege mindestens die gleichen Bedingungen wie in der stationären Pflege vorschreibe und einen Erwerb der entsprechenden Hilfsmittel ohne Rezept ausschließe.

In stationären Einrichtungen nur mit gerichtlicher Genehmigung erlaubt

Auf keinen Fall dürften Bettgitter und Fixiersysteme zur “Erleichterung der Pflege” eingesetzt werden. Unter dieser Überschrift würden die Hilfsmittel derzeit im Katalog des GKV-Spitzenverbands geführt. BAGSO und BGT kritisierten dies als sachlich falsch und unangemessen.

“Freiheitsentziehende Maßnahmen in der Pflege sind immer ein starker Eingriff in die Menschenrechte von Schutzbedürftigen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Deshalb dürften sie in stationären Einrichtungen nur mit gerichtlicher Genehmigung eingesetzt werden. Dies gelte bislang jedoch nicht für die häusliche Pflege.

Fixiersysteme und Bettgitter frei verkäuflich

“Fixiersysteme und Bettgitter sind frei verkäuflich und auf Anordnung des Arztes werden sie von den Krankenkassen ohne weitere Auflagen bezahlt”, so die Kritik von BAGSO und BGT.

Insbesondere der Einsatz von Fixiersystemen, bei denen die Bewegung von Armen, Beinen und Kopf mit Gurten unterbunden werden kann, sei zudem mit einer hohen Verletzungsgefahr verbunden. Er bedürfe daher der ständigen Aufsicht durch geschultes Personal. Dies könne in der häuslichen Pflege in der Regel nicht sichergestellt werden.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

 

Tipps im Umgang mit Medikamenten

Tipps für den Umgang mit Medikamenten

Tipps im Umgang mit Medikamenten

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10.02.2020 – Ein neuer Kurzratgeber des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) gibt wichtige Basis-Informationen und praktische Tipps für Angehörige, wie sie pflegebedürftige Menschen im Umgang mit Medikamenten unterstützen können. Denn das richtige Handling mit Tabletten, Tropfen und Salben ist nicht immer leicht.

“Teilweise stehen Angehörige vor einem regelrechten ‘Pillen-Puzzle’. Schwierig wird es auch dann, wenn die pflegebedürftige Person schlecht schlucken kann, die Medikamente nicht einnehmen möchte oder sie immer wieder vergisst”, weiß ZQP-Vorstandsvorsitzender Ralf Suhr. Die Folgen falsch angewendeter Arzneimittel könnten schwerwiegend sein, im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich.

Der Ratgeber “Einblick – Sicherheit bei der Medikation” weist u.a. darauf hin, dass Personen, die bei der Medikation unterstützen, wissen sollten, wie ein Medikament wirken soll, welche Neben- und Wechselwirkungen auftreten können, wann und in welcher Dosis es angewendet werden soll.

Außerdem sollten Helfer die richtige Aufbewahrung im Blick behalten: Manche Medikamente müssen lichtgeschützt oder im Kühlschrank gelagert werden. Wenn mehrere Medikamente angewendet werden, kann ein ärztlich ausgestellter Medikationsplan helfen, den Überblick zu behalten. Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf einen solchen Plan, wenn sie min. 3 Arzneimittel anwenden, die über den Blutkreislauf wirken.

Der Ratgeber kann kostenlos entweder als PDF direkt von der ZQP-Webseite geladen oder dort als Buch bestellt werden.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegenotruf

Pflegenotruf für pflegende Angehörige geplant

Pflegenotruf

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7.02.2020 – Ab 2021 will Hamburg Angehörigen von Pflegebedürftigen einen Pflegenotruf anbieten, der rund um die Uhr zu erreichen ist und sie so in Krisensituationen entlastet. Das sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) in dieser Woche im Gespräch mit NDR 90,3 und dem Hamburg Journal.

Die meisten Pflegebedürftigen würden zu Hause gepflegt, häufig von ihren Angehörigen. Wenn diese jedoch plötzlich krank würden oder überfordert seien, sei guter Rat teuer. Denn es gebe zu wenig Angebote für Kurzzeitpflege und auch ambulante Pflegedienste könnten oft nicht sehr kurzfristig einspringen.

Mit dem geplanten Pflegenotruf solle sich das künftig ändern. Dort könnten sich dann Angehörige Hilfe holen, wenn sie nicht mehr weiter wüssten.

Am Telefon soll eine Erstberatung erfolgen, in dringenden Fällen kann umgehend eine Pflegeperson in die Wohnung kommen. Die Kosten des Einsatzes sollen zunächst von der Stadt übernommen werden – die im Anschluss mit den Pflegekassen abrechnen will.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

 

Zahnärztliche Versorgung von Pflegebedürftigen

Zahnärzte fordern bessere Versorgung von Pflegebedürftigen

Zahnärztliche Versorgung von Pflegebedürftigen

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5.02.2020 – Zahnärzte in Sachsen-Anhalt haben sich für bessere Bedingungen ausgesprochen, um Pflegebedürftige behandeln zu können. Es gebe hervorragende Behandlungskonzepte, sodass selbst Patientinnen und Patienten im Rollstuhl gut untersucht werden könnten, auch mit mobiler Ausrüstung, sagte der Präsident der Zahnärztekammer in Sachsen-Anhalt, Carsten Hünecke.

“Aber es fängt schon damit an, dass die Kollegen, die eine Einrichtung besuchen, nicht die Möglichkeit haben, einen Raum zu nutzen oder dort etwas zu deponieren”, so Hünecke weiter. Vielfach müssten sie mit ihrer Ausrüstung anreisen.

Die Zahnärztekammer fordert deshalb, dass eine solche Behandlungsmöglichkeit für Heime zur Vorschrift wird.

In Sachsen-Anhalt gibt es der Kassenärztlichen Vereinigung zufolge 269 Verträge zwischen Zahnarztpraxen und Heimen. Das entspreche einer theoretischen Abdeckung von 40 %, 10 Prozentpunkte mehr als im Bundesschnitt.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

 

Medikationsplan: Alle Medikamente sicher im Blick


Medikationsplan: Alle Medikamente sicher im Blick

(c) canva

Je mehr Arzneimittel man nimmt, desto leichter ist es, den Überblick zu verlieren. Das kann gefährlich werden, besonders wenn man bestimmte Medikamente vergisst. Hilfreich ist hier ein Medikationsplan. Viele Patienten haben darauf einen gesetzlichen Anspruch. Weiterlesen

Klinik-Entlassung: Wie geht es weiter?

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Wenn die Klinik-Entlassung näher rückt, stellt sich oft die Frage: Wie geht es danach weiter? Seit 1. Oktober 2017 gibt es neue gesetzliche Regeln zum Entlassmanagement. Patienten profitieren von diesem Vertrag: Sie werden bei der Anschlussversorgung besser unterstützt.

Anschlussversorgung nach dem Klinikaufenthalt

Wenn die Entlassung aus dem Krankenhaus ansteht, bedeutet dies häufig nicht, dass der Patient danach keine weitere Versorgung braucht. Im Gegenteil: Medikamente, Physiotherapie, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, medizinische oder pflegerische Versorgung können unmittelbar anstehen. Der Gesetzgeber hat deshalb im Versorgungsstärkungsgesetz geregelt, dass das Entlassmanagement verbessert werden muss, damit Patienten auch nach einem Klinikaufenthalt bestmöglich versorgt sind. Dafür wurden die Möglichkeiten der Krankenhäuser erweitert: Klinikärzte können nun zum Beispiel häusliche Krankenpflege sowie Arznei- oder Hilfsmittel für bis zu sieben Tage nach der Entlassung verordnen, wenn dies für die weitere Versorgung unmittelbar notwendig ist.

Wie geht es nach der Entlassung weiter?

Grundsätzlich haben Patienten künftig einen Anspruch darauf, dass ihre Versorgung im Anschluss an einen Klinikaufenthalt organisiert wird: die Anschlussversorgung. Jedes Krankenhaus ist verpflichtet, über dieses Entlassmanagement im Rahmen der Klinik-Entlassung auf seiner Webseite aufzuklären. Darüber hinaus muss jeder Patient schriftlich informiert werden und den Maßnahmen schriftlich zustimmen. Gleichwohl können Patienten das Entlassmanagement auch ablehnen oder ihre Zustimmung widerrufen und sich selbst um ihre Anschlussversorgung kümmern. Krankenhäuser müssen nun frühzeitig bei jedem Patienten individuell erfassen, ob dieser im Anschluss an den Aufenthalt eine Versorgung braucht. Das geschieht in einem multiprofessionellen Team und über schriftlich festgelegte Standards. Es wird ein Plan erstellt und geprüft, welche Betreuung der Patient konkret benötigt, wenn er entlassen wird. Wird hier ermittelt, dass dieser auch nach der Entlassung Unterstützung braucht, werden zügig entsprechende Maßnahmen eingeleitet, noch während die Person stationär behandelt wird.

Tipp

In unserem  Online-Pflegekurs erfahren Sie mehr über die Grundlagen der häuslichen Pflege und erhalten Tipps, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt eine Pflegesituation eintritt.

Vor allem wenn es um pflegerische oder hauswirtschaftliche Leistungen geht, müssen die Krankenhäuser den Kontakt zur Kranken- oder Pflegekasse zeitig herstellen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Pflegebedürftigkeit festgestellt werden soll, eine häusliche Krankenpflege notwendig ist oder eine Haushaltshilfe gebraucht wird. Krankenhaus sowie Kranken- und Pflegekasse organisieren gemeinsam, dass der Kontakt zu den Leistungserbringern rechtzeitig erfolgt und diese einsatzbereit sind, wenn der Patient entlassen wird. Ein Platz in einem Pflegeheim beispielsweise muss zum Entlasszeitpunkt frei sein, damit der Patient nahtlos dort einziehen kann. Die Klinik muss also managen, dass der Patient fließend in die weitere Versorgung übergeleitet wird. Müssen nach der Klinik-Entlassung Leistungen beantragt werden, für die eine Genehmigung erforderlich ist, hilft das Krankenhaus dem Patienten dabei, die Anträge zu stellen und diese an Pflege- oder Krankenkasse weiterzuleiten und stellt die notwendigen Unterlagen bereit.

Was wird nicht durch den Krankenhausarzt verordnet?

Hilfsmittel, die individuell angepasst werden, verordnet normalerweise nicht der Krankenhausarzt, sondern der Haus- oder Facharzt. Dazu gehören zum Beispiel Hörhilfen, Sehhilfen oder Prothesen. Eine Besonderheit der Anschlussversorgung ist die Physiotherapie: Der Klinikarzt kann eine solche Heilbehandlung zwar verordnen. Der Patient muss die Therapie aber innerhalb der 7-Tage-
Frist nach Entlassung aufnehmen, ansonsten ist die Verordnung nicht mehr gültig.

Keine Entlassung ohne Entlassbrief

Wird der Patient aus dem Krankenhaus entlassen, steht ihm ein vorläufiger oder endgültiger Entlassbrief zu. Wenn der Patient zustimmt, erhält auch der anschlussbehandelnde Arzt diesen Entlassbrief. Pflegerische Leistungserbringer bekommen nur die Informationen, die für die Pflege notwendig sind. Beide Briefe können elektronisch oder in Papierform sein. Benötigt der Patient zu Hause weiterhin Medikamente, muss auch ein Medikationsplan mitgegeben werden. Darüber hinaus obliegt es dem Krankenhaus, eine Telefonnummer mitzugeben, unter der ein Ansprechpartner zum Entlassmanagement erreicht werden kann. Dieser muss von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und am Wochenende von 10 bis 14 Uhr erreichbar sein.

Datenweitergabe nach Klinik-Entlassung im Rahmen des Entlassmanagement

Um das Entlassmanagement durchführen zu können, kann es bei der Klinik-Entlassung notwendig sein, die Daten der Patienten an Dritte weiterzugeben, zum Beispiel an die Krankenkasse oder den ambulanten Pflegedienst. Dies darf aber nur geschehen, wenn der Patient in die Datenweitergabe schriftlich einwilligt. Darüber hinaus müssen die freien Wahlrechte gewährleistet sein. Patienten dürfen ihre Apotheke, den Arzt und sämtliche andere Leistungserbringer frei wählen und müssen darauf aufmerksam gemacht sowie beraten werden.

Über die Autorin

Magdalena Jung ist Fachautorin für Themen rund um die Pflege.

Sturzgefahr im Bad

Sturzgefahr: So vermeiden Sie Stürze im Bad

Sturzgefahr vermeiden

© GettyImages | Onzeg

Im Badezimmer passieren viele Stürze, teilweise mit schweren Verletzungen. Deshalb sollte dieser Bereich schon früh an das Leben im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit angepasst werden. Wie verringert man die Sturzgefahr und vermeidet Stürze im Bad?

Bad und Toilette spielen bei der Wohnraumanpassung eine besondere Rolle. Welche Änderungen im Badezimmer vorgenommen werden, um eine Sturzgefahr zu vermeiden, hängt sehr vom individuellen Bedarf ab. Die meisten Bäder sind zweckmäßig gestaltet und in der Regel viel zu eng. Eine Nutzung zu zweit ist selten vorgesehen – speziell wenn eine davon bewegungseingeschränkt ist oder Unterstützung braucht. Rollatoren oder Rollstühle sind im Bad oft nicht einsetzbar. Um mehr Platz zu bekommen, muss deswegen häufig umgebaut werden. Was ist dabei generell zu beachten?

Stürze verhindern durch mehr Platz im Bad

  • Badewanne durch eine Dusche ersetzen: Das spart einerseits Platz, andererseits ist eine Dusche viel leichter zu benutzen und Stürze können vermieden werden. Ist die Duschwanne jedoch zu hoch und der Einstiegsbereich zu schmal, bietet sie keine Vorteile. Dann kann es sogar besser sein, mit einfachen Hilfsmitteln die Badewanne weiter zu nutzen.
  • Für diejenigen, die eine Wanne bevorzugen: Im Fachhandel werden spezielle Badewannen vorgehalten, zum Beispiel Sitzwannen oder Wannen mit Eingangstür.
  • Hilfreich können bewegliche Waschtische sein. Diese sind den Haarwaschbecken beim Friseur ähnlich und höhenverstellbar. So können sie mit einem Rollstuhl unterfahren oder auf die passende Körpergröße und Körperhaltung eingestellt werden.
  • Auch für die Toilettennutzung gibt es zahlreiche Um- und Anbauten. Höhenverstellbare Toiletten können zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn die Toilette von unterschiedlichen Personen benutzt wird.

Vorsicht bei Mietwohnungen: Hier muss vor jeder Umbaumaßnahme die Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden. Vertraglich geregelt werden sollte auch, ob die Veränderung beim Umzug bleiben kann oder der Originalzustand wiederhergestellt werden muss.

Praxistipp

Ein großes Problem sind Türen, weil sie meistens in das Bad hinein geöffnet werden. Dadurch entstehen zusätzliche Engpässe, und die Sturzgefahr steigt. Um die Tür nach außen öffnen zu können, sind in der Regel ein neuer Rahmen mit Halterungen sowie eine neue Tür erforderlich. Bei älteren Gebäuden können zusätzlich Maurerarbeiten nötig sein. Einfacher ist es, die Tür auszuhängen und außen eine Schiebetür anzubringen. In der Regel braucht es lediglich Führungsschienen, die mit wenigen Bohrlöchern anzubringen sind und sehr leicht rückgebaut werden können.

Sturzgefahr verringern: Hilfsmittel für das Badezimmer

Einfacher gestaltet sich der Einsatz von Hilfsmitteln. Diese können in der Regel ohne großen technischen Aufwand eingesetzt werden und die Sturzgefahr in der häuslichen Pflege verringern. Dennoch wird auch hier die Beratung durch das Sanitätshaus oder den Reha-Fachhandel empfohlen. Der Markt für Hilfsmittel ist kaum noch überschaubar. Um den individuellen Bedarf zu ermitteln, sind meistens Spezialkenntnisse erforderlich.

Sitz- und Duschhocker:

Längeres Stehen ist für viele ältere Menschen nur mit gleichzeitigem Festhalten möglich. Wäscht oder duscht sich eine Person dann nur mit einer Hand, droht schnell ein Sturz. Deshalb sind Sitz- und Duschhocker die erste Anschaffung für das Badezimmer, um Stürze zu vermeiden.

  • Hocker müssen stand- und kippsicher sein.
  • Hocker müssen rutschhemmende Beschichtungen an den Beinen haben, sich aber gleichzeitig leicht verschieben lassen und dürfen dabei nicht umfallen.
  • Extra Gummipuffer können helfen, dass der Hocker weniger rutscht.
  • Sinnvoll sind mitunter Sitzflächen mit Drehscheibe. Diese erleichtern nötige Drehbewegungen am Waschtisch und in der Dusche.
  • Stühle mit Armlehne bieten mehr Sicherheit und verhindern, dass die Person zur Seite wegfällt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn eine Instabilität im Rumpf vorliegt oder die betroffene Person Schwierigkeiten mit der Sitzbalance hat.
  • Spezialstühle haben meist vorne eine Aussparung in der Sitzfläche, um die Intimhygiene problemlos durchführen zu können.
  • In der Dusche werden vielfach Sitzmöglichkeiten an der Wand befestigt. Damit hier ein sicheres und aufrechtes Sitzen möglich ist, sollte auf die Größe der Sitzfläche geachtet werden. In den Reha-Abteilungen des Sanitätshandels besteht fast immer die Möglichkeit, diese auszuprobieren.

Haltegriffe:

Haltegriffe an der Toilette erleichtern das Hinsetzen und Aufstehen und dienen dem Festhalten beim Stehen und Gehen. Bevor man diese anbringt ist es sinnvoll, dass sich die betroffene Person probeweise auf die Toilette setzt und wieder aufsteht. So kann die individuell richtige Positionierung der Haltegriffe bestimmt und Stürze können vermieden werden. Seit einigen Jahren kommen auch „mobile Haltegriffe“ zum Einsatz. Diese sind mit Saugnäpfchen ausgestattet und können sekundenschnell umplatziert werden. Die Haltegriffe können auch auf Reisen mitgenommen und unterwegs eingesetzt werden und so die Sturzgefahr verringern und Stürze verhindern.

Toilettensitz:

Für Personen mit geringer Sitz- und Rumpfstabilität, etwa nach einem Schlaganfall, gibt es Toilettensitze mit Armlehnen. Die Armlehnen unterstützen beim Hinsetzen und Aufstehen und verhindern, dass die betroffene Person zur Seite wegfällt und damit im Bad stürzt.  Toilettensitzerhöhungen können das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern. Besonders Menschen mit Hüftproblemen profitieren hiervon. Die Toilettensitzerhöhung ist mit einem Stecksystem oder einer Saugvorrichtung ausgestattet und wird auf die Toilettenschüssel aufgebracht. Achten Sie auch darauf, wo das Toilettenpapier angebracht ist. Wenn die Beweglichkeit im Rumpf nachlässt, wird es schwierig, nach hinten zu greifen und das Papier abzuziehen. Häufig lockert sich dann mit der Zeit die Toilettenbrille und es droht ein Sturz von der Toilette aus dem Sitz heraus.

Badewanne:

Eine Badewanne durch eine Dusche zu ersetzen, muss nicht für jeden passen. Bei eingeschränkter Beweglichkeit braucht es jedoch mitunter unterstützende Hilfsmittel.

  • Mobile Badestufen können wie eine Treppe den Ein- und Ausstieg sicher machen. Da die Einstiegshöhe unterschiedlich ist, werden Badestufen oft als stapelbare Elemente angeboten. Gleichzeitig muss die Badestufe so leicht sein, um sie nach Gebrauch einfach entfernt oder an anderer Stelle platziert werden kann.
  • Spezielle Badesitze ermöglichen eine Art „Zwischensitz“. Aus dieser Position kann sich die betroffene Person dann ganz in die Wanne begeben. In vielen Fällen braucht es jedoch eine besondere Einstiegshilfe oder auch einen Badewannenlifter,
  • Badewannenlifter bieten einen Sitzplatz für die Person und kann dann per Knopfdruck ins Wasser abgesenkt werden. Diese Lifter gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Neuere Modelle werden auch als „Luftkissen“ angeboten. Sie lassen sich in jede Wanne einpassen und brauchen keine besondere Installation.

Antirutschmatten und Fußmatten:

Antirutschmatten verringern die Sturzgefahr. Bei Matten für den Boden, die Badewanne oder die Dusche muss darauf geachtet werden, dass diese möglichst funktional sind. Mitunter reicht die Rutschfestigkeit nicht aus, um auch nach längerem Gebrauch oder bei Nässe und Seifenbelägen noch Sicherheit zu bieten. Dann wird das Hilfsmittel selbst schnell zu Rutschfalle. Um einen Sturz im Bad zu verhindern, sollte immer der Fachhändler beratend einbezogen werden.

Für alle Nassbereiche werden besonders saugfähige Fußmatten empfohlen, da diese größere Mengen Flüssigkeit aufnehmen. Wasserlachen auf dem Boden führen immer wieder zum Ausrutschen mit gefährlichen Stürzen im Badezimmer. Die Matten selbst müssen ausreichend Festigkeit haben, damit sie sich nicht verschieben und die Person nicht in den Falten hängen bleibt.

Frühzeitig planen: Stürze vorbeugen

In Bad und WC ereignen sich viele Stürze mit zum Teil erheblichen Verletzungen. Deshalb muss dieser Bereich schon frühzeitig an das Leben im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit angepasst und unter Sicherheitsaspekten betrachtet werden. Nur so lässt sich die Sturzgefahr verringern und Stürze können verhindert werden.

Für Umbaumaßnahmen wird dringend geraten, sich möglichst frühzeitig beraten zu lassen. Zu bedenken ist: Von der Beratung bis zur Umsetzung kann viel Zeit vergehen.

Über den Autor

Siegfried Huhn ist Krankenpfleger, Gesundheitswissenschaftler und Sozialmanager. Seit 1988 ist er freiberuflich in der Pflegeberatung, Fortbildung und Qualitätsentwicklung mit dem Schwerpunkt gerontologische Pflege tätig.

Pflegehilfsmittel: Auswahl und Beantragung

Pflegehilfsmittel: Auswahl und Beantragung

Pflegehilfsmittel: Auswahl und Beantragung

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Ein Hilfsmittel soll die Pflege eines pflegebedürftigen Menschen erleichtern und gleichzeitig die Gesundheit der Pflegeperson schonen. Es hilft Ihnen als Angehöriger, überflüssige Belastungen zu vermeiden (z. B. unnötiges Heben). Hilfsmittel können, schlau eingesetzt, häufig Konflikte verhindern, die durch tatsächliche oder vermeintliche Bevormundung entstehen. Alles, was der Pflegebedürftige (wieder) alleine tun kann, entlastet Sie als Angehöriger. Es macht Sie freier.

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