24-Stunden-Pflege

Erster DIN-Standard für “24-Stunden-Betreuung”

24-Stunden-Pflege

Getty Images/Morsa Images

28.01.2021 – Ein neuer Standard soll die Qualität der Betreuung im häuslichen Umfeld erhöhen sowie mehr Transparenz für betreuungsbedürftige Menschen und ihre Angehörigen schaffen. Denn der Markt für diese Dienstleistung sei oftmals durch eine teils nicht ausreichende Versorgungsqualität, schwierige Arbeitsverhältnisse der Betreuungskräfte und Intransparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher gekennzeichnet, teilte der DIN-Verbraucherrat in der Vorwoche mit. Erstmals hat der Rat deshalb einen DIN-Standard zur Vermittlung von Betreuungskräften aus dem Ausland veröffentlicht.

Orientierungshilfe für Angebote der 24-Stunden-Betreuung

“Aus Verbrauchersicht legt die DIN SPEC 33454 zum ersten Mal Rahmenbedingungen fest, die betreuungsbedürftigen Menschen, ihren Angehörigen und den Betreuungskräften Orientierung bieten. Der Standard setzt einen wichtigen Impuls für rechtliche und soziale Ausgewogenheit in der häuslichen Betreuung”, heißt es in einer Mitteilung des DIN-Verbraucherrats.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Rd. 600.000 Pflegende aus dem Ausland im Einsatz

Der Standard wurde über einen Zeitraum von 1,5 Jahren hinweg entwickelt. Das interdisziplinäre Expertengremium setzte sich u. a. zusammen aus Verbraucherschützerinnen und -schützern, Angehörigen- und Betroffenenvertretungen, Pflegewissenschaft sowie Juristinnen und Juristen.

Ca. 4,1 Mio. Menschen in Deutschland sind laut DIN-Verbraucherrat pflegebedürftig und die meisten Hilfebedürftigen möchten solange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause verbringen. Da sich viele Angehörige die dafür notwendige Betreuung nicht leisten können, ermöglichen derzeit rd. 600.000 Kräfte aus dem Ausland, insbesondere aus Osteuropa, die Betreuung der Angehörigen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Corona-Hilfen

Sozialbündnis fordert weitere Corona-Soforthilfen

Corona-Hilfen

Paritätischer Gesamtverband

26.01.2021 – Ein breites Bündnis aus 36 Gewerkschaften und Verbänden hat in einem gemeinsamen Aufruf die zügige Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze und der Altersgrundsicherung auf mind. 600 Euro monatlich gefordert.

Außerdem verlangen die Unterzeichner in der am Montag verbreiteten Erklärung zusätzliche Corona-Hilfen für arme Menschen.

Zu den Unterzeichnern zählen u. a. die Diakonie Deutschland, die Gewerkschaft Verdi, der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe, der AWO Bundesverband, der Paritätische Gesamtverband sowie weitere Sozialverbände und Organisationen aus den Bereichen Kultur, Wohnen, Umwelt und Selbsthilfe.

Unterlassung und “armutspolitischer Offenbarungseid”

Der Bundesregierung werfen die unterzeichneten Institutionen einen “armutspolitischen Offenbarungseid” vor. Es sei eine Unterlassung, arme Menschen nicht durch eine auskömmliche Grundsicherung und effektive Corona-Hilfen zu entlasten.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Akuter Handlungsbedarf

Bereits im ersten Lockdown im vergangenen Jahr seien keine zusätzlichen Hilfen zur Verfügung gestellt worden, obwohl der zusätzliche Bedarf durch wegfallende Schulessen, geschlossene Tafeln, steigende Lebenshaltungskosten – insbesondere auch für Desinfektionsmittel und Masken – offensichtlich gegeben gewesen sei.

Es bestehe angesichts der ungewissen Dauer der Pandemie akuter Handlungsbedarf.

Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro

“Getrogen hat die Hoffnung, dass die Ärmsten spätestens mit der für 2021 anstehenden Anpassung der Regelsätze endlich entlastet würden. Im Gegenteil: Entgegen dem Rat und der Expertise aller Fachleute und von Gewerkschaften und Sozialverbänden erfolgte im Januar eine Erhöhung um lediglich 14 Euro auf 446 Euro, was einem armutspolitischen Offenbarungseid gleichkam”, heißt es in dem Aufruf.

Die Regelsätze müssten auf mind. 600 Euro angehoben werden; dazu müsse es für die Dauer der Corona-Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro geben.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Menschen mit Behinderung

Corona: Mehr Schutz für Menschen mit Behinderungen gefordert

Menschen mit Behinderung

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19.01.2021 – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, vermisst im Gesamtkonzept der Corona-Schutzmaßnahmen eine ausreichende Berücksichtigung für Menschen mit Behinderungen. Ein schlüssiges Gesamtkonzept für eine Impf-, Schutzmasken- und Testverordnung fehle Dusels Ansicht nach noch.

Viele Erkrankungen nicht in Impfverordnung berücksichtigt

“Aller Augen ruhen derzeit auf dem Impfstoff, der zur Verfügung steht und der Reihenfolge, in der er verabreicht wird”, sagte Dusel vor wenigen Tagen in Berlin. Dafür gebe es gute Gründe.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Aber es gebe eine ganze Reihe von Erkrankungen, die in der Impfverordnung nicht erwähnt würden. Er begrüßt daher die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), die Einzelfallentscheidungen ermöglichen, sodass Personen, die bislang nicht explizit erfasst sind, in eine Priorisierungskategorie eingeordnet werden können (siehe Kasten).

 

Das empfiehlt die STIKO

Die STIKO-Impfempfehlung vom 13. Januar sieht vor:

“Bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO können nicht alle Krankheitsbilder oder Impfindikationen berücksichtigt werden. Deshalb sind Einzelfallentscheidungen möglich. Es obliegt den für die Impfung Verantwortlichen, Personen, die nicht explizit genannt sind, in die jeweilige Priorisierungskategorie einzuordnen. Dies betrifft z.B. Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen, für die bisher zwar keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz bzgl. des Verlaufes einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, für die aber ein erhöhtes Risiko angenommen werden kann.” (Quelle: RKI, Fragen zur STIKO-Impfempfehlung, Frage: „Welche Neuerungen und Aktualisierungen gibt es in der aktuellen STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung?“)

 

Diese Möglichkeit der individuellen Einstufung müsse schnellstmöglich umgesetzt werden.

Er könne zudem nicht nachvollziehen, warum Menschen, die nicht prioritär geimpft würden, nicht wenigstens prioritär Zugang zu anderen Schutzmaßnahmen erhielten.

Versorgung mit Schutzmasken ausweiten

In Ergänzung zur Impfstrategie sollten daher nach Auffassung des Behindertenbeauftragten insbesondere verletzliche Gruppen in die Lage versetzt werden, sich bestmöglich zu schützen.

So müsse etwa die Versorgung mit FFP2-Masken deutlich ausgeweitet werden. Außerdem sollten Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko und deren Kontaktpersonen einen Anspruch auf Schnelltests haben.

 

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Häusliche_Pflege

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Häusliche_Pflege

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Pflegende Angehörige leiden zunehmend unter Corona-Krise

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Getty Images/2K Studio

3.11.2020 – Pflegende Angehörige leiden überdurchschnittlich stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie: Für 57 % der Befragten wurde die Pflege nach eigenem Bekunden in der Pandemie zeitlich aufwendiger. Ein Drittel bewertet die eigene Lebensqualität als schlecht oder sehr schlecht – vor der Corona-Pandemie waren es nur 7 % – der Wert hat sich also mehr als vervierfacht. Ein Großteil der Befragten gab auch an, dass Pflege und Beruf aufgrund der Pandemie noch schwieriger zu vereinbaren seien. Das ergab eine repräsentative Studie der Universität Bremen für die DAK-Gesundheit.

Eigene Lebensqualität sinkt

Hintergrund sei unter anderem, dass professionelle Hilfe etwa von Pflegediensten nicht in gewohntem Umfang in Anspruch genommen werden konnte. Der eigene Gesundheitszustand hat sich demnach nun für 11 % der pflegenden Angehörigen “erheblich” verschlechtert, für 41 % “etwas”. Als “nicht verändert” beschrieben ihn 47 %.

DAK-Vorstandschef Andreas Storm sagte am Montag, die Situation pflegender Angehöriger sei schon vorher schlecht gewesen.

“Mit der Corona-Krise ist die Belastungsgrenze endgültig überschritten.”

Viele bräuchten kurzfristig mehr Flexibilität in der Pflege und im Beruf, weil die Pandemie noch anhalten werde.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Storm begrüßte Reformpläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in diese Richtung, die ein erster Schritt zur Entlastung seien.

Der Pflegeexperte und Studienleiter Professor Heinz Rothgang sagte:

“Pflegende Angehörige sind eine der größten Stützen unserer Gesellschaft. Doch sie bleiben unsichtbar: Auch in der Corona-Krise bekommen sie weder zusätzliches Geld noch Applaus. Diese geringe Anerkennung ihrer Arbeit macht die Situation Pflegender noch schwerer. Umso wichtiger ist es, ihre Leistung anzuerkennen und sie mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen.”

Für die Studie wurden vom 8. Juni bis 12. August 1.296 Menschen via Onlinefragebogen befragt. Im Blick standen zu Hause Pflegende im erwerbsfähigen Alter bis 67 Jahren. Insgesamt wurden 24.500 Personen angeschrieben, die als Pflegepersonen von pflegebedürftigen DAK-Versicherten registriert sind.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.